Ernst Lohoff

Geboren 1960, lebt in Nürnberg. Er gehörte zu den Gründervätern der Theoriezeitschrift krisis und reproduziert sich derzeit als (vogel)freier Publizist. Zahlreiche Publikationen, u.a. Mitherausgeber von Dead Men Working — Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs, Münster 2004, (2. Auflage 2005) und Mitautor von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle: Die große Entwertung. Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind. Unrast-Verlag 2012. Er hat einen erwachsenen Sohn.

Beiträge von Ernst Lohoff
Weg und Ziel, Heft 1/1997

Währungs-Harakiri

Perspektiven der Europäischen Währungsunion
■  Ernst Lohoff
März
1997

Die Warengesellschaft hat auf ihrem Siegeszug die Vorherrschaft traditio­neller, religiös unterfütterter Welt­erklärungen nur zerstört, um neue, sä­kularisierte Formen von Religion her­vorzutreiben. Während der Durchset­zungsphase des modernen Kapitalis­mus übernahm vor allem der Glaube an die Politik die (...)

Streifzüge, Heft 1/1997

12 Thesen zur Europäischen Währungsunion (EWU)

■  Ernst Lohoff ▪ Norbert Trenkle
März
1997

Die nachfolgenden Thesen verstehen sich als Leitfaden durch die Studie „Perspektiven und Konsequenzen der Europäischen Währungsunion“ von Norbert Trenkle und Ernst Lohoff (Institut fur kritische Gesellschaftstheorie) erstellt im Auftrag der PDS-Bundestagsgruppe 1. Die Befürworter der EWU stellen (...)

Context XXI, ZOOM 6-7/1998

Währungs-Advent

Das Euro-Projekt und die transnationalen Finanzmärkte
■  Ernst Lohoff
Dezember
1998

Die Europäische Währungsunion (EWU) wird von der politischen Werbung als „logischer“ Schritt im Prozeß der „europäischen Einigung“ dargestellt. Das ist – so die folgende Analyse – gar nicht gelogen. Allerdings handelt es sich bei dieser Einigung nicht um die Hebung von Produktivität und Prosperität der (...)

Streifzüge, Heft 2/1999

Der Bock ist nicht der Gärtner

■  Ernst Lohoff
Juni
1999

50 Jahre nach ihrer Gründung scheint die politische Klasse der Bundesrepublik endlich am Ziel ihrer außenpolitischen Wünsche angelangt zu sein: Deutschland hat als ein ganz normales „demokratisches Land“ das Menschenrecht auf Militäreinsatz wiedererlangt und darf im Rahmen der NATO mitbomben für die (...)

Streifzüge, Heft 2/2000

Deutschland ist überall

Zwischenruf zu den Freiheitlichen Sirenen
■  Ernst Lohoff
Juni
2000

Gerhard Scheit und Franz Schandl berühren in ihrer Kontroverse um die „freiheitlichen Sirenen“ in den Streifzügen nicht nur ganz zentrale Punkte eines hochbrisanten Themas auch seiner dialogischen Form nach hebt sich ihr Versuch theoretischer Klärung angenehm von der üblichen linken (...)

Streifzüge, Heft 3/2001

Die Ohnmacht der Allmacht

■  Ernst Lohoff
Oktober
2001

So viel Wirres und Irres wie nach den Kamikaze- Volltreffern in New York und Washington haben die gewählten und nicht gewählten Sprecher der demokratischen Weltgemeinschaft selten abgesondert. Immerhin einer der seit dem 11.9. überall kursierenden Phrasen ist etwas abzugewinnen. „Dieser Tag hat (...)

Streifzüge, Heft 3/2001

Alles auf Kursk

Der islamistische Terror und die Selbstversenkung der radikalen Linken
■  Ernst Lohoff
Oktober
2001

Die Selbstmordattentate vom 11. September haben nicht nur die Twin-Towers gesprengt, sie sprengen auch das politische Bezugssystem. Nicht dass der Politik eine Scheu vor Leichenbergen anzudichten wäre, aber sie pflegt zu Gewalt und Massenmord eine instrumentelle Beziehung. Weniger die schiere (...)

Streifzüge, Heft 1/2002

Von Auschwitz nach Bagdad

Anmerkungen zu den wundersamen Wandlungen des Anti-Antisemitismus
■  Ernst Lohoff
März
2002

Der folgende Artikel stammt aus dem Jahr 1991 und ist in der Krisis 11 erschienen. Vor allem ob der aktuellen Parallelen dokumentieren wir ihn hier in einer Kurzfassung. Die Zwischentitel stammen von der Redaktion. Hu-Hu-Hussein!? (…) Die Zuspitzung am Golf ging natürlich auch an der (...)

Streifzüge, Heft 3/2002

Die Ware im Zeitalter ihrer arbeitslosen Reproduzierbarkeit

Zur Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus
■  Ernst Lohoff
Oktober
2002

Der Siegeszug des Computers hat den vielen Spaltungen der Weltgesellschaft eine neue Dreiteilung hinzugefügt. Milliarden Menschen, insbesondere in der Dritten Welt, bleiben von den Segnungen des Internetzeitalters völlig ausgeschlossen; für einige hundert Millionen Nutzer ist der Rechner (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Der Triumph des Irrealis

Arbeitswahn und linke Identität
■  Ernst Lohoff
März
2003

In den späten 70er und frühen 80er Jahren galt es nicht nur im links-alternativen Spektrum, sondern auch auf Soziologentagen als ausgemacht: Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus. Die mikroelektronische Revolution verwandelt nicht allein mechanische Schreibmaschinen, sondern auch die Ware (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

„Die Furie des Zerstörens”

Gewalt und Krieg in der neuen Weltunordnung
■  Ernst Lohoff
Juni
2003

1. Die ausgebliebene „Friedensdividende“ Dass der Untergang des Realsozialismus den Beginn einer neuen Epoche markiert, wusste schon 1989 jeder. Über den Charakter des heraufdämmernden Zeitalters machte man sich damals quer durch die politischen und ideologischen Lager freilich nicht sonderlich (...)

Streifzüge, Heft 3/2003

Demokratiegespenster

■  Ernst Lohoff ▪ Norbert Trenkle
Oktober
2003

Aus zwei Gründen können Texte mit gesellschaftskritischem Anspruch Aufmerksamkeit verdienen: Ihrer analytischen Qualität wegen oder als Symptom für den Zustand der Gesellschaftskritik. Das im Vorfeld des Frankfurter Kommunismuskongresses in Jungle World Nr. 43 veröffentlichte dreiteilige Dossier (...)

Streifzüge, Heft 31
Vorlauf Sozialkritik

Out Of Area – Out Of Control

Warengesellschaft und Widerstand im Zeitalter von Deregulierung und Entstaatlichung — 1.Teil: Der fatale Endsieg der Ware
■  Ernst Lohoff
Juni
2004

I. Die Unselbständigkeit der Politik 1. Seit den Tagen des Ersten Weltkriegs bis tief in die 70er Jahre hinein galt es als ausgemacht: Zukunft hat nur eine durch Staatseingriffe modifizierte und sozial eingehegte Marktwirtschaft. Insbesondere zur Zeit des Nachkriegsbooms teilten alle (...)

Streifzüge, Heft 31
Dead Men Working

Die im Schatten sieht man nicht

Schwarzarbeit und Prekarisierung
■  Ernst Lohoff
Juni
2004

Das Finanzministerium lässt der Nation ins Gewissen reden. „Schwarzarbeit koste Milliarden, ein Minijob oft nur ein paar Euro“, mahnt eine streng dreinblickende Lehrerin namens Marlene H. im Auftrag des Fiskus von den Plakatwänden der Bundesrepublik. Aber nicht nur die Regierung bläst derzeit zur (...)

Streifzüge, Heft 32
Dead Men Working

Die Ethnisierung des Sozialen

■  Ernst Lohoff
Oktober
2004

Sogar in Deutschland lässt sich der Sozialstaat nicht völlig widerstandslos abwickeln. Zumindest das unter dem Kürzel Hartz IV bekannt gewordene Bündel an Verarmungsgesetzen hat im einstigen Heimatland der „Sozialpartnerschaft“ im Sommer dieses Jahres für reichlich Unmut gesorgt. Kein Wunder: Hartz IV (...)

Streifzüge, Heft 32

Out of Area – Out of Control

Warengesellschaft und Widerstand im Zeitalter von Deregulierung und Entstaatlichung — 2.Teil: Fight Back
■  Ernst Lohoff
Oktober
2004

[( Resümee des ersten Teils Den gegenwärtigen Kapitalismus kennzeichnet das Auseinandertreten von sinnlich-stofflichem und monetärem Reichtum. Für die Warengesellschaft hat Reichtum nur insofern Existenzrecht, als er als Darstellungsform abstrakter Arbeit taugt. Diese Transformation wird aber (...)

Streifzüge, Heft 34

Die dritten Zähne des Antikapitalismus

1.Teil: Grundsätzliches zum Grundeinkommen
■  Ernst Lohoff
Juni
2005

Eine vergessen geglaubte Idee ist in den letzten Jahren aus der Versenkung aufgetaucht. Wie schon Anfang der 80er Jahre so erfreut sich auch heute wieder die Forderung nach einem „garantierten Mindesteinkommen“ großer Beliebtheit. Damals priesen die Befürworter die diversen Grundeinkommensmodelle (...)

Streifzüge, Heft 36
Dead Men Working

Virtualisierung der Ware Arbeitskraft

Kleine Politische Ökonomioe des Praktikumsbooms
■  Ernst Lohoff
März
2006

Die Angehörigen meiner Generation lernten das Praktikum noch als Ergänzung und Abschluss einer schulischen oder universitären Ausbildung kennen. Für die Nachgeborenen wird das mehr und mehr zur Propagandalüge. Das Etikett ist geblieben, der Inhalt aber hat sich verändert. Aus einem Teil der (...)

Streifzüge, Heft 37

Die geschlossene Gesellschaft und ihre Feinde

Anmerkungen zum „Kampf der Kulturen“
■  Ernst Lohoff
Juni
2006

Die Ethnisierung der Weltmarktgesellschaft Die meisten politischen Debatten und Richtungsstreitigkeiten verebben mehr oder minder spur- und folgenlos. Viele sind quasi schon vergessen, während sie noch toben. Nur ganz wenige indizieren historische Brüche und finden irgendwann einmal Eingang in (...)

Streifzüge, Heft 37
Dead Men Working

Die permanente Gegenreform

Hartz IV — Neue Folge
■  Ernst Lohoff
Juni
2006

Man möchte sich die Augen reiben. Wer wüsste nicht aus eigener Anschauung, dass die arbeitslose Bevölkerung mit der Einführung von Hartz IV den größten Verarmungsschub der bundesdeutschen Geschichte durchgemacht hat; jetzt verkünden alle Kanäle und alle Blätter: Hartz IV kommt viel zu teuer und ist (...)

Streifzüge, Heft 40

Unser blaues Jobwunder

■  Ernst Lohoff
Juni
2007

„Jobwunder – 832.000 Arbeitslose weniger“, mit dieser Schlagzeile wartete Bild am ersten Werktag nach dem Tag der Arbeit auf. Und auch der Rest der Standortgemeinschaft zeigt sich derzeit ausgesprochen aufgeräumt und in Sektlaune. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln, die (...)

Streifzüge, Heft 40
2000 Zeichen abwärts

Diese Welt ist nicht von unserem Reich

■  Ernst Lohoff
Juni
2007

Angesichts der aus Stasizeiten vertrauten Abnahme von Geruchsproben, der massiven Einschüchterungsversuche im Vorfeld des Gipfels und der Errichtung eines anti-antiimperialistischen Schutzwalls um den Tagungsort fühlen sich viele im deutschen Osten heim in die DDR versetzt. Was die strukturelle (...)

Streifzüge, Heft 42
Dead Men Working

Same Procedure as every Year?

■  Ernst Lohoff
März
2008

2007 jagte der Dax noch von einem Allzeithoch zum nächsten. Inzwischen haben die Auswirkungen der US-Immobilienkrise die Frankfurter Börse erreicht. Der Dax verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit der Asien-Krise von 1998. Die Turbulenzen waren absehbar, und die Reaktionen sind es auch. (...)

Streifzüge, Heft 44

Finanzmarktsozialismus

■  Ernst Lohoff
Oktober
2008

Panik herrscht in Wirtschaft und Politik. Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Eine Mega-Bankenpleite jagt die nächste. Weltweit befinden sich die Börsen im freien Fall und auch die Weltkonjunktur schmiert ab. Aus Furcht vor „dem Zusammenbruch des (...)

Streifzüge, Heft 55

Auf der Mülldeponie des fiktiven Kapitals

Die Grenzen des finanzkapitalistischen Krisenaufschubs und der Irrwitz der „Sparpolitik“
■  Ernst Lohoff ▪ Norbert Trenkle
Juni
2012

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Beiträge zu Ernst Lohoff
Context XXI, ZOOM 2/1999

Gesellschaftliches Marodieren

Ungeordnete Mosaiksteine eines Zerfalls
März
1999

Was macht eine Gesellschaft, wenn sie an die Grenzen ihrer Entwicklung stößt? Unsere These lautet: Sie verfällt nicht in Wohlgefallen, sondern wird noch einmal all ihre destruktiven Kräfte entfalten. Jeder Niedergang setzt zerstörerische Energie frei, die alles andere als automatisch in Emanzipation (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Die Arbeit, der Wert, die Krise I

■  Sendungsgestaltung: Stephan GrigatRobert Zöchling
November
2000

Am 18. Juli fand an der Berliner Humboldt-Universität Marx-Interpretation eingeladen. Im Folgenden dokumentieren wir die gehaltenen Vorträge. Im zweiten Teil dieser Sendung werden wir die Diskussion wiedergeben. Clemens Nachtmann, Redakteur der in Berlin erscheinenden, antideutschen und (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Die Arbeit, der Wert, die Krise II

■  Sendungsgestaltung: Stephan GrigatRobert Zöchling
Dezember
2000

Im ersten Teil dieser Sendung haben wir die Vorträge dokumentiert, die Moishe Postone von der University Of Chicago, Ernst Lohoff von der Zeitschrift Krisis-Konstruktion vor. Also wenn er uns darüber belehrt, zum Beispiel, daß man den Marx nicht einheitlich nehmen kann, dann läuft er da erst mal (...)

Context XXI, Heft 6/2001

Schafft ein, zwei, viele Afghanistan ...?

November
2001

Der 11. September war ein Schock. In der Ermordung tausender Menschen in New York in den brennenden und einstürzenden Twin Towers realisierte sich, was vorher vielleicht Stoff von Filmen war, aber keinen Ort in „unserer“ Welt zu haben schien. Dabei geht es nicht darum, dass täglich irgendwo auf der (...)

Streifzüge, Heft 3/2002

Kommunismus oder Klassenkampf?

Oktober
2002

Dass das mit dem Klassenkampf schon lange nicht mehr so funktioniert, wie die gesamte Linke es einst haben wollte, ist evident. Da tut sich einfach nichts mehr. Selbst wenn es irgendwo ein Aufflackern alter Kämpfe gibt, kommt dies nicht über ein Strohfeuer hinaus. Kaum, dass uns etwas in (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Zur Theorie des Informationskapitalismus

Teil 1: Von der negatorischen Haltung zur Theorie der Aufhebung
März
2003

In der Reihenfolge der von Ernst Lohoff in seinem Artikel (Streifzüge 3/2002) angesprochenen Themenbereiche möchte ich folgende drei Aspekte in zwei Teilen diskutieren: Die Transformation denken: Zur Rolle des Keimform-Begriffes (Teil 1) Den Informationskapitalismus analysieren: Zur (...)

Café Critique, Jahr 2003

Der Haß der Antiglobalisierungsbewegung auf Israel

Eine Kritik der No-Globals und ihrer Kritiker
Mai
2003

Das Konzept des SPOG-Kongresses vermittelte von Anfang an den Eindruck, als wolle man sich einmal treffen, um über dieses und jenes zu reden, um nachher in etwa so weiterzumachen wie bisher. Anfänglich waren Israel und die antisemitischen Ausfälle der Palästinasolidarität als Themen gar nicht (...)

Streifzüge, Heft 41

Über den Horizont unserer Handlungen

Aus den nachgelassenen Briefen des André Gorz
November
2007

ZUM ZEHNTEN TODESTAG Anstatt noch einen weiteren Nachruf nachzureichen, haben wir uns entschlossen, einige Passagen aus den Briefen des André Gorz an Franz Schandl und Andreas Exner zu veröffentlichen. Gorz soll also noch einmal selbst zu Wort kommen. Die Auszüge wurden äußerst behutsam redigiert. (...)