Arbeit
Themen

Arbeitslosigkeit

  • Die Inquisition ist tot, es lebe das AMS
  • Neue Gerechtigkeit
  • Die Maßnahmen des AMS
  • Die Inquisition ist tot, es lebe das AMS
  • Willkommen im arbeitsreligiösen Gulag!
  • (...)

Arbeitsmarkt

  • Träumen nach vorn!
  • Akkord ist Mord
  • Aussortiert
  • Einfach umwerfend!
  • Willkommen im Arbeitslager!
  • (...)
Beiträge
FORVM, No. 237/238

Taylor hat ausgespielt

September
1973

Work in America. Report of a Special Task Force to the Secretary of Health, Education, and Welfare. MIT-Press, Cambridge (USA) und London 1973, pp. XIX + 262, Bibliographie und Index, Paperback 2,95 Dollar. Die vielleicht beste Studie über die Arbeitsverhältnisse in den USA kommt ironischer (...)

FORVM, No. 311/312

Konsum frißt Arbeiter

Soziologie der Budapester Autobusfabrik Ikarus
November
1979

Der „reale Sozialismus“ in Osteuropa hat viel mit dem realen Kapitalismus des Westens gemein: Akkord, Leistungsstreben, Statusdenken, Nebenarbeit, Schrebergärtnerei, Fernsehabschlaffung. Die jüngeren Soziologen der Budapester Schule gehen in die Fabrik und entdecken dort diese Übereinstimmung, die (...)

FORVM, No. 325/326

Schattenarbeit

Unbezahlte Plackerei in der Industriegesellschaft
Januar
1981

Vor der Einführung der Lohnarbeit waren Frauen und Männer gleichberechtigt. Die Ökonomie des Kapitalismus und auch des Marxismus degradierte die Mühe der Frauen zur Schattenarbeit im Gefängnis des Haushalts, neuerdings mit einem kleinen Auslauf in schlecht bezahlte Jobs. Es leisten aber auch die (...)

FORVM, No. 335/336

Mit der Hand gedacht

Arbeiter machen Antitechnik
November
1981

Wirtschaftskrise und Automatisierung der Büroarbeit bringen Ingenieure und Arbeiter zusammen. In England entstanden neue Modelle der Konstruktion, Planung und Selbstverwaltung in einer dahinsiechenden Industrie. Mike Cooley stand lange Zeit an der Spitze eines solchen Modells im englischen (...)

FORVM, No. 339-341

Alle Macht für Otto Bauer!

Rede über Sozialdemokratie heute
Mai
1982

Alfred Dallinger, Sozialminister der Republik Österreich, Obmann der Gewerkschaft der Privatangestellten, gehört zu den wenigen Grundsatzdenkern des österreichischen Sozialismus, die Otto Bauer und die marxistische Tradition noch nicht vergessen haben. Über Wirtschaftsdemokratie, (...)

FORVM, No. 364/365

Arbeit über kurz oder lang

April
1984

Der Politiker der 80er Jahre trägt wieder Farben. Ein Busek glänzt in wohlgenährtem Grün, ein Mock, der sich in würdig tiefem Schwarz als Konservativer internationalen Ranges zu profilieren sucht, ein Kanzler Sinowatz im bisher blassesten Altrosa der vergangenen Dekade — an den Rändern schon leicht (...)

MOZ, Nummer 49
Loden Frey:

Akkord ist Mord

■  Karl Lind
Februar
1990

Löhne und Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie sind miserabelst. Die Dividenden hingegen recht hübsch. Daran wird auch das Ergebnis der neuesten Gehaltsrunde kaum etwas ändern. Für ein modisches Lodenjäckchen samt Rock zahlt die Dame schon mal an die 10.000 Schilling. Ihr Herr steht um (...)

MOZ, Nummer 58
In Indiens Teppichindustrie arbeiten Tausende von Kindern:

Jeder Schritt ein Tritt

Dezember
1990

50 Millionen Kinder arbeiten in Indien. Die meisten in der Landwirtschaft oder in den Haushalten der wachsenden indischen Mittelschicht. Mehrere Millionen schuften unter härtesten Bedingungen in der Industrie. „Mit jedem Schritt auf einem schönen Teppich tritt der europäische Käufer eigentlich das (...)

MOZ, Nummer 58
Museum der Arbeit in Hamburg:

Lernort für politisches Leben

Dezember
1990

Die Geschichte der Arbeit im Industriezeitalter aus dem Blickwinkel derer ‚da unten‘ darzustellen, das war das Anliegen der Initiatoren für ein „Museum der Arbeit“ in Hamburg vor genau zehn Jahren. Mitte 1990 wurde das Projekt endlich vom Hamburger Senat abgesegnet — allerdings in der (...)

FŒHN, Heft 15

Der Kapitalismus ist die extremste Form menschlichen Zusammenlebens

Mai
1991

Wenn man uns frägt, wie’s uns geht, sagen wir Danke, gut. Dir? Aber es geht uns schlecht, sauschlecht. Nicht den Löhnern an den Fließbändern, mein’ ich, den Sklavenarbeiterfamilien im Jugo-Ghetto, den zu Putzfrauen heruntergeheirateten Mädchen — uns! U, En, Es. Dir. Mir. Der Kapitalismus wird nicht an (...)

FORVM, No. 462-464

Die Antiquiertheit des Proletariats

Juli
1992

Diesen wahrscheinlich 1977 geschriebenen, ursprünglich für den zweiten, dann für den dritten Band der »Antiquiertheit des Menschen« vorgesehenen Text hat G.A. zu Pfingsten 1992 für uns nochmals durchgesehen. § 1 Animal Regionale „Von ‚Proletariat‘ kann heute nicht mehr die Rede sein“, erklärte gestern (...)

FORVM, No. 485/486

Anthropologie der Arbeitslosen

Paris 1933. Erste Woche Emigration
Juni
1994

Die nachstehenden Überlegungen schrieb der Autor als zweiten Teil seines »Versuchs einer Selbstverständigung«; der erste, etwas längere und gleichfalls unfertige »Sieg des Methodenmangels. Zu Sieg des Nationalsozialismus« erschien im Heft Dezember 1993. Wir geben wieder — unkommentiert, unsortiert (...)

FORVM, No. 487-492

Träumen nach vorn!

Dezember
1994

Die nachstehende Rede* wurde in den österreichischen Medien nicht oder lustvoll verdreht reportiert, z.B. als hätte H. S. seinen »ersten Schritt zu wertschöpfungsbezogenen Abgaben« im Ausmaß von 1,2 Milliarden Schilling zwecks Budget-Sanierung vorgeschlagen — eine Entlastung von nur einem Prozent für (...)

Streifzüge, Heft 2/1996
Erich Ribolits:

Die Arbeit hoch?

Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus
Oktober
1996

327 Seiten, br. 250,— öS, Profil Verlag, München-Wien 1995 Arbeit und Arbeiten stellen in den industrialisierten Gesellschaften zutiefst positiv besetzte Begriffe dar. War in nahezu allen Kulturen der Vergangenheit die Freiheit vom Zwang zur Arbeit bestimmendes Sta­tusmerkmal der Eliten, steht die (...)

Context XXI, ZOOM 7/1997

Ein Hauptverzeichnis liegt schon vor

für ingrid und otto
November
1997

ein neues leben fängt man so nicht an! mit einem neuen aushilfsjob im sommerloch, der urlaubszeit und ach! schon war kaffee gekocht und warmgestellt: das neue leben zwingt in seine harten rollen. am abend schämt er sich bereits, es sei nicht recht in diesem scheiß, so rotweint es aus seinem hals (...)

Streifzüge, Heft 1/1998

Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt ...

März
1998

Wider die Überhöhung der Arbeit zur zentralen menschlichen Bestimmungsgröße und die daraus folgende Unfähigkeit, dem Weniger-werden der Erwerbsarbeit anders als mit dem Ruf nach neuen Arbeitsplätzen zu begegnen. Schon Ende der 50er Jahre prognostizierte Hannah Arendt in ihrem Buch „Vita activa“, daß (...)

Streifzüge, Heft 1/1998

Feierabend der Arbeit

Der langwierige Abschied von ora et labora
März
1998

Als ich dem arbeitswütigen G. gegenüber beiläufig erwähnte, daß es Arbeit, gemessen am Alter der Menschheit, erst seit einer relativ kurzen Zeit gebe, da schnappte er nach Luft. (Günther Anders, Ketzereien) Eines der gängigsten Vorurteile ist: Arbeit hat es immer gegeben, Arbeit wird es immer geben, (...)

Context XXI, ZOOM 1/1998

Arbeitslose Schnäppchenjäger

März
1998

Die Arbeitslosigkeit in Europa tritt immer stärker ins Problembewußtsein der Öffentlichkeit und der Politik. Viel Grund zur Hoffnung auf eine Lösung gibt es allerdings nicht. Erstmals kam es in Frankreich zu heftigen Protestkundgebungen von Arbeitslosen, jener ständig wachsenden Gruppe, denen es (...)

Streifzüge, Heft 2/1998

Demokratie und Schöpfertum durchsetzen!

Juni
1998

Demokratie als Bedingung der Möglichkeit einer schöpferischen Rollenvielfalt in der Arbeit bleibt bei allen Überlegungen gegen das Arbeitselend außen vor. Arbeit dient(e) zwar immer auch Erwerbszwecken, ist aber stets mehr als nur Erwerbstätigkeit. Doch über Arbeit wird nur in ihrer Form als (...)

Streifzüge, Heft 2/1998

Zum Wesen der Arbeit — Skizzen zu einem Arbeitsbegriff

Juni
1998

Es wird uns nicht erspart bleiben, die Bedeutung der menschlichen Arbeit dadurch anzuerkennen, daß wir sie zum zentralen Begriff unseres politischen Programms machen. Wir dürfen uns die Lebensfreude nicht erst nach dem schwitzenden Erzeugen von Waren durch deren Kauf und Verkauf erwarten, (...)

Streifzüge, Heft 2/1998

Metaphysik der Arbeit

Die historische Karriere eines scheinbar überhistorischen Begriffs
Juni
1998

In der Geschichte des westlichen und besonders des modernen Denkens hat sich die Sprache von Philosophie und Wissenschaft immer mehr von der Sprache der gewöhnlichen Menschen entfernt und ist zur Geheimsprache einer elitären, von der übrigen Gesellschaft getrennten Priesterkaste des Wissens (...)

Streifzüge, Heft 4/1998

Arbeit und Wahn

Dezember
1998

Sie proklamieren das Recht auf Arbeit als ein revolutionäres Prinzip. Schande über das französische Proletariat! Sklaven nur sind einer solchen Erniedrigung fähig. 20 Jahre kapitalistischer Zivilisation müßte man aufwenden, um einem Griechen des Altertums eine solche Entwürdigung begreiflich zu (...)

Streifzüge, Heft 1/1999

Arbeit und Wahn II

März
1999

Nahezu ungebrochen herrscht der volkswirtschaftliche Aberglaube, durch mehr innovative Investitionen könnte der Arbeitsgesellschaft noch einmal auf die Sprünge geholfen und ihr chronischer Arbeitsplatzmangel behoben werden. Zwar dringt die Tatsache ins Bewußtsein, daß Investitionen heute vorwiegend (...)

Streifzüge, Heft 4/1999

Die Enteignung der Zeit

Zeitarmut und Beschleunigung in der Nonstop-Kultur
Dezember
1999

In den letzten Jahren ist eine erstaunliche Fülle von Literatur über die Kategorie der Zeit erschienen. Radio-Features und Theaterstücke, wissenschaftliche Tagungen und sogar Talk-Shows nehmen sich des Themas an. Die Zeit ist gewissermaßen zum Medienstar geworden. Nicht allein die (...)

Context XXI, Heft 1/2000

Deutscher Arbeitswahn und Antisemitismus

Februar
2000

Das Konzept der „deutschen Arbeit“ war und ist antisemitisch konnotiert. In seiner Abgrenzung von einer vermeintlich „jüdischen Arbeit“ vereint es Produktivitätswahn und Haß auf die Zirkulation. Die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden fand statt unter der Losung „Arbeit macht frei“. (...)

Context XXI, Heft 2/2000

Deutscher Arbeitswahn und Antisemitismus II

April
2000

Was unterscheidet das auch in Österreich weitgehend vorherrschende deutsche Arbeitsethos vom britannischen Arbeitsverständnis? Eine Fortsetzung der Gedanken von Ulrike Becker aus Heft 1/2000 von Context XXI. Der Nationalsozialismus war eine „deutsche Revolution“ mit dem Ziel, eine „arische“ und (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Antisemitismus und „deutsche Arbeit“

■  Sendungsgestaltung: Stephan GrigatRobert Zöchling
November
2000

Vortrag von Ulrike Becker, Mitautorin des Buches Goldhagen und die deutsche Linke: Das Konzept der „deutschen Arbeit“ als ursprünglich und wesentlich antisemitisches Konzept — von der bürgerlichen Revolution bis zum Nationalsozialismus und darüber (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Zeitverzögerung

Erfahrung und Emanzipation
■  Sendungsgestaltung: Markus BlümelEva HrubyRobert Zöchling
November
2000

Ein Gespräch mit Antonius Greiner, Mitglied des Vereins zur Verzögerung der Zeit.

Context XXI, Radiosendungen 2000

Die Arbeit, der Wert, die Krise I

■  Sendungsgestaltung: Stephan GrigatRobert Zöchling
November
2000

Am 18. Juli fand an der Berliner Humboldt-Universität Marx-Interpretation eingeladen. Im Folgenden dokumentieren wir die gehaltenen Vorträge. Im zweiten Teil dieser Sendung werden wir die Diskussion wiedergeben. Clemens Nachtmann, Redakteur der in Berlin erscheinenden, antideutschen und (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Die Arbeit, der Wert, die Krise II

■  Sendungsgestaltung: Stephan GrigatRobert Zöchling
Dezember
2000

Im ersten Teil dieser Sendung haben wir die Vorträge dokumentiert, die Moishe Postone von der University Of Chicago, Ernst Lohoff von der Zeitschrift Krisis-Konstruktion vor. Also wenn er uns darüber belehrt, zum Beispiel, daß man den Marx nicht einheitlich nehmen kann, dann läuft er da erst mal (...)

Context XXI, Heft 1/2001

Arbeit muss sich wieder lohnen

März
2001

This is what Mrs. Thatcher has called for. (Sir Keith Joseph, Politikberater der konservativen Regierung der 80er)Das Gerede von der öffentlichen Verschuldung, der Finanzkrise des Staates und der Sanierung des Staatshaushaltes, das Gespenst der über regulierten Arbeitsmärkte und zu hohen (...)

Grundrisse, Nummer 1

Der Begriff der abstrakten Arbeit

März
2002

Auf den ersten Blick mag es scheinen, als ob ein Artikel zur Kategorie der „abstrakten Arbeit“ eine Sache für hochgradige SpezialistInnen wäre, die gerne philologische Detailuntersuchungen an Marxschen Texten durchführen. Ja man könnte sogar hinzufügen, derartige Begriffstüfteleien tendieren dazu, den (...)

Grundrisse, Texte außerhalb der Grundrisse

Soziale Bewegungen im „Empire“

Fragebogen-Handout
Juni
2002

Als zweiter Teil des Workshops sollen die Thesen des „postoperaistischen“ Denkens, wie sie sich in Hardt / Negris „Empire“ ausdrücken, an den eigenen Arbeits- und Lebensverhältnissen überprüft werden. Dem Buch wird ja immer ein Mangel an Empirie vorgeworfen. Die Grundthesen „Multitude“ („Menge“) ist (...)

Streifzüge, Heft 2/2002

Die Bedeutung von „labor“

Blick auf einige Stellen bei lateinischen Autoren und einige Bemerkungen über die „Tyrannei der Uhr“
Übersetzungen
Juni
2002

Das Dasein als Knecht ist der Inhalt der Abstraktion „Arbeit“. So ist es kein Wunder, dass dieser abstrakte Begriff in der Antike die metaphorische Nebenbedeutung von Leid und Unglück angenommen hat (etwa im Lateinischen). (Robert Kurz) Im „Manifest gegen die Arbeit“ der Gruppe Krisis lesen wir in (...)

Streifzüge, Heft 3/2002

Desinteresse und Deklassierung

Liegen gebliebene und überarbeitete Trümmer zu Klasse und Klassenkampf
Oktober
2002

Eine Selbstbestimmung des Arbeiters im Arbeitsprozess kann es nicht geben, denn dieser hat mit dem Verkauf der Ware Arbeitskraft sich seiner Souveränität entledigt. Hier verdinglicht sich der Mensch zur Sache, übereignet nicht bloß einen Gegenstand, sondern sich selbst dem Käufer. Die (...)

Streifzüge, Heft 3/2002

Die Ware im Zeitalter ihrer arbeitslosen Reproduzierbarkeit

Zur Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus
Oktober
2002

Der Siegeszug des Computers hat den vielen Spaltungen der Weltgesellschaft eine neue Dreiteilung hinzugefügt. Milliarden Menschen, insbesondere in der Dritten Welt, bleiben von den Segnungen des Internetzeitalters völlig ausgeschlossen; für einige hundert Millionen Nutzer ist der Rechner (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Der Triumph des Irrealis

Arbeitswahn und linke Identität
März
2003

In den späten 70er und frühen 80er Jahren galt es nicht nur im links-alternativen Spektrum, sondern auch auf Soziologentagen als ausgemacht: Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus. Die mikroelektronische Revolution verwandelt nicht allein mechanische Schreibmaschinen, sondern auch die Ware (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Informalisiertes Elend

Über den Zusammenhang von informellem Sektor und moderner Warenproduktion
März
2003

Der Trend der Informalisierung der Weltökonomie wird sich noch gewaltig beschleunigen und in weit größerem Maße als bisher auch die kapitalistischen Metropolen erfassen. Oberflächlich betrachtet, mag dies als eine Rückkehr des Frühkapitalismus erscheinen. Tatsächlich jedoch kündigt sich eine viel (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Männer, zum Lichte, zur Arbeit!

Der Arbeitswahn der kapitalistischen Moderne und sein Ende
Juni
2003

Die Müßiggänger schiebt beiseite, dann scheint die Sonn’ ohn’ Unterlass ... aus: Die Internationale, das Kampflied der internationalen Arbeiterbewegung Nicht selbst, sondern gerade in linken Kreisen wird Arbeit immer noch positiv besetzt. Aber auch jene, die der Arbeit wohltuend die „Faulheit“ (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Verweigerung des Alltags und der Arbeit

Ein Wiedersehen mit „Stroszek“
Juni
2003

... i tuoi occhi come vuoti a rendere per chi ti ha dato lavoro i tuoi occhi assunti da tre anni i tuoi occhi per loro ... (... deine Augen wie Pfandflaschen für deine Chefs deine Augen, vereinnahmt drei Jahre schon deine Augen für sie ...) Fabrizio De Andre aus: Verranno a chiederti del nostro (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Zur Theorie des Informationskapitalismus

Teil 2: Produktive und unproduktive Arbeit
Juni
2003

Im ersten Teil dieser kleinen Artikelserie (Meretz 2003) ging es um die „Keimform-Debatte“, also um die möglichen Wege gesellschaftlicher Transformation. Die These von der Freien Software als Keimform einer gesellschaftlichen Konstitution jenseits der Warenform basiert auf einer bestimmten Analyse (...)

Streifzüge, Heft 30

Der Ernst des Lebens

Arbeit im Sinkflug
März
2004

Wir leben in einer Zeit des Untergangs. Was sich durchaus ohne schwarzmalende Übertreibung sagen lässt. Untergang kosiger Selbstverständlichkeiten, die wir schon zu ewigen Einrichtungsgegenständen unseres netten kleinen Wohnzimmeruniversums gezählt hatten. Voreilig, wie sich zeigt. Was gestern noch (...)

Grundrisse, Nummer 9

Der Begriff der Arbeit in den Schriften von Karl Marx

März
2004

Der Begriff „Arbeit“ ist ein außerordentlich zwiespältiger Terminus. Schon ein flüchtiger Blick verdeutlicht, wie unterschiedlich die gesellschaftliche Wertschätzung der Arbeit im Zeitablauf der menschlichen Geschichte ausfällt. Im klassischen Altertum herrschte eine „Verachtung der Arbeit“ vor. Alle (...)

Streifzüge, Heft 31

Sie schlafen nicht im Zombie-Zirkus

Ein bemerkenswertes Buch von Kathrin Röggla über die ProtagonistInnen der New Econony
Juni
2004

Bücher, die in den Bestsellerlisten rangieren, gehören in der Mehrzahl nicht zu denen, die mein besonderes Interesse wecken. Eine Ausnahme sei hier vorgestellt. der senior associate: müsse er zugeben: ein wenig geistesgestört seien die arbeitszeiten schon, das sei ihm klar, wenn einem die arbeit (...)

Streifzüge, Heft 31

Arbeit ist alles

Juni
2004

Wenn Arbeitsanbeter positive Bekenntnisse von Karl Marx zur Arbeit suchen, werden sie sicher fündig. Die gibt es zuhauf. Freilich geht der Eifer auch manchmal daneben, etwa beim Klassiker-Zitat in der Junge(n) Welt vom 13. September 2003, Seite 16: Da stand doch allen Ernstes, noch dazu mit (...)

Streifzüge, Heft 32

Warum nichts mehr geht …

Überlegungen zu den persönlichen Bedingungen eines Ausbruchs aus der Warengesellschaft
Oktober
2004

„Im letzten Zimmer“ Das Arbeitsleben der heute aktiven Generationen gleicht bedrohlich dem Schicksal der Maus in Fanz Kafkas „Kleiner Fabel“. Die Maus sieht in ihrem Lauf „rechts und links in der Ferne Mauern“ auftauchen, „aber“, so sagt sie, „diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß (...)

Streifzüge, Heft 32

Unentwegte Beschäftigung

Aktuelle Notizen zum Arbeitswahn
Oktober
2004

Die Eigentümlichkeit der ,Arbeitsgesellschaften‘ besteht darin, dass in ihnen die Arbeit gleichzeitig als moralische Pflicht, als gesellschaftliche Verpflichtung und als der Weg zum persönlichen Erfolg gilt. Die Arbeitsideologie hält es also für erwiesen, – dass es allen um so besser geht, je mehr (...)

Grundrisse, Nummer 14

„Commodification“, Wertgesetz und immaterielle Arbeit

Juni
2005

Einleitung In angelsächsischen Debatten wird sowohl von ÖkonomInnen und BeurteilerInnen der Möglichkeiten für „Wertschöpfung“ von Firmen und Konzernen als auch in den Debatten über „Free Software“ und ihre gesellschaftlich-politischen und ökonomischen Auswirkungen der Begriff der „Commodification“ (...)

Grundrisse, Nummer 14

Ganz normal prekär?

Feministische Aspekte zur Prekarität von Arbeits- und Lebensverhältnissen
Juni
2005

Der Begriff der Prekarisierung wird gegenwärtig äußerst kontrovers diskutiert. Einerseits wird er mit der Hoffnung besetzt, dadurch die Zunahme an unsicheren Arbeits- und Lebensbedingungen analytisch fassen und kritisieren zu können. Andererseits beziehen sich die Argumente dagegen vor allem (...)

Grundrisse, Nummer 15

Immaterielle Arbeit, Subjektivität und Territorialität

September
2005

Die von den Postoperaisten häufig gebrauchte Kategorie der immateriellen Arbeit bezeichnet Arbeitsformen, wie sie in den Bereichen Werbung, Design, Mode, Informatik und Kultur zum Einsatz kommen. Gemeinsam ist diesen Arbeitsformen, dass durch sie nicht so sehr materielle Waren als deren (...)

Grundrisse, Nummer 15

Politik der gesellschaftlichen Arbeit

Kämpfe im Kapitalismus bei Silver, Castel und Hardt/ Negri
September
2005

Der Klassenbegriff hatte in der bundesdeutschen Politiklandschaft immer eine Signalfunktion. Wer von Klassen sprach, wies sich als Teil der radikalen, mindestens marxistischen Linken aus. In der radikalen Linken der Gegenwart scheint der Begriff der Klasse oft mit dem Versprechen verknüpft, (...)

Grundrisse, Nummer 18

Die eigenwillige Freiwilligkeit der Prekarisierung

Juni
2006

Ich habe eine Woche lang überlegt und mich entschieden für die grüne Karte. Wenn man also die Bedingungen sieht, was Deutschland anbietet und was die andern Länder anbieten: zur Zeit für mich als Europäer und als Mensch ist es besser, wenn ich hier in Deutschland bleibe als zum Beispiel in den USA. (...)

Grundrisse, Nummer 18

Wir sind die Krise der abstrakten Arbeit

Juni
2006

„Stimmen des Widerstandes: alternative Stimmen“. Was sind unsere Stimmen? Unsere Stimmen sind die Krise der abstrakten Arbeit. Wir sind die Krise der abstrakten Arbeit. Wir sind die Kraft des kreativen Tuns. Wir sind die Krise. Wir sind nicht zuallererst eine positive Kraft, sondern eine (...)

Streifzüge, Heft 40
Dead Men Working

Zeit wird’s

Juni
2007

Wie alltäglich diese Klage ist: zuwenig Geld zu haben oder zuwenig Arbeit. Als könnte eins von Geld abbeißen und von Arbeit leben. Das ist schon eigenartig. Immerhin, am Geld- und Arbeitsbedürfnis ist noch deutlich sichtbar, dass beides erst von dieser bestimmten Form von Gesellschaft in die Welt (...)

Grundrisse, Nummer 22
John Holloway, Edward P. Thompson:

Blauer Montag

Über Zeit und Arbeitsdisziplin
Juni
2007

Hamburg: Nautilus-Verlag, 2007, 92 Seiten, 10,90 Euro Der 1993 verstorbene Edward P. Thompson, Autor der bahnbrechenden Studie über die „Entstehung der englischen Arbeiterklasse“ war einer der zentralen Vertreter der „Geschichtsschreibung von unten“, in der nicht durch „große Männer“ hervorgerufene (...)

Grundrisse, Nummer 23

VirtuosInnen der Freiheit

Zur Implosion von politischer Virtuosität und produktiver Arbeit
September
2007

Der italienische Philosoph Paolo Virno formuliert in seiner 2005 auf Deutsch erschienenen Schrift „Grammatik der Multitude. Öffentlichkeit, Intellekt und Arbeit“ folgende These: „Ich bin überzeugt, dass in den Lebensformen wie auch in den Produktionsweisen der Gegenwart (…) direkt wahrgenommen wird, (...)

Streifzüge, Heft 41

Lifelong Guidance

Oktober
2007

0. Vorspiel „Lifelong guidance“ ist nicht nur eine Fortentwicklung und Ausweitung von ebensolchem „learning“, es ist auch ein deutlicher und ehrlicherer Name für das, was derzeit als Erfordernis postmoderner Lebensweise über uns hereinbricht. Erwerb von Wissen und Fertigkeiten ist schon lange nur (...)

Grundrisse, Nummer 25
Brigitta Kuster und Renate Lorenz:

Sexuell Arbeiten

Eine queere Perspektive auf Arbeit und prekäres Leben
März
2008

b­_books: Berlin 2007, 332 S., 18 Euro Sexuelle Arbeit ist keineswegs neu, schreibt Robert Foltin in seinem in dieser Nummer der Grundrisse veröffentlichten Text „Produktive Körper“. Wenn nun sexuelle Arbeit nicht neu ist, dann haben bisher lediglich die entsprechenden Analyseinstrumente gefehlt, (...)

Grundrisse, Nummer 28
Interview mit Pun Ngai:

„Deshalb spreche ich immer von Arbeit und Körper, denn mit dem Körper kommt mehr Subjektivität ins Spiel ...“

Dezember
2008

Interview mit Pun Ngai, Sozialwissenschafterin (Professorin am Social Work Research Center der Peking University und der Hongkong Polytechnic University) und Gründerin eines Arbeiterinnen-Netzwerks zur Unterstützung von Wanderarbeiterinnen (Chinese Working Women Network) in der im südchinesischen (...)

Grundrisse, Nummer 28
Pun Ngai und Li Wanwei:

Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarkfabriken erzählen

Dezember
2008

Berlin und Hamburg: Assoziation A, 2008. 260 Seiten. 18.00 Euro „Sie sind geschickt, geschickter als Männer. Sie konzentrieren sich gut und lange. Sie sind fleißig. Sie mucken nicht auf. Überall sind sie am Werk.“ So beschrieb ein Artikel des Nachrichtenmagazins Spiegel im Februar 2005 die (...)

Grundrisse, Nummer 31

Kreative Arbeit

September
2009

Die Idee einer Kreativen Arbeit gilt gemeinhin dem Kapital und seinen Investoren als viel versprechend, weil der in ihr enthaltene Begriff der Schöpfung, der Schöpferischen mit dem Versprechen einer Produktion von Wert aus nichts, einer creatio ex nihilo zu wedeln scheint. Kreativität ist Zauberei (...)

Café Critique, Jahr 2010

Die Arbeit nieder!

Ein Plädoyer zum 1. Mai
April
2010

Arbeit macht krank, Arbeit schändet, Arbeit ist Mühsal und macht hässlich. Karl Marx wusste das und hat allen Kritikern gesellschaftlicher Elendsproduktion ins Stammbuch geschrieben: „Das Reich der Freiheit beginnt erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, (...)

Grundrisse, Nummer 36
Call for Papers:

Geschlechterverhältnisse und gesellschaftliche Arbeitsteilung

■  Grundrisse
November
2010

Wie wirken sich veränderte Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse im Kapitalismus auf die Geschlechterverhältnisse aus? Die Zunahme der Frauenbeschäftigung veränderte die gesellschaftliche Arbeitsteilung, nicht jedoch die geschlechtliche. Kann die zunehmende Prekarisierung als „Feminisierung“ oder (...)

Grundrisse, Nummer 37

In der Arbeit gegen die Arbeit LEBEN

Affektive Arbeit, feministische Kritik und postfordistische Politik
März
2011

Feministische Theoretikerinnen beschäftigen sich seit langer Zeit mit immaterieller und affektiver Arbeit, auch wenn diese Begriffe selbst eine eher jüngere Erfindung sind. Die frühen feministischen Untersuchungen zu Tätigkeiten und Verhältnissen der immateriellen Arbeit waren wesentlicher (...)

Grundrisse, Nummer 37

Lohn für Hausarbeit reloaded

Die Debatte um den Lohn für Hausarbeit und was daraus wurde
März
2011

Die Verteilung von Haus- und Sorgearbeit ist ein mehr als leidiges Thema. Bis heute ist diese Arbeit zwischen den Geschlechtern nicht egalitär verteilt, vielmehr haben sich neue intrageschlechtliche Arbeitsteilungen nach Klasse und Ethnie gebildet. Schon in den 1970er Jahren stand die Forderung (...)

Grundrisse, Nummer 38

Car(e) Workers

Große Krise und (noch) kleine Kämpfe in der Steiermark
Mai
2011

Lange Zeit war es ruhig hinter dem Semmering. Krise hin oder her, an der „Kernölrepublik“ schien das alles vorüberzugehen, auch wenn uns am „Höhepunkt der Krise“ die erschütternde Nachricht ereilte, dass nur 5 von 26 Kernölen wirklich steirisch sind, und der Rest aus chinesischen Kürbiskernen gepresst (...)

Grundrisse, Nummer 38
Pun Ngai / Ching Kwan Lee:

Aufbruch der zweiten Generation

Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China
■  Minimol
Mai
2011

Berlin/Hamburg: Assoziation A, Oktober 2010, 296 Seiten, 18,00 Euro „Aufbruch der zweiten Generation“ ist nach „Unruhen in China“ (Beilage zu Wildcat #80, Dezember 2007) und „Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen“ (Assoziation A, September 2008) die bereits dritte (...)

Grundrisse, Nummer 42
Jan Ole Arps:

Frühschicht

Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren
Mai
2012

Freunde, verlasset also in Bälde diese der Vernichtung anheim fallende Welt! Verlasset diese Universitäten, diese Akademien, diese Schulen, von denen man Euch jetzt wegjagt und in denen man Euch nur vom Volke zu trennen gesucht hat. Geht unter das Volk! Da muß Eure Laufbahn, Euer Leben und Eure (...)

Grundrisse, Nummer 45
Michael Seidman:

Gegen die Arbeit

Über Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris, 1936-1938
■  Paul Pop
März
2013

Mit einem Vorwort von Karl-Heinz Roth und Marcel van der Linden. Heidelberg: Verlag Graswurzelrevolution, 2011, 477 Seiten, Euro 24,90. Barcelona und Paris: Gegen die Arbeit Die Volksfrontregierungen in Frankreich und Spanien von 1936 und die damit verbundenen Kämpfe gehören zu den großen und (...)

Grundrisse, Nummer 47

Klassenkampf ohne Marx!

Zur bürgerlichen Theorie der Arbeit vor Marx
Mai
2013

So unbestritten es ist, dass der materialistische Ansatzpunkt der Marxschen Theorie in seinem beständigen reflexiven Rekurs auf die (Re-)Produktionspraxis der Menschen besteht, so sehr wirft diese besondere Bedeutung der menschlichen Arbeit innerhalb der Marxschen Theorie doch auch bei vielen (...)

Grundrisse, Nummer 48

Zum Begriff der immateriellen Arbeit von Michael Hardt und Antonio Negri

Eine Kritik aus entwicklungspolitischer Sicht
Dezember
2013

Der Begriff der immateriellen Arbeit wird von Antonio Negri und Michael Hardt, in ihrem Buch „Empire“ (2000) verwendet, um auf veränderte Arbeitsprozesse aufmerksam zu machen. Diese neue Arbeitsform wird von Robert Foltin (2004) weiterhin wie folgt beschrieben: „Die jetzt dominierende immaterielle (...)

Grundrisse, Nummer 48

Arbeit im Übergang*

Gesellschaftliche Produktivkraft zwischen Entfaltung und Zerstörung
Dezember
2013

Der Titel meines Vortrags verweist erst mal auf einige begriffliche Klärungen: Übergang, Produktivkraft und die Dialektik von Entfaltung und Zerstörung. Darauf will ich zunächst eingehen und mich dabei auch in der linken Kapitalismuskritik verorten. Danach werde ich was zur Entwicklung von Arbeit (...)

Streifzüge, Heft 64

Von der Deindustrialisierung zur Deklassierung*

Zur Kategorisierung schwindender Industriebelegschaften
Juni
2015

Unter Deindustrialisierung verstehen wir einen Schrumpfungs-, Zerschlagungs- und Liquidierungsprozess des industriellen Potenzials (Arbeitskräfte, Maschinen, Gebäude, Know-how). Zentral ist der Verlust von Industriearbeitsplätzen, die von der Industrie selbst nicht kompensiert werden können. (...)

Streifzüge, Heft 64

Sozialkritik als Marktsignal

Juni
2015

Hegemonie beruht auf der Integration von Dissens. Als Herrschaftstyp setzt sie Gramsci folgend die Fähigkeit voraus, im Antagonismus der Klassen eigene Interessen als gesellschaftliche Allgemeininteressen zu definieren und durchzusetzen. Hegemonie meint also die Anziehungskraft einer politischen (...)

Streifzüge, Heft 65

Spiel und Spielerei

November
2015

Vom Spiel wird oft gesagt, es sei das Gegenteil der Arbeit. Das mag für die gedankenlose Spielerei gelten, die als irrational-selbstbezogene Tätigkeit vielleicht wirklich keinen anderen Zweck hat als sich selbst. Nicht aber für das Spiel, das von der Spielerei strikt zu trennen ist. Das Spiel (...)

Streifzüge, Jahrgang 2016

Konstantin Faigle (1971-2016)

August
2016

Wie uns erst jetzt bekannt wurde, ist der Filmemacher Konstantin Faigle am 16. Juni 2016 im Alter von 45 Jahren in Köln verstorben. Kennen gelernt haben wir Konstantin als er seinen arbeitskritischen Film Frohes Schaffen 2010 unter anderem auch in Wien drehte und zu uns Kontakt aufgenommen hat. (...)

Context XXI, Jahre 2007-2020

Endlich wird die Arbeit knapp

Volksbildungs-Revuetheater: 150 Jahre Das Kapital
September
2017

„Das Reich der Freiheit beginnt, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört“, hat Karl Marx vor 150 Jahren geschrieben ...

Streifzüge, Heft 70

Diktatur des Effizienzdenkens

September
2017

Wir leben in einer effizienzversessenen Gesellschaft, die, um möglichst viel Output in kürzestmöglicher Zeit auszuspucken, alle Lebensvollzüge bis zur Raserei auf Trab bringt. Die alte Einsicht, dass alles, was gut getan sein soll, seine Zeit braucht, dass es ein angemessenes, stimmiges Verhältnis (...)

Streifzüge, Jahrgang 2017
VORLAUF ARBEITS-LOS

Fetisch Arbeit

November
2017

Die ,Arbeit‘ ist ihrem Wesen nach die unfreie, unmenschliche, ungesellschaftliche, vom Privateigentum bedingte und das Privateigentum schaffende Tätigkeit. Karl Marx Alle fordern Arbeit, Arbeit, Arbeit! Manche fordern eine bedarfsorientierte Grundsicherung, andere ein bedingungsloses (...)

Streifzüge, Heft 71

„Recht auf materielle Existenz“ statt „Recht auf Arbeit“

Zur Geschichte und Aktualität der Arbeitskritik
Dezember
2017

Zwei bahnbrechende Dokumente hat die neuzeitliche Arbeitskritik hervorgebracht. Das eine ist von 1880, das andere 120 Jahre jünger. Die öffentliche Wahrnehmung des Terminus von der „Krise der Arbeitsgesellschaft“ feiert 2017 ihren 35. Geburtstag. Publik gemacht auf einem Soziologenkongress 1982 (...)

Streifzüge, Heft 71

„Den Wert der Stunde erleben“

Notizen zu einer überfälligen Abrechnung mit der Marienthal-Studie
Januar
2018

Eine 29-jährige Frau aus Marienthal sagt, und ähnliche Aussagen aus Heidenreichstein und Schrems dürfen angenommen werden: „Wenn ich wieder in die Fabrik zurück könnte, wäre das mein schönster Tag. Es ist nicht nur wegen dem Geld, aber hier in seinen vier Wänden, so allein, da lebt man ja gar nicht.“ (...)

Streifzüge, Heft 71

Arbeit 4.0

Ein Hype
Januar
2018

Alles wird neu. Sogar der Kapitalismus im Kapitalozän. So alt kann die Megamaschine der kapitalistischen Landnahme gar nicht aussehen mit „Abstieg, Arbeitslosigkeit, Armut, Ausbildungsabbruch oder Auswanderung“ (um nur bei „A“ zu bleiben). Wenn wir schon bei „A“ im Kapitalverhältnis sind: (...)

Streifzüge, Heft 71

Arbeit und Arbeitslosigkeit

Zusammenhang – Identität – Differenz – Konkretion
Januar
2018

Was als Differenz gedacht wird, sollte auch als Identität gedacht werden. In den Grundrissen hat Karl Marx die Grundkonstellation Lohnarbeit-Kapital so beschrieben: „Die Arbeit ist nicht nur der dem Kapital gegenüberstehende Gebrauchswert, sondern sie ist der Gebrauchswert des Kapitals selbst. Als (...)

Streifzüge, Heft 71

Hart arbeiten?

Februar
2018

Völlig unbeeindruckt herrscht in der politischen Arena der Jargon der Arbeit. Ob das der ehemalige niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll ist, der in der ihm eigenen Penetranz stets „Hart arbeiten“ plakatieren ließ, oder Kurzzeitkanzler Christian Kern, der im abgelaufenen Wahlkampf nicht (...)

Streifzüge, Heft 73

Arbeit auf Abwegen

Überflüssige Arbeit bei Marx und heute
August
2018

Der Arbeitsbegriff von Karl Marx wurde lange Zeit vornehmlich entweder als anthropologische Kategorie im Sinne einer „ewigen Naturnotwendigkeit“ (Marx 23, 57) betrachtet oder im Kontext einer Klassen- und Ausbeutungstheorie diskutiert. Mit dem Begriff der „abstrakten Arbeit“ verband Marx darüber (...)

Streifzüge, Jahrgang 2019

Na sorry!

März
2019

Ihr Körper bebte und sie schrie wie die Leibhaftige: „Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Na sorry, wer schafft die Arbeit? Die Wirtschaft schafft die Arbeit! Bitte merkt’s euch das einmal!“ Wir merken auf und merken an: Nicht die Arbeit schafft die Wirtschaft, (...)

Streifzüge, Jahrgang 2019

Leistung – die letzte Karte der Sozialdemokratie

Juli
2019

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Über diese Gesellschaftsdiagnose sind sich die meisten ebenso einig wie über die Berechtigung der allseits erklingenden Forderung nach der gerechten Anerkennung erbrachter Leistungen sowie der damit einhergehenden Notwendigkeit gerechter Quantifizierung (...)

Streifzüge, Heft 77

Willkommen im Arbeitslager!

Januar
2020

Bereits bei ihrer Gründung 1993 weist die EU steigende Erwerbslosenzahlen auf. Auch wenn die Union in der Sozialpolitik keine Regelungskompetenz hat, so war doch im Laufe der Jahre in vielen Staaten eine ähnliche Entwicklung festzustellen: Statt den Staat in die Verantwortung für die ausreichende (...)

Streifzüge, Jahrgang 2020

Zum Tag der Arbeit

Mai
2020

Unser Leben ist der Mord durch Arbeit; wir hängen vierzig Jahre lang am Strick und zappeln, aber wir werden uns losschneiden. (Georg Büchner) Die Arbeitsgesellschaft nähert sich dem Gipfel ihrer Destruktivkraft. In ebenso logischer wie wahnwitziger Konsequenz erhöht sie Arbeitszwang und (...)

Websites
Context XXI, Gruppen & Organisationen

Kunst, Spektakel und Revolution

Kunst, Spektakel und Revolution »Dunkelheit und Schwarz in der Kultur« Bürgerliche Philosophie beschreibt sich seit dem 18. Jahrhundert als Aufklärung – so wie das Licht die Gegenstände reflektiert, gebrochen ins Auge fällt und dadurch die Menschen sehend macht, sollte Aufklärung Licht ins Dunkel (...)

Context XXI, Marxistische Literatur

Marx wirklich studieren

Marx hat aus gutem Grund an Aktualität gewonnen und sollte daher im Original studiert werden. Wir stellen auf unserer Homepage nicht nur sämtliche publizierte Schriften von Marx und Engels zur Verfügung, sondern auch gesondert ihre Hauptschriften, einmal im Original und zusätzlich in einer zweiten (...)

Context XXI, Marxistische Literatur

Marxists Internet Archive (MIA)

The Marxists Internet Archive (MIA) is an all-volunteer, non-profit public library, started more than 20 years ago in 1990. In 2007, MIA has 62 active volunteers from 33 different countries. MIA contains the writings of 592 authors representing a complete spectrum of political, philosophical, (...)

Context XXI, Marxistische Literatur

Stimmen der proletarischen Revolution

Bibliothek der revolutionären Bewegungen unserer Zeit: Reden — Schriften — Briefe — Wissenschaftliche Studien. Gegründet im vorigen Jahrhundert als: »Klassiker des Marxismus-Leninismus«. Sie finden hier die wohl umfangreichste Sammlung der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels und anderer (...)

Lohnarbeit bezeichnet abhängige menschliche Arbeit gegen Geld (Lohn, d. h. Arbeitsentgelt). Diese Erwerbsarbeit lässt sich abgrenzen von anderen Formen der Arbeit wie Subsistenzarbeit, Haus- und Familienarbeit, ehrenamtlicher Arbeit und Sklavenarbeit. Lohnarbeit wird nach vertraglichen Regelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entgolten. Wegen der im Vergleich zu den Arbeitgebern relativ schwächeren Verhandlungsposition der Lohnarbeiter („Arbeitnehmer“) wurden zum Schutz der Arbeitnehmerschaft gesetzliche Regelungen nötig, die die Vertragsfreiheit in Bezug auf Arbeitsverträge einschränken. Diese Regeln sind in unterschiedlichen Ländern verschieden ausgeprägt. In Deutschland finden sie sich v. a. im Arbeitsrecht und im Tarifrecht.

Geschichte der Lohnarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Informationen entstammen vorwiegend dem Lexikon der Antike.[1] Bereits in den mesopotamischen Hochkulturen war Lohnarbeit üblich. Lohnarbeiter wurden hier noch mit Naturalien – in Griechenland bereits mit Geld – bezahlt, verwendet wurden sie vor allem in der Landwirtschaft, genauer im Ackerbau.

Im antiken Griechenland, sowie im antiken Rom lastete ein Großteil der schweren und eintönigen Arbeit – etwa auf Äckern, in Bergwerken und Steinbrüchen, in Werften, als Bauarbeiter, Transportarbeiter, als Ruderer, als handwerkliche Hilfsarbeiter usw. – auf den Schultern zweier Gesellschaftsgruppen:

  • Sklaven – sie wurden (mit Ausnahmen) von ihren Besitzern als verkaufbare und rechtslose Gegenstände, als bloße Hilfsmittel zur Arbeitsverrichtung angesehen
  • Lohnarbeiter – sie waren im Gegensatz zu den Sklaven juristisch gesehen zwar frei, ökonomisch gesehen – mangels des Besitzes an Produktionsmitteln und Boden – allerdings dazu gezwungen, ihre Arbeitskraft an die Besitzenden zu verkaufen

Sklaven, wie auch Lohnarbeiter wurden oft in großen Massen eingesetzt. So arbeiteten in einem Bergwerk oft mehr als 1000 von ihnen, ebenso viele auf den Äckern eines einzigen Großgrundbesitzers. Die Lohnarbeiter wurden meist im Tagelohn bezahlt. In der Landwirtschaft war die Saisonarbeit zur Erntezeit üblich. Zwischen Lohnarbeitern und Sklaven bestand wohl eine gewisse Konkurrenz, dort wo die noch billigeren Sklaven den Lohnarbeitern ihre Arbeitsplätze (etwa als Ruderer) kosten konnten. In Rom sind die Lohnarbeiter, als besitzlose Freie, zu einem Großteil mit den sogenannten Proletarii zu identifizieren. In Griechenland gehörten die Lohnarbeiter meist zum Stand der Theten. Zu den Lohnarbeitern zählten in der Antike häufig auch Schreiber, Gerichtsdiener, Marktaufseher, Lehrer, Ärzte usw.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Bauernkriegen und der in Teilen Europas darauf folgenden Bauernbefreiung kam es zu einer Bevölkerungsexplosion[2] und dem Entstehen des modernen Kapitalismus. So entstanden ab Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa zunehmend die produktionsmitteleigentumslosen Lohnarbeiter, die teilweise ein Problem darstellten. So führte der Freiherr vom Stein ab 1784 im späteren Ruhrgebiet ein festes Arbeitsentgelt für die Lohnarbeiter ein.[3] Schließlich bildete sich ein Industrieproletariat, und damit entstanden die soziale Frage bzw. der Pauperismus. Der sogenannte „Arbeitsmarkt“ gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Strukturmerkmalen der europäischen Neuzeit.

Dies führte zur Entstehung folgender spezifisch modern-westlicher Phänomene:[4]

Staatliche Bevölkerungs-, Sozial- und Beschäftigungspolitik:

Organisationen der Arbeiterschaft:

Weitere spezifisch moderne, parallel zu massenhafter Lohnarbeit entstandene Phänomene:

Die soziale Frage galt während des „goldenen Zeitalters“ des Kapitalismus der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts[7] als weitgehend gelöst, feierte aber ab der neoliberalen Wende Mitte der 70er Jahre[8] ein Comeback auch in den westlichen Industriestaaten, in denen sich seither die Polarisierung in Arm und Reich wieder progressiv vertiefte, wie Untersuchungen der Bundesregierung (Armuts- und Reichtumsbericht), der EU (EU-SILC,[9]) der ILO (Weltsozialbericht[10]) oder von Oxfam[11] belegen. Während sich der Lebensstandard der meisten Menschen in Schwellenländern während dieser Zeit verbesserte, verschlechterte sich der Lebensstandard v. a. der weniger gut qualifizierten Lohnarbeiter in den traditionellen Industrien der europäischen und angloamerikanischen Welt. Diese Industrien litten u. a. unter der qualitativ immer hochwertiger produzierenden Konkurrenz v. a. aus den asiatischen Schwellenländern, in denen auch aufgrund ihrer demografischen Dividende hohe Wachstumsraten dominierten, während in den traditionellen europäischen und angloamerikanischen Industrieländern säkulare Stagnation einkehrte.

Lohnarbeit in der marxistischen Theorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunistisches Symbol für Arbeiter

Der Begriff wird im Marxismus verwendet, um die Lage der Arbeiterklasse zu kennzeichnen: Diese besitze als Ware, mit der sie regelmäßig wirtschaften könne, nur ihre eigene Arbeitskraft und keine Produktionsmittel. Sie müsse ihren Lebensunterhalt vom Verkauf dieser Arbeitskraft gegen „Arbeitsentgelt“ (Lohn) bestreiten. Aus Sicht des Kapitalisten rentiere sich der Kauf von Arbeitskraft und anderer Produktionsmittel nur, wenn anschließend durch den Verkauf der produzierten Güter mehr Geld eingenommen wird, als ursprünglich für Arbeitskraft und Produktionsmittel verausgabt wurde. Da die Arbeiter vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen und die Kapitalistenklasse ein dauerhaftes Angebot an Arbeitskräften benötigt, werden im Durchschnitt Lohnverträge abgeschlossen, die die Reproduktionskosten der Arbeitskraft decken. Dies geht einher mit der Arbeitswertlehre, wonach alle Waren sich gegenseitig tauschen im Verhältnis zur gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit, die zu ihrer Herstellung notwendig ist. Dies bedeutet, dass nur die Arbeit wertschaffend ist. Die Differenz zwischen dem Wert der Arbeitskraft (Lohn, variables Kapital), die von den „freien“ Lohnarbeitern verkauft wird, und dem insgesamt geschaffenen Wert, eignet sich der Kapitalist als Mehrwert an. Maschinen, Arbeitsmaterial usw. übertragen als konstantes Kapital nach der Arbeitswertlehre anteilsmäßig nur die schon in ihm vergegenständlichte Arbeitszeit. Aus der exploitierten Arbeit ergibt sich daher der gesamte Profit der Kapitalistenklasse.

Es ergeben sich damit laut Marx drei Dimensionen der Ausbeutung der Lohnarbeiter durch die Kapitalisten:

  • Produktion: Die Beschäftigung von Lohnarbeitern rentiert sich nur, wenn von den produzierten Gütern ein Teil, das Mehrprodukt, bei den Kapitalisten verbleibt.
  • Arbeitszeit: Die Beschäftigung von Lohnarbeitern rentiert sich nur, wenn die Lohnarbeiter nicht nur zur Erstellung der von ihnen selbst benötigten Produkte arbeiten (notwendige Arbeitszeit), sondern darüber hinaus unentgoltene für die Kapitalisten (Ausbeutung). Allerdings ist im Kapitalismus diese Unentgeltlichkeit verschleiert, nicht ohne weiteres sichtbar, da der Lohn vordergründig die ganze Arbeitszeit abdeckt.
  • Wert: Die Beschäftigung von Lohnarbeitern rentiert sich nur, wenn von dem geschaffenen Wert ein Teil als Mehrwert bei den Kapitalisten verbleibt.

Die soziale Lage der Arbeiter nach der siegreichen bürgerlichen Revolution kennzeichnet Karl Marx mit dem Begriff „doppeltfreier Lohnarbeiter“. Nach dem Gewinn der Bürgerrechte mussten Arbeiter ihre Arbeitskraft auf dem Markt anbieten und konnten ihren Lohn je nach Marktkonditionen frei aushandeln. Der Begriff „doppeltfreier Lohnarbeiter“ soll auf den Doppelcharakter[12] der Freiheit hinweisen, der Lohnarbeiter im Kapitalismus ausgesetzt sind. Durch die Befreiung von den feudalistischen und ständischen Fesseln hätten die Arbeiter zwar bürgerliche Rechte und Freiheiten hinzugewonnen, seien jedoch auch vom Eigentum an Produktionsmitteln „befreit“ und daher unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen gezwungen, sich in „Lohnsklaverei“ zu begeben.

Lohnarbeit in der Wirtschaftswissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wirtschaftswissenschaft erscheinen Lohnarbeiter als Arbeitnehmer, die Stellenangebote der Arbeitgeber wahrnehmen und mit diesen Arbeitsverträge mit meist festen Entlohnungen eingehen. Bis zur Einführung des Europäischen Systems der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in Deutschland im Jahre 1999 wurden sie noch als „abhängig Beschäftigte“ bezeichnet.

Lohnarbeit in der Wirtschaftspraxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im praktischen Wirtschaftsleben kann das Wort Lohnarbeit noch eine andere Bedeutung haben: Unternehmen lassen mitunter außerhalb des Betriebs gegen Lohn eine Arbeit verrichten. In den Büchern des Unternehmens wird dies dann als „in Lohnarbeit hergestellt“ oder ähnlich bezeichnet.

Der auftraggebende Unternehmer übergibt das zu bearbeitende oder zu verarbeitende Material einem Subunternehmer, der diese Arbeiten aufgrund eines Werkvertrags[13] durchführt und dann Werklohn bekommt. Das Subunternehmen bekommt vom Auftraggeber Pläne und/oder ein Muster des zu fertigenden Teils. Der Subunternehmer benutzt dann seine eigene Produktionsstätte, Maschinen, Geräte und Belegschaft, um die Teile zu fertigen, manchmal auch mit Leihmaschinen. Der Subunternehmer haftet nur für die Qualität seiner Arbeit, nicht für Materialfehler. Manchmal sind das auch Scheinselbstständige, die ihren Lohn brutto ausgezahlt erhalten und dann sich selbst versichern und Steuern zahlen müssen, so dass die Ausbeutung für sie Formen annehmen kann, die mit dem Früh- oder auch dem Hochkapitalismus vergleichbar sind.[14]

Es ist Sache der Betriebswirtschaft festzustellen, ob es vorteilhafter ist, bestimmte Arbeiten im eigenen Betrieb selbst auszuführen oder durch einen Werkvertragspartner durchführen zu lassen (siehe Outsourcing). Betriebe mit freier Kapazität können durch Annahme von Lohnarbeit besser ausgelastet werden.

Beispiele:

Hersteller X hat die Kunststoffteile von Wäscheklammern gegossen und die Drähte zu Schenkelfedern gedreht. Er gibt diese Einzelteile sowie Verpackungsmaterial an Y (zum Beispiel eine Behindertenwerkstatt oder eine Justizvollzugsanstalt), wo jeweils zwei symmetrische Kunststoffteile in eine Schenkelfeder gesteckt werden und diese Klammern dann auf Pappdeckel geklemmt und in Kartons verpackt werden. X erhält das Fertigprodukt zurück, zahlt Y für die geleistete Arbeit (= Lohnarbeit) einen bestimmten Lohn und verkauft die Ware an seine Kunden. Y hat dann für X „in Lohnarbeit gefertigt“.

Oder:

Bekleidungseinzelhändler A bietet seinen Kunden den Service, an bei ihm gekauften Kleidungsstücken Hosenbeine, Jackenärmel, Röcke usw. gegen einen bestimmten Aufpreis auf die passende Länge kürzen zu lassen. Wenn nicht ein(e) Mitarbeiter(in) von A diese Änderungsarbeiten durchführt, gibt A die Ware an die Änderungsschneiderei B, die diese (Lohn-)Arbeiten durchführt, die Ware an A zurückgibt und von diesem für die Änderungsarbeiten bezahlt wird. A berechnet seinen Kunden diese „in Lohnarbeit durchgeführten“ Änderungen weiter.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Castel: Die Metamorphosen der sozialen Frage. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2008 (Inhaltsangabe)
  • Arne Eggebrecht / Jens Flemming / Gert Meyer / Achatz v. Müller / Alfred Oppolzer / Akoš Paulinyi / Helmuth Schneier: Geschichte der Arbeit. Vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1980.
  • Gunnar Heinsohn, Otto Steiger, Rolf Knieper: Menschenproduktion – allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979
(Inhaltsangabe, aus: Herz, Dietmar; Weinberger, Veronika (Hrsg.): Das Lexikon der ökonomischen Werke. Düsseldorf: Verlag Wirtschaft und Finanzen 2006. ISBN 3-87881-158-6)
  • Gunnar Heinsohn, Rolf Knieper: Theorie des Familienrechts. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1974
  • Andrea Komlosy: Arbeit. Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-369-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Lohnarbeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der Antike, Johannes Irmscher (Hg.), Digitale Bibliothek Bd. 18, Directmedia, Berlin 1999, S. 3346 (Artikel: Lohnarbeit)
  2. Gunnar Heinsohn, Otto Steiger, Rolf Knieper: Menschenproduktion – allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979
  3. aufbruch ins revier, Hoesch 1871–1961, Seite 45
  4. Robert Castel: Die Metamorphosen der sozialen Frage. UVK Verlagsgesellschaft mbH (Konstanz) 2008 (Inhaltsangabe)
  5. Gunnar Heinsohn, Otto Steiger, Rolf Knieper: Menschenproduktion – allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979
  6. Gunnar Heinsohn, Rolf Knieper: Theorie des Familienrechts. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1974
  7. "Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme: Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts 1914–1991. München 1998, Zweiter Teil: Das Goldene Zeitalter
  8. Sebastian Müller: Aufstieg des Neoliberalismus: Geschichte einer Konterrevolution. La Bohemien, Dezember 2013[1]
  9. Marc Röhlig: „Armutsbericht der EU: Jeder zwölfte Deutsche kann sich keine regelmäßigen Mahlzeiten leisten“, Der Tagesspiegel vom 27. Mai 2014
  10. Bericht der UN-Arbeitsorganisation: ILO warnt vor „Armut und sozialer Ausgrenzung“ in Europa. Der Stern vom 3. Juni 2014
  11. Oxfam-Armutsbericht: Ein Prozent der Weltbevölkerung hat mehr als alle anderen … zusammen. Die Zeit vom 19. Januar 2015
  12. Marjorie-Wiki:Doppelcharakter
  13. http://www.linksnet.de/de/artikel/28008
  14. http://www.woz.ch/1334/neoliberalismus/die-rueckkehr-der-leibeigenschaft: „Und dass zunehmend regulär Angestellte durch ArbeiterInnen mit Werksverträgen ersetzt werden – durch Selbstständige, die ihre Sozialversicherungsbeiträge selber bezahlen müssen, keinen Anspruch auf bezahlte Ferien oder Lohnersatz im Krankheitsfall haben, manchmal nicht einmal krankenversichert sind, keine Mitbestimmungsrechte haben und für die nicht einmal die in manchen Branchen ausgehandelten Mindestlöhne gelten. Auf der Basis solcher Werksverträge arbeiten osteuropäische Schlachter in deutschen Fleischfabriken (für einen Stundenlohn von drei Euro), Hotelbeschäftigte, das Personal in Backwarenfabriken, VerkäuferInnen und (etwas besser bezahlt) BandarbeiterInnen bei Daimler, VW und BMW. Oder Monteure im Schiffsbau. Allein die profitable Meyer-Werft, bekannt für ihre Kreuzfahrtschiffe, deckt rund 45 Prozent ihres Personalbedarfs durch Arbeitskräfte ab, deren Verträge jederzeit storniert werden können. Bisher hatten all diese Firmen auf LeiharbeiterInnen zurückgegriffen. Doch seit manche Gewerkschaften für die rund eine Million temporär Beschäftigten tarifliche Verbesserungen erzielen konnten und gesetzliche Mindestanforderungen gelten (Mindestlohn: 8,19 Euro), setzen immer mehr Unternehmen, völlig legal, auf die noch billigeren Werksvertragsbeschäftigten. Und mit ihnen – durch das Ausgliedern öffentlicher Aufgaben – auch staatliche Institutionen.“