Streifzüge, Heft 43

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde.
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Grundlegende Richtung: Kritik und Perspektive
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Christoph Adam, Andreas Exner, Lorenz Glatz, Franz Schandl, Martin Scheuringer und Maria Wölflingseder
Umschlaggestaltung: Pichl Peter
Druck: H. Schmitz, 1200 Wien

Beiträge

Weltmarktbeben

Über die tieferliegenden Ursachen der aktuellen Finanzmarktkrise (1.Teil)

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Spätestens seit der sogenannten „Kapitalismuskritik“ von Franz Müntefering im Jahr 2005 hat sich das Bild der „Heuschrecke“ allgemein durchgesetzt, um das auszudrücken, was ohnehin schon immer in weiten Teilen der öffentlichen Meinung als selbstverständlich galt: dass nämlich „gierige Finanzinvestoren“ (...)


2000 Zeichen abwärts

Deutsche und Bergdeutsche

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Wenn diese Zeitung erscheint, wird das Match zwischen Österreich und Deutschland schon gelaufen sein. Derlei Spiele haben es schon in sich. Das 3:2 gegen Deutschland bei der WM 1978 war für Österreich nicht nur die Rache für die Schlacht von Königgrätz, Cordoba war ganz mitentscheidend für die (...)


Rausch ohne Rechnung!

Fußball,Ökonomie, Pädagogik und Begeisterung

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Abrupt löst sich jene beim Mitfiebern entstandene Anspannung meines Körpers, als endlich „unser“ Stürmer das Führungstor erzielt. In der 85. Minute! Doch kaum zwei Sekunden vergehen, und sie packt mich wieder und zwingt mich, voller Konzentration meine Sinne auf das Geschehen im TV-Gerät zu bündeln, (...)


2000 Zeichen abwärts

Konstantinopel brennt

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Normalerweise dürfen sie das gar nicht. Hierzulande verbietet irgendein Gesetz, dass die Leute mit Fähnchen, rot-weiß-rot, ev. noch den Bundesgeier mittendrin, durch die Gegend fahren. Dank der Kronenzeitung hat der Innenminister zum Wohl des Patriotismus das Gesetz für die Dauer der EM sistiert. (...)


Skandal als Skandalisierung

Schrägstellungen zur Anatomie gesellschaftlicher Affären

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Die Skandalrepublik Österreich gibt es nicht mehr, das ist endgültig vorbei. (Alfred Worm (2000), zit. nach: Medien und Zeit, 1/2008, S. 44) Es ist ein echter Nestroy. Auch wenn fast alle meinen, dass er zu diesem Zeitpunkt schon hinüber gewesen sei, schrieb Johann Nepomuk Nestroy im Herbst 1862 (...)


Eichmann, das sind wir alle

Die private Seite der Demokratie

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Die Wechselwähler, die sinkende Wahlbeteiligung, die eher mäßigen Sympathiewerte, die der Beruf des Politikers in den Umfragen zu erzielen pflegt – diese und viele andere Phänomene haben längst dazu geführt, dass in der veröffentlichten Meinung das Schlagwort vom „Politik-Verdruss“ die Runde macht. (...)


2000 Zeichen abwärts

Monster

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Fast jede/r kennt den Spruch des frühmodernen Theoretikers Thomas Hobbes, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sei. Beim altrömischen Komödiendichter Plautus, von dem er seinen Satz hat, heißt es aber: „Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt“. Für den (...)


Dead Men Working

„Bruttosozialglück“

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Der dernier cri hallt frohgemut durch die Feuilletons der Printmedien und durch die einschlägigen Sendungen des ORF-Radio Ö1, in dem sich die alternativ-links-liberalen Trendsetter ein Stelldichein geben. Ihre neuen Zauberformeln gegen Armut, Arbeitslosigkeit und alle anderen leidvollen (...)


„… und dann gnade uns Gott!“

Interview mit Moshe Zuckermann

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Eckpunkte eines Friedens … Ich habe mit einer Reihe Leute in Israel gesprochen. Sie haben Angst, dass, ja weil es keinen Frieden mit den Arabern geben könne. Gibt es noch eine politische Perspektive oder muss man sich auf eine Katastrophe einstellen? Verzweiflung, Absage an die Möglichkeit der (...)


Zur immanenten Kritik am Wert-Abspaltungstheorem

2.Teil

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Theorieebenen Scholz geht nicht nur von der Ebene der Form, sondern noch von drei weiteren analytischen Ebenen der Geschlechterdifferenz aus. Hier lehnt sie sich vermutlich bei Knapp (1992) an. Anstelle einer methodologischen Begründung dieser Ebenen am Gegenstand verfährt sie aber nur (...)


Friendly Reading

Skizze zu Wertkritik und Soziologie

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Wertkritik als Gesellschaftskritik In seinem Werk „Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft“ stellt Moishe Postone die Behauptung auf, bürgerliche Individuen hätten analog zur Ware einen Doppelcharakter. Diesen macht er in ihrer Bestimmung als warenproduzierende und -tauschende Menschen aus: (...)


Immaterial World

Über Logisches

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Mit dieser Kolumne beginne ich eine kleine Serie über Grundbegriffe der „immaterial world“. Es ist trotz häufiger Verwendung keineswegs klar, wovon etwa bei Information, Im/Materiellem, Algorithmus oder auch Gesellschaft die Rede ist. In gebotener Kürze will ich entsprechende Bestimmungen versuchen. (...)


Zur Kritik des Theoretikers

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Nur reflektiertes Reflektiertes, dessen Systematisierung Theorie ist, erhebt das Denken über das Kapieren und Registrieren, über das Wissen und die Erfahrung. Theorie ist nötig, man kommt um sie nicht herum, aber man muss sich ihr deswegen nicht mit Haut und Haaren ausliefern. Der grassierenden (...)


2000 Zeichen abwärts

Stift Lambach

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Kalt und starr ragen die Mauern himmelwärts, alles beherrschend. Das Rundherum klein und vergänglich erscheinen lassend stellen sie alleine durch ihre Präsenz die gottgewollte Ordnung her. Selbst die Jahrhunderte konnten dieser kalten Schönheit ihren Schrecken nicht nehmen. Ein Schauer durchströmt (...)


Hass

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Ich habe ein Problem mit dem Hass. Erstens habe ich ein Problem zu hassen, bin „hassgehemmt“, und zweitens habe ich ein Problem mit der Vergegenständlichung und der Zweckbindung: Wen oder was soll ich hassen und warum? Das Letztere hängt vermutlich mit dem Ersteren zusammen. Auch zum Hass braucht (...)


Rückkopplungen

1978

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„Jahreszahlen ihre Physiognomie geben“, nannte Walter Benjamin einmal die Methode seines kritischen Projektes einer Konstruktion der Moderne. Ihm ging es um einen materialistischen Begriff von Geschichte, der die Dialektik einbegreift, dass Geschichte selbst und ihr Begriff nicht mehr zu halten (...)


Unumgänglich

Jubeln, jauchzen, boomen

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Wenn es nach den Wünschen der heimischen Politik und Wirtschaft geht, wird die Fußballeuropameisterschaft ein großer ökonomischer Erfolg. Euphorie ist Pflicht und die Werbetrommel wird kräftig gerührt. Der Tourismus, der jubelt, und der Handel, der jauchzt. Auch die Medien, die zur Zeit mehr als (...)

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