Hedwig Seyr

Hedwig Seyr, lebt seit mehr als einem halben Jahrhundert an der Donau: St. Nikola, Tulln, Wien und Bratislava, wo sie siebzehn Jahre Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und damit ihre Familie in Wien erhalten hat; gegen Staatsgrenzen, für Fahrräder.

Im WWW
Hedwig Seyr & Lorenz Glatz
Beitræge von Hedwig Seyr
Streifzüge, Heft 41
2000 Zeichen abwärts

Grenzerfahrung

Oktober
2007

Ein Juni-Morgen, 9 Uhr 11, Ankunft des City-Shuttle Wien-Bratislava, der kürzesten Verbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten. Ein paar österreichische PendlerInnen wie ich in Erwartung eines Arbeitstages, beträchtlich mehr slowakische PendlerInnen nach einer Nachtschicht in Wien und Umgebung und (...)

Streifzüge, Heft 56
2000 Zeichen abwärts

Eine Kuh für Janko

Oktober
2012

Janko wurde im Realsozialismus erzogen, wuchs auf, studierte Technik und wanderte mit seiner Frau nach Amerika aus. Dort absolvierte er noch ein Wirtschaftsstudium und verdiente viel Geld. Er jongliert als Finanzmanager mit Millionen. Die Ehe ging kaputt, die Jobs sind nicht mehr so (...)

Streifzüge, Heft 57
2000 Zeichen abwärts

Am Gürtel – mitten in Wien

März
2013

Ein Sonntagsspaziergang klärt auf. Auch am Gürtel gibt es ein Nord-Südgefälle. Gleich außerhalb, in der Gegend des Brunnenmarkts, reiht sich auf der einen Seite ein schön renoviertes Bürgerhaus im Stil der vorletzten Jahrhundertwende ans andere, dazwischen immer wieder schicke Neubauten, Galerien, (...)

Streifzüge, Heft 60
2000 abwärts

Dazugehören

März
2014

Auf dem Bahnsteig vor der Abfahrt meines Zuges: Menschentrauben vor den Waggontüren, vor mir steigen gerade Großeltern mit Enkerln und junger Frau die Stufen hinauf. Opa und Gepäck sind schon im Zug, Oma schiebt die Kinder gestresst vor sich her, ruft laut die Sitzplatznummern aus, obwohl Opa (...)

Streifzüge, Heft 61
2000 abwärts

Toter Mann

Juni
2014

U-Bahn Wien: Gleich beim Einsteigen höre ich ein unangenehmes Geschimpfe. Ein älterer Mann scheucht eine kleine, unscheinbare, verhutzelte Frau in schwarzem Gewand wie ein Tier vor sich her. „Schleich dich, Bettlergsindl. Raus da!“, schreit er laut. Ich erwidere ihm spontan in heftigem Ton: „Die (...)

Streifzüge, Heft 67
2000 abwärts

Ungeniert privilegiert?

Juli
2016

2000 Zeichen abwärts Mitten in der Großstadt Wien blicke ich tagtäglich aus meinem Zimmer hinaus auf einen Hofgarten, darf ihn sogar pflegen und gestalten. Ein kleiner Bambushain erfreut mich selbst im tiefsten Winter mit seinen grünen Blättern. Drei Birken habe ich vor Jahren als Winzlinge aus der (...)