Susan Sontag

Wurde 1933 in New York geboren, wuchs auf in Arizona und Kalifornien. Studierte an der University of Chicago und an der Harvard Graduate School. Bereiste 1964 mit der Unterstützung der Rockefeller-Stiftung und 1965 mit Unterstützung der Merrill-Stiftung England und Frankreich. Lebt heute in Paris. Bisher bei Rowohlt erschienen „Der Wohltäter“ (1966), „Kunst und Antikunst“ (1968).

Beiträge von Susan Sontag
FORVM, No. 230/231

Männer als Kolonialherren
Frauen als Eingeborene

Zur Struktur des Sexismus
■  Susan Sontag
März
1973

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Beiträge zu Susan Sontag
Context XXI, Radiosendungen 2001

Tödliche Lügen

Die Kriegsverbrechen der „westlichen Wertegemeinschaft“ im Kosovo
■  Sendungsgestaltung: Robert Zöchling
April
2001

Jürgen Elsässer, Autor der Zeitschrift konkret, veröffentlichte ein Buch mit dem Titel Kriegsverbrechen — Die tödlichen Lügen der Bundesregierung und ihre Opfer im Kosovo-Krieg, in dem er die Nachrichtenmanipulationen und Lügen von Regierungen und Medien der „Westlichen Wertegemeinschaft“ offenlegt, (...)

Susan Sontag, 1979

Susan Sontag, ursprünglich Susan Lee Rosenblatt, (geb. 16. Januar 1933 in New York City, New York; gest. 28. Dezember 2004 ebenda) war eine amerikanische Schriftstellerin, Essayistin, Publizistin und Regisseurin. Sie war bekannt für ihren Einsatz für Menschenrechte sowie als Kritikerin der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von rechts nach links: Tatyana Tolstaya; Mark Strand; Susan Sontag; Richard Locke und Derek Walcott

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susan Sontag wurde als älteste Tochter von Jack Rosenblatt und Mildred Jacobsen, die ein Pelzhandelsunternehmen in China betrieben, geboren. Beide Eltern waren jüdisch-europäischer Herkunft.[2] Während die Eltern sich berufsbedingt in Tianjin aufhielten, wurden Susan und ihre jüngere Schwester Judith vom Kindermädchen Rose McNulty erzogen. Sie lebten zunächst bei den Großeltern väterlicherseits und später bei anderen Verwandten. Schließlich kauften die Eltern ein Haus in Great Neck auf Long Island, lebten aber weiterhin die meiste Zeit in China.[3]

Als Jack Rosenblatt 1938 dort an Tuberkulose starb, kehrte Mildred nach New York zurück, erzählte den Kindern jedoch erst vier Monate später vom Tod des Vaters. Das Pelzunternehmen wurde aufgelöst und die Familie – bestehend aus Susan, ihrer Schwester, der Mutter, dem Kindermädchen und einem Koch – zog zunächst nach Florida. Susan war nach dem Tod ihres Vaters an schwerem Asthma erkrankt und ein Arzt hatte das dortige Klima als heilsam empfohlen. Im subtropischen Miami verschlimmerte sich Susans Zustand jedoch, und die Familie zog bald nach Tucson in Arizona weiter. Dort lebten die fünf in einem einfachen Bungalow am Stadtrand.[3]

Susan lernte laut ihrem Biograf Daniel Schreiber bereits mit drei Jahren lesen und widmete sich zunächst ihrer umfangreichen Comic-Sammlung. Mit sechs Jahren begann das einzelgängerische Mädchen „richtige Bücher“ zu lesen. 1939 wurde sie eingeschult und nach wenigen Tagen in die dritte Klasse versetzt. Als Schülerin entdeckte Sontag die Reisebücher Richard Halliburtons und las alle erhältlichen Bände. Laut ihrer späteren Partnerin Annie Leibovitz lösten diese Bücher Sontags lebenslange Reiselust aus: Noch mit 68 Jahren schwärmte die Autorin von ihrer Sammlung antiquarischer Halliburton-Erstausgaben. Von u. a. den Reisebüchern befeuert, begann Sontag bereits in der Schulzeit zu schreiben und gab eine Zeitlang eine vierseitige Zeitschrift mit selbstverfassten Beiträgen heraus. Wann genau die ersten Schreibversuche stattfanden, ist unsicher. Während sie 1978 zu Protokoll gab, mit acht oder neun erste Texte verfasst zu haben, sprach sie 1987 davon, bereits mit sechs oder sieben „Dramen, Gedichte, Geschichten“ geschrieben zu haben. Ihre Angaben über die eigene literarische Frühreife und das selbst für eine Erwachsene nicht schaffbare Lektürepensum dienten Schreiber zufolge dazu, sich mit der Aura eines Genies zu umgeben.[3]

Als Susan zwölf Jahre alt war, heiratete ihre Mutter den Kriegsveteranen und Captain der U.S. Army Nathan Sontag. Sie und ihre Schwester übernahmen den Nachnamen des Stiefvaters, obwohl er sie nicht adoptierte. Susan, die in Tucson mehrmals wegen ihrer jüdischen Herkunft beschimpft worden war, hoffte, mit dem neuen, weniger jüdisch klingenden Namen nicht mehr behelligt zu werden. Außerdem klang „Susan Sontag“ für sie urban und glamourös, und sie begann, von einer Existenz als intellektuelle Weltbürgerin zu träumen.[4]

1946 zog die Familie nach Canoga Park, einen Stadtteil von Los Angeles. Susan verabscheute das bürgerliche, von Nachkriegsoptimismus geprägte Familienleben mit dem neuen Stiefvater als „Faksimile eines Familienidylls“ und konnte es kaum erwarten, endlich erwachsen zu werden. Mit ihren Freunden sah sie sich im Kino untertitelte europäische Filme an, u. a. Rom, offene Stadt, Mädchen in Uniform oder La Belle et la Bête. Außerdem schwärmte sie für zeitgenössische Kammermusik und Exilkünstler wie Igor Strawinsky, Arnold Schönberg und Bertolt Brecht.[4]

Sontag schrieb in ihrer Zeit an der North Hollywood Highschool Filmkritiken, Kolumnen und Gedichte für die Schülerzeitung, las sich durch die Weltliteratur und entdeckte Literaturzeitschriften wie die Partisan Review.[4]

Juan Bastos: Susan Sontag (2009)

Kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag schloss Sontag die High School ab und wechselte auf Anraten ihrer Mutter zunächst für das Sommersemester 1949 an die University of California, Berkeley. Zum Wintersemester schrieb sie sich an der University of Chicago ein und studierte dort Literatur, Theologie und bei Leo Strauss Philosophie. Sie begann in Kenneth Burkes Seminaren, Texte unter soziologischen und psychoanalytischen Aspekten zu analysieren und war fasziniert von der Bohème-Vergangenheit des Literaturwissenschaftlers, der einst mit Djuna Barnes und Hart Crane zusammengelebt hatte.[5] Früh entwickelte sie eine Leidenschaft für deutschsprachige Literatur; im Dezember 1949 besuchte sie zusammen mit zwei Kommilitonen Thomas Mann in seinem kalifornischen Exil.[6] Das Gespräch mit dem von ihr verehrten Autor des Zauberberg verlief offenbar uninspiriert, die Erinnerung erfüllte Sontag noch Jahrzehnte danach mit Scham. Trotzdem blieb sie seinem Werk bis zu ihrem Tod verbunden.[7]

Ehe mit Philipp Rieff und Zeit in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der University of Chicago lernte die damals 17-jährige 1950 den elf Jahre älteren Soziologie-Dozenten Philip Rieff kennen. Die beiden heirateten kurze Zeit später – ob jedoch schon zwei Wochen nach der ersten Verabredung, oder erst ein Jahr später, ist unklar.[8] Als Rieff 1952 an die Brandeis University berufen wurde, zogen Sontag und Rieff nach Boston. Dort studierte Sontag, obwohl bereits hochschwanger, an der University of Connecticut Englische Literatur. Nach einem halben Jahr wechselte sie an die Harvard University, um dort Philosophie zu studieren. Die katholische Kinderfrau Rose McNulty, die sich knapp zwanzig Jahre zuvor im Auftrag ihrer Mutter um die kleine Susan gekümmert hatte, betreute währenddessen den neugeborenen Sohn David.[9]

Sontag arbeitete neben ihrem Studium als wissenschaftliche Mitarbeiterin für ihren Mann. Sie gilt als Co-Autorin von Rieffs Hauptwerk Freud: The Mind of the Moralist, einer Studie über den Einfluss von Sigmund Freud auf die moderne Kultur.[10]

In Harvard studierte sie u. a. bei Jacob Taubes und freundete sich eng mit dessen ebenfalls sehr jungen Frau Susan Taubes an. Wie Sontag konnte Taubes mit dem vorherrschenden konservativen Gesellschaftsbild wenig anfangen.[11]

Nach dem Tod seiner Frau 1954 lebte der deutsche Philosoph und Soziologe Herbert Marcuse für ein Jahr im Haushalt von Sontag und Rieff.[12] Er arbeitete in dieser Zeit an seinem Werk Triebstruktur und Gesellschaft.[13]

Sontag schloss ihr Philosophiestudium in Harvard 1957 mit dem Magister ab. Sie bewarb sich für ein Stipendium, um ihre Studien im akademischen Jahr 1957–1958[14] an der Oxford University weiterzuführen. Auf Empfehlung von Paul Tillich, dessen Seminar über Klassische Deutsche Philosophie sie besucht hatte, erhielt sie das Stipendium. Während ihr Mann Professor in Stanford wurde und Sohn David von den Großeltern väterlicherseits betreut wurde, zog Sontag 1958 nach England, um an einer Dissertation über die „metaphysischen Voraussetzungen von Ethik“ zu schreiben.[15]

Bereits wenige Monate später verließ Sontag Oxford und zog weiter nach Paris, das sie schon von einer Reise als 18-jährige zusammen mit Philipp Rieff kannte. Sie bezog eine kleine Mansardenwohnung in der Rue Jacob[16] im Stadtteil Saint-Germain-des-Prés, um in den Bibliotheken der Stadt und an der Sorbonne für ihre Dissertation zu recherchieren. In ihrer Freizeit entdeckte sie das Leben der Pariser Bohème für sich: Sie besuchte zusammen mit Freunden Cafés, Bars und Partys, sah sich oft mehrmals am Tag Filme in der Cinémathèque française oder in den Kinos des Quartier Latin an und pflegte eine turbulente Affäre mit der Autorin und Exil-Amerikanerin Harriet Sohmers. Sontag genoss das anonyme Leben in der Großstadt, erlebte sexuelle Abenteuer und lernte intellektuelle Ikonen wie Allen Ginsberg und Jean-Paul Sartre kennen. Sie entwickelte eine ausgeprägte Franko- und Cinephilie, die sie den Rest ihres Lebens begleiten sollte.

Anfänge als Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sofort nach ihrer Rückkehr in die USA teilte sie Philipp Rieff mit, dass sie sich von ihm trennen werde. Noch 1958 ließen sich Sontag und Rieff scheiden. Im März 1959 zog Sontag mit ihrem kleinen Sohn David alleine nach New York. Sie verzichtete auf Unterhaltsansprüche Rieff gegenüber und überließ ihm die alleinigen Autorenrechte an „Freud: The Mind of the Moralist“, an dem sie mitgearbeitet hatte.[17]

In New York fand Sontag zunächst eine Anstellung als Redakteurin bei der Zeitschrift Commentary und zog mit ihrem Sohn in eine Zweizimmerwohnung in der West End Avenue 350[18] an der Upper West Side. Wenige Monate später kündigte sie die ungeliebte Stelle, um im Herbst 1959 zwei Lehraufträge am City College of New York und am Sarah Lawrence College anzunehmen. Schließlich bot Jacob Taubes Sontag eine Stelle als Dozentin für Religionsphilosophie an der Columbia University an, die ihr ermöglichen sollte, ihre Dissertation zu beenden. Als Doktorandin setzte sie sich mit den Werken von Hegel, Marx und Nietzsche auseinander.[19] Neben ihrer Anstellung begann Sontag, Literaturkritiken für die Studentenzeitung The Columbia Daily Spectator zu verfassen. Außerdem kümmerte sie sich als Alleinerziehende um ihren kleinen Sohn, den sie mangels Babysitter abends einfach zu Partys mitnahm.[20]

Sontag wurde bald Teil der New Yorker Kunst- und Intellektuellenszene. Durch Harriet Sohmers lernte sie ihre spätere Freundin, die Malerin Maria Irene Fornés sowie den Schriftsteller Alfred Chester kennen. Die vier gingen untereinander komplizierte Affären ein, beeinflussten sich jedoch auch beruflich und geistig. So fingen Fornes und Sontag am Küchentisch der gemeinsamen Wohnung zusammen an, ernsthaft zu schreiben. Chester vermittelte Sontag wichtige Kontakte in die New Yorker Geisteswelt.[20] In New York lernte Sontag u. a. Hannah Arendt kennen, die sie als intellektuelles Vorbild bewunderte. Beide schrieben für die Partisan Review.[21]

Philipp Rieff versuchte in dieser Zeit das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn David einzuklagen, seine Ex-Frau sei wegen ihrer lesbischen Beziehungen keine gute Mutter. Sontag gewann den Prozess. Dennoch hinterließ er – und die damit zusammenhängende Schmutzkampagne in der Presse – bei ihr einen nachhaltigen Schock. Laut Richard Howard war dies ein Grund für Sontag, sich Zeit ihres Lebens nicht zu outen.[20]

Im Herbst 1963 erschien Sontags erster Roman Der Wohltäter, ein inhaltlich schwer verständlicher Text voller Anspielungen, u. a. auf Descartes, Voltaire und den antiken Hippolytos-Mythos. Sontag, die von ihrem Verlag Farrar, Straus & Giroux (FSG) nur 500 Dollar Vorschuss erhalten hatte, wurde künftig von Verlagsleiter Roger Straus gefördert und zu seinen Abendgesellschaften eingeladen. Hier knüpfte sie Kontakte zur New Yorker High Society. Sontags Roman wurde nur von einigen New Yorker Literaten und Kritikern positiv aufgenommen. Ansonsten kam das Buch in den USA nur mäßig an und verkaufte sich nicht gut. Das nun einsetzende Medieninteresse an der gut aussehenden Autorin bildete jedoch die Basis zu Sontags Image als glamouröser Vorzeige-Intellektueller.[20]

Durch Vermittlung ihres Verlegers wurde Sontag 1964 als „Writer in Residence“ an die Rutgers University berufen und bekam anschließend ein Stipendium der Merrill Foundation. Dadurch ermutigt kündigte sie ihre Stelle an der Columbia University, um ihren Lebensunterhalt künftig als freie Schriftstellerin zu bestreiten.[22]

Durchbruch als Galionsfigur der Avantgarde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susan Sontag, 1966

1964 erschien in der Herbst-Ausgabe der Partisan Review der Aufsatz Notes on Camp, der Sontags Durchbruch als Autorin markierte und der auch heute noch zu ihren bekanntesten Essays gehört. Inspiriert von Elliot Steins Pariser Hotelzimmer beschrieb Sontag in 58 Absätzen die Aspekte des Camp als einer Möglichkeit, „die Welt als ästhetisches Phänomen wahrzunehmen“.[23] Sontag machte den Begriff „Camp“ durch ihren Aufsatz populär, er entwickelte sich anschließend zu einem Modewort.[24] Die Partisan Review erhielt zwar auch erboste Briefe von Lesern, die sich an der als „homosexuell“ konnotierten Thematik und an der ernsthaften Beschäftigung mit der Popkultur störten. Für Sontag war jedoch die weitere Berichterstattung in der US-amerikanischen Presse wichtiger, deren Höhepunkt eine begeisterte Besprechung des Textes im Time Magazine bildete.[22] Mit ihrem Plädoyer für einen nicht so vergeistigten, gefühlsbetonteren Zugang zur Kunst hatte sie den Nerv der Zeit getroffen.[25]

Im Sammelband Against Interpretation – in der deutschen Ausgabe Kunst und Antikunst – veröffentlichte Sontag zwei Jahre später 26 Essays, die in so unterschiedlichen Zeitschriften wie der Partisan Review, Mademoiselle und Film Quarterly erschienen waren.[26] Im titelgebenden Text forderte sie dazu auf, Kunst unmittelbar – ohne sie als erstes zu interpretieren – zu erleben. In einem anderen der Essays, Die Einheit der Kultur und die neue Erlebnisweise, setzte sie sich dafür ein, die Grenzen zwischen Hoch- und Popkultur aufzuheben. Diese Hinwendung zur Popkultur stellte in der damaligen Zeit einen Tabubruch dar und beförderte die Bekanntheit der Autorin weiter.[27]

1967 erschien ihr zweiter Roman, Todesstation, der wie sein Vorgänger von der neueren französischen Literatur beeinflusst war und ebenfalls fast ausschließlich im Kopf seines Protagonisten spielte.[28] Sontag näherte sich darin außerdem den fantastischen Welten von Kafka, Burroughs und Borges an. Das Werk fiel bei der Kritik weitestgehend durch und wurde sogar als „Existentialismus-Kitsch“ bezeichnet. Die Rezensenten wunderten sich, dass eine so verdienstvolle Autorin eine fast schon unlesbare Erzählung abgeliefert habe. Sontag selbst bezeichnete das Buch, das ihrer Psychoanalytikerin gewidmet war,[29] später als „ihren intimsten Roman“. Es war für die nächsten 25 Jahre jedoch ihre letzte Romanveröffentlichung.[30]

Wie viele andere Zeitgenossen protestierte sie in dieser Zeit gegen den Vietnamkrieg und nahm an Demonstrationen und Happenings teil. Auf Einladung des FNA bereiste sie im Sommer 1968 Nordvietnam.[30] Der im Verlauf dieser Reise entstandene Bericht Reise nach Hanoi war eines von zwei politischen Stücken ihrer zweiten, 1969 erschienenen Essaysammlung Styles of Radical Will. Er brachte ihr den Vorwurf ein, die politische Problematik zu vereinfachen, stärkte aber die Wahrnehmung der Autorin als „Amerikas öffentliches Gewissen“.[31] Andere Texte des Bandes beschäftigten sich mit dem Philosophen E.M. Cioran, den Filmen von Bergman und Godard sowie der Pornografie in der Literatur. Auch in diesem Buch wandte sie sich wieder gegen die Interpretation von Kunst und beschäftigte sich stattdessen mit Fragen zu Form und Stil der beschriebenen Werke.[32]

Aufgrund ihres damaligen Rufs als junge intellektuelle Autorin mit Glamourfaktor wurde sie oft zu internationalen Veranstaltungen eingeladen. Sie nahm nun an Konferenzen des PEN International teil und gehörte neben u. a. Edie Sedgwick und Lou Reed zu den Berühmtheiten, die Andy Warhol für seine Screen Tests auswählte.[22]

Sie bereiste Europa und fuhr 1969 ein zweites Mal nach Kuba. Im Artikel The Cuban Poster, der 1970 in der Zeitschrift Artforum erschien, zeigte sich Sontag, ausgehend von ihrer Begeisterung für die kubanische Plakatkunst, angetan von Kubas „revolutionärer Gesellschaft, die nicht repressiv und spießig“ sei.[33] In einem zweiten Text, der 1969 im linken Magazin Ramparts erschien, schwärmte sie für die „Spontaneität und Sinnlichkeit“ der Kubaner. Im Gegensatz zur amerikanischen New Left, die besessen von persönlicher Freiheit sei, setze man in Kuba sinnvollerweise auf das Kollektiv.[34] Im Laufe der nächste Jahre schwand Sontags Begeisterung für Kubas Gesellschaftsmodell allerdings, und 1971 unterzeichnete sie zusammen mit 60 anderen Kulturschaffenden einen Protestbrief gegen die Inhaftierung des kubanischen Schriftstellers Herberto Padilla.[35]

Sontag war eine begeisterte Cineastin und stellte den Film, im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen US-amerikanischen Intellektuellen, sogar über Literatur und bildende Kunst. Sontag war von der Pariser Filmkultur geprägt und brachte in ihren zahlreichen Aufsätzen zum Thema eine für die USA neue, akademische Sichtweise ins Spiel. 1967 wurde sie als Jurymitglied zu den Filmfestspielen von Venedig eingeladen. In dieser Zeit begann sie, Ideen für eigene Filme zu entwickeln. Schließlich realisierte sie in Schweden ihren Erstlingsfilm Duet for Cannibals, der 1969 außer Konkurrenz beim Filmfestival in Cannes Premiere feierte. Sontag war für Regie, Drehbuch und Schnitt verantwortlich. Obwohl die Kritiken zu dem an Werke von Bergman, Bresson und Godard erinnernden, surrealen Schwarzweißfilm gemischt waren, bot der Produzent ihr die Möglichkeit, ab 1969 in einen zweiten Film mit größerem Budget zu drehen. Die Arbeiten an diesem Film gestalteten sich anstrengend für Sontag, die während dieser Zeit in Schweden lebte und u. a. unter dem dortigen dunklen Winter litt. Im Drehbuch verarbeitete sie den Selbstmord ihrer Freundin Susan Taubes. Während der Dreharbeiten ging Sontags Liebesverhältnis mit der italienischen Adligen Carlotta del Pezzo in die Brüche.[36] Als Brother Carl 1970 erschien, erhielt er gemischte Kritiken und lief nur für kurze Zeit in wenigen Kinos. Die New York Times nannte den wieder in Schwarzweiß gedrehten Film „sehr unvollkommen“, aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger sei er „ein richtiger Film“.[37] Die Village Voice frotzelte: „Zugang für Kinder nur in Begleitung eines Universitätsabsolventen“.[35]

Schöpferische Krise in Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1972 und 1975 verlegte Sontag ihren Lebensmittelpunkt nach Paris. Als Gründe werden eine Art Flucht vor dem Ruhm und der öffentlichen Meinung in den USA genannt, aber auch eine neue Beziehung zur französischen Filmproduzentin Nicole Stéphane.[38] Sontag knüpfte neue Kontakte zu Pariser Intellektuellen, lernte u. a. Roland Barthes kennen und lebte für kurze Zeit in einer Wohnung, die vor ihr Jean-Paul Sartre gemietet hatte. Trotz des neuen Umfelds litt Sontag unter Schreibblockaden und beschrieb ihre Stimmung selbst als depressiv. Ihre finanzielle Situation war angespannt, da ihre Publikationen sich nur begrenzt verkauften und ihre Filme nicht einmal die Produktionskosten einspielten.[39]

Kurzgeschichten und Essays der 1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst mit dem essayistischen Nachruf Über Paul Goodman, der 1972 in der New York Review of Books erschien, fand Sontag aus der Krise heraus. Ihm folgten in den nächsten Jahren ähnlich persönlich angelegte Essays über Walter Benjamin, Elias Canetti und Antonin Artaud. Außerdem begann Sontag, autobiografisch gefärbte Kurzgeschichten zu schreiben.[39]

1973 drehte sie – produziert von Nicole Stéphane und unter Mitwirkung ihres Sohns David Rieff – ihren ersten Dokumentarfilm. Promised Lands, ein persönlicher Filmessay in der Tradition Chris Markers[40] über den Jom-Kippur-Krieg, wurde von einigen Kritikern geschätzt und gilt als Sontags bester Film.[39]

Ihre Kurzgeschichten und Essays wurden, auch auf Betreiben von Sontags Verleger Roger Straus hin, in zahlreichen US-amerikanischen Zeitschriften veröffentlicht. Da vor allem Hochglanzmagazine wie Vogue, aber auch literarische Magazine wie Atlantic Monthly damals sehr gute Honorare zahlten, erlebte Sontag eine Phase der finanziellen Sicherheit. Dazu trugen Mitte der 1970er Jahre außerdem ein Rockefeller- und ein Guggenheim-Stipendium bei.[39]

Ihr vielzitierter[41] Essay Faszinierender Faschismus, mit dem sie sich zum zweiten Mal mit den Filmen Leni Riefenstahls auseinandersetzte, sorgte 1975 für eine Rekordauflage der New York Review of Books. Sontag beschrieb darin u. a., wie durchdrungen von faschistischer Ideologie Riefenstahls Stil sei. Die Regisseurin wickle die Zuschauer durch ihre verführerisch perfekten, Wunschvorstellungen von körperlicher Vollkommenheit beschwörenden Bilder ein. Als einen Grund für das Comeback der Regisseurin machte Sontag einen immer stärker werdenden Schönheitskult in der Gesellschaft aus. Daneben kritisierte sie – die selbst ein ambivalentes Verhältnis zum Feminismus pflegte – dass Riefenstahl gerade von Feministinnen Zuspruch erhalte,[39] was zu einem erhitzten Leserbrief-Schlagabtausch mit der Lyrikerin Adrienne Rich führte.[42]

Eine Ausstellung der Fotos von Diane Arbus im Museum of Modern Art – Sontag hielt Arbus’ künstlerischen Ansatz für problematisch – führte zu einer jahrelangen und intensiven Beschäftigung der Autorin mit dem Medium Fotografie. Von 1972[43] bis 1977 schrieb sie sieben Aufsätze zum Thema, die einzeln in der New York Review of Books erschienen und schließlich als Sammelband Über Fotografie herauskamen. Das Buch wurde von der New York Times Book Review unter die 20 besten Bücher des Jahres gewählt und erhielt weitere Auszeichnungen.[44]

Erste Krebserkrankung und Krankheit als Metapher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1975, im Alter von 42 Jahren, erfuhr Sontag bei einer Routineuntersuchung, dass sie Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium hatte. Obwohl die Ärzte ihr schlechte Überlebenschancen ausrechneten, begann sie sich intensiv über Krebserkrankungen zu informieren und las sich in medizinische Fachliteratur ein. Schließlich unterzog sie sich u. a. einer Rotter-Halsted-Mastektomie[45] und einer zweieinhalb Jahre dauernden, hoch dosierten Chemotherapie. Wie viele freischaffende Künstler in den USA hatte Sontag keine Krankenversicherung. Durch einen von u. a. Robert Silvers und Barbara Epstein von der New York Review of Books initiierten Spendenaufruf konnte ein Großteil der für die Behandlung fälligen Summe von 150.000 Dollar bei Freunden und Unterstützern eingesammelt werden.[43]

Tatsächlich wurde der Krebs durch die radikalen Maßnahmen zurückgedrängt und Sontag begann nach der schwersten Phase der Chemotherapie wieder auszugehen und zu arbeiten. Sobald es ihr Gesundheitszustand erlaubte, besuchte sie Theater-, Oper- und Kinovorstellungen sowie den Punkrock-Club CBGB. Den siebenstündigen Film Hitler, ein Film aus Deutschland sah sie mehrmals. Sie beendete die durch die Krankheit unterbrochene Arbeit am Essayband Über Fotografie.

Ausgehend von einem Vortrag über das Stigma und den Mythos von Tbc und Krebs an der New York University begann sie schließlich mit den Aufsätzen, die 1978 im Band Krankheit als Metapher erschienen. Sontags Texte gehören dabei nicht zum damals angesagten Genre der „Krebsmemoiren“, sondern erzählen eine Kulturgeschichte von Krankheiten seit der Antike. Die Autorin – die in früheren Aufsätzen Krebs als negative Metapher eingesetzt hatte und im Text selbst immer wieder mit Metaphern arbeitet – spricht sich nun dagegen aus, Krebs als Metapher für das Böse zu verwenden. Dadurch entstehe der falsche und entmutigende Eindruck, die Krankheit müsse unbedingt tödlich verlaufen.[46] Das von der Kritik überwiegend positiv aufgenommene Buch wurde ein internationales Standardwerk für Krebspatienten und deren Ärzte.[43]

Ihre aufgrund der Chemotherapie weiß nachwachsenden Haare ließ Sontag nun bis auf eine Strähne schwarz färben. Diese Frisur wurde für die nächsten zwanzig Jahre zu ihrem Markenzeichen. Auf Karikaturen und in Comedy-Shows wie Saturday Night Live[47] war durch die markante Haarsträhne sofort erkennbar, wenn es um die mittlerweile zur Kultur-Ikone gewordene Sontag ging.[43]

Sontag gehörte zu den ersten Stipendiaten und Mitarbeitern des 1977 von Richard Sennett gegründeten New York Institute for the Humanities.[48] Die Einrichtung wurde zu einem Fixpunkt des intellektuellen New York, was u. a. an Sontags Wirken lag und den zahlreichen Geistesgrößen, die sie an das Haus vermittelte. Der Kontakt mit osteuropäischen Dissidenten, die von dem Institut unterstützt wurden, und ihre Freundschaft mit dem Exil-Dichter Joseph Brodsky verstärkte Sontags Interesse an russischer Literatur.[49] Gleichzeitig begann sie ihre frühere Sympathie für kommunistische Länder zu überdenken. Wie andere Intellektuelle hatte sie Länder wie China und Kuba auf Einladung der Regime und auf den immer gleichen Routen bereist. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in dem selbstkritischen Seminar The Visit und in dem Zeitungsartikel Model Destinations aus dem Jahr 1984. Ein Romanprojekt zum gleichen Thema, an dem sie zehn Jahre arbeitete, wurde nie vollendet.[50]

1978 veröffentlichte sie den Erzählband Ich, etc. Das Buch, dessen Titel auf den Roman I, etcetera ihres Weggefährten Alfred Chester anspielt, enthielt Kurzgeschichten, die seit den frühen 1960er Jahren entstanden waren. Einige der Geschichten,[51] in denen sie autobiografische Elemente mit einer essayistischen Herangehensweise mischte, zählen zu den besten des Genres. Mit Ich, etc. gelang es Sontag, den lang ersehnten Erfolg als literarische Schriftstellerin zu feiern.[43]

Anschließend begann sie wieder zu reisen und übernahm 1979 in Turin[52] das erste Mal eine Theaterregie: Sie inszenierte Luigi Pirandellos Come tu mi vuoi in einer von ihr stark bearbeiteten Version mit Adriana Asti in der Hauptrolle.[53]

1980 erschienen sieben ihrer persönlich gehaltenen, literarischen Essays im Sammelband Im Zeichen des Saturns. Das Buch wurde ein Erfolg in Europa, fand aber in den USA keine große Leserschaft. Es gilt jedoch als Sontags Leistung, mit diesen Aufsätzen die Werke von Elias Canetti, Roland Barthes, Walter Benjamin und Antonin Artaud[54] in den Vereinigten Staaten erst bekannt gemacht zu haben.[50]

Nach dieser Veröffentlichung verkündete Sontag, sie sei „am Ende dessen angekommen, was die Essayform für mich tun kann“.[50] Sie begann, an einem komplex strukturierten Roman über osteuropäische Emigranten – Arbeitstitel The Western Half – und an einer Novelle zu arbeiten. Beide Projekte wurden nie vollendet. Sontag selbst führte das darauf zurück, dass sie sich oft anderen Dingen widmete, darunter immer wieder das Schreiben von Essays.[55] Außerdem verfasste sie in den 1980er Jahren viele Artikel, z. B. ein längeres Stück über Fassbinders Berlin Alexanderplatz in Vanity Fair, schrieb Fernsehbeiträge und führte weitere Male Theaterregie.[56]

Am 6. Februar 1982 war Sontag unter den prominenten Rednern anlässlich einer Town-Hall-Versammlung in New York. Linke Künstler und Intellektuelle wie Carlos Fuentes, Gore Vidal und Pete Seeger[57] drückten dort ihre Unterstützung für die polnische Solidarność-Bewegung aus. Gleichzeitig kritisierten sie die militärische Intervention der US-Regierung unter Ronald Reagan in El Salvador. Sontag provozierte auf der Veranstaltung mit einer Rede, in der sie der Linken (einschließlich sich selbst) vorwarf, repressive kommunistische Regime nicht ausreichend kritisiert zu haben. Man habe beunruhigende Nachrichten aus den kommunistischen Ländern verdrängt, weil man Kommunismus und Sozialismus unbedingt als Alternative zum Kapitalismus habe sehen wollen. Stattdessen sei der Kommunismus oft nichts weiter als „Faschismus mit einem menschlichen Gesicht“. Sontag wurde während der Rede ausgebuht und konnte kaum zu Ende sprechen. Anschließend wurde sie von der linksgerichteten Presse kritisiert, während neokonservative Kommentatoren sich freuten, dass Sontag endlich vernünftig geworden sei. Sie verprellte durch diese Rede viele ihrer linken Anhänger, ihrem Image als Autorin bissiger Aphorismen schadete der Skandal jedoch nicht.[50]

Im Herbst desselben Jahres reiste Sontag nach Venedig, um im Auftrag der RAI einen Film über die Stadt zu drehen. Er sollte in der Reihe Per un viaggio in Italia und in Verbindung mit Marguerite Duras’ Film Dialogo di Roma (1982) gezeigt werden.[58] Während der Dreharbeiten entwickelte sich zwischen Sontag und Childs eine Liebesbeziehung. Der fertige Film, Giro turistico senza guida – Unguided Tours, war zwar kein Erfolg. Inspiriert durch die Beziehung zu Childs entwickelte Sontag jedoch ein neues Interesse für den Tanz, verfasste über die nächsten Jahre einige Texte zu dem Thema und schrieb und produzierte 1986 den Fernseh-Essay A Primer for Pina[59] über Pina Bausch.[56]

Mitte der 1980er Jahre erkrankten in Sontags Umfeld immer mehr Menschen an AIDS, zahlreiche Freunde starben an der Immunschwächekrankheit. Sontag schrieb davon beeinflusst die Erzählung So leben wir jetzt, die 1986 erstmals im New Yorker erschien. Ausschließlich durch die vielstimmigen Reaktionen seiner Freunde und Bekannten wird die namenlose, tödliche Krankheit des anonymen Protagonisten reflektiert.[60] Sontag traf damit die Stimmung der Zeit so gut, dass die Erzählung anschließend in zwei Anthologien und drei Jahre später als eigenes Buch veröffentlicht wurde.[56]

Sie war in dieser Zeit kulturpolitisch sehr aktiv und engagierte sich immer mehr für PEN America,[61] als dessen Präsidentin sie von 1987 bis 1989 fungierte. In dieser Rolle unterstützte sie u. a. Salman Rushdie, gegen den Ayatollah Khomeini 1989 eine Fatwa ausgesprochen hatte.[56]

Von 1988 bis zu ihrem Tod lebte sie mit der Fotografin Annie Leibovitz zusammen.

Susan Sontags Grab auf dem Cimetière Montparnasse

Susan Sontag wohnte im New Yorker Stadtteil Chelsea. Sie trat als scharfe Kritikerin der Regierung Bush jr., insbesondere des Irakkriegs, in Erscheinung. Neben Mary McCarthy und Joan Didion galt sie als die US-amerikanische femme de lettres.

Sontag starb Ende 2004 im Alter von 71 Jahren in New York an Leukämie und wurde auf dem Cimetière Montparnasse in Paris beigesetzt. Ihr letztes Werk war die posthum herausgegebene Textsammlung Zur gleichen Zeit.[62] Über ihren vergeblichen Kampf gegen die letzte Krebserkrankung schrieb ihr Sohn, der Journalist und Autor David Rieff, 2009 das Buch Tod einer Untröstlichen.[63] Ihr Nachlass, darunter zwei Festplatten mit Material aus ihren letzten zwölf Lebensjahren, liegt bei der University of California.[64][65]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Beachtung fanden ihre kunst- und kulturkritischen Essays. Insbesondere zwei fototheoretische Auseinandersetzungen, in denen sich Sontag mit ästhetischen und moralischen Aspekten der Fotografie befasste, gehören zu ihren wichtigsten Texten. In der Essaysammlung Über Fotografie analysiert Sontag das Verhalten der Menschen angesichts der modernen Bilderflut. Eine der zentralen Thesen des Buches lautet, dass das Fotografieren seinem Wesen nach ein „Akt der Nicht-Einmischung“ (S. 17) sei. Diese Nicht-Einmischung sieht Sontag im Bereich des Fotojournalismus als paradigmatisch an. Insgesamt bewirke die moderne Bilderflut eine Abstumpfung der Menschen, so Sontag.

Die These der Abstumpfung wird im Essay Das Leiden anderer betrachten dahingehend revidiert, dass die Fotografie die Vermittlung von Leiden zwar nicht verunmögliche, jedoch diese Funktion nicht alleine übernehmen kann. Sontag zufolge setzt eine solche Vermittlung politisches Wissen und ein moralisches Wertesystem für die Analyse voraus. Um dies aufzuzeigen, widmet sich Sontag in einer eingehenden „Ikonografie des Leidens“, vom Mittelalter bis hin zur Kriegsfotografie, wobei Robert Capas ikonische Fotografie eines im Spanischen Bürgerkrieg gefallenen Soldaten, aufgenommen in dem Moment, in dem ihn die tödliche Kugel traf, eines der Schlüsselwerke des Essays bildet.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sontag, die Zeit ihres Lebens eine begeisterte Cineastin war, schrieb zahlreiche Texte über die europäische Filmavantgarde und den amerikanischen Untergrundfilm. Laut Jonathan Rosenbaum übte sie durch ihr umfassendes Filmwissen und ihren interdisziplinären Ansatz im Umgang mit Film einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die US-amerikanische Filmkritik aus.[66] Ähnlich wie von ihr bewunderte europäische Autoren wie Marguerite Duras wurde sie ab Ende der 1960er Jahre auch selbst zur Filmemacherin.[67] Sie drehte vier Lang- und zwei Kurzfilme, die bei der Kritik jedoch auf wenig Gegenliebe stießen.[68]

„Filmemachen, das ist eine Erbsenzählerei, Stress, Streit, Klaustrophobie, Erschöpfung, Euphorie. Filmemachen ist der Versuch, die Inspiration am Flügel zu fassen. Filmemachen ist Pfusch – nur, um am Ende des Tages zu begreifen, dass man selbst die Idiotin war, die alles falsch gemacht hat […]“

Susan Sontag[68]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 inszenierte sie während des Bosnienkrieges in Sarajevo das Theaterstück Warten auf Godot von Samuel Beckett.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großen Widerspruch erfuhr ihre Einschätzung, die „weiße Rasse“ sei der „Krebs der Menschheitsgeschichte“ und Amerika sei „auf Völkermord gegründet“. Als sie nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1982 erklärte, Kommunismus sei erfolgreicher Faschismus, entfachte das eine Kontroverse unter linken Intellektuellen in den USA.[31] Am bekanntesten wurde jedoch ihre vielfach kritisierte Aussage, die Terroranschläge am 11. September 2001 seien eine direkte Folge der Supermachtspolitik der USA.[69]

Umstritten war ihre Haltung zum Werk Hans-Jürgen Syberbergs, dessen Film Hitler, ein Film aus Deutschland (1977) sie gelobt hatte.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passage Susan Sontag 19. Arrondissement, Paris
Susan-Sontag-Platz in Sarajevo
  • 1966 und 1975 erhielt Sontag ein Guggenheim-Stipendium[28]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Benefactor (1963, deutscher Titel Der Wohltäter, übers. v. Louise Eisler-Fischer, Rowohlt, Reinbek 1966, ISBN 3-596-11414-4)
  • Death Kit (1967, deutscher Titel Todesstation, übers. v. Jörg Trobitius, Hanser, München 1985, ISBN 3-446-13128-0)
  • I, etcetera (1978, deutscher Titel Ich, etc., Erzählungen, übers. v. Marianne Frisch, Hanser 1979, ISBN 3-446-12826-3)
  • The Vulcano Lover (1989, dt. Der Liebhaber des Vulkans, übers. v. Isabell Lorenz, Hanser, München 1993, ISBN 3-446-16017-5)
  • In America (2000, deutscher Titel In Amerika, übers. v. Eike Schönfeld, Hanser, München 2002, ISBN 3-446-20091-6)

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alice in Bed, deutsch: Alice im Bett, Stück in acht Szenen, übers. v. Wolfgang Wiens, Verlag der Autoren, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3-88661-123-X
  • Baby, deutsch: Baby, übers. v. Harry Rowohlt, Verlag der Autoren, Frankfurt/M., Theatertexte 2012, U: Thalia Theater Hamburg 1994
  • Lady from the Sea, deutsch: Die Frau vom Meer, übers. v. Renate u. Wolfgang Wiens, Theatertexte 2012, U: Teatro Communale Ferrara 1998; DE: Deutsches Theater Berlin 2003
  • The Way We Live Now. Illustrationen Howard Hodgkin. New York : Farrar, Straus, Giroux, 1991. Text zuerst im New Yorker, 1986 (deutsch So leben wir jetzt, übers. v. Karin Graf, Parkett/Der Alltag, Zürich, Frankfurt/M. 1991, ISBN 978-3-907509-16-6)

Essays, Essaysammlungen und andere Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine Liste der einzelnen Essays siehe: Susan Sontag/Essays und theoretische Schriften

Erstes Cover von Against Interpretation, 1966

Buchveröffentlichungen einzelner Essays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The way we live now, 1991
  • Notes on „Camp“, 1964[74]
  • Trip to Hanoi, 1969 (deutsch Reise nach Hanoi, übers. v. Anne Uhde, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1969.)
  • On Photography 1977, (deutsch Über Fotografie, übers. v. Mark W. Rien u. Gertrud Baruch, Hanser, München 1978, ISBN 978-3-446-12428-8)
  • Illness as Metaphor, 1978 (deutsch Krankheit als Metapher, übers. v. Karin Kersten u. Caroline Neubaur, Hanser, München 1978, ISBN 978-3-446-12630-5)
  • Aids and Its Metaphors, 1989 (deutsch Aids und seine Metaphern, übers. v. Holger Fliessbach, Hanser, München 1989, ISBN 978-3-446-15403-2; wieder in: Krankheit als Metapher. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2003, ISBN 978-3-596-16243-7)
  • Regarding the Pain of Others, 2003 (deutsch Das Leiden anderer betrachten, übers. v. Reinhard Kaiser, Hanser, München 2003, ISBN 3-446-20396-6 – Essay über die Kriegsfotografie, in dem Sontag teilweise die Aussagen ihres früheren Essays On Photography revidiert)

Sammelbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilweise deckungsgleich mit: Kunst und Antikunst. Essays. Rowohlt, Reinbek 1968 (deutsch von Mark W. Rien).
Deutsch: Gesten radikalen Willens. S. Fischer, Frankfurt 2011, ISBN 978-3-596-18945-8 (deutsch von Jörg Trobitius).

Sonstige kleinere Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobiografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wallfahrt (über ihre Fahrt als Studentin zu Thomas Mann im Exil), übers. von Wulf Teichmann, Akzente Heft 6, Dezember 1988, S. 523–546; wieder in: neue deutsche literatur (ndl). Monatsschrift für Literatur und Kritik. Jg. 37, Heft 4, April 1989 = 436. Heft. Red. Walter Nowojski u. a. Aufbau-Verlag, Berlin, S. 149–170
  • Wiedergeboren. Tagebücher 1947–1963, hrsg. v. David Rieff, übers. v. Kathrin Razum, Hanser, München 2010, ISBN 978-3-446-23944-9
  • Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke. Tagebücher 1964–1980, hrsg. v. David Rieff, übers. v. Kathrin Razum, Hanser, München 2013 ISBN 978-3-446-24340-8

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Filme, Regie und Drehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969: Duett för kannibaler (Duet for Cannibals)
  • 1971: Zwillinge (Brother Carl)
  • 1974: Promised Lands (Dokumentarfilm)
  • 1983: Giro turistico senza guida (Unguided tour oder auch Letters from Venice, TV-Film)

Filme mit oder über Susan Sontag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Filme mit oder über Susan Sontag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965: Monitor – (Folge: Always on Sunday und Folge: Cheese! Or What Really Did Happen in Andy Warhol's Studio, TV-Serie)
  • 1972: Vive le cinéma – (Episode vom 15. Oktober 1972, TV-Serie)
  • 1984: Àngel Casas Show – (Episode 124, TV-Serie)
  • 1989: The Poet Remembers (TV-Film)
  • 1989: Everyman – Just an Illness (TV-Serie)
  • 1991: Joseph Cornell: Worlds in a Box (TV-Doku, Regie: Mark Stokes)
  • 2002: Negro sobre blanco – (Episode vom 8. Dezember 2002, TV-Serie)
  • 2003: Alexandria – (Episode vom 11. November 2003, TV-Serie)
  • 2003: Campus, le magazine de l'écrit (Episode, TV-Serie)
  • 2011: Susan Sontag. Denkerin und Diva (Regie: Birgitta Ashoff)[76]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Susan Sontags zehntem Todestag veranstalteten im November 2014 die Münchner Kammerspiele in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Bayerischen Rundfunk und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München ein Symposium mit dem Titel Radikales Denken. Zur Aktualität Susan Sontags.[77], das Sontags Aktualität zeigt:

„Der ehemalige Hanser-Verleger Michael Krüger, die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen, der Autor Thomas Meinecke, die Philosophin Juliane Rebentisch, die Publizistin Carolin Emcke oder der Popliteratur-Forscher Eckhard Schumacher loten ein bemerkenswert weites, ungebrochen fruchtbares intellektuelles Feld aus.[78]

Jens-Christian Rabe

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gero von Boehm: Susan Sontag. 12. Mai 1989. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 201–209.
  • Anna-Lisa Dieter, Silvia Tiedtke (Hrsg.): Radikales Denken. Zur Aktualität Susan Sontags. Diaphanes, Zürich 2017, ISBN 978-3-03734-929-8.
  • Jan Engelmann, Richard Faber, Christine Holste (Hrsg.): Leidenschaft der Vernunft. Die öffentliche Intellektuelle Susan Sontag. Königshausen & Neumann, Würzburg 2009, ISBN 978-3-8260-4325-3.
  • Stephan Isernhagen: Susan Sontag. Die frühen New Yorker Jahre. Tübingen 2016, ISBN 978-3-16-153936-7.
  • Michael Krüger, interviewt von Petra Hallmayer: Denken als Lust. Michael Krüger eröffnet das Susan-Sontag-Symposion. Ein Gespräch mit dem Verleger über die große Essayistin. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 272, 26. November 2014, ISSN 0174-4917, S. R20.
  • Benjamin Moser: Sontag. Her life and work. HarperCollins, London 2019, ISBN 978-1-9826-8865-3. Rezension von Johanna Hedva: Sie, etc. Zu Benjamin Mosers Susan-Sontag-Biografie. In: Merkur, Heft 851, April 2020, S. 5–21.
  • Sigrid Nunez: Sempre Susan. Erinnerungen an Susan Sontag. Aus dem Amerikanischen von Anette Grube. Aufbau-Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-351-03849-6.
  • David Rieff: Swimming in a Sea of Death. A Son’s Memoir. Simon & Schuster, 2008, ISBN 978-0-7432-9947-3.[79][80]
    • dt.: Tod einer Untröstlichen. Die letzten Tage von Susan Sontag. Übersetzt von Reinhard Kaiser. Carl Hanser, München 2009, ISBN 978-3-446-23276-1.
  • Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. (Biographie) Aufbau, Berlin 2007, ISBN 978-3-351-02649-3.[81]
  • Kai Sina: Susan Sontag und Thomas Mann. Wallstein, Göttingen 2017.
  • Tanja Zimmermann: Ein Kriegsfoto aus Bosnien. Beglaubigungen und Verweigerungen durch Ron Haviv, Susan Sontag und Jean-Luc Godard. In: Zwischen Apokalypse und Alltag. Kriegsnarrative des 20. und 21. Jahrhunderts. Hrsg. von Natalia Borissova, Susi K. Frank, Andreas Kraft. Transkript, Bielefeld 2009, ISBN 3-8376-1045-4, S. 237–262.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Susan Sontag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Kleine-Brockhoff: Die Revisionistin.. In: Die Zeit, 26. Juni 2003.
  2. Carl Rollyson, Lisa Paddock: Chapter One: Susan Sontag. The Making of an Icon. In: The New York Times. 2000, abgerufen am 31. März 2022.
  3. a b c Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Erinnerungen an eine sogenannte Kindheit, S. 10–26.
  4. a b c Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Die Erfindung Susan Sontags, S. 27–36.
  5. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Erinnerungen an eine sogenannte Kindheit, S. 41 f.
  6. Kai Sina: Susan Sontag und Thomas Mann. Wallstein, Göttingen 2017.
  7. Kai Sina: Susan Sontag und Thomas Mann: Vielleicht war da auch gar kein Hund. In: faz.net. ISSN 0174-4909 (faz.net).
  8. Tanja Schwarzenbach: Die künstlerische Beziehung von Susan Sontag und Annie Leibovitz – Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2017, S. 149 (uni-muenchen.de [PDF]).
  9. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Erinnerungen an eine sogenannte Kindheit, S. 37–52.
  10. Susan Sontag and the Unholy Practice of Biography. In: The New Yorker. 11. September 2019, abgerufen am 24. Mai 2022 (amerikanisches Englisch).
  11. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Erinnerungen an eine sogenannte Kindheit, S. 47 f.
  12. Susan Sontag Bio. In: Herbert Marcuse – Scholars and activists. Abgerufen am 17. Juni 2022 (englisch).
  13. Tanja Schwarzenbach: Die künstlerische Beziehung von Susan Sontag und Annie Leibovitz – Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2017, S. 60 (uni-muenchen.de [PDF]).
  14. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 35.
  15. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Erinnerungen an eine sogenannte Kindheit, S. 52.
  16. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 39.
  17. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Erinnerungen an eine sogenannte Kindheit, S. 37–67, 318.
  18. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 46.
  19. Susan Sontag: Die frühen New Yorker Jahre: Stephan Isernhagen. Mohr Siebeck, Tübingen 2016, ISBN 978-3-16-153936-7, S. 198.
  20. a b c d Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Im Nexus New York (1959–1963), S. 66–87.
  21. Kai Sina: Susan Sontag und Hannah Arendt: Worin unsre Stärke besteht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. Dezember 2021, abgerufen am 17. Juni 2022.
  22. a b c Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Camp, S. 88–103.
  23. Susan Sontag: Notes on „Camp“. Penguin, New York 2018, ISBN 978-0-241-33970-1.
  24. Stefanie Roenneke, Adalbert Siniawski: Camp als Konzept: „Eine Hingabe an den glamourösen Trash“. In: Deutschlandfunk. 16. Mai 2017, abgerufen am 8. August 2022.
  25. Olivia B. Waxman: 'The Word Is Camp': What to Know About the Inspiration for This Year’s Met Gala, as Explained in 1964. In: Time. 6. Mai 2019, abgerufen am 8. August 2022 (englisch).
  26. Benhamin Demott: Lady on the Scene. In: The New York Times. 23. Januar 1966, abgerufen am 14. August 2022 (englisch).
  27. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Stile der Avantgarde (1965–1967), S. 104–122.
  28. a b Estella Lauter: Sontag, Susan Lee (1933–2004). In: John R. Shook (Hrsg.): Dictionary Of Modern American Philosophers. Thoemmes Continuum, 2005, ISBN 978-1-84371-037-0, S. 2283–2286.
  29. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. Reaktion Books, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 77.
  30. a b Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Radical Chic (1967–1969), S. 123–134.
  31. a b Susan Sontag im Munzinger-Archiv, abgerufen am 21. Oktober 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)
  32. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. Reaktion Books, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 86.
  33. Susan Sontag: The Cuban Poster. In: Artforum. 1970, abgerufen am 3. September 2022 (amerikanisches Englisch).
  34. Carl Rollyson, Lisa Paddock: Susan Sontag: The Making of an Icon, revised and updated. University Press of Mississippi, 2016, ISBN 978-1-62846-237-1.
  35. a b Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Hinter der Kamera (169–1972), S. 135–148.
  36. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 103–109.
  37. Roger Greenspun: Screen: 'Brother Carl':Susan Sontag Film Is at the New Yorker. In: The New York Times. 12. August 1972, ISSN 0362-4331 (nytimes.com).
  38. Tanja Schwarzenbach: Die künstlerische Beziehung von Susan Sontag und Annie Leibovitz – Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2017, S. 66 f. (uni-muenchen.de [PDF]).
  39. a b c d e Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Im Semi-Exil (1972–1975), S. 149–167.
  40. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 115 f.
  41. Jelena Jazo: Postnazismus und Populärkultur. Das Nachleben faschistoider Ästhetik in Bildern der Gegenwart. transcript, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-8376-3752-6, S. 110.
  42. Madeleine Elfenbein: Sontag v. Rich: Or, Before Feminism Went Pastel. In: The New Yorker. 13. Mai 2009, abgerufen am 22. September 2022 (amerikanisches Englisch).
  43. a b c d e Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Das Reich der Kranken (1975–1979), S. 168–183.
  44. Tanja Schwarzenbach: Die künstlerische Beziehung von Susan Sontag und Annie Leibovitz – Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2017, S. 68 (uni-muenchen.de [PDF]).
  45. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 119.
  46. Tanja Schwarzenbach: Die künstlerische Beziehung von Susan Sontag und Annie Leibovitz – Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2017, S. 282–287 (uni-muenchen.de [PDF]).
  47. Joan Acocella: Susan Sontag, the Hunger Artist. In: The New Yorker. 28. Februar 2000, abgerufen am 16. Oktober 2022 (amerikanisches Englisch).
  48. The New York Public Library and The New York Institute for the Humanities Launch Partnership. In: The New York Public Library. 15. April 2021, abgerufen am 17. Oktober 2022 (englisch).
  49. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 122 f.
  50. a b c d Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Die letzte Intellektuelle (1980–1983), S. 184–200.
  51. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 131 f.
  52. Come tu mi vuoi (1979/80). In: Teatro Stabile di Torino. Abgerufen am 18. Oktober 2022 (italienisch).
  53. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 132.
  54. Tanja Schwarzenbach: Die künstlerische Beziehung von Susan Sontag und Annie Leibovitz – Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2017, S. 79 (uni-muenchen.de [PDF]).
  55. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 135.
  56. a b c d Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Politik im Kleinen (1984–1988), S. 201–233.
  57. Various Contributors: Communism and the Left. In: The Nation. 2. Januar 1998, ISSN 0027-8378 (thenation.com).
  58. Giro turistico senza guida – Unguided Tours. In: Stadtkino Wien. Abgerufen am 15. November 2022.
  59. Primer for Pina, A: Susan Sontag on Pina Bausch: A Television Essay (TV). In: The Paley Center for Media. Abgerufen am 15. November 2022 (englisch).
  60. Sigrid Löffler: Susan Sontag: „Wie wir jetzt leben“ – Aids und die Parallelen zu Corona. In: Deutschlandfunk Kultur. 3. Dezember 2020, abgerufen am 22. November 2022.
  61. Jerome Boyd Maunsell: Susan Sontag. In: Critical Lives. Reaktion Books Ltd, London 2014, ISBN 978-1-78023-288-1, S. 138.
  62. Susan Sontag: Zur gleichen Zeit. Aufsätze und Reden. In: Perlentaucher. Abgerufen am 17. August 2022.
  63. Mara Delius: David Rieff: Tod einer Untröstlichen: Susan Sontag mit Boxhandschuhen. In: faz.net. ISSN 0174-4909 (faz.net).
  64. Collection: Susan Sontag papers. In: UCLA Library. Abgerufen am 5. August 2022 (englisch).
  65. Tom Hyry: On Digital Archives: Lessons from the Susan Sontag Hard Drives. Proceedings of the Society of American Archivists meeting, Acquisitions and Appraisal Section Annual Meeting, Cleveland, OH, 20. August 2015, abgerufen am 12. Oktober 2022 (englisch).
  66. Jonathan Rosenbaum: Goodbye Susan, Goodbye: Sontag and Movies. In: Synoptique. Nr. 7, 2005, ISSN 1715-7641, S. 23–26.
  67. Daniel Schreiber: Susan Sontag. Geist und Glamour. 2. Auflage. Aufbau, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-2519-5, Hinter der Kamera (1969–1972), S. 135–148.
  68. a b Maya McKechneay: Susan Sontags Kannibalenkino. In: ORF. 17. Mai 2016, abgerufen am 7. September 2022.
  69. US-Autorin Susan Sontag gestorben | DW | 28.12.2004. In: Deutsche Welle. 28. Dezember 2004, abgerufen am 21. Oktober 2022.
  70. Past George Polk Award Winners. In: Long Island University. Abgerufen am 9. August 2022 (englisch).
  71. Sontag, Susan. In: Elizabeth Sleeman (Hrsg.): International Who's Who in Poetry 2004. Europa Publications, London / New York 2004, ISBN 1-85743-178-2, S. 306.
  72. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In: friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de (PDF).
  73. FENA Agencija: Susan Sontag dobila svoj trg u Sarajevu (bosnian) Oslobodjenje.ba. 14. Januar 2010. Abgerufen am 21. August 2011.
  74. Notes On "Camp" In: interglacial.com (englisch)
  75. Annette Brüggemann: Der ununterbrochene Dialog. In: Deutschlandfunk, 20. März 2008.
  76. Susan Sontag – Denkerin und Diva. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 17. September 2022.
  77. Programm des Symposiums (Memento vom 6. Januar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 2. Dezember 2014.
  78. Jens-Christian Rabe: Bill Haley und die Bakchen. Zwischen Essay und Uni: Die Tagung „Radikales Denken – Zur Aktualität Susan Sontags“ in den Münchner Kammerspielen., in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 276, 1. Dezember 2014, ISSN 0174-4917, S. 14.
  79. Uwe Wittstock: Das öffentliche Sterben der Susan Sontag. Rezension in Die Welt, 5. Februar 2008.
  80. Das öffentliche Sterben der Susan Sontag, erstes Kapitel.
  81. Ursula März: Kultfigur der Literaturszene. In: Deutschlandradio Kultur, 16. Januar 2008.