Grundrisse, Nummer 37
März
2011

Wie Marx nicht gelesen werden sollte

Zur Kritik der neuen Marx-Lektüre

1) Der Anspruch der neuen Marx-Lektüre

Seit Mitte der 1960er Jahre gibt es eine „Marx-Lektürebewegung“, wie Ingo Elbe, einer ihrer Historiker, formuliert (Elbe, S. 8). [1] Diese neue Marx-Lektüre versteht sich als Kritik am bisherigen Marxismus, als „Bruch“ (Elbe, S. 13) mit der bisherigen, „traditionellen“ marxistischen Theoriebildung, als die „Entstehung eines neuen Typus und einer neuen Phase marxistischer Theoriebildung“ (Elbe, S. 13). Sie arbeitet an der „detaillierten Erforschung und Erschließung der Marxschen Ökonomiekritik“ (Hoff, S. 91). Ihr Ziel ist ein „adäquates Gegenstands- und Methodenverständnis der Marxschen Ökonomiekritik sowie ihrer staats- und revolutionstheoretischen Implikationen“ (Elbe, S. 8). Sie erhebt den Anspruch, „seit Ende der 1960er Jahre sukzessive darüber aufgeklärt (zu haben), dass das Hauptwerk des sog. ‚wissenschaftlichen Sozialismus’ seinen Kritikern wie seinen Anhängern lange Zeit ein Buch mit sieben Siegeln geblieben ist.“ (Elbe, S. 283) So hätten z.B. „Engels und Lenin, … in gravierenden Punkten das Kapital und somit die ‚Methode des wissenschaftlichen Sozialismus’ falsch verstanden“ (Backhaus, zitiert nach Elbe, S. 91/2).

Der „traditionelle (…) Marxismus“ (Elbe, S. 115) – so kritisiert die neue Marx-Lektüre erstens – sei eigentlich (und das ist negativ gemeint) ein „Engelsismus“ (Elbe, S. 14): „Der Marxismus ist in mehrerlei Hinsicht Engels’ Werk und von daher eigentlich ein Engelsismus ... eine ideologisierte und restringierte Marx-Rezeption“ (Elbe, S. 14), er sei „das Gerücht über die Marxsche Theorie“ (Elbe, S. 24). Zweitens habe das bisherige durchgehende Miss-Verstehen des Marxschen Werks und seiner Intentionen bedeutsame negative praktische politische Folgen gehabt. Dagegen ermögliche drittens das richtige Verstehen – das durch die neue Marx-Lektüre ermöglichte Verstehen – eine emanzipatorische Praxis. Ungeachtet des „extrem hohen Abstraktionsniveau(s)“ (Elbe, S. 10), auf dem die neue Marx-Lektüre-Forschung stattfinde, ermögliche sie es, „unter den erneut auftretenden Antikapitalismen verlässlicher zwischen illusionären und realitätstüchtigen, sowie zwischen repressiven und emanzipativen (zu) unterscheiden“ (Hoff, Stützle, Wolf, zitiert nach Elbe, S. 10). Die neue Marx-Lektüre hält ihre „neue Deutung des Marxschen Werks“ (Elbe, S. 599) für „innovativ und in der marxistischen Tradition einzigartig“. Gleichwohl gibt sie sich bescheiden: ihre Interpretationen seien – so Ingo Elbe - nur ein „Deutungsangebot“ (Elbe, S. 587).

2) Die neue Marx-Lektüre — ein „Deutungsangebot“?

Ein „Deutungsangebot“, wie Ingo Elbe formulierte, ist die neue Marx-Lektüre nun keineswegs. Ein Deutungsangebot könnte man ohne Schaden ablehnen: Nein danke, ist mir keine Hilfe. Wer jedoch die neue Marx-Lesart ablehnt, der hat Marx offenbar nicht nur nicht verstanden; der ist – so Ingo Elbe – mit „Blindheit“ (Elbe, S. 587) geschlagen, ist voller „Ignoranz“ (369), „Ratlosigkeit“ (283) und „Hilflosigkeit“ (587).

3) Größere Klarheit?

Die neue Marx-Lektüre behauptet, Marx sei gelegentlich unklar – zugestanden. Aber wer das kritisiert, sollte der nicht selber klarer sein? Die neue Marx-Lektüre ist aber oft keineswegs klarer. Ich beschränke mich auf ein typisches Beispiel: Einem Marx-Interpreten, der für die Marxsche Methode eine „Einheit des Logischen und des Historischen“ (Elbe, S. 42/3) behauptet, wird von Ingo Elbe vorgeworfen: „Dabei wird umstandslos die Historizität des Gegenstands des Kapital und der Kategorien, die ihn erfassen, mit dem Gegenstand der Untersuchung als historischem Prozess konfundiert.“ (43, Kursivierungen von Ingo Elbe) Eine tiefsinnig klingende Kritik. Nur was besagt sie? Wer oder was wird da „konfundiert“, also – auf Deutsch gesagt – zusammengeworfen statt auseinandergehalten? Offenbar gibt es drei Gegenstände historischer Natur, die laut Ingo Elbe auseinander zu halten seien: erstens den historischen Gegenstand des Buches „Das Kapital“, zweitens die Kategorien, die diesen historischen Gegenstand erfassen, und schließlich drittens den historischen Gegenstand der Untersuchung des Buches „Das Kapital“: das Kapital (bzw. der Kapitalismus). Nur: Was ist der erste Gegenstand, der Gegenstand des Buches „Das Kapital“ – wenn nicht der angeblich dritte Gegenstand: nämlich das Kapital (bzw. der Kapitalismus)? Was verlangt Ingo Elbes „Konfundierungsverbot“: Was darf man ihm zufolge nicht und was muss man stattdessen tun? Und aus welchen Gründen: für welchen Zweck ist dieses „Konfundierungsverbot“ angebracht bzw. erforderlich? Ich breche den Interpretationsversuch hier ab – wegen Vergeblichkeit.

Ersichtlich klingen derartig formulierte Texte, die es vor allem bei Ingo Elbe öfter gibt, tiefsinnig; es scheint um Wichtiges, um Grundlegendes zu gehen. Aber Verstehensversuche sind weitgehend zum Scheitern verurteilt. In wissenschaftlichen Arbeiten haben solche Sätze, scheint mir, nichts zu suchen – es sei denn, man verfolgte mit ihnen die von Michel Foucault gegenüber dem Philosophen-Kollegen John Searle ausgeplauderte Taktik, der ihn gefragt hatte: „Michel, im Gespräch drücken Sie sich so verständlich aus, warum ist Ihr geschriebenes Werk so undurchsichtig?“ Worauf Foucault geantwortet haben soll: „Das liegt daran, dass man, wenn man von den französischen Philosophen ernst genommen werden will, zu fünfundzwanzig Prozent unzugänglichen Unsinn schreiben muß.“ Daniel C. Dennett, der dieses Gespräch mitteilt, erklärt im Anschluss daran: „Ich habe zu Ehren von Foucaults Offenherzigkeit einen Begriff für diese Taktik geprägt: Eumerdifikation.“ (Daniel C. Dennett: Den Bann brechen: Religion als natürliches Phänomen, Ffm 2008, S. 492/3)

4) Kritik der Ziele der neuen Marx-Lektüre

Die seltsame Beschränkung der neuen Marx-Lektüre auf Interpretationsarbeit

Die neue Marx-Lektüre ist seltsam beschränkt: Sie interpretiert nur Texte (meist von Marx) und sucht deren Sinn. Es gibt bei der neuen Marx-Lektüre keinerlei Eingehen auf Wirklichkeit. Sie haben immer nur Marx-Texte, nie die Sache selbst, den zu überwindenden Kapitalismus, vor Augen. Ein Beispiel: Zwar verspricht Jan Hoff (S. 286) in einem Kapitel seines Buchs „Einblick in die an Marx orientierte südkoreanische Krisendiskussion nach der Asienkrise von 1997“. Doch die Überschrift täuscht: Die „Asienkrise von 1997“ ist bei Jan Hoff eine bloße Zeitangabe, die reale Asienkrise kommt tatsächlich mit keinem Wort vor, weder bei den von Hoff referierten Marx-ForscherInnen (z.B. dem südkoreanischen Krisentheoretiker Lee Jun Kim: „Krise der Theorie und Theorie der Krise“, Ffm 1998) noch bei Jan Hoff selber: „Während und nach der Asienkrise von 1997 beschäftigten sich an Marx orientierte südkoreanische Wissenschaftler mit dem Zusammenhang von Geld-, Kredit- und Krisentheorie.“ (Hoff, S. 294; Kursivierung nicht im Original), wobei dieses Absehen von der Realität von Jan Hoff nicht als Mangel gesehen wird.

Die neue Marx-Lektüre rechtfertigt ihre Beschränkung auf bloße Interpretationsarbeit folgendermaßen: Erst müsse „das Wesen des Kapitals“ (Elbe, S. 71) begriffen sein; vorher könne man es nicht empirisch untersuchen, ja nicht einmal als solches identifizieren (71). Zugestanden: Ich muss eine Vorstellung – einen (Vor-)Begriff – vom Kapital/Kapitalismus und seinem Wesen haben, um das Kapital/den Kapitalismus in der Wirklichkeit identifizieren und untersuchen zu können. Das kann doch aber nicht heißen, dass man immer nur, inzwischen mehr als 40 Jahre lang Interpretationen Marxscher Begriffe vorzunehmen hätte.

Vorgehen und Ziel Marx-gerecht?

Das Ziel, Marx’ Texten interpretatorisch gerecht zu werden, ist sicher ein sinnvolles Ziel. Sich in die Marxsche Begriffswelt interpretierend zu vertiefen, ist sicher gut und schön, nur muss man doch irgendwann mal wieder auftauchen und einen in der „Tiefe“ gefundenen Schatz ans Tageslicht mitbringen und „oben“ nutzbringend verwenden (wie auch die neue Marx-Lektüre selbst es als Ziel formuliert hat). Das zentrale Ziel für Marx-ForscherInnen, dem sie gerecht werden müssten, heißt: Wie lässt sich die gegenwärtige „ganze alte Scheiße“ (Marx, MEW 3, S. 35) und der dafür wesentlich verantwortliche Kapitalismus baldmöglichst mit den geringstmöglichen Kosten überwinden? Und dies Problem verlangt kaum primär und schon gar nicht ausschließlich eine immer „tiefere“ Durchdringung von Marx-Texten, sondern die Erarbeitung von „adäquateren“, d.h. weniger stümperhaften, weniger erfolglosen Theorien, die bei der emanzipatorischen Weltveränderung helfen.

Bloße Philologie – ein Irrweg

Bloße Philologie von Marx-Texten ist für dieses Ziel unzureichend, sofern sie nur immer weiter zu differenzieren versucht, nur immer weiter ausholt und nur immer „tiefer“ zu dringen versucht. Wer den Marxschen Intentionen gerecht werden will, muss der nicht die marx(isti)schen Begriffe, so wie sie vorliegen und für wie klar oder unklar man sie immer halten mag, baldmöglichst versuchsweise zur Erklärung der schlechten Wirklichkeit benutzen? Um dann gegebenenfalls zu erfahren, dass und wie die Begriffe klarer bestimmt werden müssen, damit sie geeignet sind, die schlechte Wirklichkeit grundlegend zu verändern? Aber ohne jeden Anwendungsversuch – wie sollte man so je zu adäquaten Begriffen kommen können?

5) Zur Kritik der neuen Marx-Lektüre an der logisch-historischen Methode

In seiner Rezension von Marx’ „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ von 1859 schrieb Engels über die Methode der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie: „Die logische Behandlungsweise war … allein am Platz. Diese aber ist in der Tat nichts andres als die historische, nur entkleidet der historischen Form und der historischen Zufälligkeiten. Womit diese Geschichte anfängt, damit muß der Gedankengang ebenfalls anfangen, und sein weiterer Fortgang wird nichts sein als das Spiegelbild, in abstrakter und theoretisch konsequenter Form, des historischen Verlaufs; ein korrigiertes Spiegelbild, aber korrigiert nach Gesetzen, die der wirkliche geschichtliche Verlauf selbst an die Hand gibt ...“ (MEW 13, S. 475). Hans-Georg Backhaus kritisiert diese „Engelssche ‚Dialektik’ von Logischem und Historischem als ein ‚vulgärmarxistisches Missverständnis’“ (Elbe, S. 72). Der „wirkliche historische Charakter der Marxschen Wissenschaft“ werde mit dieser logisch-historischen Methode verfehlt, so Ulrich Müller, ein weiterer neue Marx-Lektüre-Forscher. Sie sei eine „Fehldeutung“ (zitiert von Elbe, S. 117).

Die Interpretation, die diesen harten Vorwurf begründen soll, ist folgende: „Marx beabsichtige keineswegs die Nachzeichnung des historisch-empirischen Werdens“ des realen Kapitalismus, „sondern vielmehr die begriffliche ‚Entfaltung’“ des Wesens des Kapitals bzw. des Kapitalismus (Elbe, S. 43). Die „logisch-systematische Methode“ (Elbe, S. 88) der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie sei eine „Wesensanalyse des Kapitals, die mittels begrifflicher Abstraktionen vollzogen werde“. (43) Marx vertrete – so die neue Marx-Lektüre – eine logische Methode, während Engels (und ihm folgend: der Marxismus) eine historische Methode vertrete. Es bestehe eine Unvereinbarkeit zwischen den beiden Methoden. Und die Engels’sche marxistische Methode sei sachlich unhaltbar.

Das Problem mit diesen neue Marx-Lektüre-Behauptungen ist: Wie Hans-Georg Backhaus schließlich einsehen musste, ist Marx nicht der konsequente Verfechter ausschließlich der logischen Methode. Es gibt methodische historische Ansätze auch bei Marx – weshalb die neue Marx-Lektüre auch Kritik an Marx übt: Es sei bei Marx „ein schleichender Prozeß der Historisierung des Logischen“ festzustellen, den Hans-Georg Backhaus kritisiert. Es seien „verfälschende Historisierungen“ von Marx vorgenommen worden. „Die Entwicklung von Zur Kritik bis zur Zweitauflage des Kapital sei … ‚als Fehlentwicklung zu kritisieren und zu korrigieren’“ (Elbe, S. 190). Wie Hans-Georg Backhaus schließlich auch noch einsehen musste, ist Engels nicht der konsequente Vertreter ausschließlich der historischen Methode; es gibt methodische logische Ansätze auch bei Engels. So findet Hans-Georg Backhaus „antihistorizistische methodologische Reflexionen zur Marxschen Kritik aus der Feder von Engels“ (Elbe, S. 192/3), z.B. in seiner Rezension der Erstauflage des „Kapital“. So muss Hans-Georg Backhaus schließlich sprechen „von einer ‚Pattsituation’ der sich widersprechenden logischen und historischen Methodenansätze im Marxschen Werk selbst“ (Elbe, S. 190). Damit wird die „neue Marx-Lektüre“-Behauptung vom Methodengegensatz zwischen Marx und Engels zumindest fraglich.

Es bleibt die zweite Behauptung: die der logischen Unvereinbarkeit beider Methoden. Marx selber (und Engels) sehen anscheinend keinen Gegensatz, keine logische Unvereinbarkeit, sondern eine Zusammengehörigkeit, ein notwendiges gegenseitiges sich Ergänzen zwischen logischer und historischer Methode. Erforderlich wäre deshalb offenkundig, zu prüfen, ob Marx (und Engels) Recht haben oder nicht. Eine solche Prüfung nimmt die neue Marx-Lektüre aber nicht vor. Sie setzt ungeprüft als selbstverständlich voraus, dass zwischen logischer und historischer Methode ein Gegensatz, eine Unvereinbarkeit, besteht. Und diese ihre Voraussetzung zieht die neue Marx-Lektüre zu keinem Zeitpunkt in Zweifel. Doch möglicherweise liegt ja nur ein scheinbarer, ein bloß sprachlicher Unterschied vor. Bekanntlich sind: „Ein Glas ist halbvoll“ und: „Ein Glas ist halbleer“ zwei sprachlich ganz unterschiedliche Sätze. Doch wie jeder weiß, liegt in der Sache überhaupt kein Unterschied vor. Und nicht immer wo ein sachlicher Unterschied vorliegt, liegt damit eine sachliche Unvereinbarkeit vor. „Marx war Zigarrenraucher“ und: „Marx war Emigrant“ sind zwei sprachlich ganz unterschiedliche Sätze. Aber keineswegs zwei sachlich unvereinbare Aussagen. Dafür dass es sich nicht wirklich um zwei unterschiedliche Methoden handelt, spricht die folgende Überlegung: Wenn die logisch-systematische Methode „Wesensanalyse des Kapitals“ ist, „die mittels begrifflicher Abstraktionen vollzogen werde“ (Elbe, S. 43) – wie die neue Marx-Lektüre behauptet –, dann bleibt die Frage offen: An welchem Material sollen diese „begrifflichen Abstraktionen vollzogen“ (Elbe, S. 43) werden? Doch wohl an historischem Material. Wo liegt dann der behauptete wesentliche Unterschied zwischen den beiden Methoden?

Aber selbst wenn es denn zwei unterschiedliche Methoden sein sollten: Warum das Bestehen der neuen Marx-Lektüre auf einem Methoden-Monismus? Welchen Unterschied macht die Wahl des einen oder des anderen methodischen Ansatzes für den Umgang mit der Wirklichkeit aus? Warum sollte nur die „logisch-systematische“ Methode zulässig sein? Die neue Marx-Lektüre zeigt nicht, dass die logisch-systematische Methode zu anderen, und insbesondere weiterführenden, besser für die Anwendung tauglichen Ergebnissen führt als die von ihr kritisierte logisch-historische Methode. Und sie zeigt nicht, dass die Ergebnisse, zu denen man mit der logisch-historischen Methode kommt, unhaltbar sind.

Der Gegenstand des „Kapital“ laut „logisch-systematischer“ Methode

Gegenstand des „Kapital“ sind – so Ingo Elbe – „die wesentlichen Bestimmungen des Kapitalismus, das, was bei aller historischen Veränderung gleich bleiben muss, damit wir überhaupt von ‚Kapitalismus’ sprechen können“ (Elbe, S. 89). „Marx’ gehe es im Kapital … nicht darum, einen inneren, gesetzmäßigen Zusammenhang der geschichtlichen Entwicklung aufzufinden, wie Engels behaupte, sondern um die Gesetze, ‚die wesentliche Struktur’, des Kapitalismus.“ (Elbe, S. 103) Eine ziemlich unklare und zweifelhafte Alternative: der „innere, gesetzmäßige Zusammenhang der geschichtlichen Entwicklung“ – ein Gegensatz zu „den Gesetzen des Kapitalismus“, zu seiner „wesentlichen Struktur“? Und eine merkwürdige Sicht der Dinge: Gibt es in Marx’ „Kapital“ nicht mehrfach unzweifelhaft historische Darlegungen, z.B. zum Kampf der Arbeiterklasse um die Arbeitszeitverkürzung, z.B. über die ursprüngliche Akkumulation? Und die sollen alle nicht wesentlich zum „Kapital“ dazugehören? Besteht für die neue Marx-Lektüre das „Kapital“ im Wesentlichen nur aus den ersten drei oder vier Kapiteln, und nicht aus den 25 Kapiteln, aus denen es tatsächlich besteht?

6) Kritik von Ergebnissen der neuen Marx-Lektüre

Ergebnisse? Die Forschungs-Bemühungen der neuen Marx-Lektüre bleiben weitgehend ergebnislos

Ergebnisse der Forschungen der neuen Marx-Lektüre zu kritisieren, ist kaum möglich, denn es gibt nach inzwischen gut 40 Jahren Forschung durch Dutzende von Marx-ForscherInnen kaum Ergebnisse; und nur selten besteht unter den AnhängerInnen der neuen Marx-Lektüre Einigkeit über gesicherte Ergebnisse. Ich gebe vier Beispiele.

Beispiel 1: die Erforschung des „6-Bücher-Plans“ von Marx

Bekanntlich wollte Marx sein Werk in 6 Büchern darstellen: „Die ganze Scheiße soll zerfallen in 6 Bücher: 1. Vom Kapital. 2. Grundeigentum. 3. Lohnarbeit. 4. Staat. 5. Internationaler Handel. 6. Weltmarkt.“ (Brief an Engels vom 2.4.1858, MEW 29, S. 312) Jan Hoff: „Es stellt sich die Frage nach dem Schicksal des 6-Bücher-Planes in der Entwicklungsgeschichte der Marxschen Ökonomiekritik. Wurde die ursprüngliche Marxsche Aufbauplan-Konzeption beibehalten, wurde sie Veränderungen unterworfen, wurde sie schließlich aufgegeben? Um derartige Fragen dreht sich seit Jahrzehnten (Kursivierung von mir hinzugefügt) ein großer Teil der internationalen Forschung zum Kapital.“ (Hoff, S. 254) Und die Ergebnisse dieser „umfassenden Forschungen“ (Hoff, S. 295)? Umfangreich geforscht wurde zu diesem Problem z.B. an der Universität Halle. Jan Hoff zum „Hallenser ‚6-Bücher-Rekonstruktionsprojekt’“ (Hoff, S. 295): „Zwar gelang die geplante umfassende Rekonstruktion des unvollendeten Marxschen Hauptwerks nicht, doch wurden zu allen relevanten Struktureinheiten dieses Werks Einzeluntersuchungen in Gestalt von Dissertationen sowie von Artikeln in der von der Sektion Marxismus-Leninismus an der Martin-Luther-Universität herausgegebenen Reihe Arbeitsblätter zur Marx-Engels-Forschung vorgelegt.“ (Hoff, S. 261) Nicht nur deutsche ForscherInnen befassten sich mit dem „6-Bücher-Plan“. Wie Jan Hoff (S. 257) informiert, ist „die Problematik des Marxschen 6-Bücher-Plans in den 80er Jahren auch in der angelsächsischen Welt thematisiert worden, namentlich in Allen Oakleys für den englischen Sprachraum bahnbrechender Studie zur Entstehungsgeschichte der Marxschen Ökonomiekritik.“ Jan Hoffs „bahnbrechend“ klingt vielversprechend. Doch das „Bahnbrechende“ besteht (so die unmittelbar anschließenden Sätze von Jan Hoff) nur in Folgendem: „In dieser Studie wird den Marxschen Aufbauplänen viel Aufmerksamkeit gewidmet. Oakley hebt hervor, dass Das Kapital im Kontext seiner Quellen und seiner Werkgeschichte interpretiert werden müsse.“ (Hoff, S. 257) Wie Jan Hoff zusammenfassend schreibt, „ist es bislang nicht gelungen, einen wissenschaftlichen Konsens hinsichtlich der Problematik ‚6-Bücher-Plan’ … innerhalb der Marxschen Theorieentwicklung herauszubilden.“ (Hoff, S. 275/6) Er liegt, so Jan Hoff, „nach wie vor in weiter Ferne.“ (Hoff, S. 254)

Beispiel 2: das Konzept einer „logisch-systematischen Darstellung“

Ingo Elbe schreibt (S. 124, Kursivierung von mir) über das Konzept einer logisch-systematischen Darstellung, eines der zentralen Themen dieses Forschungsprogramms der neuen Marx-Lektüre: „... innerhalb der neuen Marx-Lektüre wird das Konzept einer logisch-systematischen Darstellung seit der zweiten Hälfte der 70er Jahre durchaus kontrovers diskutiert. ... Sämtliche dieser Ansätze bemühen sich ... um eine Klärung des von Marx postulierten dialektischen Charakters der Darstellung und eine Beantwortung der Frage, in welcher Hinsicht diese mit gängigen wissenschaftstheoretischen Erklärungsmodellen kompatibel ist.“ Es ist, denke ich, nicht erforderlich, das von mir Kursivierte: „seit der zweiten Hälfte der 70er Jahre durchaus kontrovers diskutiert“ und „bemühen sich“ in Klartext zu übersetzen.

Beispiel 3: eine „Krisen-Diskussion“

1975 erschien als Kollektivarbeit ein 2-bändiges Werk „Krise und Kapitalismus bei Marx“ (Veit-Michael Bader und andere: Krise und Kapitalismus bei Marx. 2 Bde. Ffm 1975, 486 Seiten). Die Autoren schreiben gegen Ende ihrer Arbeit (S. 469): „Die Beweislast, die wir mit der vorliegenden Untersuchung auf uns genommen haben, war keine rein philologische; die schlüssige Auslegung der Marxschen Texte war nur das Mittel, nicht das Ziel der Untersuchung. Der Rückgang auf Marx sollte dazu dienen, den ‚Grund der Krise’ oder die ‚Grundlage der Überproduktion’ offenzulegen.“ Und die Ergebnisse nach fast 500 eng bedruckten Seiten?: „Die von uns an Hand der Marxschen Texte durchgeführte Entwicklung eines ökonomischen Krisenbegriffs hat noch nicht den Punkt erreicht, an dem sich ein Bezugsrahmen für empirische Untersuchungen formulieren ließe.“ (S. 470) Also: Nur begriffliche Vorarbeiten, die nach fast 500 Seiten keineswegs als im Wesentlichen abgeschlossen angesehen werden können, dass die Forscher in absehbarer Zeit an die marxistische Analyse der realen kapitalistischen Krisen herangehen könnten. Ein Ende der für erforderlich gehaltenen Vorarbeiten ist nicht absehbar. Anscheinend handelt es sich um eine praktisch unendliche Aufgabe, die auch von keinem der neun Autoren der Studie in der Folgezeit – soweit ich sehe – weiter oder gar zu Ende geführt wurde. Das gilt nicht nur für diese Studie; das zeigt (ungewollt) auch Ingo Elbes Studie. Im Ökonomie-Teil, dem längsten seiner Arbeit, gibt es keinerlei ökonomische Aussagen, immer nur Begriffsbestimmungen, nie Anwendungen dieser Begriffe. Alles nur „Meta-Theorie“. Die neue Marx-Lektüre-ForscherInnen kommen nie zur Sache: zur kapitalistischen Wirklichkeit. Sollte es wirklich so sein, dass das Ziel der neuen Marx-Lektüre erst am Sankt-Nimmerleins-Tag erreicht werden kann? Läuft da vielleicht etwas schief? Ist das Forschungsprogramm neue Marx-Lektüre vielleicht kein sinnvolles Forschungsprogramm?

Beispiel 4: die „Wertform-Analyse“

Ein weiteres zentrales Thema, das zentrale Thema der neuen Marx-Lektüre, ist die „Wertformanalyse“ (bei Ingo Elbe nimmt die Darstellung dieser Diskussion fast 300 von insgesamt 600 Seiten ein). Was ist mit „Wertformanalyse“ gemeint? Marx schreibt im „Kapital“ (MEW 23, S. 95): „Die politische Ökonomie hat …, wenn auch unvollkommen, Wert und Wertgröße analysiert und den in diesen Formen versteckten Inhalt entdeckt. Sie hat niemals auch nur die Frage gestellt, warum dieser Inhalt jene Form annimmt, warum sich also die Arbeit im Wert und das Maß der Arbeit durch ihre Zeitdauer in der Wertgröße des Arbeitsprodukts darstellt?“ Wofür ist die Antwort auf diese Frage wichtig? Die Unterscheidung zwischen Wertinhalt und Wertform macht es Marx möglich, zu zeigen, dass Waren, Geld und Kapital nicht bloß ökonomische Dinge sind, die in einer bestimmten sachlichen Beziehung zueinander stehen, sondern dass diese Sach-Beziehungen nur vordergründig, nur scheinbar Beziehungen zwischen ökonomischen Sachen, dass sie tatsächlich ein gesellschaftliches Verhältnis, Beziehungen zwischen Menschen sind: Ausbeutungsverhältnisse. Marx dachte, diese Verschleierung der Ausbeutungsverhältnisse zwischen Menschen zu Beziehungen zwischen Sachen – ihre „Fetischisierung“ – sei bei der Ware als einer einfachen Wertform „noch relativ leicht zu durchschauen“ (MEW 23, S. 97).

Dagegen ist für die neue Marx-Lektüre schon diese für Marx „noch relativ einfach zu durchschauende“ Wertform ein Rätsel. Und im Laufe ihrer jahrzehntelangen Klärungsbemühungen kommen die neue Marx-Lektüre-ForscherInnen entweder zu dem Schluss, das Problem der Wertform sei für Marx unlösbar, oder sie interpretieren die verschiedenen Ausführungen von Marx zur Wertform ausführlich als stimmig – allerdings ohne Klarheit zu schaffen (dazu gleich zwei Belege). Das liegt möglicherweise nicht nur an der Sprache, in der die neue Marx-Lektüre-ForscherInnen interpretieren, sondern auch an einem befremdlichen Charakteristikum der „neuen Marx-Lektüre“: Für sie gibt es nur Marxsche Ökonomiekritik, aber keinerlei sozialökonomische Theorie bei Marx; dass es eine Marxsche sozialökonomische Theorie gebe, das sei unzutreffend, das sei bloß die „herkömmliche(…) Lesart des Marxschen Textes als positive sozialökonomische Theorie“ – so z.B. Diethard Behrens (in: Gesellschaft und Erkenntnis. Freiburg 1993, S. 11); das sei aber nicht „die Perspektive des kritischen Marxismus“ (Behrens, S.11). Marx habe aus seiner Ökonomiekritik keine alternative sozialistische („marxistische“) politische Ökonomie entwickelt; was er entwickelt habe, sei die Kritik an den ökonomischen Theorien, die dem Warenfetischismus erlegen sind, und diese Kritik sei zugleich die Erklärung, warum die sozialökonomischen Theorien die Wirklichkeit missverstehen. Als ob es nicht sinnvoll wäre, über die Kritik hinaus auch eine sozialistische („marxistische“) ökonomische Theorie der kapitalistischen Produktionsweise vorzulegen. Und als ob Marx nicht genau das getan hätte – mit seinen vielen ökonomiekritischen Schriften, die nicht nur Kritik der zu seiner Zeit vorliegenden ökonomischen Theorien, sondern auch eine Theorie des Kapitalismus sind. Lässt man aber, wie es die neue Marx-Lektüre praktiziert, die marx(isti)sche ökonomische Theorie außen vor, dann wird deren Grundlegung – die Anfangskapitel des „Kapital“ –, als allein für sich stehendes Fundament, zunehmend unverständlich. Je „tiefer“ die Interpretationen der neuen Marx-Lektüre da einzudringen versuchen, desto mehr nimmt die Verrätselung der einführenden grundlegenden Ausführungen von Marx im „Kapital“ zu.

Hier nun die zwei Belege. Zuerst ein ungekürztes längeres Ingo-Elbe-Zitat, ein Referat eines Stücks der Wertformanalyse-Debatte der neuen Marx-Lektüre, das sprachlich keineswegs aus dem Rahmen fällt:

Zwar herrscht nach Backhaus ‚keine Klarheit darüber’, was begriffliche oder dialektische Ableitung des Geldes bedeutet. Weder der Status nichtempirischer Gesetze als ‚Wesensgesetze’ noch das Verhältnis von Forschungs- und Darstellungsweise gelten ihm als geklärt. Deutlich sei aber, dass Marx eine ‚Wesendefinition’ des Geldes angestrebt habe, die als rein logische Begriffsentfaltung jenseits der Beschreibung historischer Abläufe konzipiert sei. Was dies bedeuten könne, wird von Backhaus nur im Anmerkungsapparat, im Anschluss an Klaus Hartmanns Ausführungen zur ‚transzendentalen’ Problematik der Marxschen Werttheorie, angedeutet. Hartmann hält Marx’ Werttheorie deshalb für transzendental, weil sie ihre Kategorien nicht sämtlich ‚auf derselben Seinsebene’ ansiedle, sondern als ’Rekonstruktion der Ökonomie (…) aus (…) Prinzipien (…) einen Bereich von Phänomenen’ erschließe. Hartmann geht offen gegen Engels’ historische Lesart der Werttheorie vor: ’Die Engelssche Auffassung ist ein vulgärmarxistisches, historisch-vorstellendes Mißverständnis’. Er verbleibt aber, wie Backhaus zeigt, paradoxerweise auf derselben ‚vorstellenden’ Ebene eines prämonetären Gegenstandsverständnisses, da er die Ware des Anfangs als ‚anschaulichen, unmittelbaren Gegenstand missversteh(t)’, dem eine Kennzeichnung der Wertformanalyse als Schilderung ’historisch frühe(r) Stadien der Ökonomie’ entspreche. Was Hartmann aber Backhaus zufolge zeigt, ist, dass eine realistisch verstandene prämonetäre Ware nicht fortbestimmbar ist, weil sie keine notwendigen Mängel aufweist und nur im Medium der ‚Vorstellung’ mittels empirisch aufgenommener Kategorien erweiterbar ist. Wird die Ware an sich zum isoliert existierenden Ding reifiziert, so lässt sich mithin eine immanente Entwicklung nicht mehr ausmachen und die Abfolge der Kategorien nur noch didaktisch rechtfertigen. Wert als von Hartmann sogenanntes ‚Prinzip’, das ein ‚transzendentales’ nacheinander ’seinsmäßig simultane(r)’ Kategorien anzeigt, ist so nicht mehr zu rechtfertigen.

(Elbe, S. 188/9)

usw. usf.

Und ich hatte immer gedacht, es gebe einen WissenschaftlerInnen-Imperativ, der besagt: Schreibe möglichst klar! Aber so unklar, wie Ingo Elbe referiert, verläuft die ganze Diskussion. Und jetzt das Ergebnis der gesamten Wertform-Debatte der neuen Marx-Lektüre, resümiert durch Ingo Elbe:

Die Spezifik der neuen Marx-Lektüre besteht vor allem im politischen und ökonomischen Formbegriff. Reichtumsformen im Kapitalismus sind demnach gegenständlich vermittelte (Wert), von Gegenständen repräsentierte (Geld und andere Wertformen) und als bloße Dingeigenschaften erscheinende (Fetischismus/ Mystifikation) soziale Verhältnisse zwischen Produzenten unter privat-arbeitsteiligen Vergesellschaftungsbedingungen der Arbeit. Neben der radikalen Historisierung der Reichtumsformen hat sich die Betonung des spezifischen Charakters ökonomisch-sozialer Gegenständlichkeit als von besonderer Bedeutung erwiesen. Nur mittels eines angemessenen Begriffs sachlicher Vermittlung sind sowohl die Formen des gesellschaftlichen Reichtums mit ihren intrinsischen Verselbständigungstendenzen als auch deren Einfluss auf menschliche Willensverhältnisse, die Form monopolisierter Gewaltorganisation und die Denkformen innerhalb sozialer Bewegungen begreifbar.

(Elbe, S. 587)

Dies Resümee verstehe, wer kann. Klar ist dagegen Jan Hoff, der (in: Bemerkungen zu Nadja Rakowitz’ „Einfache Warenproduktion“, 2002) über das Programm der „Wertformanalyse“ (S. 272/3) schreibt: „Zwar sind seit den sechziger Jahren durchaus erste vielversprechende Ansätze gemacht worden, das Beweisziel und die implizierte Kritikdimension der Wertformanalyse nicht nur zu referieren, sondern auch zu explizieren, sowie ihre darstellungslogische Funktion im kategorialen Fortgang der Marxschen Ökonomiekritik zu hinterfragen… . soll hier … aufgezeigt werden, dass eine in allen Punkten konsistente Explikation der Wertformanalyse immer noch ein Desiderat darstellt, zumindest solange in Bezug auf die verschiedenen Deutungen innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses kaum ein Konsens gefunden werden kann.“ Abschließend zum Thema „Wertform-Analyse“ ein Marx-Zitat. Marx schrieb 1868 über einen Rezensenten des ersten Bands des „Kapital“: „Der Unglückliche sieht nicht, dass, wenn in meinem Buch („Kapital I“ – J.-F.A.) gar kein Kapitel über den ‚Wert’ stünde, die Analyse der realen Verhältnisse, die ich gebe, den Beweis und den Nachweis des wirklichen Wertverhältnisses enthalten würde. Das Geschwätz über die Notwendigkeit, den Wertbegriff zu beweisen, beruht nur auf vollständigster Unwissenheit, sowohl über die Sache, um die es sich handelt, als die Methode der Wissenschaft.“ (Marx an Kugelmann 11.7.1868; MEW 32, S. 552) Wie soll man diese Äußerung von Marx verstehen, wenn nicht so?: Eine Debatte über die Werttheorie als solche ist nicht von grundlegender Bedeutung. Die Ausführungen im „Kapital“ über den Wertbegriff könnten durchaus fehlen, ohne dass damit etwas wirklich Zentrales fehlen würde. Das Wichtige sei „die Analyse der realen Verhältnisse“, und die enthalte die marx(isti)sche Werttheorie implizit.

Die wenigen Ergebnisse lassen sich leicht in Frage stellen: „Engelsismus“?

Ein für die neue Marx-Lektüre zentrales Ergebnis, über das sogar weitgehend Einigkeit unter den neue Marx-Lektüre-Forschern zu bestehen scheint, ist: Der bisherige, der „traditionelle“ (explizit negativ formuliert: der „traditionalistische“) Marxismus ist eigentlich, wie in der Marx-Philologie schon länger immer mal wieder vertreten, ein „Engelsismus“ (Elbe, S. 14): „Der Marxismus ist in mehrerlei Hinsicht Engels’ Werk und von daher eigentlich ein Engelsismus ... eine ideologisierte und restringierte Marx-Rezeption“ (14). Der Marxismus sei „das Gerücht über die Marxsche Theorie … Insofern soll hier der traditionelle Marxismus … als Ausarbeitung, Systematisierung und Dominantwerden der Ideologiegehalte im Marxschen Werk – im Rahmen der Rezeption seitens Engels und Epigonen – begriffen werden.“ (Elbe, S. 24) Begründet wird dies von der neuen Marx-Lektüre u.a. mit einer wichtigen Entdeckung, die sie gemacht zu haben beansprucht, nämlich: Die Engels’sche Auffassung vom Wertgesetz entspreche nicht der Auffassung von Marx. „Die Engelssche Auffassung (des Wertgesetzes) ist ein vulgärmarxistisches … Missverständnis.“ (Klaus Hartmann, zitiert bei Elbe, S. 188)

Engels contra Marx?: z.B. das Wertgesetz

Das Wertgesetz besagt bekanntlich: Die Austauschproportion, nach der sich die verschiedenen Waren (einschließlich der Arbeitskraft) tauschen, richtet sich letztlich nach der zu ihrer (Re-)Produktion gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit (Marx, siehe z.B. MEW 23, S. 61). Ingo Elbe referiert Engels’ Auffassung des Wertgesetzes folgendermaßen: Es „gelte für Engels das Wertgesetz eigentlich nur in vorkapitalistischen Zeiten in „reiner“ Form, während es im Kapitalismus durch das Hinzutreten der Preiskategorie verfälscht oder modifiziert werde“ (Elbe, S. 63). Der von Ingo Elbe für die Engels’sche Auffassung gegebene Textbeleg lautet: „das Marxsche Wertgesetz gilt allgemein, soweit überhaupt ökonomische Gesetze gelten, für die ganze Periode der einfachen Warenproduktion, also bis zur Zeit, wo diese durch den Eintritt der kapitalistischen Produktionsform eine Modifikation erfährt.“ (MEW 25, S. 909; Elbe, S. 63) Offenkundig ist Ingo Elbes Referat keine philologisch ganz korrekte Textwiedergabe: Von „Preiskategorie“ ist bei Engels nicht die Rede, ebenso wenig von „verfälscht“.

Für Marx dagegen setze sich laut Ingo Elbe das Wertgesetz „erst wirklich in der kapitalistischen Produktionsweise durch, und zwar in der Form der Preisbewegung, also seines Gegenteils“. (63) (Warum die Preisbewegung das „Gegenteil“ des Wertgesetzes sein soll, ist mir unverständlich.) Der von Ingo Elbe hierfür gegebene Textbeleg lautet: „das Gesetz des Wertes (setze) zu seiner völligen Entwicklung die Gesellschaft der großen industriellen Produktion und der freien Konkurrenz, d.h. die moderne bürgerliche Gesellschaft voraus(…)“. (MEW 13, S. 46; Elbe, S. 63) Offenkundig wiederum keine philologisch ganz korrekte Textwiedergabe durch Ingo Elbe: Von „Preisbewegung“ ist bei Marx nicht die Rede. Unzweifelhaft macht Engels mit dem von Ingo Elbe zitierten Satz: „Das Marxsche Wertgesetz gilt allgemein, soweit …“ eine Tatsachenbehauptung über die historische Geltung des Wertgesetzes. Wie nun kritisieren neue Marx-Lektüre-ForscherInnen Engels’ Tatsachenbehauptung über das Wertgesetz? Ingo Elbe referiert zustimmend (S. 83/4) den neue Marx-Lektüre-Pionier Helmut Reichelt. Ihm zufolge geht es Marx in der Erstausgabe des „Kapital“ von 1867 darum, „zu beweisen, daß die Werthform aus dem Werthbegriff entspringt“ (Marx). Was dieses Marx-Zitat besagt, ist nicht ganz klar. Marx selber verwendet die zitierte Formulierung ab der zweiten Auflage des „Kapital“ nicht mehr. Möglicherweise war ihm klargeworden, es werde – wie er in den „Grundrissen“ bei einer ähnlichen Darstellung geschrieben hatte – sonst „später nötig sein…, die idealistische Manier der Darstellung zu korrigieren, die den Schein hervorbringt, als handle es sich nur um Begriffsbestimmungen und die Dialektik dieser Begriffe.“(Marx: Grundrisse S. 69) Der Zusammenhang, in dem der von Ingo Elbe zitierte Marxsche Teilsatz steht, ist die Marxsche Bemühung, „den inneren notwendigen Zusammenhang zwischen Wertform, Wertsubstanz und Wertgröße zu entdecken, d.h. ideell ausgedrückt, zu beweisen, daß die Wertform aus dem Wertbegriff entspringt.“ (MEGA2 II, 5, S. 43)

Es spricht, denke ich, viel dafür, dass Marx hier „ideell ausgedrückt“ deutlich machen will: Wer den Begriff „Wert“ bestimmen will, der muss die Zusammenhänge von Wertsubstanz, Wertgröße und Wertform analysieren; denn die Wertsubstanz – der Wert-„Inhalt“ – kann unterschiedliche Wert-Größe haben, und er kann in verschiedener „Form“ (Gestalt) existieren/erscheinen. Ingo Elbe versteht diese eher triviale, missverstehbar „idealistisch ausgedrückte“ Einsicht von Marx, dabei Helmut Reichelt folgend, als von Marx „klar formulierte Programmatik der Wertformanalyse“ (Elbe, S. 83), als Formulierung der „eigentliche(n) Problemstellung“ (Elbe, S. 83) der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie: „Was von den bisherigen Kommentatoren als ‚bloße’ Begriffsdialektik, der ein historischer Beweis beizufügen sei, beargwöhnt wurde, wird damit als eigentliche Problemstellung von Marx erkannt, der Übergang vom Wert zur Wertform sowie von der einfachen zur allgemeinen Wert-, schließlich Geldform als begriffliche Entfaltung des bestehenden notwendigen Zusammenhangs zwischen Ware und Geld dargelegt. … Damit wird erkennbar, dass – im Gegensatz zu Engels – von „Wertgesetz“ und „Warentausch“ vor der Existenz des Geldes keine Rede sein, der prämonetäre Begriff der Ware also kein empirisches Korrelat haben kann.“ (Elbe, S. 83/4; Kursivierungen nicht im Original)

Übersetzt in etwas klareres Deutsch heißt Ingo Elbes schwer verständliche Marx-Interpretation vermutlich: Marx’ Darlegungen über Ware und Geld haben nichts mit Empirie zu tun, es gehe ihm dabei vielmehr um die „begriffliche Entfaltung“ von notwendigen inneren („begrifflichen“) Zusammenhängen: Wo es noch kein Geld gebe, könne es auch keinen Wert und keine Waren geben. Das Eine sei ohne das Andere nicht vorstellbar. Daraus ziehen Ingo Elbe (und Helmut Reichelt) dann den Schluss, Engels habe Unrecht, wenn er sagt: Das Marxsche Wertgesetz gelte im Kapitalismus nicht in reiner Form, sondern durch die Preise modifiziert. Was macht Ingo Elbe hier? Er prüft nicht empirisch-historisch, ob Engels’ Tatsachenbehauptung faktisch richtig ist oder nicht, sondern er zieht einen logischen Schluss: Es könne nicht geben, was Engels als empirisch-historische Tatsache behauptet – und zwar aus begrifflichen Gründen! Ingo Elbe folgt hier offenbar Christian Morgenstern: „und so schließt er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf“. Ingo Elbes begriffliche Kritik an Engels’ historischer Tatsachenbehauptung über die Geltung des Wertgesetzes ist nicht mehr als ein Vorschlag zu anderer Begriffsverwendung, nämlich zur Nicht-Benutzung der Wörter „Wertgesetz“ und „Warentausch“ bei der Analyse von vor-kapitalistischen Gesellschaften – was zur Frage: Gab es historisch einfache Warenproduktion? überhaupt nichts beweist. Die von Ingo Elbe vorgenommene Marx-Interpretation verfehlt schlicht ihr Ziel, eine Widerlegung von Engels’ Auffassung des Wertgesetzes zu sein. Die Frage: Gab es historisch einfache Warenproduktion? hat übrigens anscheinend keiner der neuen Marx-Lektüre-ForscherInnen für prüfenswert gehalten; keiner von ihnen hat sich, soweit ich sehe, mit den von Engels und von anderen Marxisten angeführten empirischen Belegen auseinandergesetzt (siehe z.B. Elbe, S. 90). Sie werden als bloß „ethnologische Spekulationen“ (Elbe, S. 369) sprachlich abgetan, mit denen auseinanderzusetzen sich nicht lohne. Übrigens dürfte die Interpretation der Engels’schen Theorie der einfachen Warenproduktion durch die neue Marx-Lektüre philologisch kaum haltbar sein. Die Theorie der einfachen Warenproduktion impliziert nämlich keineswegs notwendig geldlosen Tausch („Warentausch vor der Existenz von Geld“), wie die neue Marx-Lektüre offenbar glaubt, sondern besagt, dass die Warenproduktion in vorkapitalistischen Gesellschaften (noch) nicht die vorherrschende Produktionsweise ist. Sie schließt, anders als die neue Marx-Lektüre meint, Preise und damit Geld für Waren keineswegs aus (siehe Marx im „Kapital“ II, MEW 24, S. 41/2 und Engels im „Kapital“ III, MEW 25, S. 909).

Wie steht es hiernach um die von der neuen Marx-Lektüre behauptete Unvereinbarkeit der unterschiedlichen Aussagen von Engels und von Marx zum Wertgesetz? Engels spricht in dem von Ingo Elbe angeführten Zitat vom unvermittelten Gelten des Wertgesetzes in „reiner“ Form in vorkapitalistischen Gesellschaften, in denen die Warenproduktion, die Produktion für den Markt, nur einen relativ geringen Anteil an der Produktion insgesamt einnimmt. Und Marx spricht in dem von Ingo Elbe angeführten Zitat von einer Gesellschaft, in der die Produktion für den Markt vorherrschend ist. Und für die stellt er in seinem ökonomischen Werk detailliert dar, dass das Wertgesetz hier „in reiner Form“ nicht gilt, wie Engels zu Recht formulierte. Hier wirkt es vermittelt über den Profit, den Zu- und Abfluss von Kapital in die Sektoren mit der höchsten Profitrate, den Ausgleich der Profitrate und die Bildung der Produktionspreise. Wo sollte hier ein „Gegensatz“ zu Marx vorliegen? Was sollte an den historischen Aussagen von Engels zur Geltung des Wertgesetzes ein folgenreiches (Hoff, S. 199: ein „fatales“) „Missverständnis“ (Elbe, Backhaus zitierend, S. 72) des Marxschen Wertgesetzes sein? Übrigens kann man die angeblich „engelsistische“ Position z.B. in einem Brief von Marx an Engels (8.1.1868, MEW 32, S. 9) finden; allerdings formuliert sie da Marx als seine eigene, wenn er nämlich schreibt: „Was die von Herrn Dühring gemachten bescheidenen Einwendungen gegen die Wertbestimmung betrifft, so wird er sich in Band II wundern, wie wenig die Wertbestimmung ‚unmittelbar’ in der bürgerlichen Gesellschaft gilt.“ Offenbar ist Marx zumindest hier ein hundertprozentiger „Engelsist“. Schließlich: Was sollte an dem Engels’schen Verständnis des Wertgesetzes, wenn es denn ein „Missverständnis“ wäre, „vulgär“, „vulgärmarxistisch“ (Elbe, Backhaus zitierend, S. 72) sein?

Negative Konsequenzen der (angeblichen) Engels’schen Fehllektüre?

Die neue Marx-Lektüre behauptet, dass die (angebliche) Engels’sche Fehllektüre der Marxschen Texte negative Konsequenzen gehabt hätte. So schreibt Jan Hoff über Engels: Es „unterliefen dem Marx-Freund in seiner Rezension (des Marxschen „Kapital“ Band I) Interpretationsfehler, die sich in rezeptionsgeschichtlicher Hinsicht geradezu fatal auswirkten.“ (Hoff, S. 199) Und an anderer Stelle schreibt Jan Hoff von „Engels’ mangelhafte(r) Interpretation der Marxschen Methode, die trotz ihres problematischen Gehalts auf den traditionellen Marxismus großen Einfluss ausübte.“ (Hoff, S. 160) Ingo Elbe spricht vom „praktische(n) Einfluss“, den nicht der Marxismus, sondern „bisher nahezu ausschließlich“ der Engelsismus, „diese(…) restringierten und ideologisierten Deutungen der Marxschen Theorie“ (Elbe, S. 24) hatten. Welche praktisch-politischen Konsequenzen, die politisch verhängnisvoll – „fatal“ (Hoff, S. 199) – waren, soll die Engels’sche Interpretation des Marxschen Werks gehabt haben? Ingo Elbe und Jan Hoff nennen keine, sie behaupten sie nur. Ingo Elbe verweist zwar zum Beleg (S. 105 in einer Fußnote) auf Hans-Holger Paul: Marx, Engels und die Imperialismustheorie der II. Internationale (1978), aber Hans-Holger Paul schreibt explizit das Gegenteil, nämlich: „Insgesamt lässt sich jedoch bereits an dieser Stelle festhalten, dass Engels die Basis des mit Marx gemeinsam erarbeiteten Verständnisses von revolutionärer Strategie und Taktik nie verlassen hat.“ (Paul, S. 55) Negativ zu beurteilende politische Konsequenzen, die sich aus einer (angeblichen) Engels’schen Fehllektüre ergeben sollen – es gibt sie offenbar nicht: weder bei Engels noch bei den MarxistInnen, die der neuen Marx-Lektüre zufolge als „EngelsistInnen“ zu charakterisieren wären (z.B. bei Lenin, Luxemburg, Trotzki, Mandel). Da bleibt, scheint mir, nur die Folgerung übrig: Die behauptete Unterschiedlichkeit von Marxismus und „Engelsismus“, wenn es sie denn geben sollte, ist anscheinend praktisch-politisch folgenlos.

„Engelsismus“ – ein Interpretationskonstrukt?

„Engelsismus“ ist anscheinend ein Interpretationskonstrukt; unfreundlicher formuliert: ein Popanz, der vielleicht den stalinistischen Marxismus-Leninismus wiedergibt, aber kaum Engels.

Grundsätzliche Fehler des Forschungsprogramms der neuen Marx-Lektüre?

Ich ziehe ein erstes Resümee: Offenbar ist die inzwischen gut 40-jährige Forschung der neuen Marx-Lektüre ein Fehlschlag: Die selbst gesetzten Ziele sind nicht erreicht, und es ist auch kein Erreichen absehbar. Es gibt kaum Ergebnisse, und die wenigen Ergebnisse sind kaum haltbar.

Die neue Marx-Lektüre — Wissenschaft als l’art pour l’art?

Und mir scheint zweitens, es lässt sich die Vermutung begründen: Bei der neuen Marx-Lektüre liegt eine Verselbständigung der Bemühungen, Theorie-Probleme zu lösen, vor. Bei ihr ist in Vergessenheit geraten, dass Theorien ihre Rechtfertigung ‚in letzter Instanz’ darin finden, eine weniger unvernünftige, eine weniger erfolglose, stümperhafte Praxis möglich zu machen. Und so ist ein (weitgehend erfolgloses) Forschungsprogramm entstanden, das Wissenschaft als Selbstzweck, als wissenschaftliches l’art pour l’art, betreibt. Dafür gibt es sogar Textbelege. Wie sonst ließe sich z.B. der folgende Satz von Jan Hoff (Bemerkungen zu Nadja Rakowitz’ „Einfache Warenproduktion“, 2002, S. 263; Kursivierung natürlich nicht im Original) verstehen?: „Gerade aber aufgrund der durch die zweite MEGA geschaffenen vielfach neuartigen Materiallage, die immer mehr als wissenschaftliche Herausforderung begriffen wird, bedarf die intensive Beschäftigung mit Karl Marx auch in heutiger Zeit keiner Rechtfertigung.“ Also der umfangreiche Nachlass von Marx ist es, der für die Wissenschaft eine Herausforderung darstellt. Und ich hatte immer gedacht, das Elend der Welt wäre die Herausforderung, und es empfehle sich, Marx zu lesen, weil mit seiner Hilfe am ehesten Aufklärung darüber zu gewinnen ist, wie sich diese „ganze alte Scheiße“ (Marx, MEW 3, S. 35) überwinden lässt.

[1Dargestellt ist diese „neue Phase marxistischer Theoriebildung“ vor allem in den Werken von Ingo Elbe: „Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik seit 1965“, Berlin 2008 (zitiert als: Elbe) und Jan Hoff: „Marx global. Zur Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses seit 1965“, Berlin 2009 (zitiert als: Hoff), auf deren Werke ich mich in der folgenden Kritik hauptsächlich, aber nicht ausschließlich beziehe.

Literatur:

  • Bader Veit-Michael u. a.: Krise und Kapitalismus bei Marx, 2 Bde. Ffm 1975
  • Behrens, Diethard: Vorwort: Der östliche, der westliche und der kritische Marxismus. In: Behrens, Diethard (Hg.): Gesellschaft und Erkenntnis, Freiburg 1993, S. 7 - 11
  • Dennett, Daniel C.: Den Bann brechen: Religion als natürliches Phänomen, Ffm 2008
  • Elbe, Ingo: Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik seit 1965, Berlin 2008
  • Hoff, Jan: Bemerkungen zu Nadja Rakowitz’ „Einfache Warenproduktion“. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung, Neue Folge 2001, Argument Verlag 2002, S. 263-284
  • Hoff, Jan: Marx global. Zur Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses seit 1965, Berlin 2009
  • Kim, Lee Jun: Krise der Theorie und Theorie der Krise, Ffm 1998
  • Marx, Karl: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Berlin 1953
  • Marx/Engels, Werke (MEW), Berlin 1956 - 1968
  • Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, Hamburg 1867, MEGA2 II, 5, Berlin 1983
  • Paul, Hans-Holger: Marx, Engels und die Imperialismustheorie der II. Internationale, Hamburg 1978
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