Streifzüge, Heft 83
Beiträge

Einlauf

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Das eigentliche Problem ist die Normalität, sei es die alte, sei es die neue. Normalität ist nicht nur das Falsche und Schlechte, sie wird neuerdings immer verrückter. Vieles, was ist, hätte man gestern noch als dystopisch bezeichnet. Inzwischen aber wurde der Ausnahmezustand zur Regel und ein Ende (...)


Utopien in dystopischen Zeiten

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Schon in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts verschwanden die echt utopischen Romane aus den Verkaufsregalen und die imaginierten Zukünfte wurden laut, dreckig und technikversifft. Bis mindestens 2010 sank die Verwendung des Worts „Utopie“ in Büchern nach einem Maximum in den 1980ern stark ab, (...)


Wachstum – dystopischer Wahn

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Der Kapitalismus ist ein Erfolgsmodell. Dumm ist nur, dass Bestandteil dieses Erfolgs ist, die natürlichen Lebensgrundlagen – uns darin eingeschlossen – zu zerstören. Dabei geht es nicht nur um die Klimakatastrophe, die der Kapitalismus erfolgreich produzierend in die Welt gesetzt hat. Viel weniger (...)


Der Maulwurf ist tot

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Weltformel nicht in Sicht: vermutlich alles sinnlos. (Wolfgang Herrndorf) Auf dem Rückweg von meiner Badestelle am See stieß ich auf einen toten Maulwurf. Er lag mitten auf dem Weg. Er konnte noch nicht lange tot sein, denn das Tier schien äußerlich unversehrt und war noch nicht in Verwesung (...)


Dystopische Reagenzien

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Die Moderne modert unter dem Vorzeichen der Dystopie. Nicht wenig ist die Rede von ihr und diese wird zusehends mehr. Chic ist das Thema zweifellos auch. Indes verursacht der Terminus schon auf begrifflicher Ebene einige Probleme. Entweder gibt es gar keine Dystopie, da sie bloß als negative (...)


Mensch 2.0

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Seit 25 Jahren frönen wir in den Streifzügen der Transformationslust. Seitdem hat sich die Welt ordentlich transformiert. Allerdings kaum in Richtung unserer Vorstellungen. Mittlerweile steht nicht weniger auf der Agenda jener, die mehr Erfolg mit ihrer Verwandlungskunst haben, als die Überholung (...)


Erewhon oder: Der Spiegel aus dem Nirgendwo

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1. Utopien sind Phantasiegebilde – daher heißen sie auch so, weil die Schauplätze ou-topoi = „Nicht-Orte“ sind –, deren eigentlicher Sinn darin besteht, eine fundamentale Kritik an der aktuellen Gesellschaft des Autors zu üben: indem man zeigt, wie es anders sein könnte. Dadurch, dass man Zustände (...)


Ende der „Supermacht“

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1. Der Abzug der US-Truppen aus Afghanistan markiert wohl das definitive Ende der vor dreißig Jahren beim Zusammenbruch der Sowjetunion verkündeten „new world order“. Mit derlei Gestaltung hatte schon der Einmarsch 2001 kaum etwas zu tun. Er war eine Vergeltung für den Anschlag von 9/11, der 3000 (...)


Ohne Umschweife

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Es ist zweifellos ein gut lesbares und kaum anstrengendes Büchlein, das der Autor hier in der Reihe „Fröhliche Wissenschaft“ aus dem Berliner Matthes & Seitz Verlag vorgelegt hat. Kompakt, präzis, packend, plausibel. Byung-Chul Han, Professor für Philosophie in Berlin, versteht sein Handwerk. (...)


Dystopie des Kolonialismus

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Shakespeares The Tempest, deutsch Der Sturm, ist eines der am schwierigsten zu interpretierenden Werke des großen Dramatikers. Es ist ein Spätwerk, geschrieben 1610, wenn auch nicht das letzte, wie lange vermutet. Sein Kernthema ist: Was ist die wirkliche Welt, wenn es nur subjektive und überdies (...)


Dystopia²

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(min 532:30) =die unbehaarte empfindliche schlecht durchblutete haut der menschen hatte ein unglaubliches beduerfnis nach liebkosungen. eine bessere durchblutung der subkutanen hautschichten und eine leichte verringerung der empfindlichkeit der nervenfasern vom typ l haben es den neomenschen (...)


Call for Papers: Dystopie

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Alle Artikel, sofern sie uns gefallen, sind publizierbar. Unsere nächste Ausgabe, die Nummer 83 beschäftigt sich in erster Linie mit der DYSTOPIE Haben wir sie schon oder bekommen wir sie erst oder sind wir gerade irgendwo dazwischen oder ist schon die Frage Unsinn? Ist das noch Zukunft oder (...)