Arbeit
Themen

Arbeitslosigkeit

  • Wie entsteht ein gesamtösterreichisches Arbeitshaus?
  • Mindestsicherung und ALVG Novelle, oder: wie Menschen auf die Lohnarbeit zugerichtet werden
  • Arbeitslose und Jobkiller
  • Nicht aus dem Sumpf
  • Von der Deindustrialisierung zur Deklassierung*
  • (...)

Arbeitsmarkt

  • Ein scharlachroter Buchstabe für Arbeitslose
  • Vollbeschäftigtes Irrenhaus
  • Raus aus der Sackgasse!
  • Träumen nach vorn!
  • Marschallstab im Gen?
  • (...)
Beiträge
FORVM, No. 132

Entfremdetes Eigentum

Dezember
1964

Was Eigentum heißt, wird seit über tausend Jahren durch das römische Recht festgelegt. Nach diesem wird das Eigentum für den Menschen zu einem allgemein gültigen Rechtsverhältnis, welches festlegt, worüber er ungehindert verfügen kann oder nicht. Das Eigentum entsteht nach dieser bestehenden (...)

FORVM, No. 132

Entfremdete Arbeitswelt

Dezember
1964

Vor einigen Jahren hat Fritz Klenner mit Intuition und Sachkenntnis in einem Buch, das über Österreich hinaus aufhorchen ließ, das „große Unbehagen“ beschrieben, das die spätkapitalistische Gesellschaft trotz Wohlstand und Wohlfahrt erfaßt hat. Mittlerweile sind wir noch wohlhabender geworden. Trotzdem (...)

FORVM, No. 167-168

Die Gesellschaft als Kunstwerk

November
1967

Die Funktion der Kunst — eine der Funktionen der Kunst — besteht darin, den geistigen Frieden der Menschheit zu bringen. Ich glaube, daß man die Bewußtseinssituation in der heutigen Kunst nicht besser bezeichnen kann, als indem man sagt: das Bewußtsein verbreitert sich immer mehr, daß es mit dem (...)

FORVM, No. 179-180

Friede als Utopie

November
1968

Die nachfolgenden beiden Texte von Herbert Marcuse und Hans Morgenthau entstammen Referaten des 4. Salzburger Humanismusgespräches (10. bis 13. September). Thema dieses von Dr. Oskar Schatz initiierten und vom Österreichischen Rundfunk mit außerordentlicher Liberalität veranstalteten Symposions war (...)

FORVM, No. 190

Perverse Schüler

Brief. Prosa. Gedicht.
Oktober
1969

Liebe Lehrer und überhaupt Erwachsene (alle Erwachsenen sind leider Lehrer): Sind begabte Schüler brave Schüler, hochbegabte besonders brav? Muß unser Schul- und überhaupt Gesellschaftssystem alles zertrampeln, was nicht beizeiten verspricht, ein ordentlicher Konsumidiot zu werden? Nachfolgender (...)

FORVM, No. 196/I

Unterwegs zur arbeitslosen Gesellschaft

April
1970

Arbeit als Unglück — Fleiß als Tugend — Arbeitsdisziplin und Geschlechtsmoral — Arbeit und Eigentum — Arbeit und Konsumzwang — Arbeit und Triebstruktur — Arbeit als Genuß — Utopie der arbeitslosen Gesellschaft: Morus, Campanella, Saint-Simon, Fourier, Marx, Marcuse — Probleme des Übergangs zur (...)

FORVM, No. 207/I/II

Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins

Vortrag an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
Februar
1971

I. Jeder weiß, daß in den letzten Jahrzehnten in radikaler Weiterbildung alter erkenntnistheoretischer Tendenzen der Neopositivismus mit seiner prinzipiellen Ablehnung einer jeden ontologischen Fragestellung als unwissenschaftlich, absolut herrschend war. Und zwar nicht nur im eigentlichen (...)

FORVM, No. 215/I/II

Kurs auf die Kommunen

Reisebericht aus China
November
1971

K. S. K. besuchte China erstmals 1965. Im Frühjahr 1971 sah er mehr als zwei Monate lang jene Fabriken, Kommunen, Schulen, Universitäten wieder, die er damals besucht hatte, desgleichen die Mandschurei und die Provinz Kiangsi, beide meist verschlossen für Ausländer. Siehe seinen Bericht „Nixon (...)

FORVM, No. 223

Nützliche Verbrecher

Über Strafvollzug und Gesellschaft
Juli
1972

I. Schutz des Kapitals „Der Schutz des Kapitals ist Sinn des Staates. Dies wird von Locke mit vielen Beispielen belegt. Und schließlich stellt er fest, daß überhaupt nicht der Mensch, sondern einzig der Besitz seinem Wesen nach mit dem Staate verbunden ist; jeder hat jederzeit das Recht, einen (...)

FORVM, No. 224

Wer verdient wieviel?

Zur Entwicklung der persönlichen Einkommen
September
1972

I. Gleichheit im Kapitalismus Das Interesse für die Verteilung der persönlichen Einkommen ist sehr breit. Was Nachbarn, Freunde, Bekannte verdienen, beschäftigt fast alle. Angaben über Einkommen der „Reichen und Superreichen“ würden allgemeines Interesse erwecken, doch ist darüber sehr wenig bekannt. (...)

FORVM, No. 230/231

Männer als Kolonialherren
Frauen als Eingeborene

Zur Struktur des Sexismus
März
1973

1 Biologie und Geschichte Ohne Zweifel ist die Unterdrückung der Frau vorgeschichtlich und hat ihren Ursprung in gewissen Sitten, die ihr erlauben sollten, ihrer besondern biologischen Verantwortung — der Schwangerschaft — nachkommen zu können. Und wie auch immer die komplexeren Formen, die ihre (...)

FORVM, No. 230/231

Frauen wie Leibeigene

Zur Politischen Ökonomie der Frau II.
März
1973

1 Frau im Kapitalismus Margaret Benston sieht die materielle Grundlage der untergeordneten Stellung der Frauen in dem Umstand, daß man von ihnen die unbezahlte Verrichtung der Hausarbeit erwartet; sie produzieren Gebrauchswerte außerhalb der Geldwirtschaft und stehen somit in einem anderen (...)

FORVM, No. 233

Unproduktive Fließbandarbeit

Gespräch
Mai
1973

(CFDT = Conféderation Française Democratique de Travail, ehemals christlicher nun linkssozialistischer Gewerkschaftsverband.) (CGT=Conféderation Générale de Travail, Gewerkschaftsverband der KPF.) Frage: Die CFDT hatte lange Zeit ernste Vorbehalte gegen das „Gemeinsame Programm“ der traditionellen (...)

FORVM, No. 233

Fortschritt für die falschen Leute

Innovationsprozeß und Klassenlage
Mai
1973

1 Herrschaft der Maschine über den Menschen Die industriekapitalistische Produktion und Reproduktion der Gesellschaft steht unter dem Joch des Privatbesitzes an den Produktionsmitteln. Sie basiert aber auf einem Prinzip der Naturbeherrschung, welches über diese Schranke hinausdrängt. Das (...)

FORVM, No. 234

Industrialisierung der Frau

Fließarbeit und Akkord
Juni
1973

Was für eine Verschwendung der menschlichen Fähigkeiten — wenn man bedenkt, was ein Mensch tun, fühlen und ausdrücken kann —, ihn an ein Fließband zu stellen, damit er lediglich Schraubenmuttern anzieht. John Diebold, Die automatische Fabrik Es ist noch nicht allzulange her, da der Anblick einer Frau (...)

FORVM, No. 235/236

Die Sklaven des Südens stehen auf

Arbeitsaristokratie, Binnenkolonialismus, Gastarbeiter
Juli
1973

Der Text wurde im November 1972 von der italienischen Linksgruppe „Lotta Continua“ zur Diskussion gestellt. Er ist von Guido Viale redigiert, der am 28. Jänner 1973 von der Turiner Polizei nach einer antifaschistischen Demonstration unter absurden und konstruierten Beschuldigungen verhaftet wurde. (...)

FORVM, No. 237/238

Taylor hat ausgespielt

September
1973

Work in America. Report of a Special Task Force to the Secretary of Health, Education, and Welfare. MIT-Press, Cambridge (USA) und London 1973, pp. XIX + 262, Bibliographie und Index, Paperback 2,95 Dollar. Die vielleicht beste Studie über die Arbeitsverhältnisse in den USA kommt ironischer (...)

FORVM, No. 241/242
Michael Scharang:

Charly Traktor

Januar
1974

Roman, Hermann Luchterhand Verlag, Darmstadt und Neuwied 1973, 140 Seiten, DM 16,80, öS 134,40 In den Diskussionen über Arbeiterliteratur besteht immer wieder der Konflikt zwischen den Gegnern und den Anhängern der Privatsphäre und ihrer literarischen Schilderung. Während die einen verlangen, daß (...)

FORVM, No. 241/242

wir treiben eine politik des todes

aus dem unveröffentlichten nachlaß
Januar
1974

[(die folgenden passagen entstammen dem 1963 von sibylle penkert in paris entdeckten nachlaß carl einsteins. mit der bereits veröffentlichten theoretischen arbeit „die fabrikation der fiktionen“ (rowohlt 1973) und der ankündigung, weitere schriften einsteins zu publizieren, ist die chance zu einer (...)

FORVM, No. 241/242

Die Illusionen des Spätkapitalismus

Bildungsboom und Produktion, I. Teil
Januar
1974

Seit Elmar Altvaters Seminar über Bildungsökonomie (1970) herrscht auch unter Marxisten das Axiom, daß die Expansion der Schulen und Hochschulen eine Konsequenz der industriellen Konjunktur ist — etwa nach dem Schema: je mehr Fabriken, desto mehr Ingenieure; oder je mehr Arbeiter, desto mehr Ärzte. (...)

FORVM, No. 241/242

Die Armen zahlen den Reichen die Stipendien

Europas Schul- und Hochschulreform in der Sackgasse
Januar
1974

Michael Huberman ist Verfasser einer offiziellen UNESCO-Studie, die mit ihrer ungeschminkten Kritik an der westlichen Schul- und Bildungsstrategie einen handfesten Skandal hervorgerufen hat. Sofort nach Veröffentlichung ließ der Generaldirektor der UNESCO, René Maheu, alle erreichbaren Kopien (...)

FORVM, No. 241/242

Frauen sind Fremdarbeiter

Die Konjunkturen der Weiblichkeit
Januar
1974

Düstere Wolken ziehen auf am Himmel des Kapitalismus: ist die Krise da, so werden Gastarbeiter und Frauen ihre ersten Opfer. Alle Schwankungen in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigtenpolitik wirken sich stets zum Nachteil dieser beiden Gruppen aus; die Frauen sind „Gastarbeiterinnen in einer (...)

FORVM, No. 244

Begabt ist der oben

Fähigkeit — ein klassenabhängiger Begriff, I. Teil
April
1974

Der Begriff der „Fähigkeit“ hat im Lauf der Zeit einen Wandel durchgemacht, der an seiner Geltung zweifeln läßt. Der Adel sah seine bessere Begabung durch den Akt der Geburt hinreichend bewiesen, die Bourgeoisie glaubte in ihrer liberalen Hoch-Zeit an die Naturkräfte der Auslese in freier Konkurrenz. (...)

FORVM, No. 244

Schwachsinn von Staats wegen

Aus einem österreichischen Lesebuch für Hauptschüler
April
1974

1 Echte Autoritäten Die österreichische Gewerbeordnung verpflichtet Lehrlinge unter anderem zur Folgsamkeit, Treue, Verschwiegenheit und zu anständigem Betragen. Schon den Hauptschülern wird das in dem Schulbuch „Lebenskunde“, Jugend und Volk 1972 (18. Auflage 1973/74) folgendermaßen schmackhaft (...)

FORVM, No. 244

Aufzucht wider die Natur

Kindergarten im Kapitalismus
April
1974

Kindergarten und Schule sind die Kehrseite des Fabrik-Systems. Die Überwindung der „antiautoritären Phase“ durch die Linke legt den Blick frei auf die Strukturen hinter dem Autoritätskonflikt. Das Kinderladen-Problem ist nicht mehr der Angelpunkt der Welt, sondern das Tor zu einer sozialen Erfahrung (...)

FORVM, No. 255

wo nimmt man ungebrauchte frauen her?

das schlechte leben, das langsame sterben
März
1975

sie genießen ihr leben unheimlich, solange sie jung sind, ab 13 ist kein mädchen mehr sicher vor ihnen, das allgemeine wettrennen beginnt, und die hörner werden abgestoßen, von welchem vorgang das ganze dorf widerhallt. der vorgang hallt durchs tal. am ende ihrer jugend holen sich die jungmänner (...)

FORVM, No. 255

Glückliche Sklavinnen

Die Ehefrau als Dienerin, die Mutterschaft als Gefängnis
März
1975

1 Frauen arbeiten doppelt soviel wie Männer Wenn ein Mann und eine Frau heiraten — dann wird sie, spätestens nach den Flitterwochen, zur Hausfrau. Der Mann aber wird darum nicht Hausmann. Ein Mann hat einen Beruf. Das Gesetz verpflichtet ihn zwar neuerdings zum Helfen bei der Hausarbeit, aber es (...)

FORVM, No. 255

Gegen den Lohnraub

Inflation und Klassenkampf
März
1975

Der Vorschlag einer „gleitenden Lohnskala“ erscheint auf den ersten Blick als „reformistisches Manöver“. Aber der trotzkistische Theoretiker Ernest Mandel, Wortführer der IV. Internationale, sieht darin nur den Ausgangspunkt einer militanten Arbeitsstrategie, die zu immer schärferen Konfrontationen (...)

FORVM, No. 257/258

Den letzten beißen die Hunde

Internationale Arbeitsteilung und Arbeiterimmigration
Mai
1975

Im Nachwort zu meinem Buch „Politische Ökonomie der Gastarbeiterfrage“ schrieb ich, dem Kapitalismus sei es gelungen, mit Hilfe der Gastarbeiter eine tiefe Krise zu vermeiden. Die Gastarbeiter ermöglichten die riesige Akkumulation, die in den sechziger Jahren stattfand und von großem (...)

FORVM, No. 259/260

Saaltochter

Als Fremdarbeiterin in der Schweiz
Juli
1975

Die Schweiz, dachte ich mir, ist eine Spielzeugschachtel, und alles darin glänzt so sauber, weiß und rosenrot wie die Backen braver und gesunder Kinder. Das gilt vielleicht für die Schweizer. Um als Fremdarbeiter in dieses Schlaraffenland zu gelangen, muß man sich nicht durch Ströme süßen Breis (...)

FORVM, No. 261

Frischluft nur für den Computer?

Wie die Gewerkschaft die Maschinen zähmt
September
1975

Alfred Dallinger ist Vorsitzender der mitgliederstärksten Gewerkschaft im Österreichischen Gewerkschaftsbund, jener der Privatangestellten. Er hat dort auf eine Weise, die in der internationalen Gewerkschaftsbewegung vielfach zum Vorbild wurde, die Einrichtung einer eigenen Abteilung für (...)

FORVM, No. 262

Klassenkampf in China

Widerstreit zweier Linien in den Fabriken (I. Teil)
Oktober
1975

Der Kampf zwischen zwei Linien, zwischen Linken und Rechten in China, wird von der westlichen Presse immer als Machtkampf an der Spitze beschrieben. Das ist er zwar auch, aber dabei bleiben die sozialen Inhalte unberücksichtigt. Der französische Soziologe Jacques Broyelle und seine Frau Claudie (...)

FORVM, No. 269/270

Die unsichtbare Plage

Hausarbeit im Kapitalismus
Mai
1976

Hausarbeit sieht man nicht. Kein Mensch nimmt von ihr Notiz, niemand bemerkt, daß der Fußboden geschrubbt und gebohnert wurde. Erst wenn nichts geschieht, fällt uns ein ungemachtes Bett auf. Hausarbeit ist Instandhaltung und Instandsetzung: tägliches Auffüllen der Vorräte, der gewaschenen und (...)

FORVM, No. 273/274

Faschismus in den USA?

Die Konturen einer neuen Ordnung
September
1976

Durch Vietnam vom Thron des Weltherrschers gestoßen, versucht der US-Imperialismus seine Vorherrschaft unter neuen, schwierigeren Bedingungen zurückzuerobern. Die Waffen sind, wie zur Zeit des Marshallplans, wirtschaftliche: Kredit- und Währungspolitik‚ Getreidemomonol usw. Die Kosten haben diesmal (...)

FORVM, No. 247/248
Lutz Holzinger:

Gesellschaftliche Arbeit und private Hauswirtschaft

Theorie und Kritik des Reproduktionsbereichs
Januar
1977

Lutz Holzinger: Gesellschaftliche Arbeit und private Hauswirtschaft. Theorie und Kritik des Reproduktionsbereichs, Raith Verlag Starnberg 1974, 112 Seiten, DM 7,80, öS 61 Das Begriffspaar „gesellschaftliche Arbeit“ und „private Hauswirtschaft“ enthält bereits den konkreten Widerspruch, von dessen (...)

FORVM, No. 277/278

Menschenreparaturwerkstatt

Röntgenassistentin — ein gehobener Sozialberuf
Januar
1977

Ich komme überpünktlich ins Spital — ein paar Minuten vor sieben, grade beim Wechsel zwischen Nacht- und Tagdienst. Auf dem Gang Wäschewagen, ein Tisch mit Harnflaschen, neueingelieferte Patienten, für die in den Sälen kein Platz ist, mit Herzüberwachungsgeräten. Notdürftig werden sie mit Paravents (...)

FORVM, No. 282/283

Hoch die Arbeitslosen!

Das Recht der industriellen Reservearmee auf Unterhalt und Unterhaltung
Juni
1977

I. „Recht auf Arbeit“ gibt’s nicht Neuerdings wird wieder das Recht auf Arbeit gefordert, sogar gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Arbeit. „Recht auf Arbeit“, sagt Marx, sei „erste unbeholfene Formel, worin sich die revolutionären Ansprüche des Proletariats zusammenfassen“. Wer solche Parolen (...)

FORVM, No. 288

Klassenkampf mit Beton

Mitbestimmung beim Bürobau
Dezember
1977

Wenn Gewerkschaften die Humanisierung der Arbeit verlangen, dann heißt das: Gesundheitliche Schäden sollen vermieden, ein Höchstmaß an Wohlbefinden ermöglicht werden. Jedem soll sich die Chance kreativer Tätigkeit eröffnen; er soll sich mit der Arbeit identifizieren und in ihr persönliche Erfüllung (...)

FORVM, No. 291/292

Hier sind Arbeitsplätze!

Plädoyer für Arbeitszeitverkürzung
März
1978

Durch keine wie auch immer gesteuerte Wachstumspolitik, selbst mit irreparablen ökologischen Schäden erkauft, ist das 30-Millionen-Heer der Arbeitslosen in den westlichen Industrieländern aus der Welt zu schaffen. Die „westlichen“ Arbeitslosenheere sind nämlich nicht mehr vorübergehende Erscheinungen (...)

FORVM, No. 291/292

Ohne Strümpfe, ohne Schuh

Adelheid Popps Arbeiterinnenleben
März
1978

Adelheid Popp: Jugend einer Arbeiterin. Herausgegeben und eingeleitet von Hans J. Schütz, Verlag J. H. W. Dietz’ Nachf. GmbH, Berlin 1977, 187 Seiten, DM 14, öS 107 Fromme Seelen Autobiographien sind heute reinster Anachronismus und zugleich die peinlichste Form von Literatur — macht sich darin (...)

FORVM, No. 291/292

Auf dem Stockerl der Zukunft

Meine ersten 56 Jahre
März
1978

Hermann Glaser, SPD-Stadtrat für Kultur zu Nürnberg, Autor zeitgeschichtlicher Werke, zuletzt über Sigmund Freud, wagte im Oktober 1977, inmitten des Medienterrors gegen alles Linke, eine dreitägige Großveranstaltung in der Meistersingerhalle unter dem Motto „Angst und Hoffnung — Flüchten oder (...)

FORVM, No. 291/292

Niemandsland

Vom Handarbeiter zum Kopfarbeiter
März
1978

Irgendwann hatte Klein gemerkt, daß es nichts half, einfach nur immer wieder davonzurennen. Aufatmend aus einem Fabriktor zu gehen und sich einzubilden, es habe sich mit dem Kündigen die Welt verändert, als fange jetzt wirklich ein ganz anderes Leben an. Zwei Schritte vom Tor dachte er doch schon (...)

FORVM, No. 293/294

Unter uns war Krieg!

Eine jugoslawische Arbeiterin in Berlin
Mai
1978

In der Bundesrepublik und in West-Berlin leben zwei Millionen ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter. Vera Kamenko ist eine von ihnen. Sie ist eine von den wenigen, die aufschrieb, was sie hier erlebt hat. Sie ist 1969 als Arbeiterin angeworben und nach Berlin transportiert worden. Sie hat hier (...)

FORVM, No. 297/298

Pfad-Finder

Herbert Marcuse und die Neue Linke
September
1978

Am 19. Juli wurde Herbert Marcuse 80. Sein Freund und Schüler Rudi Dutschke schrieb diesen Geburtstagsartikel für das Mitglied unseres Redaktionsbeirats Ende Juni/Anfang Juli, für unser Sommerheft war’s leider zu spät. Im nachhinein: Alles Gute! 1 Begegnung des Augenblicks (Nostalgie und die (...)

FORVM, No. 301/302

Arbeitsmenschinnen

Januar
1979

In diesem Heft handeln fünf Beiträge vom Arbeitsleid der Sekretärinnen. Wie kam es dazu? Im September 1977 schrieb Waltraud Mayer erstmals nieder, was sie in ihrem Beruf bedrückt. Sie arbeitete damals als Sekretärin im Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik an der Technischen (...)

FORVM, No. 301/302

Leibeigenschuft

Sekretärinnenreport
Januar
1979

Sieh aus wie eine Frau, benimm dich wie eine Dame, denke wie ein Mann und arbeite wie ein Pferd. Blick durch die Wirtschaft Mann lehrt, Frau putzt Wir möchten die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Arbeitsplatz und seine Bedingungen lenken, nämlich den einer Sekretärin im wissenschaftlichen (...)

FORVM, No. 301/302

Direktorendirektorium

Schleichendes Berufsverbot in Österreich
Januar
1979

In Österreich ist man bisher ohne formales Berufsverbot ausgekommen. Eine in Jahrhunderten von Gegenreform und Gegenrevolution erfahrene Bürokratie braucht das nicht, sie hat subtilere Kontrollmittel. Umso grausamer wirkt sie, weil damit auch das rechtsförmige Verfahren ausgeschaltet ist. In (...)

FORVM, No. 301/302

Er und Sie

Ein altes Spiel
Januar
1979

Chef bleibt Chef Er in Schnürlsamthosen und Pullover: fesch, flott und fortschrittlich; sie in knöchelgebundenen Samthosen und Schnürschuhen: resch, schick und engagiert. Beide könnten Studenten sein, es herrscht joviale Kameradschaftlichkeit. Man tratscht über die neuesten Schlagzeilen, duzt (...)

FORVM, No. 301/302

Legt ab schöne Kleider und Make-up!

Büroarbeiterinnen-Kongreß
Januar
1979

111 Frauen aus verschiedenen Städten der BRD und Österreich trafen sich zum ersten selbstorganisierten Büroarbeiterinnen-Kongreß in Frankfurt vom 27. bis 29. Oktober 1978. Als Ergebnis des Kongresses wurde folgende Resolution verabschiedet: Wir üben Kritik an den Gewerkschaften. Fraueninteressen (...)

FORVM, No. 301/302

Wir sind nicht so

Stellungnahme zu Waltraud Mayer und Katharina Riese
Januar
1979

Der Artikel, der das Ergebnis einer Analyse der Arbeitssituation von Institutssekretärinnen durch einen Arbeitskreis „Frauen an der Universität“ sein soll, enthält eine Reihe von Vorwürfen, die sich auf das Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik (IFIP) beziehen. Wir sehen uns deshalb (...)

FORVM, No. 301/302

Ach, Egon ...

Antwort auf die Antwort
Januar
1979

Ich bin dankbar Ich gehe davon aus, daß die Arbeitssituation hier am Institut für mich die beste ist, die ich je in meinem Leben hatte. Das ist nicht im mindesten übertrieben, und ich bin Euch allen sehr dankbar dafür, daß Ihr in den ersten zwei Jahren meiner „Tätigkeit“ hier am Institut so (...)

FORVM, No. 301/302

Wie die schreit

Bürogeschichten aus der DDR
Januar
1979

1 Zwei Sekretärinnen Die eine Beschützerin — die andere Kumpel. Beide gleichermaßen unentbehrlich, nicht einfach austauschbar. Gesichtslos die eine, im Hintergrund wachsam, die andere laut, lärmend und ganz direkt. Sie eignet sich nicht nur das Vokabular desjenigen an, dem sie — widerstrebend — (...)

FORVM, No. 301/302

Pack & zack & weg

Ein Leben im Kaufhaus. Interview.
Januar
1979

Hinter den glänzenden und eleganten Fassaden der Kaufhäuser leisten ein paar Frauen Knochenarbeit. Von ihrem wenig glänzenden Alltag, ihren Arbeitsbedingungen, den Einsparungen und Kürzungen, von der Rationalisierungswelle, die auf ihrem Buckel ausgetragen wird, ist in den Schaufenstern nichts zu (...)

FORVM, No. 301/302

Klasse Hausfrauen

Arbeitslose mit 40-Stunden-Tag
Januar
1979

Ein Hausfrauengehalt? Weniger alsm ein Drittel der Frauen unter 26 „köntte sich vorstellen, sich für die Forderung Lohn für Hausarbeit einzusetzen“. Ihre Mütter konnten sich zu 43 Prozent für die Forderung erwärmen. Aber vielleicht haben sie nur ein Taschengeld im Sinn — langgehegter Traum der (...)

FORVM, No. 303/304

Rettung durch 20-Stunden-Woche

Überleben trotz Technik
März
1979

Acker im Turm Mit der Technik bewaffneter Jäger und Sammler könnte in der BRD etwa ein Prozent der heutigen Bevölkerung überleben. Umgekehrt: Würde die gesamte derzeitige Erdbevölkerung in der BRD leben, so wäre dies etwa das Hundertfache der heutigen Bevölkerung. Jeder hätte etwa 50 Quadratmeter zur (...)

FORVM, No. 303/304

Frauengewerkschaft

Warnschild vor einer Sackgasse
März
1979

Die beiden Autorinnen nahmen, quasi Wien vertretend, vom 27. bis 29. Oktober 1978 am Frankfurter Büroarbeiterinnenkongreß teil. Warum sie mit dem Verlauf und Ende dieser Veranstaltung nicht ganz zufrieden waren, erklären sie hier. Diktate aufnehmen, für den Chef Besucher empfangen, seine (...)

FORVM, No. 307/308

Den Krebs kriegt ihr gratis

Die Verbrechen der Chemie-Multis. Interview
Juli
1979

„Alles in allem steht außer Zweifel, daß es gelingen wird, in angemessener Frist die Produktionsverfahren so fortzuentwickeln, daß Gesundheitsgefahren ausgeschlossen werden können“ — das schrieb sich der Deutsche Verband Kunststofferzeugende Industrie e.V. treuherzig ins Kunststoffbeschichtete und (...)

FORVM, No. 309/310

Selig in der 3. Dimension

Referat vor der Wiener UNO-Konferenz am 24. August 1979
September
1979

Ivan Illich hat eine neue Theorie. Die „sanfte Technik“ wird schon von der Weltbank vereinnahmt, propagiert — also bricht der Prophet der Alternativen auf zu neuen Ufern. Es geht ihm um eine neue Lebensform, in der nicht mehr Waren produziert werden, sondern, nach dem Modell der Hauswirtschaft, (...)

FORVM, No. 309/310

Klapp off, Rom!

Diskussion bei der Anti-UNO
September
1979

Während sich bei der offiziellen UNO-Veranstaltung die Militärdiktatoren der Dritten Welt um ein paar Brosamen vom Tisch der Multis balgten, während auf der zugehörigen Fachleutekonferenz im Wiener Eisenbahnerheim die Konsulenten der Weltbank Wissenschaft markierten, fand die einzig bemerkenswerte (...)

FORVM, No. 311/312

Konsum frißt Arbeiter

Soziologie der Budapester Autobusfabrik Ikarus
November
1979

Der „reale Sozialismus“ in Osteuropa hat viel mit dem realen Kapitalismus des Westens gemein: Akkord, Leistungsstreben, Statusdenken, Nebenarbeit, Schrebergärtnerei, Fernsehabschlaffung. Die jüngeren Soziologen der Budapester Schule gehen in die Fabrik und entdecken dort diese Übereinstimmung, die (...)

FORVM, No. 317/318

Wildkatzen & strenge Herrinnen

Zu Gast im Stundenhotel
Mai
1980

Die durch nichts zu ersetzende Anziehungskraft, die die ‚Hure‘ auf den Freier ausübt, rührt daher, daß er sie für das bezahlt, was er unter Lust versteht — und das ist, da er ein Mann ist, kläglich und schnell geschehen. (Pascal Bruckner/Alain Finkielkraut: Die neue Liebesunordnung, München 1979) (...)

FORVM, No. 317/318

Prostitution ist kein Verbrechen, sondern eine Dienstleistung

Flugblatt der „käuflichen Frauen“ Wiens
Mai
1980

Ende März verteilten Wiener Prostituierte ihr erstes selbstverfaßtes Flugblatt. Es geht gegen Bevormundungen, Heiratsverbot und andere Schikanen (vollständiger Text siehe unten). Die Wiener Prostituierten erfuhren durch die Medien — mehr in Art eines Gerüchts — über Ansätze von Organisation und (...)

FORVM, No. 325/326

Schattenarbeit

Unbezahlte Plackerei in der Industriegesellschaft
Januar
1981

Vor der Einführung der Lohnarbeit waren Frauen und Männer gleichberechtigt. Die Ökonomie des Kapitalismus und auch des Marxismus degradierte die Mühe der Frauen zur Schattenarbeit im Gefängnis des Haushalts, neuerdings mit einem kleinen Auslauf in schlecht bezahlte Jobs. Es leisten aber auch die (...)

FORVM, Sonne Nr. 3

Aus dem Leben der Taugenichtse

Von Eichendorff bis Zürich
Mai
1981

I. Grün ist, wer bunt ist Die neue Jugendbewegung ist eine Umweltbewegung. Instandbesetzer und Steineschmeißer sind — neben der Wirtschaftskrise — unsere schönste Hoffnung, daß sich die neue vernünftige Ökologie durchsetzt gegen die alte wahnwitzige Ökonomie. Sie ist das Kreislaufmittel für alle (...)

FORVM, Sonne Nr. 5

Zigeuner kommen von weither

November
1981

Lieber Tiger auf dem Berg als Affe im Tal Trotz fortgeschrittenem Abstieg der Zigeuner in die Niederungen der Industriegesellschaft läßt sich an ihnen noch feststellen, wieviel Ausdrucksvermögen, Unmittelbarkeit, geistige und körperliche Beweglichkeit erst dem feudalen und in der Folge dem (...)

FORVM, No. 335/336

Mit der Hand gedacht

Arbeiter machen Antitechnik
November
1981

Wirtschaftskrise und Automatisierung der Büroarbeit bringen Ingenieure und Arbeiter zusammen. In England entstanden neue Modelle der Konstruktion, Planung und Selbstverwaltung in einer dahinsiechenden Industrie. Mike Cooley stand lange Zeit an der Spitze eines solchen Modells im englischen (...)

FORVM, No. 335/336

Der gemeine Friede

Von der Knappheit zur Ganzheit
November
1981

Ivan Illichs neue Theorie der „Schattenarbeit“, daß sich hinter dem Mehrwertsektor eine Menge unbezahlter Plackerei in Haushalt, Verkehr usw. verbirgt, war kaum im FORVM skizziert (Jännerheft), erscheint es auch schon als Buch im Rowohltverlag, Hamburg. Diesmal definiert Illich die (...)

FORVM, Sonne Nr. 6

Glücklich, dass es eine Schande ist

Mai
1982

Falsche Bescheidenheit Den Weg vom Teppichwunderland ins Kinderparadies der Großkaufhäuser muß man zu Fuß zurücklegen; kein fliegender Teppich, keine umgeschnallten kleinen Flügel tragen einen dorthin. Im Kinderparadies zeigt sich, daß man nicht der einzige schäbige und unwürdige Erwachsene ist, der (...)

FORVM, No. 339-341

Alle Macht für Otto Bauer!

Rede über Sozialdemokratie heute
Mai
1982

Alfred Dallinger, Sozialminister der Republik Österreich, Obmann der Gewerkschaft der Privatangestellten, gehört zu den wenigen Grundsatzdenkern des österreichischen Sozialismus, die Otto Bauer und die marxistische Tradition noch nicht vergessen haben. Über Wirtschaftsdemokratie, (...)

FORVM, No. 339-341

Sozialpartnerstreit

Dallinger & Sallinger im Clinch
Mai
1982

Dallinger: Wo bleibt die Basis? In der Diskussion zu seinem Referat beim Otto-Bauer-Symposium erklärte Alfred Dallinger genauer, wie er die Vorzüge und Nachteile der Sozialpartnerschaft sieht und bewies dabei eine ın Österreich seltene ideologische Ziwilcourage: Man weiß ja, daß es schwer genug (...)

FORVM, No. 339-341

Das echte Geschlecht

Genus statt Sexus
Mai
1982

Ivan Illich‚ österreichisch-amerikanischer Kulturphilosoph, Priester, Vorreiter alternativen Lebens und Wirtschaftens, hat ein neues Buch in Arbeit, worin er für das echte Geschlecht und gegen ökonomisch ausgebeuteten »Sex« eintritt. — Günther Nenning hat übersetzt, in erweiterter Fassung erscheint der (...)

FORVM, No. 342/343

Wirtshaus is beautiful

Kleinzellen-Philosophie
Juli
1982

Der österreichische Denker Leopold Kohr wurde Ende April in Salzburg geehrt. Landesregierung und Rundfunk veranstalteten ein Symposium mit dem Titel „Rückkehr zum menschlichen Maß”. Kohr hielt dort die folgende Ansprache. Ich muß mich zuerst entschuldigen für mein stolperndes Deutsch. Ich habe (...)

FORVM, No. 344-346

Einfach Majoran

Oktober
1982

Anna B. bezog eine kleine Rente von der Sozialversicherung. Von dieser hätte sie recht und schlecht leben können, wäre sie keine Raucherin gewesen und hätte fast jeden menschlichen Kontakt sein lassen. So aber kostete die Straßenbahn Geld, Kaffee und Kuchen ziemlich viel Geld und Zigaretten sehr (...)

FORVM, No. 352/353

Zehn Gebote für Arbeitsabschaffung

April
1983

I. Wirtschaft ist eine zu ernste Sache, um sie den Ökonomen zu überlassen. Die Ökonomen haben die Wirtschaft nur verschieden interpretiert; es kömmt aber drauf an, sie zu verändern. II. Wirtschaft ist heute Befassung mit Waren statt mit Menschen. Bei den Griechen hieß das „Chrematistik“, von (...)

FORVM, No. 352/353

Job statt Killer

April
1983

A.D., österreichischer Bundesminister für Soziale Verwaltung und Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, der größten Einzelgewerkschaft im ÖGB, hielt das nachfolgende Referat im März vor dem Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft in Frankfurt. Prüfen wir die Vision einer (...)

FORVM, No. 352/353

Das Büro der Lüste

April
1983

Die hier vorgestellten Texte sind Originale aus dem Reich der Magengeschwüre, wozu so bedeutende Herrenbünde wie die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Kunst, die Politik, die Medien und nicht zuletzt die guten weißen Lippizaner gehören. Stichworte und Stichsätze in den linguistischen Musterblöcken (...)

FORVM, No. 352/353

Lieber Norbert

April
1983

nach branchenüblicher quasi-dreimonatiger Probezeit bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ich das Sekretariat nicht schaff aus folgenden Gründen: 80% die Arbeit selbst. Mein Kopf kommt mir dabei vor die Anzeigetafel eines „Flippers“ klickklick ratatata stop wichtig nochmal ui, was vergessen (...)

FORVM, No. 356/357

Arbeit ist (nicht) genug

August
1983

Im Jahr 1883, dem Todesjahr von Karl Marx, ist ein Text erschienen, der niemandem ein Jubiläum wert zu sein scheint. Seine ersten Sätze lauten: Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht, eine Sucht, die das in der modernen (...)

FORVM, No. 364/365

Arbeit über kurz oder lang

April
1984

Der Politiker der 80er Jahre trägt wieder Farben. Ein Busek glänzt in wohlgenährtem Grün, ein Mock, der sich in würdig tiefem Schwarz als Konservativer internationalen Ranges zu profilieren sucht, ein Kanzler Sinowatz im bisher blassesten Altrosa der vergangenen Dekade — an den Rändern schon leicht (...)

FORVM, No. 364/365
Bernd Rabehl

Alternativ mit allen Spinnereien

April
1984

Bernd Rabehl, ehemaliger deutscher Studentenführer der 68-er-Bewegung, ist heute Assistenzprofessor für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Mit ihm sprach Walter Famler über seinen Marsch durch die Institutionen, über grüne, rote und schwarze Politik und (außerparlamentarische) Opposition. (...)

FORVM, No. 401-405

Wider den Maschinensturm

Juli
1987

Gudrun Ensslin ist „... gestorben worden“. So ist es. Gudrun Ensslin hat die Probe auf jenes Exempel erlitten, das uns G. Anders als Novität vorschlägt. Gudrun Ensslin hat die Repersonalisierung der anonymen Machtapparate versucht und ist von ihnen zu Tode gehetzt worden. Deshalb spricht ihr Tod (...)

FORVM, No. 406-408

Deutsche Wertarbeit

Oktober
1987

Noch eine fast vergessene Erbmasse des Nationalsozialismus: Die Kriege seit 1945 wurden und werden mit Waffen ausgefochten, die großteils auf den Reißbrettern des Dritten Reichs ersonnen worden waren. Noch vor Kriegsende setzte ein heftiges Werben der militärischen Sieger um die wahren Sieger ein, (...)

FORVM, No. 409/410

Preußische Kinderstube

Januar
1988

Die Charakterstruktur der faschistischen Masse liegt nach wie vor ın jenem Dunkel, das die Scheinwerfer älterer und neuerer Bauart — vom immer noch beliebten „Kleinbürger“ bis hin zu den schon wieder vergessenen „Männerphantasien“ — um sich herum verbreiten. Die folgende Annäherung sucht stattdessen zu (...)

FORVM, No. 409/410

Schafft Dauerarbeitsplätze!

Januar
1988

Seit 1984 existiert die Aktion 8000. Sie ist ein Arbeitsbeschaffungsprogramm im Non-profit-Bereich. Die Aktion 8000 zielt darauf ab, Langzeitarbeitslosen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen und gleichzeitig gesellschaftlich sinnvolle Bedarfsbereiche zu befriedigen. Beschäftigungsträger (...)

FORVM, No. 411/412

Unter Brüdern

März
1988

Die Erblast ist drückend. Denn es ist nichts mehr da für jene Generation, die um die Jahrhundertwende geboren ist, das deutsche Bürgertum hat abgewirtschaftet und hinterläßt seinen Söhnen hohle Phrasen und leere Taschen. Nimmt man die „Kinderstube“ als Annäherung an die Charakterstruktur der sinkenden (...)

FORVM, No. 415/416

Ferien vom Ich

Juli
1988

„Eines Abends ging Hitler in ein Kino, in dem Kellermanns ‚Tunnel‘ gegeben wurde“, erinnert sich ein Mitbewohner des Wiener Obdachlosenasyls aus dem Jahr 1913, „Hitler wurde fast verrückt. Der Eindruck war so stark, daß er tagelang von nichts anderem sprach“ (Domarus, „Hitlerreden“ 44) und dreißig (...)

FORVM, No. 417-419

Befreiherrschaft

Oktober
1988

Die sogenannten „Neuen Technologien“ sind spätestens mit dem Beginn der 80er Jahre ein die öffentliche Diskussion bestimmender Begriff geworden. Nicht nur im wirtschaftlichen Bereich durchziehen sie als Leitmotiv die Auseinandersetzungen um die sich abzeichnende „Informationsgesellschaft“. Dabei (...)

FORVM, No. 417-419

Ansichten eines Belehrbaren

Erzählung
Oktober
1988

jeden tag von neunuhrfünfunddreißig bis elfuhrfünfzehn und von vierzehnuhrfünfundzwanzig bis sechzehnuhrfünfzehn, mit ausnahme der samstage, sonntage und der feiertage treffe ich schwaighofer in der sperrklinke. er steht am band wie ich, ich allerdings an der sinter, während er an der voere steht. (...)

FORVM, No. 423/424

Die Rückkehr ins Zentrum der Welt

Ansichten eines Belehrten
März
1989

es ist nicht gut, wenn sklaven bücher lesen. bildung zerstört ihre instinkte und verwirrt ihren geist. glauben sie mir: sie sind im irrtum, sie täuschen sich — was ein sklave werden soll, das hat erziehung nötig. die ausbildung seiner fertigkeiten und die erziehung zu ordnung und moral. ein sklave (...)

MOZ, Nummer 41

Arbeit im Fremdenverkehr

Mai
1989

(kontraste) Arbeit in der Fremdenverkehrsbranche bedeutet: Ungeregelte Arbeitszeiten, geringe Freizeit, Überstunden, hohe Arbeitsbelastung und geringe Entlohnung. In Kleinbetrieben wird zu 54% die Wochenfreizeitregelung verletzt, Großbetriebe liegen nur knapp darunter. Die Arbeitsanforderungen (...)

MOZ, Nummer 41
Industrieansiedlungspolitik im ungarisch-burgenländischen Grenzgebiet:

Wilder Westen in der Puszta

Mai
1989

Der letzte Schrei in der österreichischen Industrieansiedlungspolitik heißt „Maquiladora“. Nach mexikanisch-US-amerikanischem Vorbild sollen ausländische Konzerne ins österreichisch-ungarische Grenzland gelockt werden. Der Prototyp einer zwischenstaatlichen Betriebsansiedlung, wie sie seit kurzem (...)

MOZ, Nummer 43

Noch a Bier, Schatzi

Juli
1989

Die jüngst erschienene Studie „Hinter den Kulissen“ beschreibt die Arbeitsbedingungen im Fremdenverkehr sowie deren Wirkungen. Das gemütliche Beisl in dem Touristen-Nobelort Pörtschach am Wörthersee ist gesteckt voll. Mühsam bahnt die Bedienung sich ihren Weg durch die Enge, balanciert dabei Tablette (...)

FORVM, No. 428/429

Reform oder Klassenkampf?

August
1989

Zwei linke Theoretiker unterschiedlicher Provenienz stellen gemeinsam die Gretchenfrage (s. S. 14) und beginnen demgemäß und erfrischend bei Adam und Eva, um gemeinsam zum Thema (zur These) zu kommen: „Katalysator Wissenschaft: Die Arbeiterbewegung vor neuem Handeln“. Zweifellos leben wir in einer (...)

MOZ, Nummer 48
Polizeihandbuch zur Abschaffung des Müßiggangs

Von Bettlern, Landstreichern und dergleichen gefährlichem Gesindel

Januar
1990

„Es mußte auffallen, daß nicht bloß krüppelhafte, sondern auch gesunde, zu anderem Erwerbe fähige Personen, als Bänkelsänger, Leiermänner und Musikanten, eigentlich aber als Müßiggänger und Bettler von Haus zu Haus herumziehen“ (§ 512). Von der kaiserlichen Administration als Nichtstuer entlarvt, war das (...)

MOZ, Nummer 49
Loden Frey:

Akkord ist Mord

Februar
1990

Löhne und Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie sind miserabelst. Die Dividenden hingegen recht hübsch. Daran wird auch das Ergebnis der neuesten Gehaltsrunde kaum etwas ändern. Für ein modisches Lodenjäckchen samt Rock zahlt die Dame schon mal an die 10.000 Schilling. Ihr Herr steht um (...)

MOZ, Nummer 49
Gewerkschaften:

Mit wem zieht die neue Zeit?

Februar
1990

Die modernsten und flexibelsten Unternehmer sind gestärkt aus den technologischen Umstrukturierungen der 80er Jahre hervorgegangen. Die Gewerkschaften hingegen haben im Zuge der Rationalisierungen Machteinbußen erlitten. Wie stark und warum sich die ehemaligen Kampforganisationen der (...)

MOZ, Nummer 58
In Indiens Teppichindustrie arbeiten Tausende von Kindern:

Jeder Schritt ein Tritt

Dezember
1990

50 Millionen Kinder arbeiten in Indien. Die meisten in der Landwirtschaft oder in den Haushalten der wachsenden indischen Mittelschicht. Mehrere Millionen schuften unter härtesten Bedingungen in der Industrie. „Mit jedem Schritt auf einem schönen Teppich tritt der europäische Käufer eigentlich das (...)

MOZ, Nummer 58
Museum der Arbeit in Hamburg:

Lernort für politisches Leben

Dezember
1990

Die Geschichte der Arbeit im Industriezeitalter aus dem Blickwinkel derer ‚da unten‘ darzustellen, das war das Anliegen der Initiatoren für ein „Museum der Arbeit“ in Hamburg vor genau zehn Jahren. Mitte 1990 wurde das Projekt endlich vom Hamburger Senat abgesegnet — allerdings in der (...)

FŒHN, Heft 15

Der Kapitalismus ist die extremste Form menschlichen Zusammenlebens

Mai
1991

Wenn man uns frägt, wie’s uns geht, sagen wir Danke, gut. Dir? Aber es geht uns schlecht, sauschlecht. Nicht den Löhnern an den Fließbändern, mein’ ich, den Sklavenarbeiterfamilien im Jugo-Ghetto, den zu Putzfrauen heruntergeheirateten Mädchen — uns! U, En, Es. Dir. Mir. Der Kapitalismus wird nicht an (...)

FORVM, No. 462-464

Die Antiquiertheit des Proletariats

Juli
1992

Diesen wahrscheinlich 1977 geschriebenen, ursprünglich für den zweiten, dann für den dritten Band der »Antiquiertheit des Menschen« vorgesehenen Text hat G.A. zu Pfingsten 1992 für uns nochmals durchgesehen. § 1 Animal Regionale „Von ‚Proletariat‘ kann heute nicht mehr die Rede sein“, erklärte gestern (...)

FORVM, No. 462-464

Für deutsche Beschäftigung

Juli
1992

Der oberste und ausschlaggebende Gesichtspunkt für die Beschäftigungspolitik des Dritten Reiches. Ein für alle Mal. Gegeben zu Berlin, den 8. Februar 1933, — gez. Adolf Hitler 1. Finanzielle Maßnahmen. Der Reichsminister für Finanzen verwies auf die den Reichsministern mit Schreiben vom 4. Februar (...)

FORVM, No. 485/486

Anthropologie der Arbeitslosen

Paris 1933. Erste Woche Emigration
Juni
1994

Die nachstehenden Überlegungen schrieb der Autor als zweiten Teil seines »Versuchs einer Selbstverständigung«; der erste, etwas längere und gleichfalls unfertige »Sieg des Methodenmangels. Zu Sieg des Nationalsozialismus« erschien im Heft Dezember 1993. Wir geben wieder — unkommentiert, unsortiert (...)

FORVM, No. 485/486

Arbeitsbeschaffung im Dritten Reich

Juni
1994

Jörg Haider hat in einem Interview mit der »Kleinen Zeitung« gesagt, sein Ausspruch über die »ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reiche« tue ihm nicht leid. Der abermalige Versuch, uns blöd und »»Untergangster des Abendlandes« (Karl Kraus) harmlos zu machen, weil sie schließlich auch ihre guten (...)

FORVM, No. 487-492

Träumen nach vorn!

Dezember
1994

Die nachstehende Rede* wurde in den österreichischen Medien nicht oder lustvoll verdreht reportiert, z.B. als hätte H. S. seinen »ersten Schritt zu wertschöpfungsbezogenen Abgaben« im Ausmaß von 1,2 Milliarden Schilling zwecks Budget-Sanierung vorgeschlagen — eine Entlastung von nur einem Prozent für (...)

Streifzüge, Heft 2/1996
Erich Ribolits:

Die Arbeit hoch?

Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus
Oktober
1996

327 Seiten, br. 250,— öS, Profil Verlag, München-Wien 1995 Arbeit und Arbeiten stellen in den industrialisierten Gesellschaften zutiefst positiv besetzte Begriffe dar. War in nahezu allen Kulturen der Vergangenheit die Freiheit vom Zwang zur Arbeit bestimmendes Sta­tusmerkmal der Eliten, steht die (...)

Context XXI, ZOOM 7/1997

Ein Hauptverzeichnis liegt schon vor

für ingrid und otto
November
1997

ein neues leben fängt man so nicht an! mit einem neuen aushilfsjob im sommerloch, der urlaubszeit und ach! schon war kaffee gekocht und warmgestellt: das neue leben zwingt in seine harten rollen. am abend schämt er sich bereits, es sei nicht recht in diesem scheiß, so rotweint es aus seinem hals (...)

Streifzüge, Heft 1/1998

Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt ...

März
1998

Wider die Überhöhung der Arbeit zur zentralen menschlichen Bestimmungsgröße und die daraus folgende Unfähigkeit, dem Weniger-werden der Erwerbsarbeit anders als mit dem Ruf nach neuen Arbeitsplätzen zu begegnen. Schon Ende der 50er Jahre prognostizierte Hannah Arendt in ihrem Buch „Vita activa“, daß (...)

Streifzüge, Heft 1/1998

Feierabend der Arbeit

Der langwierige Abschied von ora et labora
März
1998

Als ich dem arbeitswütigen G. gegenüber beiläufig erwähnte, daß es Arbeit, gemessen am Alter der Menschheit, erst seit einer relativ kurzen Zeit gebe, da schnappte er nach Luft. (Günther Anders, Ketzereien) Eines der gängigsten Vorurteile ist: Arbeit hat es immer gegeben, Arbeit wird es immer geben, (...)

Context XXI, ZOOM 1/1998

Arbeitslose Schnäppchenjäger

März
1998

Die Arbeitslosigkeit in Europa tritt immer stärker ins Problembewußtsein der Öffentlichkeit und der Politik. Viel Grund zur Hoffnung auf eine Lösung gibt es allerdings nicht. Erstmals kam es in Frankreich zu heftigen Protestkundgebungen von Arbeitslosen, jener ständig wachsenden Gruppe, denen es (...)

Streifzüge, Heft 2/1998

Demokratie und Schöpfertum durchsetzen!

Juni
1998

Demokratie als Bedingung der Möglichkeit einer schöpferischen Rollenvielfalt in der Arbeit bleibt bei allen Überlegungen gegen das Arbeitselend außen vor. Arbeit dient(e) zwar immer auch Erwerbszwecken, ist aber stets mehr als nur Erwerbstätigkeit. Doch über Arbeit wird nur in ihrer Form als (...)

Streifzüge, Heft 2/1998

Zum Wesen der Arbeit — Skizzen zu einem Arbeitsbegriff

Juni
1998

Es wird uns nicht erspart bleiben, die Bedeutung der menschlichen Arbeit dadurch anzuerkennen, daß wir sie zum zentralen Begriff unseres politischen Programms machen. Wir dürfen uns die Lebensfreude nicht erst nach dem schwitzenden Erzeugen von Waren durch deren Kauf und Verkauf erwarten, (...)

Streifzüge, Heft 2/1998

Metaphysik der Arbeit

Die historische Karriere eines scheinbar überhistorischen Begriffs
Juni
1998

In der Geschichte des westlichen und besonders des modernen Denkens hat sich die Sprache von Philosophie und Wissenschaft immer mehr von der Sprache der gewöhnlichen Menschen entfernt und ist zur Geheimsprache einer elitären, von der übrigen Gesellschaft getrennten Priesterkaste des Wissens (...)

Streifzüge, Heft 4/1998

Arbeit und Wahn

Dezember
1998

Sie proklamieren das Recht auf Arbeit als ein revolutionäres Prinzip. Schande über das französische Proletariat! Sklaven nur sind einer solchen Erniedrigung fähig. 20 Jahre kapitalistischer Zivilisation müßte man aufwenden, um einem Griechen des Altertums eine solche Entwürdigung begreiflich zu (...)

Streifzüge, Heft 1/1999

Arbeit und Wahn II

März
1999

Nahezu ungebrochen herrscht der volkswirtschaftliche Aberglaube, durch mehr innovative Investitionen könnte der Arbeitsgesellschaft noch einmal auf die Sprünge geholfen und ihr chronischer Arbeitsplatzmangel behoben werden. Zwar dringt die Tatsache ins Bewußtsein, daß Investitionen heute vorwiegend (...)

Streifzüge, Heft 4/1999

Die Enteignung der Zeit

Zeitarmut und Beschleunigung in der Nonstop-Kultur
Dezember
1999

In den letzten Jahren ist eine erstaunliche Fülle von Literatur über die Kategorie der Zeit erschienen. Radio-Features und Theaterstücke, wissenschaftliche Tagungen und sogar Talk-Shows nehmen sich des Themas an. Die Zeit ist gewissermaßen zum Medienstar geworden. Nicht allein die (...)

Context XXI, Heft 1/2000

Deutscher Arbeitswahn und Antisemitismus

Februar
2000

Das Konzept der „deutschen Arbeit“ war und ist antisemitisch konnotiert. In seiner Abgrenzung von einer vermeintlich „jüdischen Arbeit“ vereint es Produktivitätswahn und Haß auf die Zirkulation. Die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden fand statt unter der Losung „Arbeit macht frei“. (...)

Context XXI, Heft 2/2000

Deutscher Arbeitswahn und Antisemitismus II

April
2000

Was unterscheidet das auch in Österreich weitgehend vorherrschende deutsche Arbeitsethos vom britannischen Arbeitsverständnis? Eine Fortsetzung der Gedanken von Ulrike Becker aus Heft 1/2000 von Context XXI. Der Nationalsozialismus war eine „deutsche Revolution“ mit dem Ziel, eine „arische“ und (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Antisemitismus und „deutsche Arbeit“

November
2000

Vortrag von Ulrike Becker, Mitautorin des Buches Goldhagen und die deutsche Linke: Das Konzept der „deutschen Arbeit“ als ursprünglich und wesentlich antisemitisches Konzept — von der bürgerlichen Revolution bis zum Nationalsozialismus und darüber (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Zeitverzögerung

Erfahrung und Emanzipation
November
2000

Ein Gespräch mit Antonius Greiner, Mitglied des Vereins zur Verzögerung der Zeit.

Context XXI, Radiosendungen 2000

Die Arbeit, der Wert, die Krise I

November
2000

Am 18. Juli fand an der Berliner Humboldt-Universität Marx-Interpretation eingeladen. Im Folgenden dokumentieren wir die gehaltenen Vorträge. Im zweiten Teil dieser Sendung werden wir die Diskussion wiedergeben. Clemens Nachtmann, Redakteur der in Berlin erscheinenden, antideutschen und (...)

Context XXI, Radiosendungen 2000

Die Arbeit, der Wert, die Krise II

Dezember
2000

Im ersten Teil dieser Sendung haben wir die Vorträge dokumentiert, die Moishe Postone von der University Of Chicago, Ernst Lohoff von der Zeitschrift Krisis-Konstruktion vor. Also wenn er uns darüber belehrt, zum Beispiel, daß man den Marx nicht einheitlich nehmen kann, dann läuft er da erst mal (...)

Grundrisse, Texte außerhalb der Grundrisse

Die politische Philosophie Antonio Negris

 
2001

Eine Quelle des politischen Denkens Negris stellt der sogenannte Operaismus dar. Ihn knapp und präzise zu charakterisieren ist nicht einfach, zumal er kein wirklich kohärentes Phänomen darstellt. Ausgangspunkt sind die sogenannten Arbeiteruntersuchungen, die in den Zeitschriften „Quaderni rossi“ (...)

Context XXI, Heft 1/2001

Arbeit muss sich wieder lohnen

März
2001

This is what Mrs. Thatcher has called for. (Sir Keith Joseph, Politikberater der konservativen Regierung der 80er)Das Gerede von der öffentlichen Verschuldung, der Finanzkrise des Staates und der Sanierung des Staatshaushaltes, das Gespenst der über regulierten Arbeitsmärkte und zu hohen (...)

Context XXI, Heft 3-4/2001

Die politische Philosophie Antonio Negris

Juli
2001

Die politische Philosophie Antonio Negris ist nur vor dem Hintergrund der außergewöhnlich heftigen und radikalen Klassenkämpfe der 60er und 70er Jahre in Italien zu verstehen. Die Klassenkämpfe im Italien der 60er und 70er Jahre lassen sich grob gesagt in zwei Zyklen unterscheiden, erstens die (...)

Grundrisse, Nummer 1

Der Begriff der abstrakten Arbeit

März
2002

Auf den ersten Blick mag es scheinen, als ob ein Artikel zur Kategorie der „abstrakten Arbeit“ eine Sache für hochgradige SpezialistInnen wäre, die gerne philologische Detailuntersuchungen an Marxschen Texten durchführen. Ja man könnte sogar hinzufügen, derartige Begriffstüfteleien tendieren dazu, den (...)

Grundrisse, Nummer 1
Marco Revelli:

Die gesellschaftliche Linke

Jenseits der Zivilisation der Arbeit
März
2002

Münster: Westfälisches Dampfboot, 1999, 224 Seiten, Übersetzung aus dem Italienischen, im Original: „La sinistra sociale“ 1997, (Seitenzahlen der Zitate in Klammern) Das Thema des Übergangs vom Fordismus zum Postfordismus zählt zweifellos zu den wichtigsten Themen, die jene Linke, die sich um die (...)

Grundrisse, Texte außerhalb der Grundrisse

Soziale Bewegungen im „Empire“

Fragebogen-Handout
Juni
2002

Als zweiter Teil des Workshops sollen die Thesen des „postoperaistischen“ Denkens, wie sie sich in Hardt / Negris „Empire“ ausdrücken, an den eigenen Arbeits- und Lebensverhältnissen überprüft werden. Dem Buch wird ja immer ein Mangel an Empirie vorgeworfen. Die Grundthesen „Multitude“ („Menge“) ist (...)

Grundrisse, Nummer 2

Immaterielle Arbeit, Empire, Multitude, neue Begrifflichkeiten in der linken Diskussion. Zu Hardt/Negris „Empire“

Juni
2002

Das Buch „Empire“ von Michael Hardt und Antonio Negri ist im Jahr 2000 erschienen, geschrieben wurde es in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, zwischen dem Golfkrieg 1991 und der Bombardierung Jugoslawiens 1999. Im Jahr 2001 wurde das Buch zu einem Bestseller („Empire war ein (...)

Streifzüge, Heft 2/2002

Die Bedeutung von „labor“

Blick auf einige Stellen bei lateinischen Autoren und einige Bemerkungen über die „Tyrannei der Uhr“
übersetzungen
Juni
2002

Das Dasein als Knecht ist der Inhalt der Abstraktion „Arbeit“. So ist es kein Wunder, dass dieser abstrakte Begriff in der Antike die metaphorische Nebenbedeutung von Leid und Unglück angenommen hat (etwa im Lateinischen). (Robert Kurz) Im „Manifest gegen die Arbeit“ der Gruppe Krisis lesen wir in (...)

Grundrisse, Nummer 2
Robert Castel:

Die Metamorphosen der sozialen Frage

Eine Chronik der Lohnarbeit
Juni
2002

Konstanz: UKV Universitätsverlag, 2000 (édition discours; 13) 416 Seiten. Titel der Originalausgabe: Les métamorphoses de la question sociale. Une chronique du salariat, Librairie Arthème Fayard, 1995. Die Peripherie der Lohnarbeitsgesellschaft In ihrer heutigen Form, schreibt der französische (...)

Grundrisse, Nummer 3

Wie die EDV Konzerne ihre Mehrwertproduktion zu kontrollieren versuchen – ein Erfahrungsbericht

September
2002

Ist der Kapitalismus eine Schranke für die Produktivkräfte? Aufgrund seiner Vorstellungen über das Verhältnis von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen schreibt Marx: „In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige (...)

Streifzüge, Heft 3/2002

Desinteresse und Deklassierung

Liegen gebliebene und überarbeitete Trümmer zu Klasse und Klassenkampf
Oktober
2002

Eine Selbstbestimmung des Arbeiters im Arbeitsprozess kann es nicht geben, denn dieser hat mit dem Verkauf der Ware Arbeitskraft sich seiner Souveränität entledigt. Hier verdinglicht sich der Mensch zur Sache, übereignet nicht bloß einen Gegenstand, sondern sich selbst dem Käufer. Die (...)

Streifzüge, Heft 3/2002

Die Ware im Zeitalter ihrer arbeitslosen Reproduzierbarkeit

Zur Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus
Oktober
2002

Der Siegeszug des Computers hat den vielen Spaltungen der Weltgesellschaft eine neue Dreiteilung hinzugefügt. Milliarden Menschen, insbesondere in der Dritten Welt, bleiben von den Segnungen des Internetzeitalters völlig ausgeschlossen; für einige hundert Millionen Nutzer ist der Rechner (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Der Triumph des Irrealis

Arbeitswahn und linke Identität
März
2003

In den späten 70er und frühen 80er Jahren galt es nicht nur im links-alternativen Spektrum, sondern auch auf Soziologentagen als ausgemacht: Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus. Die mikroelektronische Revolution verwandelt nicht allein mechanische Schreibmaschinen, sondern auch die Ware (...)

Streifzüge, Heft 1/2003

Informalisiertes Elend

Über den Zusammenhang von informellem Sektor und moderner Warenproduktion
März
2003

Der Trend der Informalisierung der Weltökonomie wird sich noch gewaltig beschleunigen und in weit größerem Maße als bisher auch die kapitalistischen Metropolen erfassen. Oberflächlich betrachtet, mag dies als eine Rückkehr des Frühkapitalismus erscheinen. Tatsächlich jedoch kündigt sich eine viel (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Männer, zum Lichte, zur Arbeit!

Der Arbeitswahn der kapitalistischen Moderne und sein Ende
Juni
2003

Die Müßiggänger schiebt beiseite, dann scheint die Sonn’ ohn’ Unterlass ... aus: Die Internationale, das Kampflied der internationalen Arbeiterbewegung Nicht selbst, sondern gerade in linken Kreisen wird Arbeit immer noch positiv besetzt. Aber auch jene, die der Arbeit wohltuend die „Faulheit“ (...)

Streifzüge, Heft 2/2003

Verweigerung des Alltags und der Arbeit

Ein Wiedersehen mit „Stroszek“
Juni
2003

... i tuoi occhi come vuoti a rendere per chi ti ha dato lavoro i tuoi occhi assunti da tre anni i tuoi occhi per loro ... (... deine Augen wie Pfandflaschen für deine Chefs deine Augen, vereinnahmt drei Jahre schon deine Augen für sie ...) Fabrizio De Andre aus: Verranno a chiederti del nostro (...)

Streifzüge, Heft 3/2003

Von Schräubchen und von Mythen

Zu Christian Felber und der Pensionsdebatte
Oktober
2003

Alle wollen sie reformieren. Die Pensionen. Ob Schwarz, ob Blau, von Rot bis Grün. Reform jedoch ist heutzutage eine Drohung. Im Fall der Alterssicherung läuft sie auf eine Demontage des solidarischen Umlageverfahrens hinaus. Als Erklärung für diesen Anschlag auf unseren Lebensstandard sollen wir (...)

Café Critique, Jahr 2004

Moishe Postones Interpretation der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie

Februar
2004

Moishe Postone versucht in Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx. Was bedeutet es, wenn die Deutschen von einer Emanzipation von Staat und Kapital nichts wissen wollen, aber Karl Marx laut ZDF-Umfrage für einen ihrer „Besten“ (...)

Streifzüge, Heft 30

Mehrwert und Verwertung

Ausführungen zum Okkultismus der Ware Arbeitskraft
März
2004

Er spukt also wieder in den Hirnen, und er war auch nie ganz draußen. Gemeint ist der Mehrwert, jene Größe, um die es eigentlich gehen soll. Unsere Aufgabe besteht nun darin, die Mehrwertkritik in ihre Schranken zu weisen, sie bloß als das gelten zu lassen, was sie ist, ein integrierter Bestandteil (...)

Streifzüge, Heft 30

Der Ernst des Lebens

Arbeit im Sinkflug
März
2004

Wir leben in einer Zeit des Untergangs. Was sich durchaus ohne schwarzmalende Übertreibung sagen lässt. Untergang kosiger Selbstverständlichkeiten, die wir schon zu ewigen Einrichtungsgegenständen unseres netten kleinen Wohnzimmeruniversums gezählt hatten. Voreilig, wie sich zeigt. Was gestern noch (...)

Streifzüge, Heft 30

„Je mehr Magenschmerzen, desto süßer lächeln sie“

Positives Denken – vom Esoterik-Ideologem zum klassischen Gleitmittel
März
2004

In seinem Roman „Herrn Kukas Empfehlungen“ schildert Radek Knapp höchst treffend die anstandslose Unterordnung unter den Guru Verwertbarkeit. Sein junger polnischer Held, zum ersten Mal nach Wien gereist, ist bass erstaunt über die Sitten im goldenen Westen. Die Menschen „sitzen vierzehn Stunden am (...)

Grundrisse, Nummer 9

Der Begriff der Arbeit in den Schriften von Karl Marx

März
2004

Der Begriff „Arbeit“ ist ein außerordentlich zwiespältiger Terminus. Schon ein flüchtiger Blick verdeutlicht, wie unterschiedlich die gesellschaftliche Wertschätzung der Arbeit im Zeitablauf der menschlichen Geschichte ausfällt. Im klassischen Altertum herrschte eine „Verachtung der Arbeit“ vor. Alle (...)

Streifzüge, Heft 31

Sie schlafen nicht im Zombie-Zirkus

Ein bemerkenswertes Buch von Kathrin Röggla über die ProtagonistInnen der New Econony
Juni
2004

Bücher, die in den Bestsellerlisten rangieren, gehören in der Mehrzahl nicht zu denen, die mein besonderes Interesse wecken. Eine Ausnahme sei hier vorgestellt. der senior associate: müsse er zugeben: ein wenig geistesgestört seien die arbeitszeiten schon, das sei ihm klar, wenn einem die arbeit (...)

Streifzüge, Heft 31

Arbeit ist alles

Juni
2004

Wenn Arbeitsanbeter positive Bekenntnisse von Karl Marx zur Arbeit suchen, werden sie sicher fündig. Die gibt es zuhauf. Freilich geht der Eifer auch manchmal daneben, etwa beim Klassiker-Zitat in der Junge(n) Welt vom 13. September 2003, Seite 16: Da stand doch allen Ernstes, noch dazu mit (...)

Streifzüge, Heft 32

Warum nichts mehr geht …

Überlegungen zu den persönlichen Bedingungen eines Ausbruchs aus der Warengesellschaft
Oktober
2004

„Im letzten Zimmer“ Das Arbeitsleben der heute aktiven Generationen gleicht bedrohlich dem Schicksal der Maus in Fanz Kafkas „Kleiner Fabel“. Die Maus sieht in ihrem Lauf „rechts und links in der Ferne Mauern“ auftauchen, „aber“, so sagt sie, „diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß (...)

Streifzüge, Heft 32

Unentwegte Beschäftigung

Aktuelle Notizen zum Arbeitswahn
Oktober
2004

Die Eigentümlichkeit der ,Arbeitsgesellschaften‘ besteht darin, dass in ihnen die Arbeit gleichzeitig als moralische Pflicht, als gesellschaftliche Verpflichtung und als der Weg zum persönlichen Erfolg gilt. Die Arbeitsideologie hält es also für erwiesen, – dass es allen um so besser geht, je mehr (...)

Streifzüge, Heft 32
2000 Zeichen abwärts

Der Finanzierungsvorbehalt für den Start ins Leben

Oktober
2004

Wie würden Sie sich fühlen? Nehmen Sie an, Sie sind Anfang 20. Sie haben ihre dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester fast hinter sich gebracht. Langsam aber sicher geht es in den Endspurt ums Examen. Ein bisschen Bammel gehört dazu, aber in der Hauptsache freuen Sie sich, dass Sie jetzt bald (...)

Grundrisse, Nummer 12

Arbeit an der Veränderung

Überlegungen zur Staatstheorie im Postfordismus
Dezember
2004

I. Einleitung – Postfordistische Staatsbegriffe Die kapitalistischen Gesellschaften befinden sich seit den 1970er Jahren in einer Periode grundlegender Veränderungen und Übergänge (Hirsch 2002, Jessop 2002). Traditionelle Gewissheiten über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche (...)

Grundrisse, Nummer 12

Garantiertes Grundeinkommen jetzt!

Dezember
2004

Die Forderung nach dem garantierten Grundeinkommen hat den Vorteil, dass sie einfach und unmissverständlich ist. Alle sollen, unabhängig von jedem nur denkbaren Kriterium, ein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Die Definition von BIEN („Basic Income European Network“, www.basicincome.org) (...)

Grundrisse, Nummer 13

Grundeinkommen als Recht in einer nachkapitalistischen Gesellschaft

März
2005

Eine andere Welt ist möglich – aber wie soll sie aussehen? In diesem Artikel, der auch als Fortsetzung meiner Arbeit „Grundeinkommen jetzt!“ gelesen werden kann, möchte ich begründen, warum auch in einer nachkapitalistischen Gesellschaft das Grundeinkommen als unabdingbares Recht eingeführt werden (...)

Grundrisse, Nummer 14

„Commodification“, Wertgesetz und immaterielle Arbeit

Juni
2005

Einleitung In angelsächsischen Debatten wird sowohl von ÖkonomInnen und BeurteilerInnen der Möglichkeiten für „Wertschöpfung“ von Firmen und Konzernen als auch in den Debatten über „Free Software“ und ihre gesellschaftlich-politischen und ökonomischen Auswirkungen der Begriff der „Commodification“ (...)

Grundrisse, Nummer 14

Ganz normal prekär?

Feministische Aspekte zur Prekarität von Arbeits- und Lebensverhältnissen
Juni
2005

Der Begriff der Prekarisierung wird gegenwärtig äußerst kontrovers diskutiert. Einerseits wird er mit der Hoffnung besetzt, dadurch die Zunahme an unsicheren Arbeits- und Lebensbedingungen analytisch fassen und kritisieren zu können. Andererseits beziehen sich die Argumente dagegen vor allem (...)

Grundrisse, Nummer 15

Die Widerruflichkeit der Normalität

Über Prekarität und Prekarisierungen
September
2005

Referat auf dem BUKO-Kongress in Hamburg, Mai 2005. Vorbemerkung: Dem Referat vorangegangen war ein Puppenspiel, das eine Talkshow mit verschiedenen Teilnehmerinnen, darunter auch eine DGB-Vertreterin, zum Thema Prekarisierung darstellte. Darauf nimmt das Referat anfangs Bezug. Stephan Born (...)

Grundrisse, Nummer 15

Immaterielle Arbeit, Subjektivität und Territorialität

September
2005

Die von den Postoperaisten häufig gebrauchte Kategorie der immateriellen Arbeit bezeichnet Arbeitsformen, wie sie in den Bereichen Werbung, Design, Mode, Informatik und Kultur zum Einsatz kommen. Gemeinsam ist diesen Arbeitsformen, dass durch sie nicht so sehr materielle Waren als deren (...)

Grundrisse, Nummer 15

Politik der gesellschaftlichen Arbeit

Kämpfe im Kapitalismus bei Silver, Castel und Hardt/ Negri
September
2005

Der Klassenbegriff hatte in der bundesdeutschen Politiklandschaft immer eine Signalfunktion. Wer von Klassen sprach, wies sich als Teil der radikalen, mindestens marxistischen Linken aus. In der radikalen Linken der Gegenwart scheint der Begriff der Klasse oft mit dem Versprechen verknüpft, (...)

Streifzüge, Heft 35
Dead Men Working

Ganzheitlich umsorgt

Oktober
2005

Woche für Woche steht’s in den Karrieren-Seiten des links-liberalen Standard wie’s geht. „Jedes Unternehmen sollte seine Mitarbeiter ganzheitlich sehen und jede Unterstützung zuteil werden lassen, damit diese frei, ohne Sorgen für den Beruf arbeiten können“, so wird das großangelegte EU-Projekt (...)

Streifzüge, Heft 35

Wiederentdeckung der Faulheit

Buchbesprechung
Oktober
2005

Was braucht ein Bestseller? Eine launig-ausgefeilte Sprache und ein paar gezielte Tabubrüche, die an den wackeligen Fundamenten unserer Gesellschaft rütteln. Im Fall von Corinne Maier klingt das so: „Das Unternehmen ist am Ende. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen: Es ist nicht mehr der Ort des (...)

Streifzüge, Heft 36

Wenn uns die Arbeit ausgeht …

März
2006

Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder… Es ist dies die Liebe zur Arbeit, die rasende bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten die (...)

Streifzüge, Heft 36
Dead Men Working

Virtualisierung der Ware Arbeitskraft

Kleine Politische Ökonomioe des Praktikumsbooms
März
2006

Die Angehörigen meiner Generation lernten das Praktikum noch als Ergänzung und Abschluss einer schulischen oder universitären Ausbildung kennen. Für die Nachgeborenen wird das mehr und mehr zur Propagandalüge. Das Etikett ist geblieben, der Inhalt aber hat sich verändert. Aus einem Teil der (...)

Streifzüge, Heft 36
2000 Zeichen abwärts

Freigeister und ihre kreative Revolution

März
2006

Sind’s Fantasy- oder Gespenstergeschichten oder einfach Lügenmärchen, die uns in den Wirtschaftsblättern und den Karriere-Seiten der Tageszeitungen aufgetischt werden? „Die kreative Revolution. Es gibt wenige Dinge auf der Welt, die mich so sehr faszinieren wie die Revolution des Alltäglichen. Wenn (...)

Streifzüge, Heft 36
2000 Zeichen abwärts

Unternehmen und ihre wahren Werte

März
2006

Wert ist Trumpf! „Sichern Sie Ihren Marktwert – mit 990 Euro fünf Jahre trainieren in den Oasis Health+Fitness Clubs.“ Heute geht es aber nicht mehr vorrangig um den schnöden Marktwert. „Egomanie und Shareholder-Value haben als Maß aller Dinge ausgedient“, schreibt die Unternehmensberaterin Elisabeth (...)

Grundrisse, Nummer 18

Die eigenwillige Freiwilligkeit der Prekarisierung

Juni
2006

Ich habe eine Woche lang überlegt und mich entschieden für die grüne Karte. Wenn man also die Bedingungen sieht, was Deutschland anbietet und was die andern Länder anbieten: zur Zeit für mich als Europäer und als Mensch ist es besser, wenn ich hier in Deutschland bleibe als zum Beispiel in den USA. (...)

Grundrisse, Nummer 18

Wir sind die Krise der abstrakten Arbeit

Juni
2006

„Stimmen des Widerstandes: alternative Stimmen“. Was sind unsere Stimmen? Unsere Stimmen sind die Krise der abstrakten Arbeit. Wir sind die Krise der abstrakten Arbeit. Wir sind die Kraft des kreativen Tuns. Wir sind die Krise. Wir sind nicht zuallererst eine positive Kraft, sondern eine (...)

Streifzüge, Heft 38
Dead Men Working

Vollbeschäftigtes Irrenhaus

Oktober
2006

Heuer, im österreichischen Wahljahr, hat die Regierung eine Menge Geld locker gemacht – das AMS-Budget wurde um ein Drittel erhöht –, um die Arbeitslosen noch erfolgreicher aus der Statistik zu entfernen. Gemeinnützige Personalüberlasser sind die neuen Wundertäter. Arbeitslose verwandeln sich in ihren (...)

Grundrisse, Nummer 21

Die Aktualität des absoluten Mehrwerts und die Reproduktion der proletarischen Existenzsituation

Bemerkungen zu einigen Tendenzen des gegenwärtigen Kapitalverhältnisses
März
2007

Im Programm der neuen österreichschen Bundesregierung findet sich ein Bündel von Maßnahmen, deren Tragweite ausgesprochen und verstanden werden muss: es geht um die Durchsetzung von formal freiwilliger Unterwerfung unter erzwungene Arbeit. Es handelt sich in der Geschichte der II. Republik um eine (...)

Streifzüge, Heft 39
Dead Men Working

Durchstarten!

März
2007

Auf der Pampers-Windel-Werbung prangt unter dem Foto eines friedlich schlafenden Säuglings der Schriftzug: „Bitte nicht stören. Arbeite auf Hochtouren.“ Dass „dein Gehirn während der Nacht Millionen von Verbindungen herstellt, um all das zu verarbeiten, was du tagsüber erlebt hast“, wird klein (...)

Streifzüge, Heft 39

Die Arbeit als Landplage (1989)

März
2007

[(Vorbemerkung von Maria Wölflingseder Der steirische Schriftsteller Reinhard P. Gruber feierte im Januar seinen 60. Geburtstag. Vor fast zwanzig Jahren erschien sein Buch „Nie wieder Arbeit – Schivkovs Botschaften vom anderen Leben“ im Residenz Verlag. 2003 wurde es bei Droschl in der Werkausgabe (...)

Streifzüge, Heft 40
Dead Men Working

Zeit wird’s

Juni
2007

Wie alltäglich diese Klage ist: zuwenig Geld zu haben oder zuwenig Arbeit. Als könnte eins von Geld abbeißen und von Arbeit leben. Das ist schon eigenartig. Immerhin, am Geld- und Arbeitsbedürfnis ist noch deutlich sichtbar, dass beides erst von dieser bestimmten Form von Gesellschaft in die Welt (...)

Streifzüge, Heft 40

Müßiggang ist aller Tugend Anfang

Juni
2007

Nicht Arbeit, sondern Muße ist das Ziel des Menschen – oder schöne Dinge herstellen oder schöne Dinge lesen oder einfach die Welt mit Bewunderung und Entzücken betrachten. Oscar Wilde: Oscariana – Oder Wildes Denken, Zürich 2000. Ein aktueller Bestseller über den Müßiggang? Erstaunlich! Die Welt am (...)

Grundrisse, Nummer 22
John Holloway, Edward P. Thompson:

Blauer Montag

Über Zeit und Arbeitsdisziplin
Juni
2007

Hamburg: Nautilus-Verlag, 2007, 92 Seiten, 10,90 Euro Der 1993 verstorbene Edward P. Thompson, Autor der bahnbrechenden Studie über die „Entstehung der englischen Arbeiterklasse“ war einer der zentralen Vertreter der „Geschichtsschreibung von unten“, in der nicht durch „große Männer“ hervorgerufene (...)

Grundrisse, Nummer 23

VirtuosInnen der Freiheit

Zur Implosion von politischer Virtuosität und produktiver Arbeit
September
2007

Der italienische Philosoph Paolo Virno formuliert in seiner 2005 auf Deutsch erschienenen Schrift „Grammatik der Multitude. Öffentlichkeit, Intellekt und Arbeit“ folgende These: „Ich bin überzeugt, dass in den Lebensformen wie auch in den Produktionsweisen der Gegenwart (…) direkt wahrgenommen wird, (...)

Streifzüge, Heft 41

Lifelong Guidance

Oktober
2007

0. Vorspiel „Lifelong guidance“ ist nicht nur eine Fortentwicklung und Ausweitung von ebensolchem „learning“, es ist auch ein deutlicher und ehrlicherer Name für das, was derzeit als Erfordernis postmoderner Lebensweise über uns hereinbricht. Erwerb von Wissen und Fertigkeiten ist schon lange nur (...)

Grundrisse, Nummer 25

Reelle Subsumption des Lebens unter das Kapital

März
2008

Dieser Artikel ist ein Abschnitt aus einem größeren Text mit dem Arbeitstitel „Körper der Multitude“. In einem ersten Teil geht es um die Produktion von Körper und Geschlecht sowie der Beziehung zwischen verschiedenen Arten der Arbeit (oder der Tätigkeit). Dabei wird die „Produktivität“ für die (...)

Grundrisse, Nummer 25
Brigitta Kuster und Renate Lorenz:

Sexuell Arbeiten

Eine queere Perspektive auf Arbeit und prekäres Leben
März
2008

b­_books: Berlin 2007, 332 S., 18 Euro Sexuelle Arbeit ist keineswegs neu, schreibt Robert Foltin in seinem in dieser Nummer der Grundrisse veröffentlichten Text „Produktive Körper“. Wenn nun sexuelle Arbeit nicht neu ist, dann haben bisher lediglich die entsprechenden Analyseinstrumente gefehlt, (...)

Grundrisse, Nummer 28
Interview mit Pun Ngai:

„Deshalb spreche ich immer von Arbeit und Körper, denn mit dem Körper kommt mehr Subjektivität ins Spiel ...“

Dezember
2008

Interview mit Pun Ngai, Sozialwissenschafterin (Professorin am Social Work Research Center der Peking University und der Hongkong Polytechnic University) und Gründerin eines Arbeiterinnen-Netzwerks zur Unterstützung von Wanderarbeiterinnen (Chinese Working Women Network) in der im südchinesischen (...)

Grundrisse, Nummer 28
Detlef Hartmann, Gerald Geppert:

Cluster

Die neue Etappe des Kapitalismus
Dezember
2008

Berlin: Assoziation A, 2008, 222 Seiten, 14 Euro Formal gliedert sich das Buch in zwei Teile. Im ersten, von Detlef Hartmann verfasst, werden die grundlegenden Momente der Cluster Strategie umfassend dargestellt, im zweiten Teil, von Gerald Geppert geschrieben, wird diese Strategie am Beispiel (...)

Grundrisse, Nummer 28
Pun Ngai und Li Wanwei:

Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarkfabriken erzählen

Dezember
2008

Berlin und Hamburg: Assoziation A, 2008. 260 Seiten. 18.00 Euro „Sie sind geschickt, geschickter als Männer. Sie konzentrieren sich gut und lange. Sie sind fleißig. Sie mucken nicht auf. Überall sind sie am Werk.“ So beschrieb ein Artikel des Nachrichtenmagazins Spiegel im Februar 2005 die (...)

Streifzüge, Heft 45
Dead Men Working

Im Puff & im Krieg

März
2009

Viel wird über die Wirtschaftskrise berichtet – überwiegend Nonsens, selten Richtiges. Vor dem Hintergrund der medialen Gesundbetmühle lässt die Feststellung eines Psychologen aufhorchen: Nachrichten über eine Katastrophe werden zuerst vehement verdrängt und viel später erst leidvoll wahrgenommen – (...)

Grundrisse, Nummer 31

Kreative Arbeit

September
2009

Die Idee einer Kreativen Arbeit gilt gemeinhin dem Kapital und seinen Investoren als viel versprechend, weil der in ihr enthaltene Begriff der Schöpfung, der Schöpferischen mit dem Versprechen einer Produktion von Wert aus nichts, einer creatio ex nihilo zu wedeln scheint. Kreativität ist Zauberei (...)

Café Critique, Jahr 2010

Die Arbeit nieder!

Ein Plädoyer zum 1. Mai
April
2010

Arbeit macht krank, Arbeit schändet, Arbeit ist Mühsal und macht hässlich. Karl Marx wusste das und hat allen Kritikern gesellschaftlicher Elendsproduktion ins Stammbuch geschrieben: „Das Reich der Freiheit beginnt erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, (...)

Streifzüge, Heft 50

Gegen Arbeitsterror – Für Grundeinkommen und gutes Leben

Oktober
2010

VP-Wien Frontfrau Christine Marek erinnert an das Essential des Kapitals: gearbeitet muss werden. Niemand widerspricht. SP-Sozialminister Hundstorfer antwortet: den Arbeitszwang gibt’s ja schon. Grüngewerkschafterin Paiha meint, ja, richtig, die Mindestsicherung ist bestimmt kein Grundeinkommen. (...)

Grundrisse, Nummer 36
Call for Papers:

Geschlechterverhältnisse und gesellschaftliche Arbeitsteilung

November
2010

Wie wirken sich veränderte Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse im Kapitalismus auf die Geschlechterverhältnisse aus? Die Zunahme der Frauenbeschäftigung veränderte die gesellschaftliche Arbeitsteilung, nicht jedoch die geschlechtliche. Kann die zunehmende Prekarisierung als „Feminisierung“ oder (...)

Streifzüge, Heft 51

Doing

Tun in-gegen-und-jenseits der Arbeit
März
2011

1 Die sozialen Bewegungen der jüngsten Zeit – zumindest die radikaleren unter ihnen – waren im Wesentlichen von der Orientierung gegen die Logik der kapitalistischen Gesellschaft angetrieben. Die sogenannten sozialen Bewegungen sind nicht als Parteien organisiert: sie zielen nicht darauf ab, die (...)

Streifzüge, Heft 51
Dead Men Working

Aus der Hängematte ins Ehrenamt?

März
2011

Eine beherzte Initiative der Psychologin Hedwig Presch, an der über 400 Menschen ohne Lohnarbeit beteiligt waren, gewährt einen tiefen Einblick in eine Realität, die von der Öffentlichkeit noch immer weitgehend ausgeblendet wird. Das einjährige Projekt „WÜST – Würde statt Stress: Solidarische (...)

Grundrisse, Nummer 37

In der Arbeit gegen die Arbeit LEBEN

Affektive Arbeit, feministische Kritik und postfordistische Politik
März
2011

Feministische Theoretikerinnen beschäftigen sich seit langer Zeit mit immaterieller und affektiver Arbeit, auch wenn diese Begriffe selbst eine eher jüngere Erfindung sind. Die frühen feministischen Untersuchungen zu Tätigkeiten und Verhältnissen der immateriellen Arbeit waren wesentlicher (...)

Grundrisse, Nummer 37

Lohn für Hausarbeit reloaded

Die Debatte um den Lohn für Hausarbeit und was daraus wurde
März
2011

Die Verteilung von Haus- und Sorgearbeit ist ein mehr als leidiges Thema. Bis heute ist diese Arbeit zwischen den Geschlechtern nicht egalitär verteilt, vielmehr haben sich neue intrageschlechtliche Arbeitsteilungen nach Klasse und Ethnie gebildet. Schon in den 1970er Jahren stand die Forderung (...)

Grundrisse, Nummer 37

Holloways Flirt mit der Wertkritik

Ein Rezensionsessay zum Buch Kapitalismus aufbrechen
März
2011

John Holloway zählt zu jenen AutorInnen, die sich ernsthaft der Frage stellen, wie die tatsächliche Überwindung kapitalistischer Verhältnisse gedacht und praktisch angegangen werden kann. Schon das Aufwerfen dieser Frage selbst, die im offiziösen intellektuellen Betrieb als unwissenschaftlich und (...)

Grundrisse, Nummer 38

Car(e) Workers

Große Krise und (noch) kleine Kämpfe in der Steiermark
Mai
2011

Lange Zeit war es ruhig hinter dem Semmering. Krise hin oder her, an der „Kernölrepublik“ schien das alles vorüberzugehen, auch wenn uns am „Höhepunkt der Krise“ die erschütternde Nachricht ereilte, dass nur 5 von 26 Kernölen wirklich steirisch sind, und der Rest aus chinesischen Kürbiskernen gepresst (...)

Grundrisse, Nummer 38

Die Regulation geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung

Auf der Suche nach einer feministischen Kritik der politischen Ökonomie
Mai
2011

1. Einleitung Mit der Ausbreitung von Lohnarbeit wurden in der sich formierenden kapitalistischen Ökonomie verschiedene Formen der Arbeitsteilung institutionalisiert, die seither in einem wechselseitigen Austauschverhältnis stehen. Diese arbeitsteiligen Austauschverhältnisse befinden sich in (...)

Grundrisse, Nummer 38

Die Krise lernen

Neuzusammensetzung des Arbeitsvermögens im postfordistischen Kapitalismus
Mai
2011

Einleitung Die Uniproteste des Jahres 2009 haben ihre Ursachen nicht allein in der spezifischen Situation an den Universitäten, die nach den Zielen und Kriterien des Bolognaprozesses reformiert werden. Vielmehr haben sie einmal mehr gezeigt, dass die Bildungssysteme im Zentrum der sozialen (...)

Grundrisse, Nummer 38
Pun Ngai / Ching Kwan Lee:

Aufbruch der zweiten Generation

Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China
Minimol
Mai
2011

Berlin/Hamburg: Assoziation A, Oktober 2010, 296 Seiten, 18,00 Euro „Aufbruch der zweiten Generation“ ist nach „Unruhen in China“ (Beilage zu Wildcat #80, Dezember 2007) und „Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen“ (Assoziation A, September 2008) die bereits dritte (...)

Streifzüge, Heft 53

Götzendienste

Beitrag zur Demontage einer Vielgepriesenen
Oktober
2011

Applaus garantiert. „Nicht die Maschinen brauchen Arbeit, die Menschen brauchen Arbeit!“ – Eine beinahe unverhüllt verrückte Ansage, vorgetragen im Duktus unumstößlicher Wahrheit. Wer allen Ernstes über die „sinnstiftende“ Wirkung von Tankstellenaushilfsjobs und dergleichen schwadroniert, kommt im (...)

Streifzüge, Heft 53

Die Zeit der Arbeit

Oktober
2011

Wer über Arbeit reden will, sollte über die Zeit nicht schweigen. Wenn der Kapitalismus in seinem Wesen auf dem Terror der Arbeit beruht, dann ist dieser bei Lichte betrachtet nicht mehr als die Tyrannei der Zeit. Kaum etwas dürfte – neben der Arbeit – dem modernen Menschen so in Fleisch und Blut (...)

Streifzüge, Heft 53
2000 Zeichen abwärts

Wert und Arbeit

Oktober
2011

Warum also ist es die Arbeit, die den Wert schaffen soll? Die hier verfochtene Antwort lautet: weil Wert keine Naturkonstante ist, sondern ein spezifisches gesellschaftliches Verhältnis ausdrückt. Dieses gesellschaftliche Verhältnis ist die Folge der großen Transformation der traditionellen (...)

Streifzüge, Heft 53
2000 Zeichen abwärts

Die Nehmer

Oktober
2011

Wenige heutige Ausdrücke sind so rücksichtslos demaskierend wie der Ausdruck „Arbeitnehmer“. Er stammt natürlich von den Arbeitgebern. Und da Geben seliger ist denn Nehmen, fällt auf den dem Ausdruck „Arbeitnehmer“ entsprechenden Ausdruck „Arbeitgeber“ sogar ein gewisser religiöser Schimmer. In meiner (...)

Streifzüge, Heft 53
Immaterial World

Arbeit

Oktober
2011

Wenn alle gegen die Arbeit reden, soll hier für die Arbeit das Wort ergriffen werden. Nein, falsch, die Arbeit kann nicht belobigt werden, denn in einer abstrakten Redeweise kann man nicht für oder gegen die Arbeit sprechen bzw. schreiben. Wir kommen also auch hier nicht um die Mühe des Begriffs (...)

Streifzüge, Heft 53

„Reich der Notwendigkeit“ und „Reich der Freiheit“

Zum Verhältnis von Arbeit und freier Aktivität
Oktober
2011

1. „Arbeit“ ist hier als produktive Tätigkeit (genauer: gebrauchswertproduktive) zu verstehen, nicht aber als „Lohnarbeit“, die auf dem Verkauf der Arbeitskraft beruht, welcher Verkauf dann für den Lohnarbeiter die eigentliche „Gewinnung des Lebensunterhalts“ darstellt; diese Unterscheidung ist (...)

Streifzüge, Heft 53

Reich der Arbeit

Oktober
2011

In folgendem Aufriss soll der überaffirmative Arbeits„begriff“ des Nationalsozialismus als Zuspitzung und Ausdehnung des obligaten gesellschaftlichen Wertekonsenses dechiffriert werden. „Sieg der Arbeit“ heißt ein Buch, das der Nazi-Schriftsteller Anton Zischka (1904-1997) im Jahr 1941 im Goldmann (...)

Streifzüge, Heft 53

Dein Schulbuch lügt

Wie die Schule systematisch eine Traumwelt schafft – Kapitel „Arbeit“
Oktober
2011

Kaum hast du als Schüler die Schule verlassen, ganz gleich mit welcher Qualifikation, musst du einen Beruf erlernen oder dir zumindest eine Arbeit zulegen. Wozu eigentlich? Was Arbeit eigentlich ist … Dass Arbeit kein Vergnügen ist, weiß jeder. Ganz für sich genommen und unabhängig davon, wie auf (...)

Streifzüge, Heft 53

Sp(r)itzenleistungen

Doping am Arbeitsplatz dürfte langsam aber sicher zum Normalfall werden
Oktober
2011

Um in der Arbeitsgesellschaft als vollwertiges Mitglied zu gelten, genügt es für gewöhnlich nicht, eine Arbeit zu haben. Man muss darüber hinaus auch ein gewisses Maß an Leistung vorweisen. Meistens ein sehr hohes. Sonst drohen Anerkennungsverlust, Druck von Seiten der Kollegen bzw. Vorgesetzten und (...)

Streifzüge, Heft 53
Dead Men Working

Die Pantoffelhelden der Arbeit

Oktober
2011

Was ist eigentlich mehr Arbeit, eine Arbeit zu haben oder keine? Was kostet mehr Energie und Substanz? – Meist macht es mehr Arbeit, und es ist viel nervenaufreibender ohne Arbeit zu sein. Weil du ohne nicht ganz richtig bist. Weil du in einem unmöglichen Zustand gefangen bist, in dem du (...)

Streifzüge, Heft 53

Home Stories

Oktober
2011

Außerirdischer Faul war ich nicht. Ich bin gern für meine Mutter einkaufen gegangen, auch Holz holen war kein Problem. Und die Bauernbuben, die zu Hause in der Wirtschaft geholfen haben, habe ich beneidet statt bedauert. Mit meinem Freund, der ein Hüterbub war, bin ich auf die Weide mitgelaufen, (...)

Streifzüge, Heft 54

Der Terror der Positivität

Anmerkungen zu Byung-Chul Hans „Müdigkeitsgesellschaft“
März
2012

Für alte Klassenkämpfer, die den Kapitalismus als die unsittliche Veranstaltung der „Herrschenden in Staat und Gesellschaft“ betrachten, handelt es sich bei der „Müdigkeitsgesellschaft“ sicher um starken Tobak. Denn genau von diesem Denkstil, bei dem die moderne Gesellschaft nach alter, in die Zeiten (...)

Grundrisse, Nummer 42
Jan Ole Arps:

Frühschicht

Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren
Mai
2012

Freunde, verlasset also in Bälde diese der Vernichtung anheim fallende Welt! Verlasset diese Universitäten, diese Akademien, diese Schulen, von denen man Euch jetzt wegjagt und in denen man Euch nur vom Volke zu trennen gesucht hat. Geht unter das Volk! Da muß Eure Laufbahn, Euer Leben und Eure (...)

Streifzüge, Heft 56
Michael Seidman:

Gegen die Arbeit

Über Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris, 1936-1938
Oktober
2012

Michael Seidman: Gegen die Arbeit. Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38. Heidelberg 2012, 478 Seiten, ca. 25 € „Wir arbeiten alle hart, aber wir arbeiten für uns“ – berichtet die Trotzkistin Mary Low aus dem revolutionären Spanien der 30er-Jahre. Dass dem entgegen die Verweigerung (...)

Grundrisse, Nummer 45
Michael Seidman:

Gegen die Arbeit

Über Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris, 1936-1938
März
2013

Mit einem Vorwort von Karl-Heinz Roth und Marcel van der Linden. Heidelberg: Verlag Graswurzelrevolution, 2011, 477 Seiten, Euro 24,90. Barcelona und Paris: Gegen die Arbeit Die Volksfrontregierungen in Frankreich und Spanien von 1936 und die damit verbundenen Kämpfe gehören zu den großen und (...)

Amelie Lanier, 5. Abschnitt
14.4.2013

Protokoll 34

Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert
April
2013

15. Kapitel: Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert Um diese Untersuchung zu machen, schließt Marx verschiedene Momente von der Berechnung aus: Die Masse der Lebensmittel wird konstant gesetzt, Alter, Geschlecht und Ausbildungskosten (das ist wohl mit „Entwicklungskosten“ gemeint) (...)

Grundrisse, Nummer 47

Klassenkampf ohne Marx!

Zur bürgerlichen Theorie der Arbeit vor Marx
Mai
2013

So unbestritten es ist, dass der materialistische Ansatzpunkt der Marxschen Theorie in seinem beständigen reflexiven Rekurs auf die (Re-)Produktionspraxis der Menschen besteht, so sehr wirft diese besondere Bedeutung der menschlichen Arbeit innerhalb der Marxschen Theorie doch auch bei vielen (...)

Streifzüge, Heft 58

Fetisch Überleben

Juni
2013

Nein, es geht diesmal nicht darum, ob die menschliche Zivilisation als Ganzes die Wirrnisse des Klimawandels und des Peak Everything zu überleben vermag. Es geht nur um mich und um Dich in unserm ganz gewöhnlichen Alltag. Hier ist uns die Überlebensfrage so nahe gerückt, dass das Klimaproblem (...)

Streifzüge, Heft 58

Befreiung vom Fetisch

John Holloway und die Organisationsfrage
Juni
2013

Dieser Beitrag will zweierlei: erstens darauf hinweisen, dass John Holloway in den letzten Jahren einen Ansatz entwickelt hat, der meines Erachtens einen entscheidenden Schritt darstellt, die Kritik am Fetisch Wert praktisch zu wenden; zweitens ausgehend von seinen Thesen einige Gedanken (...)

Amelie Lanier, 6. Abschnitt
2.6.2013

Protokoll 36

Die Lohnformen Zeitlohn & Stücklohn. Nationale Lohnniveaus
Juni
2013

18. Kapitel: Der Zeitlohn Es gibt zwei Möglichkeiten, den Zeitlohn zu berechnen: Entweder nach Tages- oder nach Stundenlohn. Beides gibt dem Anwender Spielraum zum Lohndrücken, und ist eine Quelle des Grams für den Arbeiter: Wird jemand nach Stundenlohn bezahlt, so möchte er möglichst lange (...)

Grundrisse, Nummer 47

Care, Sorge, Für-Sorge; 5 Thesen

September
2013

1. These: Wo die sozialen Bewegungen Sorge zentral stellen, werden sie, von punktuellen, impulsartigen und vorübergehenden gesellschaftlichen Erscheinungen, zu dauerhaften, sich selbst reproduzierenden Phänomenen. Dies kann besonders anschaulich an den aktuellen emanzipativen Bewegungen und (...)

Grundrisse, Nummer 48

Zum Begriff der immateriellen Arbeit von Michael Hardt und Antonio Negri

Eine Kritik aus entwicklungspolitischer Sicht
Dezember
2013

Der Begriff der immateriellen Arbeit wird von Antonio Negri und Michael Hardt, in ihrem Buch „Empire“ (2000) verwendet, um auf veränderte Arbeitsprozesse aufmerksam zu machen. Diese neue Arbeitsform wird von Robert Foltin (2004) weiterhin wie folgt beschrieben: „Die jetzt dominierende immaterielle (...)

Grundrisse, Nummer 48

Arbeit im Übergang*

Gesellschaftliche Produktivkraft zwischen Entfaltung und Zerstörung
Dezember
2013

Der Titel meines Vortrags verweist erst mal auf einige begriffliche Klärungen: Übergang, Produktivkraft und die Dialektik von Entfaltung und Zerstörung. Darauf will ich zunächst eingehen und mich dabei auch in der linken Kapitalismuskritik verorten. Danach werde ich was zur Entwicklung von Arbeit (...)

Streifzüge, Heft 60

„Arbeit in die Kalahari!“?

März
2014

Entwicklungsarbeit in Afrika zu leisten erscheint oft schwierig und eine nicht geringe Zahl an Projekten scheitert – doch woran? Am „Unwillen“ der zu Entwickelnden? Ihrer „Faulheit“, dem geringen Interesse, eine „ordentliche Arbeitsmoral“ zu entwickeln? Lange Zeit wurde ein solches Verhalten im Rahmen (...)

Streifzüge, Heft 64

Von der Deindustrialisierung zur Deklassierung*

Zur Kategorisierung schwindender Industriebelegschaften
Juni
2015

Unter Deindustrialisierung verstehen wir einen Schrumpfungs-, Zerschlagungs- und Liquidierungsprozess des industriellen Potenzials (Arbeitskräfte, Maschinen, Gebäude, Know-how). Zentral ist der Verlust von Industriearbeitsplätzen, die von der Industrie selbst nicht kompensiert werden können. (...)

Streifzüge, Heft 64

Sozialkritik als Marktsignal

Juni
2015

Hegemonie beruht auf der Integration von Dissens. Als Herrschaftstyp setzt sie Gramsci folgend die Fähigkeit voraus, im Antagonismus der Klassen eigene Interessen als gesellschaftliche Allgemeininteressen zu definieren und durchzusetzen. Hegemonie meint also die Anziehungskraft einer politischen (...)

Streifzüge, Heft 65

Spiel und Spielerei

November
2015

Vom Spiel wird oft gesagt, es sei das Gegenteil der Arbeit. Das mag für die gedankenlose Spielerei gelten, die als irrational-selbstbezogene Tätigkeit vielleicht wirklich keinen anderen Zweck hat als sich selbst. Nicht aber für das Spiel, das von der Spielerei strikt zu trennen ist. Das Spiel (...)

Streifzüge, Jahrgang 2016

Konstantin Faigle (1971-2016)

August
2016

Wie uns erst jetzt bekannt wurde, ist der Filmemacher Konstantin Faigle am 16. Juni 2016 im Alter von 45 Jahren in Köln verstorben. Kennen gelernt haben wir Konstantin als er seinen arbeitskritischen Film Frohes Schaffen 2010 unter anderem auch in Wien drehte und zu uns Kontakt aufgenommen hat. (...)

Streifzüge, Heft 67

Die Freiheit, die niemand kennt

August
2016

Der Begriff Freiheit wurde im Laufe der Geschichte stets neu gefasst und bis in die heutige Leistungsgesellschaft weitergetragen. Allein, geändert hat sich unser Umgang mit ihm. Die Freiheit, zumindest als Begriff, ist seit der Aufklärung durch viel Widerstand gegangen. Wir brauchen sie nicht (...)

Context XXI, Jahre 2007-2020

Endlich wird die Arbeit knapp

Volksbildungs-Revuetheater: 150 Jahre Das Kapital
September
2017

„Das Reich der Freiheit beginnt, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört“, hat Karl Marx vor 150 Jahren geschrieben ...

Streifzüge, Heft 70

Diktatur des Effizienzdenkens

September
2017

Wir leben in einer effizienzversessenen Gesellschaft, die, um möglichst viel Output in kürzestmöglicher Zeit auszuspucken, alle Lebensvollzüge bis zur Raserei auf Trab bringt. Die alte Einsicht, dass alles, was gut getan sein soll, seine Zeit braucht, dass es ein angemessenes, stimmiges Verhältnis (...)

Streifzüge, Jahrgang 2017
VORLAUF ARBEITS-LOS

Fetisch Arbeit

November
2017

Die ,Arbeit‘ ist ihrem Wesen nach die unfreie, unmenschliche, ungesellschaftliche, vom Privateigentum bedingte und das Privateigentum schaffende Tätigkeit. Karl Marx Alle fordern Arbeit, Arbeit, Arbeit! Manche fordern eine bedarfsorientierte Grundsicherung, andere ein bedingungsloses (...)

Streifzüge, Heft 71

„Recht auf materielle Existenz“ statt „Recht auf Arbeit“

Zur Geschichte und Aktualität der Arbeitskritik
Dezember
2017

Zwei bahnbrechende Dokumente hat die neuzeitliche Arbeitskritik hervorgebracht. Das eine ist von 1880, das andere 120 Jahre jünger. Die öffentliche Wahrnehmung des Terminus von der „Krise der Arbeitsgesellschaft“ feiert 2017 ihren 35. Geburtstag. Publik gemacht auf einem Soziologenkongress 1982 (...)

Streifzüge, Heft 71

Wertvolle Wissenschaft: Das Fortwesen von Marienthal

Januar
2018

Mit der Schicksalsfrage des modernen Warensubjekts in der Überschrift („If you are overqualified for your role, are you causing more trouble for your firm than you are worth?“) informiert uns die BBC über ein aufsteigendes Forschungsfeld der Wirtschaftswissenschaften („perceived overqualification“) (...)

Streifzüge, Heft 71

„Den Wert der Stunde erleben“

Notizen zu einer überfälligen Abrechnung mit der Marienthal-Studie
Januar
2018

Eine 29-jährige Frau aus Marienthal sagt, und ähnliche Aussagen aus Heidenreichstein und Schrems dürfen angenommen werden: „Wenn ich wieder in die Fabrik zurück könnte, wäre das mein schönster Tag. Es ist nicht nur wegen dem Geld, aber hier in seinen vier Wänden, so allein, da lebt man ja gar nicht.“ (...)

Streifzüge, Heft 71

Arbeit 4.0

Ein Hype
Januar
2018

Alles wird neu. Sogar der Kapitalismus im Kapitalozän. So alt kann die Megamaschine der kapitalistischen Landnahme gar nicht aussehen mit „Abstieg, Arbeitslosigkeit, Armut, Ausbildungsabbruch oder Auswanderung“ (um nur bei „A“ zu bleiben). Wenn wir schon bei „A“ im Kapitalverhältnis sind: (...)

Streifzüge, Heft 71

Arbeit und Arbeitslosigkeit

Zusammenhang – Identität – Differenz – Konkretion
Januar
2018

Was als Differenz gedacht wird, sollte auch als Identität gedacht werden. In den Grundrissen hat Karl Marx die Grundkonstellation Lohnarbeit-Kapital so beschrieben: „Die Arbeit ist nicht nur der dem Kapital gegenüberstehende Gebrauchswert, sondern sie ist der Gebrauchswert des Kapitals selbst. Als (...)

Streifzüge, Heft 71
Dead Men Working

Multi-Encephalonversagen

Februar
2018

„Sanfter Terror vernichtet nicht weniger als harter Terror.“ – Diese Worte von Friedrich Heer prangen auf den Kulturplakatflächen der Stadt Wien. Für den Kultur- und Medienstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sind die literarischen und philosophischen Zitate „wesentliche Literatur- und Leseförderung. Auf (...)

Streifzüge, Heft 71

Hart arbeiten?

Februar
2018

Völlig unbeeindruckt herrscht in der politischen Arena der Jargon der Arbeit. Ob das der ehemalige niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll ist, der in der ihm eigenen Penetranz stets „Hart arbeiten“ plakatieren ließ, oder Kurzzeitkanzler Christian Kern, der im abgelaufenen Wahlkampf nicht (...)

Streifzüge, Heft 73

Arbeit auf Abwegen

Überflüssige Arbeit bei Marx und heute
August
2018

Der Arbeitsbegriff von Karl Marx wurde lange Zeit vornehmlich entweder als anthropologische Kategorie im Sinne einer „ewigen Naturnotwendigkeit“ (Marx 23, 57) betrachtet oder im Kontext einer Klassen- und Ausbeutungstheorie diskutiert. Mit dem Begriff der „abstrakten Arbeit“ verband Marx darüber (...)

Streifzüge, Jahrgang 2019

Na sorry!

März
2019

Ihr Körper bebte und sie schrie wie die Leibhaftige: „Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Na sorry, wer schafft die Arbeit? Die Wirtschaft schafft die Arbeit! Bitte merkt’s euch das einmal!“ Wir merken auf und merken an: Nicht die Arbeit schafft die Wirtschaft, (...)

Streifzüge, Heft 75

Akademische Ausgüsse

April
2019

Worauf es deswegen bei dem Studium der Wissenschaft ankommt, ist, die Anstrengung des Begriffs auf sich zu nehmen. Sie erfordert die Aufmerksamkeit auf ihn als solchen (…) Der Gewohnheit, an Vorstellungen fortzulaufen, ist die Unterbrechung derselben durch den Begriff ebenso lästig als dem (...)

Streifzüge, Jahrgang 2019

Leistung – die letzte Karte der Sozialdemokratie

Juli
2019

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Über diese Gesellschaftsdiagnose sind sich die meisten ebenso einig wie über die Berechtigung der allseits erklingenden Forderung nach der gerechten Anerkennung erbrachter Leistungen sowie der damit einhergehenden Notwendigkeit gerechter Quantifizierung (...)

Streifzüge, Heft 77

Willkommen im Arbeitslager!

Januar
2020

Bereits bei ihrer Gründung 1993 weist die EU steigende Erwerbslosenzahlen auf. Auch wenn die Union in der Sozialpolitik keine Regelungskompetenz hat, so war doch im Laufe der Jahre in vielen Staaten eine ähnliche Entwicklung festzustellen: Statt den Staat in die Verantwortung für die ausreichende (...)

Streifzüge, Jahrgang 2020

Zum Tag der Arbeit

Mai
2020

Unser Leben ist der Mord durch Arbeit; wir hängen vierzig Jahre lang am Strick und zappeln, aber wir werden uns losschneiden. (Georg Büchner) Die Arbeitsgesellschaft nähert sich dem Gipfel ihrer Destruktivkraft. In ebenso logischer wie wahnwitziger Konsequenz erhöht sie Arbeitszwang und (...)

Streifzüge, Heft 87

Alle schwer auf Arbeit

Juni
2023

Höchststand! Wir haben Rekordbeschäftigung im Land. Allerorts wird wie wild gebaut, wacker gerackert, fleißig produziert und ordentlich was geleistet. Harte Arbeit verspricht uns die Regierung, jetzt aber wirklich, und die Opposition stellt noch mehr davon in Aussicht. Sie legen sich ins Zeug für (...)

Streifzüge, Jahrgang 2024

Demokratischer Arbeitszwang

Februar
2024

Seit einigen Jahren wird erfreulicherweise wieder vermehrt über gesellschaftliche Planung diskutiert. In einer losen Folge will ich mich einzelnen Vorschlägen widmen. Los geht’s mit der Demokratischen Arbeitszeitrechnung (DAZ). Das Konzept geht zurück auf den Text Grundprinzipien kommunistischer (...)

Websites
Context XXI, Marxistische Literatur

Marx wirklich studieren

Marx hat aus gutem Grund an Aktualität gewonnen und sollte daher im Original studiert werden. Wir stellen auf unserer Homepage nicht nur sämtliche publizierte Schriften von Marx und Engels zur Verfügung, sondern auch gesondert ihre Hauptschriften, einmal im Original und zusätzlich in einer zweiten (...)

Context XXI, Marxistische Literatur

Marxists Internet Archive (MIA)

The Marxists Internet Archive (MIA) is an all-volunteer, non-profit public library, started more than 20 years ago in 1990. In 2007, MIA has 62 active volunteers from 33 different countries. MIA contains the writings of 592 authors representing a complete spectrum of political, philosophical, (...)

Context XXI, Marxistische Literatur

Stimmen der proletarischen Revolution

Bibliothek der revolutionären Bewegungen unserer Zeit: Reden — Schriften — Briefe — Wissenschaftliche Studien. Gegründet im vorigen Jahrhundert als: »Klassiker des Marxismus-Leninismus«. Sie finden hier die wohl umfangreichste Sammlung der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels und anderer (...)

Lohnarbeit bezeichnet abhängige menschliche Arbeit gegen Geld (Lohn, d. h. Arbeitsentgelt). Diese Erwerbsarbeit lässt sich abgrenzen von anderen Formen der Arbeit wie Subsistenzarbeit, Haus- und Familienarbeit, ehrenamtlicher Arbeit und Sklavenarbeit. Lohnarbeit wird nach vertraglichen Regelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entgolten. Wegen der im Vergleich zu den Arbeitgebern relativ schwächeren Verhandlungsposition der Lohnarbeiter („Arbeitnehmer“) wurden zum Schutz der Arbeitnehmerschaft gesetzliche Regelungen eingeführt, die die Vertragsfreiheit in Bezug auf Arbeitsverträge einschränken. Diese Regeln sind in unterschiedlichen Ländern verschieden ausgeprägt. In Deutschland finden sie sich v. a. im Arbeitsrecht und im Tarifrecht.

Geschichte der Lohnarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Informationen entstammen vorwiegend dem Lexikon der Antike.[1] Bereits in den mesopotamischen Hochkulturen war Lohnarbeit üblich. Lohnarbeiter wurden hier noch mit Naturalien – in Griechenland bereits mit Geld – bezahlt, verwendet wurden sie vor allem in der Landwirtschaft, genauer im Ackerbau.

Im antiken Griechenland sowie im antiken Rom lastete ein Großteil der schweren und eintönigen Arbeit – etwa auf Äckern, in Bergwerken und Steinbrüchen, in Werften, als Bauarbeiter, Transportarbeiter, als Ruderer, als handwerkliche Hilfsarbeiter usw. – auf den Schultern zweier Gesellschaftsgruppen:

  • Sklaven – sie wurden (mit Ausnahmen) von ihren Besitzern als verkaufbare und rechtslose Gegenstände, als bloße Hilfsmittel zur Arbeitsverrichtung angesehen
  • Freigelassene Lohnarbeiter waren juristisch gesehen zwar frei, ökonomisch gesehen – mangels des Besitzes an Produktionsmitteln und Boden – allerdings dazu gezwungen, ihre Arbeitskraft an die Besitzenden zu verkaufen.

Sklaven, wie auch Lohnarbeiter wurden oft in großen Massen eingesetzt. So arbeiteten in einem Bergwerk oft mehr als 1000 von ihnen, ebenso viele auf den Äckern eines einzigen Großgrundbesitzers. Die Lohnarbeiter wurden meist im Tagelohn bezahlt. In der Landwirtschaft war die Saisonarbeit zur Erntezeit üblich. Da Sklaven billiger waren als Lohnarbeiter, konnten sie gegebenenfalls ihre Arbeitsplätze (etwa als Ruderer) übernehmen. In Rom wurden Kleinbauern, die ihre Existenz verloren hatten, zu besitzlosen Freien und gehörten dann zu den Proletarii. In Griechenland gehörten die Lohnarbeiter meist zum Stand der Theten. Zu den Lohnarbeitern zählten in der Antike häufig auch Schreiber, Gerichtsdiener, Marktaufseher, Lehrer, Ärzte usw.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Frühmittelalter wurde neben unbezahlten Frondiensten für Lehnsherren auch Arbeit für darüber hinaus gehende Leistungen gegen Tag- oder Stücklohn erbracht. Bis zum Spätmittelalter nahm die Bedeutung von Lohnarbeit zu, z. B. durch zunehmende Produktdiversität in der Landwirtschaft, die höheren Arbeitsaufwand bedeutete[2].

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Bauernkriegen und der in Teilen Europas darauf folgenden Bauernbefreiung kam es nach einem durch die kleine Eiszeit ab 1300 und den Pestwellen ab 1348 verursachten Bevölkerungsrückgang zu massivem Bevölkerungswachstum ab ca. 1500, die in die europäische Bevölkerungsexplosion[3] mündete. Parallel entstand der moderne Kapitalismus, zunächst über die Einhegungen (Enclosures) und die Schaffung von Grundeigentum (in Preußen z. B. über das Edikt vom 9. Oktober 1807 über den freien Gebrauch des Grundeigentums so wie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner) als Agrar- und Manufakturkapitalismus. Mit der Entstehung von Kohle- und Stahlindustrie und Erfindung der Dampfmaschine wandelte sich dieser ab dem 18. Jahrhundert immer mehr zum Industriekapitalismus.[4] So entstanden ab Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa zunehmend die produktionsmitteleigentumslosen Lohnarbeiter. So führte der Freiherr vom Stein ab 1784 im späteren Ruhrgebiet ein festes Arbeitsentgelt für die Lohnarbeiter ein.[5] Schließlich bildete sich ein Industrieproletariat, und damit entstanden die soziale Frage bzw. der Pauperismus. Der sogenannte „Arbeitsmarkt“ gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Strukturmerkmalen der europäischen Neuzeit.

All das führte mit der Entstehung der absolutistischen Staaten auch zur Entstehung folgender spezifisch modern-westlicher Phänomene:[6]

Staatliche Bevölkerungs-, Sozial- und Beschäftigungspolitik:

Organisationen der Arbeiterschaft:

Weitere spezifisch moderne, parallel zu massenhafter Lohnarbeit entstandene Phänomene:

Die soziale Frage galt während des „goldenen Zeitalters“ des Kapitalismus der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts[9] als weitgehend gelöst, feierte aber ab der neoliberalen Wende Mitte der 70er Jahre ein Comeback auch in den westlichen Industriestaaten, in denen sich seither die Polarisierung in Arm und Reich wieder progressiv vertiefte, wie Untersuchungen der Bundesregierung (Armuts- und Reichtumsbericht), der EU (EU-SILC,[10]) der ILO (Weltsozialbericht[11]) oder von Oxfam[12] belegen. Während sich der Lebensstandard der meisten Menschen in Schwellenländern während dieser Zeit verbesserte, verschlechterte sich der Lebensstandard v. a. der weniger gut qualifizierten Lohnarbeiter in den traditionellen Industrien der europäischen und angloamerikanischen Welt. Diese Industrien litten u. a. unter der qualitativ immer hochwertiger produzierenden Konkurrenz v. a. aus den asiatischen Schwellenländern, in denen auch aufgrund ihrer demografischen Dividende hohe Wachstumsraten dominierten, während in den traditionellen europäischen und angloamerikanischen Industrieländern säkulare Stagnation einkehrte.

Lohnarbeit in der marxistischen Theorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunistisches Symbol für Arbeiter

Der Begriff wird im Marxismus verwendet, um die Lage der Arbeiterklasse zu kennzeichnen: Diese besitze als Ware, mit der sie regelmäßig wirtschaften könne, nur ihre eigene Arbeitskraft und keine Produktionsmittel. Sie müsse ihren Lebensunterhalt vom Verkauf dieser Arbeitskraft gegen „Arbeitsentgelt“ (Lohn) bestreiten. Aus Sicht des Kapitalisten rentiere sich der Kauf von Arbeitskraft und anderer Produktionsmittel nur, wenn anschließend durch den Verkauf der produzierten Güter mehr Geld eingenommen wird, als ursprünglich für Arbeitskraft und Produktionsmittel verausgabt wurde. Da die Arbeiter vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen und die Kapitalistenklasse ein dauerhaftes Angebot an Arbeitskräften benötigt, werden im Durchschnitt Lohnverträge abgeschlossen, die die Reproduktionskosten der Arbeitskraft decken. Dies geht einher mit der Arbeitswertlehre, wonach alle Waren sich gegenseitig tauschen im Verhältnis zur gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit, die zu ihrer Herstellung notwendig ist. Dies bedeutet, dass nur die Arbeit wertschaffend ist. Die Differenz zwischen dem Wert der Arbeitskraft (Lohn, variables Kapital), die von den „freien“ Lohnarbeitern verkauft wird, und dem insgesamt geschaffenen Wert, eignet sich der Kapitalist als Mehrwert an. Maschinen, Arbeitsmaterial usw. übertragen als konstantes Kapital nach der Arbeitswertlehre anteilsmäßig nur die schon in ihm vergegenständlichte Arbeitszeit. Aus der exploitierten Arbeit ergibt sich daher der gesamte Profit der Kapitalistenklasse.

Es ergeben sich damit laut Marx drei Dimensionen der Ausbeutung der Lohnarbeiter durch die Kapitalisten:

  • Produktion: Die Beschäftigung von Lohnarbeitern rentiert sich nur, wenn von den produzierten Gütern ein Teil, das Mehrprodukt, bei den Kapitalisten verbleibt.
  • Arbeitszeit: Die Beschäftigung von Lohnarbeitern rentiert sich nur, wenn die Lohnarbeiter nicht nur zur Erstellung der von ihnen selbst benötigten Produkte arbeiten (notwendige Arbeitszeit), sondern darüber hinaus unentgoltene für die Kapitalisten (Ausbeutung). Allerdings ist im Kapitalismus diese Unentgeltlichkeit verschleiert, nicht ohne weiteres sichtbar, da der Lohn vordergründig die ganze Arbeitszeit abdeckt.
  • Wert: Die Beschäftigung von Lohnarbeitern rentiert sich nur, wenn von dem geschaffenen Wert ein Teil als Mehrwert bei den Kapitalisten verbleibt.

Die soziale Lage der Arbeiter nach der siegreichen bürgerlichen Revolution kennzeichnet Karl Marx mit dem Begriff „doppeltfreier Lohnarbeiter“. Nach dem Gewinn der Bürgerrechte mussten Arbeiter ihre Arbeitskraft auf dem Markt anbieten und konnten ihren Lohn je nach Marktkonditionen frei aushandeln. Der Begriff „doppeltfreier Lohnarbeiter“ soll auf den Doppelcharakter[13] der Freiheit hinweisen, der Lohnarbeiter im Kapitalismus ausgesetzt sind. Durch die Befreiung von den feudalistischen und ständischen Fesseln hätten die Arbeiter zwar bürgerliche Rechte und Freiheiten hinzugewonnen, seien jedoch auch vom Eigentum an Produktionsmitteln „befreit“ und daher unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen gezwungen, sich in „Lohnsklaverei“ zu begeben.

Lohnarbeit in der Wirtschaftswissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wirtschaftswissenschaft erscheinen Lohnarbeiter als Arbeitnehmer, die Stellenangebote der Arbeitgeber wahrnehmen und mit diesen Arbeitsverträge mit meist festen Entlohnungen eingehen. Bis zur Einführung des Europäischen Systems der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in Deutschland im Jahre 1999 wurden sie noch als „abhängig Beschäftigte“ bezeichnet.

Lohnarbeit in der Wirtschaftspraxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im praktischen Wirtschaftsleben kann das Wort Lohnarbeit noch eine andere Bedeutung haben: Unternehmen lassen mitunter außerhalb des Betriebs gegen Lohn eine Arbeit verrichten. In den Büchern des Unternehmens wird dies dann als „in Lohnarbeit hergestellt“ oder ähnlich bezeichnet.

Der auftraggebende Unternehmer übergibt das zu bearbeitende oder zu verarbeitende Material einem Subunternehmer, der diese Arbeiten aufgrund eines Werkvertrags[14] durchführt und dann Werklohn bekommt. Das Subunternehmen bekommt vom Auftraggeber Pläne und/oder ein Muster des zu fertigenden Teils. Der Subunternehmer benutzt dann seine eigene Produktionsstätte, Maschinen, Geräte und Belegschaft, um die Teile zu fertigen, manchmal auch mit Leihmaschinen. Der Subunternehmer haftet nur für die Qualität seiner Arbeit, nicht für Materialfehler. Manchmal sind das auch Scheinselbstständige, die ihren Lohn brutto ausgezahlt erhalten und dann sich selbst versichern und Steuern zahlen müssen, so dass die Ausbeutung für sie Formen annehmen kann, die mit dem Früh- oder auch dem Hochkapitalismus vergleichbar sind.[15]

Es ist Sache der Betriebswirtschaft festzustellen, ob es vorteilhafter ist, bestimmte Arbeiten im eigenen Betrieb selbst auszuführen oder durch einen Werkvertragspartner durchführen zu lassen (siehe Outsourcing). Betriebe mit freier Kapazität können durch Annahme von Lohnarbeit besser ausgelastet werden und mit Teilkostenrechnung für sich einen Deckungsbeitrag und für den Abnehmer günstige Preise kalkulieren.

Beispiele:

Hersteller X hat die Kunststoffteile von Wäscheklammern gegossen und die Drähte zu Schenkelfedern gedreht. Er gibt diese Einzelteile sowie Verpackungsmaterial an Y (zum Beispiel eine Behindertenwerkstatt oder eine Justizvollzugsanstalt), wo jeweils zwei symmetrische Kunststoffteile in eine Schenkelfeder gesteckt werden und diese Klammern dann auf Pappdeckel geklemmt und in Kartons verpackt werden. X erhält das Fertigprodukt zurück, zahlt Y für die geleistete Arbeit (= Lohnarbeit) einen bestimmten Lohn und verkauft die Ware an seine Kunden. Y hat dann für X „in Lohnarbeit gefertigt“.

Oder:

Bekleidungseinzelhändler A bietet seinen Kunden den Service, an bei ihm gekauften Kleidungsstücken Hosenbeine, Jackenärmel, Röcke usw. gegen einen bestimmten Aufpreis auf die passende Länge kürzen zu lassen. Wenn nicht ein(e) Mitarbeiter(in) von A diese Änderungsarbeiten durchführt, gibt A die Ware an die Änderungsschneiderei B, die diese (Lohn-)Arbeiten durchführt, die Ware an A zurückgibt und von diesem für die Änderungsarbeiten bezahlt wird. A berechnet seinen Kunden diese „in Lohnarbeit durchgeführten“ Änderungen weiter.

Dokumentarfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Arbeiterclub in Sheffield, Regie: Peter Nestler, BRD 1965
  • La Reprise du travail aux usines Wonder, realisiert von Studierenden der IDHEC, Frankreich 1968 – Regie: Jacques Willemont und Pierre Bonneau, Kurzfilm über die Wiederaufnahme der Arbeit in den Wonder-Fabriken nach dem Mai 68.
  • Nicht löschbares Feuer, Regie: Harun Farocki, BRD 1969
  • Chircales – Ziegeleiarbeiter, Regie: Marta Rodríguez y Jorge Silva, Kolumbien 1966–1972
  • Salesman, Regie: Albert and David Maysles, USA 1969
  • Basic Training, Regie: Frederick Wiseman , USA 1971
  • es kommt drauf, an sie zu verändern, Regie: Claudia von Alemann, BRD 1973 – Film über die doppelte Ausbeutung von Fabrikarbeiterinnen
  • Humain, trop humain, Regie: Louis Malle, Frankreich 1974 – Arbeit in der Automobilindustrie
  • Lebensgeschichte des Bergarbeiters Alphons S., Ein Film von Alphons Stiller, Gabriele Voss und Christoph Hübner, BRD 1978
  • Ein Bild, Regie: Harun Farocki, BRD 1983 – Farocki zeigt nüchtern die Herstellung eines Bildes für die Zeitschrift Playboy[16]
  • Besprechung, Regie: Stefan Landorf: , Deutschland 2011
  • Work Hard – Play Hard, Regie: Carmen Losmann, Deutschland 2011
  • Leviathan, Regie: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, USA 2012


Siehe auch : Streik, Liste politischer Dokumentarfilme

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Castel: Die Metamorphosen der sozialen Frage. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2008 (Inhaltsangabe).
  • Arne Eggebrecht / Jens Flemming / Gert Meyer / Achatz v. Müller / Alfred Oppolzer / Akoš Paulinyi / Helmuth Schneier: Geschichte der Arbeit. Vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1980.
  • Gunnar Heinsohn, Otto Steiger, Rolf Knieper: Menschenproduktion – allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979.
(Inhaltsangabe, aus: Herz, Dietmar; Weinberger, Veronika (Hrsg.): Das Lexikon der ökonomischen Werke. Düsseldorf: Verlag Wirtschaft und Finanzen 2006. ISBN 3-87881-158-6).
  • Gunnar Heinsohn, Rolf Knieper: Theorie des Familienrechts. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1974.
  • Andrea Komlosy: Arbeit. Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-369-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Lohnarbeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der Antike, Johannes Irmscher (Hg.), Digitale Bibliothek Bd. 18, Directmedia, Berlin 1999, S. 3346 (Artikel: Lohnarbeit)
  2. siehe Lohnarbeit (mittelalter-lexikon.de)
  3. Gunnar Heinsohn, Otto Steiger, Rolf Knieper: Menschenproduktion – allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979
  4. Brenner, Robert. "Agrarian Class Structure and Economic Development in Pre-industrial Europe". Past and Present 70 (1976), pp. 30–74
  5. aufbruch ins revier, Hoesch 1871–1961, Seite 45
  6. Robert Castel: Die Metamorphosen der sozialen Frage. UVK Verlagsgesellschaft mbH (Konstanz) 2008 (Inhaltsangabe)
  7. Gunnar Heinsohn, Otto Steiger, Rolf Knieper: Menschenproduktion – allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979
  8. Gunnar Heinsohn, Rolf Knieper: Theorie des Familienrechts. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1974
  9. "Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme: Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts 1914–1991. München 1998, Zweiter Teil: Das Goldene Zeitalter
  10. Marc Röhlig: Armutsbericht der EU: Jeder zwölfte Deutsche kann sich keine regelmäßigen Mahlzeiten leisten, Der Tagesspiegel vom 27. Mai 2014
  11. Bericht der UN-Arbeitsorganisation: ILO warnt vor „Armut und sozialer Ausgrenzung“ in Europa. Der Stern vom 3. Juni 2014
  12. Oxfam-Armutsbericht: Ein Prozent der Weltbevölkerung hat mehr als alle anderen … zusammen. Die Zeit vom 19. Januar 2015
  13. Marjorie-Wiki:Doppelcharakter (Memento des Originals vom 4. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/marjorie-wiki.de
  14. @1@2Vorlage:Toter Link/www.linksnet.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2024. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Neoliberalismus: Die Rückkehr der Leibeigenschaft | WOZ Die Wochenzeitung. In: woz.ch. 7. März 2024, abgerufen am 9. März 2024: „Und dass zunehmend regulär Angestellte durch ArbeiterInnen mit Werksverträgen ersetzt werden – durch Selbstständige, die ihre Sozialversicherungsbeiträge selber bezahlen müssen, keinen Anspruch auf bezahlte Ferien oder Lohnersatz im Krankheitsfall haben, manchmal nicht einmal krankenversichert sind, keine Mitbestimmungsrechte haben und für die nicht einmal die in manchen Branchen ausgehandelten Mindestlöhne gelten. Auf der Basis solcher Werksverträge arbeiten osteuropäische Schlachter in deutschen Fleischfabriken (für einen Stundenlohn von drei Euro), Hotelbeschäftigte, das Personal in Backwarenfabriken, VerkäuferInnen und (etwas besser bezahlt) BandarbeiterInnen bei Daimler, VW und BMW. Oder Monteure im Schiffsbau. Allein die profitable Meyer-Werft, bekannt für ihre Kreuzfahrtschiffe, deckt rund 45 Prozent ihres Personalbedarfs durch Arbeitskräfte ab, deren Verträge jederzeit storniert werden können. Bisher hatten all diese Firmen auf LeiharbeiterInnen zurückgegriffen. Doch seit manche Gewerkschaften für die rund eine Million temporär Beschäftigten tarifliche Verbesserungen erzielen konnten und gesetzliche Mindestanforderungen gelten (Mindestlohn: 8,19 Euro), setzen immer mehr Unternehmen, völlig legal, auf die noch billigeren Werksvertragsbeschäftigten. Und mit ihnen – durch das Ausgliedern öffentlicher Aufgaben – auch staatliche Institutionen.“
  16. enthalten in. Harun Farocki: Filme 1967–2005, Berlin: absolut Medien, 2009