Alois Mock
Foto: Von Schweinsohr - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55928485

Geboren am: 10. Juni 1934

Gestorben am: 1. Juli 2017

Beiträge von Alois Mock
MOZ, Beilage

Rede

Januar
1990

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Beiträge zu Alois Mock
MOZ, Nummer 52

Heute gehört uns Ungarn ...

Mai
1990

Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine: Deutschland ist wieder wer oder was in der Welt. Und wir Österreicher? Wollen wir uns im großen Haus Europa wirklich mit Zimmer-Kuchl-Kabinett zufriedengeben? Keineswegs und keinesfalls! In einer — bisher streng geheim gehaltenen — Rede will (...)

MOZ, Nummer 58
ÖVP-Neu:

Schwarz vor den Augen

Die Krise der Volkspartei und wie sie behoben wird
Dezember
1990

Alle schreiben von der ÖVP. Da möchten wir uns nicht ausschließen, auch wenn wir uns nicht anschließen können. Tips, wie sie weitermachen sollte, sucht man im Text jedenfalls vergeblich. Dafür findet sich anderes. Die ÖVP ist nicht am Ende. Sie steht vielmehr am Anfang einer Entwicklung, die auch den (...)

FORVM, No. 448-450

Realitätsflucht oder Friede

Mai
1991

Der Autor, 1928 in Baden bei Wien geboren, emigrierte 1938 über die Schweiz, Italien und Jugoslawien nach Ungarn und kehrte 1951 nach Österreich zurück, wo er unter Pseudonymen und eigenem Namen in »AZ« und FORVM publizierte. Der zwischen 1980 und 1987 viermal aus Ungarn ausgewiesene Journalist ist (...)

FŒHN, Heft 23+24

Die Jubelfirma

 
1997

Wer erinnert sich nicht an die hüpfende, kreischende, geschniegelte, fähnchenschwingende, grinsende „Jugend für Europa“, die, mit blauen Kapperln und blauen Luftballons und Spruch-Tafeln ausgestattet, in den Wochen vor der Volksabstimmung immer dann, wenn ein Mock, Busek, Vranitzky oder Klestil ins (...)

FŒHN, Heft 23+24

Wie Österreichs Politiker einmal einen großen Erfolg nach Hause gebracht haben

 
1997

Daß der Beitritts-Vertrag, den die EU diktiert, für die Österreicherinnen und Österreicher ein schlechter sein wird, war allen von vornherein klar, die das Abstimmungsmanöver ins Werk zu setzen hatten. Man konnte also, Transitregelung hin oder her, Milchquote auf oder ab, schon Wochen vor dem (...)

Context XXI, ZOOM 1+2/1997

Editorial

Februar
1997

Im Oktober 1955 verpflichtete sich Österreich zu „immerwährender Neutralität“. Doch was sich bewährt, nie immer währt. Die Jahre, in denen die Neutralität, obwohl nie unumstritten, mehr bedeutete als ein bloßes Stationierungsverbot fremder Truppen, sind längst vorbei. Die überstürzte Anerkennungspolitik (...)

Context XXI, ZOOM 3/1997

Die albanische Tragödie

Juni
1997

Robert Pichler über den Zerfall Albaniens und dessen historische Wurzeln in der fehlenden Erfahrung mit Staatlichkeit. Innerhalb weniger Wochen ist es in Albanien zu einem fast vollständigen Zusammenbruch der Staatsmacht gekommen. Der innere Zerfall eines ethnisch relativ homogenen Staates (...)

Alois Mock (1986)
Das Grab von Alois Mock auf dem Döblinger Friedhof in Wien
Alois Mock, Sarajevo

Alois Mock (* 10. Juni 1934 in Euratsfeld, Niederösterreich; † 1. Juni 2017 in Wien[1]) war ein österreichischer Politiker (ÖVP). Er war Vizekanzler, Unterrichts- und Außenminister der Republik Österreich.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium der Rechte an der Universität Wien, das er 1957 mit der Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften abschloss, folgten Studienaufenthalte am Bologna Center der Johns Hopkins University von 1957 bis 1958 und an der Université Libre de Bruxelles von 1960 bis 1961. Dazwischen war Mock als Referent für hochschulpolitische Fragen im österreichischen Unterrichtsministerium tätig. Seit Studententagen war er Urmitglied der katholischen ÖCV-Studentenverbindung KaV Norica Wien, später zudem der KÖHV Franco-Bavaria Wien, der AV Austria Innsbruck und der KAV Capitolina Rom, Ehrenmitglied der KÖL Maximiliana Wien im KÖL, sowie Mitglied der K.Ö.St.V. Ostaricia Wien und Ehrenmitglied der K.Ö.St.V. Ostarrichia Amstetten – beide MKV. Er war auch Mitglied des Wiener Akademikerbunds.[2]

Alois Mock war ab 1961 dem Bundeskanzleramt als Referent für EWG- und EFTA-Fragen zugeteilt, und von 1962 bis 1966 der österreichischen OECD-Vertretung in Paris. Mit dem Beginn der ÖVP-Alleinregierung 1966 wurde er Sekretär und Kabinettschef des Bundeskanzlers Josef Klaus und Beamter des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten. Von 1969 bis 1970 war er in der Regierung Klaus Österreichs jüngster Unterrichtsminister.

Nach dem Sieg der SPÖ unter Bruno Kreisky bei der Nationalratswahl in Österreich 1970 wurde er für die ÖVP Nationalrats-Abgeordneter und bis 1971 Bürgermeister von Euratsfeld. Seine langjährige Tätigkeit für die Christdemokratischen Arbeitnehmer machte Mock zum Bundesobmann des ÖAAB von 1971 bis 1979. Er war zunächst geschäftsführender ÖVP-Klubobmann,[3] bevor er ab dem 7. Juli 1979[4] bis 1987 auch offiziell Klubobmann der ÖVP im Nationalrat war. Außerdem war Mock von 1979 (Wahl am 7. Juli 1979 bei einem Sonderparteitag mit 97,5 % der Stimmen[5]) bis 1989 ÖVP-Bundesparteiobmann. Mock war seit 1995 Ehrenparteiobmann der Österreichischen Volkspartei (ÖVP).

Ab 1979 war Alois Mock Präsident der Europäischen Demokratischen Union (EDU), an deren Gründung er maßgeblichen Anteil hatte und der er bis 1998 als Präsident vorstand. Von 1983 bis 1987 hatte er das Präsidentenamt der Internationalen Demokratischen Union (IDU) inne.

Unterrichtsminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mock war von 1969 bis 1970 Bundesminister für Unterricht, Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Sport. Er setzte nach einem Volksbegehren zur Verhinderung eines geplanten 13. Schuljahres eine Schulreformkommission ein, erreichte 1970 die Verabschiedung des Bundesgesetzes über die Gründung der Hochschule für Bildungswissenschaften, der heutigen Universität Klagenfurt, und die Errichtung des ersten zweisprachigen Gymnasiums in Klagenfurt.

Außenminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alois Mock als Gastredner am 25. Mai 1983 beim 31. Bundesparteitag der CDU in Köln.

Mock war von 1987 bis 1995 Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten und führte die Beitrittsverhandlungen Österreichs mit der EU. Am 27. Juni 1989 durchschnitt er, in einer großangelegten Medienaktion, mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn bei Sopron (Ödenburg) symbolisch den Eisernen Vorhang.[6] Der Grenzabbau sowie die Grenzöffnung am 11. September 1989 ermöglichte vielen Bürgern der DDR die Ausreise und trug zum Zusammenbruch des Ostblocks bei.[7]

Mock gilt als „Vater des EU-Beitritts Österreichs“. Er überreichte am 17. Juli 1989 Österreichs Antrag zum Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften, schloss gemeinsam mit Brigitte Ederer, die als Staatssekretärin Bundeskanzler Franz Vranitzky vertrat, am 1. März 1994 die Beitrittsverhandlungen in Brüssel ab. Bei der folgenden Volksabstimmung entschieden 66,6 % der Österreicher für den Beitritt zur damaligen EG.

Im Jahr 1991 drängte Mock die Bundesrepublik Deutschland, insbesondere deren Bundeskanzler Kohl und Außenminister Genscher, möglichst rasch die jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien als unabhängige Staaten anzuerkennen. Das humanitäre Engagement im ehemaligen Jugoslawien war ihm ein persönliches Anliegen. In Kroatien erfreut sich Mock großer Beliebtheit. Im November 1989 stand er Pate bei der Gründung der mitteleuropäischen Pentagonale-Kooperation.

1992 erreichte Mock den Abschluss der Verhandlungen zum Südtirol-Paket und die Streitbeilegung vor der UNO. 1993 leitete er die Weltkonferenz über Menschenrechte der UNO in Wien, bei der es gelang, die Grundprinzipien der Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte trotz Differenzen zwischen Ländern des Westens und den sogenannten Entwicklungsländern zu bekräftigen.

Von 1970 bis 1987 und 1995 bis 1999 war er Abgeordneter zum Nationalrat.

Verteidigungsminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 wurde Alois Mock zusätzlich zu seinem Amt als Außenminister für kurze Zeit mit der Fortführung der Verwaltung des Bundesministeriums für Landesverteidigung betraut, da der bisherige Minister Robert Lichal am 6. November 1990 das Amt des Zweiten Nationalratspräsidenten übernahm.[8] Mock übte beide Ämter bis zum 17. Dezember 1990 aus, danach übernahm Werner Fasslabend das Verteidigungsressort und führte es bis zum Jahr 2000.[9][10]

Im Ruhestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edith Mock bei der Überreichung des Dr.- Alois-Mock-Europa-Preises mit Michael Spindelegger (2017)

Mocks Krankheit begann seiner Ehefrau Edith zufolge mit unkontrollierten Bewegungen, die von Ärzten zunächst unterschiedlich gedeutet und von der Öffentlichkeit erstmals am Abend der Nationalratswahl 1986 wahrgenommen wurden. Erst im Februar 1995 sei richtigerweise die Parkinson-Krankheit, damals noch in leichter, seine Arbeit nicht behindernder Form, diagnostiziert worden. Sie ermöglichte ihm 2014 nur noch kurze Konzentrationsspannen und schränkte seine Mobilität zuletzt stark ein. Er wurde von seiner Frau gepflegt, mit der er 51 Jahre verheiratet war. Das Paar hatte keine Kinder.[11]

Zu seinem 80. Geburtstag wurde er am 10. Juni 2014 in der Wiener Hofburg mit einem von der ÖVP veranstalteten Festakt geehrt. Bundespräsident Heinz Fischer würdigte Mock als Mann von unantastbarer Integrität und begeisterten Europäer. Da Mock, im Rollstuhl sitzend, krankheitsbedingt nicht selbst sprechen konnte, dankte seine Frau für die Ehrung und erzählte Anekdoten aus seinem Leben.[12] Er wurde am Döblinger Friedhof bestattet.[13]

Im Jahr 2019 wurde in Wien-Döbling (19. Bezirk) die Alois-Mock-Gasse nach ihm benannt.

Zwischen 2012 und 2022 existierte in Niederösterreich eine umstrittene Denkfabrik mit seinem Namen: Alois-Mock-Institut.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akademische Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überreichung des Dr. Alois Mock-Europa-Preises an Benita Ferrero-Waldner (2017)

Mock zu Ehren wurde die Dr.-Alois-Mock-Europa-Stiftung ins Leben gerufen, die Tätigkeiten, die die friedliche Integration Europas fördern, unterstützt. Von der Stiftung wird seit 2002 jährlich der Alois-Mock-Europapreis vergeben. Folgende Personen erhielten diese Auszeichnungen:[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alois Mock – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Alois Mock, Biografie. Abgerufen am 27. Oktober 2017.
  2. https://www.wienerakademikerbund.org/mitglieder/
  3. https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XIV/WD/WD_00001/imfname_215529.pdf
  4. https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XV/WD/WD_00001/imfname_214891.pdf
  5. Der 9. VP-Obmann heißt Alois Mock. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. Juli 1979, S. 1.
  6. Anfang und Wende - ein Foto schreibt Geschichte
  7. So viel Anfang vom Ende in der Presse vom 19. Juni 2009, abgerufen am 27. September 2013.
  8. Martin Eichtinger, Helmut Wohnout: Alois Mock – Ein Politiker schreibt Geschichte. Styria, Wien, Graz, Klagenfurt 2008, ISBN 978-3-222-13234-6. (Google Books).
  9. Die Verteidigungsminister der Zweiten Republik auf der Website des Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport.
  10. Alois Mock auf den Webseiten des österreichischen Parlaments.
  11. Georg Markus: „Wir waren immer ein Team“. Seine Frau spricht hier zum ersten Mal über seine Krankheit. In: Tageszeitung Kurier am Sonntag. Wien, Nr. 157, 8. Juni 2014, S. 6.
  12. Alois Mock wird zum 80er als Staatsmann und EU-Held gefeiert, in: Tageszeitung Kurier, Wien, Nr. 159, 11. Juni 2014, S. 4.
  13. Alois Mock in der Verstorbenensuche bei friedhoefewien.at
  14. AAS 82 (1990), n. 13, S. 1598.
  15. Alois-Mock-Stiftung (Memento vom 23. Januar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 28. November 2015.
  16. Mock-Europapreis für Schwarzenberg auf ORF vom 21. Juni 2013
  17. Miro Gavran primio europsku nagradu 'Dr. Alois Mock Europapreis 2017.' (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) vom 21. Dezember 2017, abgerufen am 21. Dezember 2017 (kroatisch)
  18. Neues Zeitalter, neue Regeln? Europa zwischen Fortschrittsglauben und Regulierungswahn. In: Alois Mock Institut. 4. November 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2022; abgerufen am 15. Januar 2022 (österreichisches Deutsch).
  19. Europatag 2021 – A connected Europe. In: Europa-Forum Wachau. 6. Mai 2021, abgerufen am 15. Januar 2022 (österreichisches Deutsch).