Edwin Rollett

Geboren am: 24. Januar 1889

Gestorben am: 7. Dezember 1964

Beitræge von Edwin Rollett
FORVM, No. 31/32

Funktion und Grenzen der Theaterkritik

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Juli
1956

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Edwin Rollett (* 24. Jänner 1889 in Graz, Österreich-Ungarn; † 7. Dezember 1964 in Wien) war ein österreichischer Erzähler, Kritiker und Publizist.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Registrierungskarte von Edwin Rollett als Gefangener in nationalsozialistischen Konzentrationslager Dachau

Edwin Rollett war Sohn des ab 1863 an der Universität Graz lehrenden Physiologen Alexander Rollett (1834–1903) und jüngerer Bruder der Medizinerin Oktavia Aigner-Rollett (1877–1959). Er studierte ab 1908 Germanistik und klassische Philologie an den Universitäten Graz und Prag. Nach der Promotion zum Dr. phil. 1912[1] erhielt er 1913 einen Redaktionsposten bei der Österreichischen Rundschau. 1915 wurde er zum Militärdienst eingezogen, kam an die Isonzofront und geriet 1916 in russische Kriegsgefangenschaft. 1921 kehrte er nach Wien zurück, erhielt einen Posten bei der Wiener Zeitung und baute den Kultur- und Theaterteil der Zeitung aus. Zudem war er Korrespondent für verschiedene kroatische Zeitungen sowie von 1928 bis 1933 der Münchner Zeitung. 1938 wurde er zum Leiter der Wiener Kleinen Volks-Zeitung berufen.

Für Rollett hatte seine in der Zwischenkriegszeit ausgeübte Tätigkeit als Kulturredakteur der „Wiener Zeitung“ nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich schwerwiegende Folgen: Rollett hatte den in Deutschland bei den Nationalsozialisten durch seine als „entartet“ qualifizierte Jazzoper Jonny spielt auf unliebsam gewordenen Komponisten Ernst Krenek zur Mitarbeit in der „Wiener Zeitung“ eingeladen. Damit war nun Rollett selbst bei den Nationalsozialisten zur Persona non grata innerhalb des Reichsverbandes geworden. Am 10. Juli 1938 wurde er verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert, ein Haftgrund wurde offiziell nicht bekanntgegeben. In weiterer Folge erfolgte die Überstellung ins Konzentrationslager Flossenbürg, wo er im Steinbruch arbeiten musste. Bis 1940 verblieb er im Konzentrationslager, 1945 kam er in Gestapohaft.[2][3][4]

Nach dem Krieg wurde er Leiter des Wiener Ullstein Verlags. Rollett war auch Herausgeber der Neuen Österreichischen Biographie ab 1935 (Band 8) und der Reihe Ewiges Wort ab 1946. Von 1945 bis 1951 fungierte er als Gründungspräsident des Österreichischen Schriftstellerverbandes.[5]

Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Grinzinger Friedhof (Gruppe 19, Nummer 16) in Wien.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karin-Heidi Hackenberg: Der Kritiker, Journalist und Schriftsteller Edwin Rollett. Ein Beitrag zur Wiener Theaterkritik im 20. Jahrhundert. Dissertation. Universität Wien, Wien 1985, OBV.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edwin Rollett: Studien über Friedrich Spielhagens Romantechnik. Dissertation. Universität Graz, Graz 1912, OBV.
  2. Gerald Gneist: Die Staatsdruckerei zwischen 1938 und 1945. Universität Wien, Dissertation, Wien 2003, S. 293.
  3. Registrierungskarte in KZ Dachau (rechts). Arolsen Archives.
  4. Nachlässe in Österreich – Personenlexikon. Edwin Rollett (…). In: data.onb.ac.at, März 2009, abgerufen am 29. Jänner 2017.
  5. 40 Jahre österreichischen Schriftstellerverband vom 18. März 2009, abgerufen am 21. März 2009.
  6. Hedwig Abraham (Red.): Rollet Edwin, Prof. Dr. In: viennatouristguide.at, abgerufen am 30. Jänner 2017.
  7. a b 31.1.1949: Ehrenring der Stadt Wien für (…) Dr. Edwin Rollett. In: Gina Galeta (Zusammenstellung): Wien 1949: Berichte vom Jänner 1949 (Memento des Originals vom 26. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wien.gv.at, abgerufen am 30. Jänner 2017.