Ingrid Strobl

Geboren 1952 in Innsbruck. Studierte Germanistik und Kunstgeschichte. 1979 zog sie nach Köln, arbeitete sechs Jahre lang als Redakteurin bei der Zeitschrift „Emma“ und machte sich 1986 als freie Autorin selbstständig (Sachbuch, Roman, Hörfunk und Fernsehen).

Im WWW
ingrid strobl. autorin.
Beiträge von Ingrid Strobl
FORVM, No. 269/270

Wir Hexen

Das Matriarchat im Untergrund vom Mittelalter bis heute
■  Ingrid Strobl
Mai
1976

Das Bild der Hexe wurde schonungslos verfälscht. Seit Grimm erscheint sie als die böse Alte mit Warze und Katze. Für viele Menschen in bäuerlichen Gebieten ist die Existenz von Hexen auch heute noch fester Bestandteil ihres Lebens. Andererseits beginnt sich auch die Frauenbewegung immer mehr mit (...) Sie wollen diesen Text online lesen?
Das ist machbar!

FORVM, No. 305/306

ach trendbewußte junge frau —

zur neuesten philosophie des feminismus
■  Ingrid Strobl
Mai
1979

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Das ist machbar!

Context XXI, Heft 6-7/2003

Österreichische jüdische Exilantinnen in der Résistance

■  Ingrid Strobl
Oktober
2003

Der kommunistische Widerstand setzte auf Österreichnationalis­mus. Die Bedeutung der nationalsozialisti­schen Judenverfol­gung wurde dadurch selbst von jüdischen Kämpferinnen lange unterschätzt. 1941 fasst die französische Résis­tance die deutschen, öster­reichischen und deutschsprachigen tschechischen (...)

Beiträge zu Ingrid Strobl
Café Critique, Jahr 1999

Germans down, Germans up

Daniel J. Goldhagen und die Erben von Hitlers willigen Vollstreckern
 
1999

Er war an sich der Berufenste, Deutschland wiedergutzumachen. Als vor drei Jahren die Diskussion um Daniel J. Goldhagens Buch über Hitlers willige Vollstrecker begonnen hatte, wer hätte da gedacht, daß es zur Legitimation von Deutschlands erstem großen Kriegseinsatz nach 1945 dienen könnte? Nun (...)

Context XXI, Radiosendungen 2004

Anna und das Anderle. Eine Recherche.

■  Sendungsgestaltung: Mary Kreutzer
Januar
2004

Lesung aus dem Klassiker von Ingrid Strobl.

Context XXI, Heft 2-3/2004

Hallo, Leute von der Arge Wehrdienstverweigerung!

März
2004

Dieses Schreiben richtet sich an alle, die in der Arge tätig sind und sich verantwortlich fühlen. Die Redaktion Context XXI ist über die Trennung von der Arge nicht unglücklich. Längst schon hat es inhaltliche Differenzen gegeben, die jetzige Trennung ist nur mehr eine formale Angelegenheit. Die (...)

Context XXI, Heft 4-5/2004

Jüdinnen im Widerstand

Bericht einer Überlebenden
Juni
2004

Ihre Lebens- und Widerstandgeschichte erzählte Tusia Herzberg beim Symposium „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“, das in Wien im Jänner 2004 von Licra Österreich, der Theodor Kramer Gesellschaft und Context XXI veranstaltet wurde. Als ich von diesem Symposion erfuhr, war ich tief (...)

Context XXI, Jahr 2006

Eine kurze Einführung zur selbstverständlichen Ausnahme Context XXI

Juni
2006

Die Zeitschrift Context XXI existiert seit 1999 und ist von Anfang als Möglichkeit gedacht, eine Öffentlichkeit für Themen und intellektuelle Diskurse zu schaffen, die im Allgemeinen an den Rand der Wahrnehmung gedrängt werden. In Context XXI sind diese Themen und Diskurse zentral. Und mit einer (...)

Ingrid Strobl (* 1952 in Innsbruck) ist eine österreichische Journalistin und Buchautorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingrid Strobl studierte Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten Innsbruck und Wien. Sie wurde über Rhetorik im Dritten Reich promoviert. Während des Studiums engagierte sie sich in der Neuen Frauenbewegung.

Sie war zunächst freiberuflich beim ORF in Wien tätig, zog 1979 nach Köln und arbeitete von 1979 bis 1986 als Redakteurin der Zeitschrift Emma. 1986 machte sie sich als freie Autorin selbstständig, blieb aber der Emma eng verbunden.

1987 wurde Strobl von einem Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) in einem Fernsehbericht über die Emma-Redaktion als eine Frau auf einem Überwachungsvideo erkannt. Das Video stammte aus einer Fahndungsmaßnahme gegen die terroristische Organisation Revolutionäre Zellen. Strobl wurde dabei gefilmt, als sie einen vom BKA präparierten Wecker kaufte. Dessen markierte Teile wurden in den Überresten einer Bombe gefunden, die 1986 am Verwaltungsgebäude der Lufthansa in Köln explodiert war.[1]

Strobl wurde in Untersuchungshaft genommen und wurde 1989 wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu fünf Jahren Haft verurteilt. In der Revisionsverhandlung[2] vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wurde sie wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu drei Jahren Haft verurteilt. In Anrechnung der Untersuchungshaft wurde die noch nicht verbüßte Reststrafe von sechs Monaten zur Bewährung ausgesetzt.

2020 bekannte Strobl in ihrem Buch Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich, sie habe gewusst, dass der Wecker für einen Sprengstoffanschlag gedacht war.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er und 1990er Jahren erforschte Ingrid Strobl die Beteiligung jüdischer Frauen am Widerstand gegen den Holocaust und die deutsche Besatzung. Sie veröffentlichte dazu zwei Sachbücher[4] und drehte mehrere Dokumentarfilme, darunter „Mir zeynen do“. Der Ghettoaufstand und die Partisaninnen von Bialystok, der in hebräischer Übersetzung auch in den Archiven Yad Vashem und Beit Lochamej haGeta’ot vorliegt. 1993 erschien ihre Übersetzung der Erinnerungen von Chaika Grossman über den jüdischen Widerstand in Bialystok. 1995 kuratierte Strobl zusammen mit Arno Lustiger die Ausstellung Im Kampf gegen Besatzung und „Endlösung“. Widerstand der Juden in Europa 1939–1945 für das Jüdische Museum Frankfurt.

Strobl schreibt Sachbücher und Romane, Kurzgeschichten, Hörfunkfeatures, dreht Dokumentarfilme und unterrichtet als Lehrbeauftragte an Universitäten. Die Schwerpunkte ihrer publizistischen Arbeit sind frauenspezifische Themen (Jüdische Frauen im Widerstand, Töchter und der Tod der Mutter, Junkiefrauen auf dem Strich) sowie Drogen, Rockkultur, Soziales und Gegenseitiger Respekt. Seit 2009 unterrichtet sie auch Kreatives Schreiben.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Daß du deine eigene Zähigkeit entdeckst.“ Brief aus dem Knast. In: Schwarzer Faden, Nr. 30 (1/89), S. 8
  • Sag nie, du gehst den letzten Weg. Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Fischer, 1989, ISBN 978-3-596-24752-3.
  • Frausein allein ist kein Programm. Freiburg 1989, ISBN 3-926023-20-1.
  • Anna und das Anderle. Eine Recherche. Fischer, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-22382-2. (Rezension (Memento vom 13. September 2003 im Internet Archive)).
  • Strange Fruit. Bevölkerungspolitik: Ideologien Ziele Methoden Widerstand. Berlin 1991, ISBN 3-89408-016-7.
  • Das Feld des Vergessens. Jüdischer Widerstand und deutsche „Vergangenheitsbewältigung“. Berlin u. a. 1994, ISBN 3-89408-036-1.
  • Die Angst kam erst danach. Jüdische Frauen im Widerstand 1939 - 1945. Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-596-13677-6.
  • „Ich hätte sie gerne noch vieles gefragt“. Töchter und der Tod der Mutter. Fischer, Frankfurt 2004, ISBN 3-596-15431-6.
  • Ende der Nacht. Orlanda Frauenverlag, Oktober 2005, ISBN 3-936937-33-8.
  • Rückfall, Theaterstück, Fischer Theater Verlag. 2005
  • Es macht die Seele kaputt. Junkiefrauen auf dem Strich. Orlanda Frauenverlag 2006, ISBN 3-936937-35-4.[5]
  • Tödliches Karma. Emons Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-89705-551-3. (Köln-Krimi)
  • Endstation Nippes. Emons Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-89705-773-9. (Köln-Krimi)
  • Respekt: Anders miteinander umgehen! Pattloch. München 2010, ISBN 3-629-02240-5.(Textprobe)
  • Aufbruch aus trägen Zeiten. In: Käthe Kratz, Lisbeth N. Trallori (HgInnen): Liebe, Macht und Abenteuer. Zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung in Wien. Promedia, Wien 2013, S. 18–29. ISBN 978-3-85371-365-5.
  • Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich. Edition Nautilus, Hamburg 2020, ISBN 978-3-96054-228-5.[6]

Feature[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Old Man Prison Blues – Regie: Thom Kubli (WDR)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bertolt Hunger, Ansgar Siemens: Knockout für die Feierabendterroristen. Spiegel online – eines Tages, 18. Dezember 2019
  2. Erst mal wegschließen. In: Der Spiegel. Nr. 21, 1990 (online).
  3. Interview von Doris Akrap: Ich wusste, wofür der Wecker war. taz, 29. März 2020
  4. Sag nie du gehst den letzten Weg. Frauen im Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Frankfurt am Main 1989. / Die Angst kam erst danach. Jüdische Frauen im Widerstand in Europa 1939–1945. Frankfurt am Main 1998'
  5. Autoren: Ingrid Strobl. Fischerverlage online, Theater und Medien. Frankfurt a. M. 2016
  6. Rezension