Klaus Steinitz

Geboren am: 12. November 1932

Mitglied des Parteivorstands der PDS.

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Klaus Steinitz, 1990

Klaus Steinitz (* 12. November 1932 in Berlin; † 7. Oktober 2026)[1] war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Politiker (PDS). Er war ab 1969 Professor für Volkswirtschaftsplanung an der Hochschule für Ökonomie Berlin und von 1980 bis 1989 stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Wirtschaftswissenschaften der Akademie der Wissenschaften der DDR. Er war von März bis Oktober 1990 Abgeordneter der frei gewählten Volkskammer und von Oktober bis Dezember 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Klaus Steinitz’ Vater war der Linguist und Volkskundler Wolfgang Steinitz, die Linguistin Renate Steinitz war seine Schwester. Beide Eltern waren engagierte Kommunisten. 1934 emigrierte die Familie in die Sowjetunion und 1937 nach Schweden. Nach Deutschland zurückgekehrt, gehörte der Vater in den 1950er-Jahren dem Zentralkomitee der SED an.

Ab 1947 besuchte Steinitz die Oberschule in Berlin, wo er 1951 sein Abitur ablegte. Als Schüler trat er 1947 der FDJ und im Jahr darauf der SED bei. Von 1951 bis 1955 studierte er an der Hochschule für Ökonomie Berlin. Von 1956 bis 1959 war er als wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent an dieser Hochschule tätig. Mit einer Arbeit über Die Stellung der Eisenmetallurgie im Reproduktionsprozess der sozialistischen Volkswirtschaft wurde Steinitz dort 1959 zum Dr. rer. oec. promoviert.

Von 1960 bis 1963 war er Dozent und Leiter der Abteilung Politische Ökonomie des Sozialismus. 1963 habilitierte er an der Universität Leipzig zum Thema Die Faktoren des Wachstums der sozialistischen Produktion und ihre Wirkung in der Industrie der Deutschen Demokratischen Republik. Anschließend wurde er Mitarbeiter der Staatlichen Plankommission der DDR am Ökonomischen Forschungsinstitut der Staatlichen Plankommission, dann bis 1971 als Leiter der Abteilung Prognose, 1971 bis 1979 als Leiter der Hauptabteilung Wissenschaft und Bildung.

Steinitz wurde 1969 zum Professor für Volkswirtschaftsplanung an der Hochschule für Ökonomie Berlin ernannt. Von 1980 bis 1989 war er stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Wirtschaftswissenschaften der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1989 wurde er zum korrespondierenden Mitglied dieser Akademie gewählt.

In der Zeit der friedlichen Revolution in der DDR wurde Steinitz im Februar 1990 Mitglied des Parteivorstandes und des Präsidiums der in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) umbenannten SED und blieb dies bis 1993. Bei der ersten freien Wahl in der DDR im März 1990 wurde er als Abgeordneter in die Volkskammer gewählt, der er bis zur Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 angehörte. Anschließend war er einer der 144 Volkskammerabgeordneten, die für die Zeit bis zur gesamtdeutschen Bundestagswahl im Dezember 1990 in den Deutschen Bundestag delegiert wurden.

Steinitz war seit deren Gründung 1993 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Er war 2005 bis 2011 Vorsitzender[2] und dann Mitglied des Kuratoriums[3] des Vereins „Helle Panke“ (Landesstiftung Berlin der Rosa-Luxemburg-Stiftung).

Steinitz starb am 7. Oktober 2026 im Alter von 93 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Pankow III im Berliner Ortsteil Niederschönhausen.[4]

Auszeichnungen in der DDR

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Schriften (Auswahl)

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  • Neue Bedingungen des Wirtschaftswachstums in den 80er Jahren, Verlag Die Wirtschaft, Berlin 1982.
  • Vom Umbruch zum Aufbruch? Wirtschaftspolitik: Bilanz, Fragen, Vorschläge für die PDS, 1991.
  • Chancen für eine alternative Entwicklung: linke Wirtschaftspolitik heute, VSA-Verlag, Hamburg 2005.
  • Klaus Steinitz, Wolfgang Kaschuba (Hrsg.): Wolfgang Steinitz. Ich hatte unwahrscheinliches Glück. Ein Leben zwischen Wissenschaft und Politik. Berlin (Karl Dietz) 2006, ISBN 3-320-02905-3.
  • Das Scheitern des Realsozialismus: Schlussfolgerungen für die Linke im 21. Jahrhundert, VSA-Verlag, Hamburg 2007.
  • mit Dieter Walter: Plan-Markt-Demokratie, Prognose und langfristige Planung in der DDR - Schlussfolgerungen für morgen, VSA, Hamburg, 2014, ISBN 978-3-89965-607-7.
  • mit Joachim Bischoff: Götterdämmerung des Kapitalismus? Eine Flugschrift, VSA-Verlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-89965-693-0.
  • Zukunftsfähiger Sozialismus im 21. Jahrhundert, VSA-Verlag, Hamburg 2018, ISBN 978-3-89965-837-8 (PDF des Buches frei verfügbar auf vsa-verlag.de).
  • Aus Erfahrungen lernen – Damit Sozialismus wieder zu einer realen Alternative wird, Supplement der Zeitschrift Sozialismus, Heft 12/2019, ISBN 978-3-96488-047-5.
Commons: Klaus Steinitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Wir trauern um Klaus Steinitz (12.11.1932–7.10.2026). In: Sozialismus.de. 10. Oktober 2026, abgerufen am 11. Oktober 2026. 
  2. ↑ Erfahrungen im Zeitalter der Extreme. In: Sozialismus.de. 12. November 2022, abgerufen am 2. Mai 2024. 
  3. ↑ Kuratorium. In: Helle Panke. „Helle Panke“ e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, archiviert vom Original am 23. Juli 2019; abgerufen am 11. Oktober 2026. 
  4. ↑ Traueranzeige. In: Neues Deutschland, 16. Oktober 2026, S. 27
  5. ↑ Neues Deutschland, 30. April 1976, S. 5
  6. ↑ Neues Deutschland, 8. Oktober 1988, S. 4