András Hegedüs
Foto: Von Autor unbekannt - [1] Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989 bekijk toegang 2.24.01.09 Bestanddeelnummer 908-0945, CC BY-SA 3.0 nl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37189467

Geboren am: 31. Oktober 1922

Gestorben am: 23. Oktober 1999

Als sehr junger Mann Ministerpräsident vor Imre Nagy, hat sich unterdessen zum führenden progressiv-marxistischen Soziologen Ungarns gemausert.

Beiträge von András Hegedüs
FORVM, No. 178

Sozialismus in der Phase der Selbstkritik

Oktober
1968

In den vergangenen 15 Jahren haben sich im Leben der sozialistischen Staaten Europas tiefreichende Veränderungen durchgesetzt — in fast allen Bereichen, von der Ökonomie bis zur Kultur. Bei aller Verschiedenheit haben diese neuen Züge — Anlaß zu so vielen Diskussionen und noch mehr Mißverständnissen (...)

FORVM, No. 313/314
Andras Hegedüs / Tamas Földvari / Zoltan Zsille

Krach im Osten?

Interview
Januar
1980

Der Wolf und die real existierende Großmutter Andras, du hast den Vorschlag gemacht, zwecks Ausbau der Wirtschaftsreform in Ungarn autonome Interessenvertretungen — auch der Arbeiter — zuzulassen. Die gab es hier während der letzten 22 Jahre nicht. Wie soll das gehen? HEGEDÜS: Ich hoffe nicht (...)

András Hegedüs, 1956
András Hegedüs Grab in Budapest (Farkasréti temető: 6/8-1-2) trägt kein †

András Hegedüs [ˈɒndraːʃ ˈhɛɡɛdyʃ] (* 31. Oktober 1922 in Szilsárkány; † 23. Oktober 1999 in Budapest) war ein ungarischer kommunistischer Politiker und stalinistischer Ministerpräsident von April 1955 bis zum Ungarischen Volksaufstand im Herbst 1956.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Sopron studierte Hegedüs Elektroingenieurswesen an der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er Mitglied der illegalen „Friedenspartei“, des „Bundes der Kommunistischen Jugend“ und der 1944 (wieder-)gegründeten Ungarischen Kommunistischen Partei.

In der ersten Regierung unter Imre Nagy wurde er 1953 Landwirtschaftsminister sowie Erster Stellvertretender Präsident des Ministerrates.

Nach einem innerparteilichen Machtkampf löste Hegedüs, ein Anhänger des Stalinisten Mátyás Rákosi, der seit 1945 die „Sowjetisierung“ Ungarns betrieben hatte und auch nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident KP-Parteichef geblieben war, Nagy als Ministerpräsidenten ab; er machte dessen Reformen wieder rückgängig („Restalinisierung“), was in der Folge zum Volksaufstand führte. Hegedüs unterzeichnete für Ungarn den Warschauer Pakt. Am 24. Oktober 1956 wurde er zum Stellvertretenden Premierminister ernannt, am 28. Oktober 1956 forderte er die Hilfe der Sowjetunion zur Niederschlagung des Aufstandes an. Am 29. Oktober setzte er sich in die UdSSR ab.

Nachdem Imre Nagy im Juni 1958 hingerichtet worden war, kehrte Hegedüs im September 1958 aus dem Exil in Moskau, wo er Soziologie studiert hatte, nach Ungarn zurück. 1962 wurde er Mitarbeiter für Volkswirtschaft an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Präsident des Zentralamts für Statistik. 1968 wandte er sich gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei. 1973 wurde gegen ihn Anklage wegen „Revisionismus“ – der Rücknahme von Nagys Reformen – erhoben, und er wurde aus der KP ausgeschlossen. Seit 1975 hielt er international Vorträge über Osteuropa.

Zu den politischen Umständen der Zeit zwischen 1950 und 1957 siehe Ungarischer Volksaufstand und Ernő Gerő

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Schatten einer Idee. Eine Befragung von Zoltán Zsille zur Vergangenheitsbewältigung eines Stalinisten. Zürich 1986 ISBN 3-250-10042-0

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]