FORVM, No. 243
März
1974
NF-Dokumentation

Alma mater minimundus*

Die Hornissen von Klagenfurt
FRAGEN

Wie wird man Professor in Österreich?

Im Anfang war Drischel. Und Drischel zeugte Schöler und Schöler zeugte die Klagenfurter Hochschule und die Klagenfurter Hochschule zeugte eine Heerschar von Drischloiden und Schöleroiden. Und dann kam Herta Firnberg. Und sie sah, daß alles gut war.

Wer ist Drischel?

Expolizist, Exbibliothekar und Urphilister (K.ö.H.V. „Nordgau Wien“) Drischel ist seit 1968 der für sämtliche Angelegenheiten der Klagenfurter Hochschule für Bildungswissenschaften verantwortliche Beamte am Minoritenplatz. Vom seinerzeitigen Unterrichtsminister Piffl zu steiler Karriere erwählt, hatte Drischel sehr bald die wichtigsten hochschul- und personalpolitischen Fäden in der Hand: keine Berufung von Hochschulprofessoren, keine Ernennung von Hochschulassistenten an den philosophischen Fakultäten Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck (und neuerdings Klagenfurt), die nicht sorgsam von Drischel betreut wird.

Wer ist Schöler?

Schöler — Segler aus Passion (siehe „Kärntner Tageszeitung“ vom 12.1.1971) — ist Gründungsrektor der Hochschule in Klagenfurt und als solcher von Drischel von langer Hand vorprogrammiert. An feucht-fröhlichen Abenden im Bögl-Keller (Alpbach) wurden vermutlich schon 1969 von Drischel, Schöler, Ortner (ehemaliger ÖSU-Boss), Lansky und anderen ein Süppchen gekocht, an denen die sozialdemokratische Wissenschaftsministerin eigentlich heute noch würgen müßte, wenn ihr nicht der Appetit auf bildungs- und wissenschaftspolitische Neuerungen mittlerweile gänzlich abhanden gekommen wäre.

In für österreichische Verhältnisse völlig unüblicher Schnelligkeit bekamen 1969 Schöler eine Professur an der Hochschule für Welthandel und Lansky an der Hochschule in Linz — beides nur als vorprogrammiertes Sprungbrett nach Klagenfurt.

Wer ist Firnberg?

Firnberg ist seit 1970 Wissenschaftsminister und Herrin über den Minoritenplatz und über Klagenfurt. Sagt man. Man sagt auch, sie sei Sozialdemokratin und als solche an einer sozialdemokratischen Politik interessiert. Unter Firnberg behaupten aber alle militanten CV- und ÖAAB-Beamte im Ministerium nicht nur ihre strategischen Schlüsselpositionen, sondern gewinnen noch an Terrain: Drischel wird von Firnberg zum Ministerialrat befördert und rückt damit seinem Endziel — Sektionschef der gesamten Hochschulsektion zu werden — unaufhaltsam näher. Statt dessen werden von Firnberg in hochschulpolitisch völlig bedeutungslose Positionen (Bibliothekswesen, Forschungssektion, etc. ...) ein paar Alibi-Sozialisten eingeschleust.

Man sagt auch, Firnberg sei an einer Veränderung des geistigen Klimas an den österreichischen Hochschulen interessiert. Aber unter Firnberg sind die Reaktionäre an Österreichs Hochschulen vorlaut wie nie zuvor (Pressekampagne des Professorenverbandes Ende Jänner 1974 gegen das neue Universitätsorganisationsgesetz). Kein Wunder: Eine Politik der Konzessionen um jeden Preis wird von Reaktionären immer — wie die Geschichte zeigt — mit Recht als Schwäche ausgelegt.

So ist es z.B. Firnberg zu verdanken, daß es nach dem Tod des Salzburger linksliberalen Kommunikationswissenschafters Kieslich keinen einzigen progressiven Medienforscher unter Österreichs Ordinarien mehr gibt. Nicht einmal einen, der die knieweiche Haltung der Regierung in der Medienpolitik (ORF, Pressekonzentration, etc. ...) wissenschaftlich versteifen könnte. Der Dreier-Vorschlag für den Lehrstuhl „Kommunikationswissenschaften und Publizistik“ an der Universität Salzburg sah immerhin an zweiter Stelle einen gewissen Wolfgang Langenbucher (Mitarbeiter des bekannten SPD-Medienexperten Peter Klotz) vor. Man sagt — so auch die SPÖ-Landesorganisation Tirol, die für Langenbucher eintrat —, Firnberg hätte unter voller Wahrung ihrer rechtlichen Kompetenzen Langenbucher berufen können. Es kann aber auch sein, daß Herr Schmolke, vormals Leiter eines Institutes der Deutschen Bischofskonferenz für Pädagogische Bildungsarbeit, der schließlich trotz zahlreicher Proteste von Assistenten und Studenten von Firnberg berufen wurde, sich besser und harmonischer in den allgemeinen Harmoniereigen einer auf Sozialpartnerschaft und ideologische Versumperung eingeschworenen Sozialdemokratie einfügt, als unruhige Linke und Liberale ...

Wo ist die Hochschule?

Die Hochschule ist im Sumpf. Wörtlich — in Klagenfurt beachtet man die Regel, daß im eingeschossigen Hochschulgebäude im Sumpfdelta des Wörthersees wegen Kentergefahr nie mehr als 10 Personen in einer Ecke zusammentreten dürfen.

Die See-Uni war zum Kentern verurteilt, noch lange bevor sie mit Aufnahme des Studienbetriebs im Wintersemester 73 den Stapellauf hinter sich gebracht hatte. Meisterhaft hatte Drischel es verstanden, nicht nur auf die Nominierung der 8 Mitglieder des Gründungsausschusses Einfluß zu nehmen, sondern seinen Vorschlag auch gegen Interimsminister Gratz und Nachfolgerin Firnberg durchzusetzen. Daß diese beiden Politiker das personalpolitische Spielchen des Herrn Drischel nicht durchschauten und widerstandslos ein Gründungsgremium bestätigten, das mit überwiegender Mehrheit aus persönlichen und politischen Günstlingen von Drischel bestand, gehört zu den Hintertreppenwitzen sozialdemokratischer Bildungspolitik.

Dazu kam, daß außer Prof. Weiss (Institut für Erziehungswissenschaft, Univ. Innsbruck) dem Gründungsausschuß zunächst kein einziger genuiner Bildungswissenschafter angehörte — sieht man von der eher unglücklichen Rolle der Bildungstechnologen und Apparatebastler Schöler und Lansky ab.

Prof. Weiss trat aus Protest gegen die beabsichtigte Praxis der Selbstberufungen bereits in der konstituierenden Sitzung zurück. Das weitere Schicksal der Bildungswissenschaften und ihrer gesetzlich vorgezeichneten Innovation lag somit in den Händen eines Physikers (Hittmair), eines Statistikers (Bruckmann), eines Historikers (Wolfram), eines Ökonomen (Clement), eines Philosophen (Heintel jun.) und zweier Apparatebastler (Schöler und Lansky). Und sie zeugten eine Heerschar von Drischloiden und Schöleroiden (z.B. CV-Jungboss Ortner wird Assistent und Vorsitzender der Planungskommission, ÖAAB-Lehrer Völkl Vorsitzender der „Personalkommission“ usw. Letzterer bis heute unumschränkter „Vorselektierer“ sämtlicher Bewerbungen um Assistentenstellen und Dienstzuteilungen von Landslehrern).

Mit Spätzündung wurde Pollak, Ordinarius für Romanische Philologie an der Uni Wien, als Ersatz für Weiss von Firnberg als Vertrauensmann in den Gründungsausschuß im Jänner 1971 nachnominiert. Ihm und dem sozialdemokratischen „Bund Kärntner Studenten“ ist es zu verdanken, daß sich die grauen Nebelschwaden über dem Sumpf von Klagenfurt erstmals lichten und auch die trüben Quellen allmählich aufgedeckt werden. Sekundiert wurde dieses Bemühen vom Wissenschaftlichen Beirat der Hochschule in seinen Jahresberichten.

Was geschah mit dem Untersuchungsbericht?

Auch hatte im Frühjahr 1972 eine (nicht-drischloide), auf Firnbergs Geheiß eingesetzte Untersuchungskommission beachtliche juristische „Unregelmäßigkeiten“ ans Tageslicht gefördert: Da wurden in gesetzwidriger Weise Lehrkanzeln ohne öffentliche Ausschreibung besetzt, Hochschulangehörige waren tage- ja wochenlang ohne Genehmigung vom Dienstort abwesend, bei sämtlichen Wahlen der Assistentenvertreter in den Gründungsausschuß kam es zu Rechts- und Verfahrensmängeln, etc., etc. Und in allen Fällen war die „Aufsichtsbehörde“ informiert oder beteiligt und hätte die „Unregelmäßigkeiten“ abstellen können.

Die Aufsichtsbehörde — das ist Drischel, legislative (durch Herausgabe von Verordnungen und Erlässen), exekutive (gemäß Hochschulorganisationsgesetz) und judizielle (oberster Schiedsrichter in allen Streitangelegenheiten der Hochschule) Gewalt in einer Person — der Mann, der prompt unter fadenscheinigsten rechtlichen Vorwänden interveniert, als im Dezember 1972 erstmalig ein Sozialist zum Assistentenvertreter gewählt wurde.

Das Unfaßbare geschieht und geschieht immer noch: Drischel, der nicht zuletzt durch das Ergebnis der Untersuchungskommission schwerstens belastet wurde und gegen den disziplinarrechtliche Maßnahmen überfällig gewesen sind, überlebt einfach alles: Pollak fällt in immerwährende Ungnade bei Firnberg. Der Bund Kärntner Studenten wird parteiintern ausmanövriert, die Berichte des Wissenschaftlichen Beirates (nach monatelanger gezielter Verzögerung der gesetzlich vorgesehenen Veröffentlichung seitens des Ministeriums) werden als „veraltet“ abgetan, der Bericht der Untersuchungskommission in den Tiefen ministerieller Aktenberge verscharrt ...

Wie Phönix aus der Asche der verbrannten Gegner steigt Drischel weiterhin in der Gunst seiner Chefin und wird schließlich von Firnberg zum Vorsitzenden eines sogenannten „Redaktionskomitees“ gemacht, das die endgültige Aufbaukonzeption der Hochschule erarbeiten soll ...

Sind Firnberg und Drischel eins geworden?

Der Stapellauf hat begonnen — die Hochschule steuert zielstrebig dem Sumpfboden zu. Letzte Rettungsmanöver von beherzten Männern wie Aspetsberger, Kellermann, Rauschenberger und Heintel jun., die vor einiger Zeit noch das Schiff mit knapper Not vor dem Absaufen hätten retten können, scheinen vergeblich. Der ursprüngliche gesetzliche Innovationsauftrag der Hochschule ist im Verordnungswege bis zur Unkenntlichkeit von besagtem Redaktionskomitee verstümmelt worden (siehe „Die Vollendung der Aufbaustufe der Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt“, Wien 1973, für den Inhalt verantwortlich: Dr. Otto Drischel). Der Gesetzesauftrag zur Einrichtung bildungswissenschaftlicher Studienrichtungen ist in einen läppischen Studienversuch abgedrängt worden. Es dominieren die klassischen Fächer wie eh und je (Deutsche Philologie, Französisch, Italienisch, mit archaischen Studienordnungen, die teilweise wörtlich von den an den übrigen philosophischen Fakultäten geltenden Studienordnungen abgeschrieben sind). Man soll es nicht glauben: Die gute, alte philosophische Fakultät ist in Klagenfurt wiedergeboren worden.

Bei den jüngsten Interventionen gegen neue Professoren wurde enthüllt: Firnberg und Drischel — sind eins geworden! Drei Spitzenwissenschafter sind Klagenfurt verlorengegangen, die vom Gründungsausschuß, in dem sich die Opposition vor allem unter den Assistenten und neu berufenen Professoren bereits bemerkbar macht, für die Lehrkanzeln „Anglistik“, „Mathematik“ und „Sozialpsychologie“ jeweils an erster (!) Stelle vorgeschlagen wurden.

Was geschah mit Prof. Brekle?

Am 29. Juni 1973 beschließt der Gründungsausschuß einstimmig den bekannten Sprachwissenschafter Prof. Brekle als Erstgereihten für die Lehrkanzel „Anglistik“ vorzuschlagen. Brekle ist derzeit Professor an der Universität Regensburg, Redakteur der renommierten Fachzeitschrift „Linguistik und Didaktik“ und wäre durch seine langjährige Erfahrung in der Lehrausbildung für Klagenfurt von Wert gewesen. Statt mit Brekle sofort in Verhandlung zu treten, beruft Firnberg ohne Rücksprache mit dem Gründungsausschuß den Zweitgereihten, Herrn Nemser, der durch hartnäckiges Betreiben eines einzigen Klagenfurter Professors (Issatschenko) überhaupt auf die Vorschlagsliste kam, und der in der Fachwelt kaum bekannt ist (Spezialgebiet: „Die Schwierigkeiten der Ungarn beim Englischlernen“) und der auch die deutsche Unterrichtssprache nicht beherrscht.

Prof. Brekle kommentierte dieses Vorgehen in einem Brief an einen österreichischen Freund wie folgt: „Ich halte es für ein außergewöhnliches Verfahren, wenn eine sozialdemokratische Ministerin eine einstimmig beschlossene Berufungsliste abändert und dabei hochschulpolitische Interessen der SPÖ in bezug auf eine vernünftige Entwicklung der Klagenfurter Bildungshochschule doch offenbar mißachtet. Als langjähriges Mitglied der SPD und SPD-Stadtrat von Regensburg kann ich dazu feststellen, daß eine ähnliche Verfahrensweise eines SPD-Hochschulministers dessen Stuhl in erhebliche Schwingungen versetzen würde ...“

Was geschah mit Prof. Bauersfeld?

Bereits im Oktober 1972 wird Prof. Bauersfeld vom Gründungsausschuß zum ersten Male für eine Lehrkanzel „Mathematik“ vorgeschlagen. Bauersfeld ist seit 1966 Professor im Fachbereich Mathematik der Universität Frankfurt, Mitglied der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates und hat bereits mehr als 70 wissenschaftliche Arbeiten (Fach- und Schulbücher, Artikel, Fernsehsendungen) veröffentlicht.

Im Zuge eines administrativen Piratenakts wird mit Erlaß Zl. 161.603-4/73 am 18. April 1973 die Lehrkanzel „Mathematik“ vom Ministerium aus unerfindlichen Gründen (und in gesetzwidriger Weise, da die gesetzlich vorgesehene „Anhörung“ des zuständigen akademischen Organs nicht erfolgt war) aufgelassen, um wenig später mit Erlaß Zl. 166.285-4/73 vom 7. Juni 1973 wieder eingerichtet zu werden. Folgerichtig wird von der Hochschule knapp danach neuerlich ein Berufungsvorschlag (mit Bauersfeld an erster Stelle) beschlossen und ans Ministerium weitergeleitet. Aber erst am 26. September finden Berufungsverhandlungen zwischen Drischel und Bauersfeld statt; es kommt zu einer Einigung und Bauersfeld ersucht — gewarnt durch Kollegen — um rasche schriftliche Bestätigung der mündlich bereits vereinbarten Verhandlungsergebnisse. Außerdem hatte Bauersfeld seit Mai 1973 auch ein Berufungsangebot der Universität Bielefeld.

Wieder vergingen 4 Wochen, ohne daß Bauersfeld die Bestätigung erreichte. Der hessische Kultusminister handelte indessen rascher als seine österreichische Amtskollegin und veranlaßt Bauersfeld zum Bleiben in Frankfurt. Ob Schlamperei oder Absicht (nach Parkinson ist Verzögerung die wirksame Form der Ablehnung) — die Mühlen der Ministerialbürokratie haben einmal mehr einen Gelehrten vermahlen und ausgespien.

Drischel versucht, Bauersfeld den Schwarzen Peter zuzuspielen und lastet ihm in einem Schreiben vom 2.11.1973 die gesamte Schuld an dem Scheitern der Berufungsverhandlungen an. Bauersfeld widerlegt in einem ausführlichen Brief vom 25.11.1973 sämtliche Unterstellungen und Behauptungen von Drischel und ersucht in einem weiteren Schreiben an Firnberg diese, „die Angelegenheit auf eine angemessene Weise zu bereinigen“. In diesem Schreiben heißt es unter anderem: „Zu meinem Bedauern muß ich mich unmittelbar an Sie wenden, um eine Klarstellung meiner Motive für die Ablehnung des Rufes nach Klagenfurt zu erreichen und um möglicherweise unerfreulichen Weiterungen vorzubeugen. Dies ist durch den Brief Ihres Herrn Ministerialrates Dr. Otto Drischel leider unerläßlich geworden. Der Brief verschweigt entscheidende Fakten und schließt mit einer beleidigenden Unterstellung, die ich zurückweisen muß. Dies ist für mich das erste Mal, daß die Ablehnung eines Rufes derart unerquickliche Folgen zeigt ...“

Was geschah mit Dozent Quensel?

Da wird vom Ministerium zunächst auf Antrag der Hochschule eine Lehrkanzel „Sozialpsychologie“ gegründet, weil man weiß, daß die Sozialpsychologie für die wissenschaftliche Beurteilung der sozialen und gruppendynamischen Effekte des Unterrichtsprozesses von größerer Bedeutung ist als die traditionelle Schulpsychologie. Da wird auch von der Hochschule ein qualifizierter Mann — Dozent Dr. Stephan Quensel von der Universität Trier — für diesen Lehrstuhl vorgeschlagen, nachdem dieser in Klagenfurt einen ausgezeichneten Probevortrag gehalten hatte. Quensel wird jedoch nie zu Berufungsverhandlungen eingeladen — statt dessen liquidiert das Ministerium auch diesen Lehrstuhl — ähnlich wie im Fall Bauersfeld unter Mißachtung des gesetzlich verankerten „Anhörungsrechtes“ der Hochschule.

Die Hochschule protestiert mehrmals gegen diese Vorgangsweise (Beharrungsbeschluß vom 29.6.1973), verwies auf die Unerläßlichkeit dieser Lehrkanzel für die Studienrichtung „Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften“ (Brief des Rektos vom 6.7.1973), bittet, ersucht, spricht bei Firnberg vor, usw. Am 16. Oktober wird Quensel als ordentlicher Professor berufen. An die Universität Bremen ...

Wer schreibt Völkls Habilitationsarbeit?

Kein Wunder, daß sich unter den Mitgliedern des Gründungsausschusses zunehmende Sorge und Resignation verbreitet. Hatte schon im Frühjahr 73 die Einsetzung der obenerwähnten ministeriellen Sonderkommision die faktsche Entmündigung der Hochschule nach sich gezogen, so bedeuten die geschilderten Ermessensexzesse und die permanente Einmischung in innere Hochschulangelegenheiten auch das faktische Ende jeder Hochschulautonomie.

Schon bahnt sich ein neuer Fall an: Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels vernimmt man aus gewöhnlich informierten Kreisen, daß auf den Lehrstuhl „Pädagogische Psychologie“ wieder nicht der Erstgereihte (Schmalohr), sondern der Zweitgereihte (Völkl) berufen werden soll. Völkl ist ein in Fachkreisen völlig unbekannter Mann, der außer erstklassigen Beziehungen zu einigen Ministerialräten nachweisbar keinerlei wissenschaftliche Qualifikationen besitzt. Mit dem Zusammenschreiben seiner Habilitationsarbeit sind derzeit einige der Hochschule dienstzugeteilte Lehrer beschäftigt. Völkl ist einer der Schützlinge Drischels und hat sich angesichts seiner nunmehr dreijährigen erfolgreichen ÖAAB-Personalpolitik an der Hochschule wirklich einen Lehrstuhl verdient!

Ein Sumpf, Genossin Firnberg!

ANALYSE

Kommerzialisierung des Unterrichts

Unsere Universitätsprofessoren inserieren nicht nur in den Tageszeitungen. Sie gründen auch Hochschulen. Z.B: die Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt, die vom Bund Kärntner Studenten in „Hochschule für Berufungswissenschaften“ umgetauft worden ist. Im Bericht des Wissenschaftsministeriums über „Die Vollendung der Aufbaustufe der Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt“ (für den Inhalt verantwortlich: Ministerialrat Dr. Otto Drischel) heißt es: der Klagenfurter Gründungsausschuß habe den Gesetzesauftrag erfüllt, „als Muster für die anderen österreichischen wissenschaftlichen Hochschulen eine Organisationsstruktur zu beraten, zu planen und auszuarbeiten“. [1]

Die bewegte Geschichte dieser musterhaften Beratungen, Planungen und Ausarbeitungen hat in den österreichischen Medien nur ein leises Echo gefunden.

Eine intensive Beschäftigung mit dem Sujet hat allein die Zeitschrift des CV, die „Academia“ riskiert. Freilich, sie gelangt „nur an die Angehörigen des ÖCV zur Verteilung und ist nicht für den Verkauf bestimmt“. Kritische Öffentlichkeit ist in der Ära der österreichischen Meinungsmonopole ein Luxus der Auserlesenen. Der Konflikt zwischen der „Academia“ und der Hochschule Klagenfurt scheint ein Bruderzwist zu sein; ist doch der CV, wie der Bund Kärntner Studenten konstatiert, „unter den Assistenten der HBW wahrlich nicht schlecht vertreten“. [2] Übrigens steht seit vergangenem Jahr die CV-„Academia“ unter einer „verantwortungsbewußteren‘“ Leitung.

Immerhin, wenigstens ein Teil des österreichischen Establishments hatte die Nase voll. Oktober 71 erschien in der „Academia“ ein Bericht zum Thema Klagenfurt (Autor: Stephan Schulmeister). Er warf dem Gründungsausschuß Nepotismus, Korruption und intime Beziehungen mit der Paderborner Computer- und Lernmaschinenfirma Nixdorf vor. Die offiziöse Replik der „Klagenfurter“ titulierte den Kritiker abwechselnd als Hobby- und als Meisterjournalisten. Tiefgründiger waren die Enunziationen von Minister Firnberg auf einem „Jour fixe‘‘ mit Studenten am 19. Oktober 71: Erstens — „Ich bin kein Mitglied des CV“, zweitens — daß „eine Hochschule, die im Entstehen und Werden begriffen ist, nichts mehr braucht als Ruhe und das Wohlwollen der Umgebung“. Ähnlich der Obmannstellvertreter des Kärntner Universitätsbundes, Kurt Burger-Scheidling: „Diesmal sollte es aber der österreichischen Sumperei nicht gelingen, wieder einmal echten Pionieren die Arbeit in Österreich zu vergällen.“ [3]

Der Stv.-Obm.-Optimismus ist verständlich. Das Projekt Klagenfurt wurde ja gegen die Bedenken des ehemaligen Unterrichtsministers Mock, trotz der Opposition der Studenten und unbeschadet des Regierungswechsels 1970 durchgedrückt. Offen bleibt, wie eine vom übrigen Universitätsbetrieb institutionell und geographisch getrennte Hochschule nur für „Bildung“ das Niveau des österreichischen Schulsystems verbessern könnte. Oder soll „Bildungswissenschaft“ an den Schulen unterrichtet werden? Die Hochschule Klagenfurt ist (ebenso wie ihr Gegenstück Paderborn) das l’art pour l’art des Bildungsbooms.

Der „wissenschaftliche Beirat der Hochschule für Bildungswissenschaften“ tadelte in seinem Bericht vom Februar 72, „daß in dem Aufbaukonzept der Hochschule eine der wesentlichen Aufgaben, ... nämlich die Behebung des akuten Mangels an Lehrern für die AHS, sowie die Verbesserung der didaktischen Schulung der Lehrer an den AHS nicht entsprechend berücksichtigt worden ist.“ [4] Heilige Einfalt! In Klagenfurt wird doch der akute Mangel — nicht an Lehrern, sondern an Lehrstühlen behoben.

Bis heute ist die Hochschule Klagenfurt gegen jede, auch gegen offizielle Kritik immun geblieben. Zwei Monate nach den Angriffen in der „Academia“ setzte Minister Firnberg eine Untersuchungskommission ein: die Lage war unhaltbar geworden. Ein Mitglied des Gründungsausschusses, der Innsbrucker Professor Weiss, war unter Prostest ausgetreten, sein Nachfolger, der Wiener Romanist Pollak, opponierte in heroischem Alleingang gegen die Praktiken des Kollegiums. Die Regierungspartei begann zu zweifeln: „Die ernennen sich selbst. Wann, Frau Minister, räumen Sie das Nest endlich aus?“ („Arbeiterzeitung“ vom 11. Dezember 1971)

Die Ergebnisse der ministeriellen Untersuchungskommission waren so interessant, daß sie nicht veröffentlicht werden durften.

Paragraph 3, Absatz 2, des Gründungsgesetzes (es trägt noch die Unterschriften von Klaus, Mock und Koren) ordnet an: „Alle Dienstposten an der Hochschule, für die ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorgeschrieben ist, sind öffentlich auszuschreiben.“ Für Österreich eine Novität! Wie sah die Praxis aus? Im Wintersemester 72/73 verfügte die Klagenfurter Hochschule über 5 ordentliche Professoren, von denen 2, nämlich Walter Schöler und Peter Heintel, „Selbstberufungen“ aus dem ursprünglichen Gründungsausschuß sind: ein drittes Mitglied dieses Kollegiums Milos Lansky, ist Honorarprofessor in Klagenfurt. „Die Berufung von Mitgliedern des Gründungsausschusses nach Klagenfurt“, plauderte ein Freund und Vertrauter des Gründungsrektors Walter Schöler aus der Schule, „wurde vor und in der ersten Sitzung des Gründungsausschusses von den Verantwortlichen als zulässig, ja als wünschenswert erklärt.“ [5] Das ist ... Chancengleichheit! [6]

Das Prinzip der öffentlichen Ausschreibung war damit klarerweise zu einer Formalität geworden; aber man hat sich ja nicht einmal an die Formalitäten gehalten. Von den 5 Ordinarien Klagenfurts (WS 72/73) hat kein einziger seinen Lehrstuhl in der vom Gesetz vorgeschriebenen Form erworben. Die Lehrkanzel Walter Schölers, „Unterrichtswissenschaft I“, wurde zwar öffentlich ausgeschrieben, aber Schöler hatte sich (offiziell) nicht um sie beworben; [7] dagegen haben sich 3 Universitätsprofessoren aus Mainz, Frankfurt und Graz regelgerecht, doch vergeblich beworben. Van Trotsenburgs Lehrkanzel für „‚Unterrichtswissenschaft II“ wurde ebensowenig öffentlich ausgeschrieben wie die Lehrkanzeln Alexander Issatschenkos („Allgemeine und angewandte Sprachwissenschaft unter Berücksichtigung der Didaktik der slawischen Sprachen“) und Adolf Melezineks („Unterrichtstechnologie‘‘). [8] Von den 25 ausgeschriebenen Assistentenstellen wurde ein rundes Drittel bereits vor dem Ende der Bewerbungsfrist besetzt. [9] Hauptkriterium bei der Auswahl der Bewerber war und ist anscheinend die „Zustimmung zur Konzeption der HBW“. [10] Gründungsrektor Schöler spricht von „Teamverträglichkeit“ (die neudeutsche Umschreibung für Cliquenwirtschaft?).

Besonders „teamverträglich“ scheint Peter Heintel zu sein. Mit ihm hat sich der Gründungsausschuß viel Mühe gemacht. Er bekam seinen Lehrstuhl in spe gleichsam verbrieft. „Professor (Peter) Heintel, der zu diesem Zeitpunkt einen Ruf als Full Professor an das Pennsylvania State College erhalten hatte, (machte) seinen Eintritt in den Gründungsausschuß von einer Möglichkeit der Bewerbung nach Klagenfurt abhängig.“ [11]

Und die Möglichkeit ist Wirklichkeit geworden. Im Juni 1970 wurde die Klagenfurter Lehrkanzel für Lehrplanforschung öffentlich ausgeschrieben. Am 1. September stand der „reine Philosoph“ Heintel jun. (Autor eines belletristischen Buchs über Hegel) an der Spitze des Dreiervorschlags für diesen Posten, um den er sich beworben hatte. Also das einzige weiße Schaf? Weit gefehlt! Die Untersuchungskommision berichtet: „Nach der Erstellung des Besetzungsvorschlags wurde die Lehrkanzel in ‚Didaktik der Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Lehrplanforschung‘ umbenannt. Mit Entschließung vom 1. März 1971 wurde Dozent Heintel auf diese Lehrkanzel ernannt. Die UK ist der Auffassung, daß nach dieser Umbenennung, die eine wesentliche inhaltliche Änderung bedeutet, eine neuerliche Ausschreibung der Lehrkanzel hätte vorgenommen werden müssen. Eine Nachprüfung der Entscheidung des Gründungsausschusses ... hat sich nach Auffassung der Mitglieder der UK erübrigt, da schon die Ausschreibung ... gesetzwidrig war.“ [12]

Warum diese halsbrecherischen Umwege? Stephan Schulmeister: „Nachdem Frau Minister Firnberg vier Gutachten von Lehrplanforschern aus der Bundesrepublik Deutschland eingeholt hatte, die sich über die wissenschaftlichen Qualitäten Heintels auf diesem Gebiet übereinstimmend negativ äußerten ..., lehnte sie diesen Berufungsvorschlag ab.“ [13] Es wurde auch niemand anderer berufen. [14] Die Lehrplanforschung fiel unter den Tisch, dafür wurde Peter Heintel Ordinarius für Didaktik der Philosophie. An dieser merkwürdigen Hochschule für Bildungswissenschaften gab es daher noch im WS 72/73 keine Curriculumforschung, wohl aber Symposien über die „antizipatorische Dimension der ästhetischen Erfahrung“. [15]

Der wissenschaftliche Beirat konnte keine „Notwendigkeit erkennen, Fachdidaktiken als eigene Studienrichtungen einzurichten, wie es im Verordnungsentwurf für Didaktik der Philosophie vorgesehen ist. Die logische Konsequenz dieses Vorschlages würde bedeuten, daß zu jeder Fachstudienrichtung die entsprechende Fachdidaktik als eigene Studienrichtung eingerichtet würde, wofür jede wissenschaftliche Begründung fehlt.“ Summa summarum: „Die Zusammenstellung der für die kommenden Jahre zu planenden Lehrkanzeln ist nach wie vor ohne Konzept und System.“ [16]

Ist die Versorgung des wissenschaftlichen Nachwuchses kein „Konzept und System“? Die jungen Leute von heutzutage sind anspruchsvoll. An die Stelle des entsagungsvollen Gelehrten alter Schule tritt der dynamische Jungmanager. „Es ist ein Hintertreppenwitz in der Geschichte pädagogischer Institutionen,“ erklärt Professor Nicklis aus Braunschweig, ein Mitglied des Beirats, „wenn ein Neuankömmling sich zwar immerfort auf Curriculumforschung, operations research, Systemtheorie, Nerzplantechnik und alle in den letzten Jahren entwickelten Methoden mit Überlegenheitsgeste beruft, selbst aber nicht in der Lage ist, zum Beispiel die Methode der Curriculumforschung mit Evidenz auf seinen eigenen Lehrkorpus anzuwenden. ... Mit gruppendynamisch überheizten, sogenannten didaktischen Zentren, Großraumbüros für Assistenten à la Krupp und Daimler-Benz, new tolling und anderem Konterfei der Verbrauchsgüter-Großindustrie allein ist da aber wenig zu machen.“ [17]

„Dem Gelehrten ist die Eitelkeit seines Selbst das Wichtigste.“ Das hat Hegel geschrieben, als er noch zum akademischen Nachwuchs gehörte. Aber in Klagenfurt geht es um mehr als um den technologischen Prestigekonsum eitler Akademiker. Hier lernt man sie kennen, die offenen Geheimnisse der Technokratie.

Im WS 72/73 offerierte die Klagenfurter Hochschule 10 Hochschulkurse: einen über „Programmierten Unterricht“, zwei über „Unterrichtstechnologie“‘ (der Rest über Gruppendynamik, Neue Mathematik und ähnliches mehr). „In diesem Hochschulkurs werden die Struktur sowie die wichtigsten technischen und didaktischen Parameter moderner unterrichtstechnologischer Systeme für hochschuldidaktische Zentren analysiert. Als Fallstudie wird insbesondere die unterrichtstechnologische Einrichtung des ersten Gebäudes der HBW verwendet, den Schwerpunkt des praktischen Teiles bildet Gruppenarbeit mit den modernen hochschuleigenen unterrichtstechnologischen Geräten und Systemen.“ [18] „Die technischen Parameter und didaktischen Funktionen der wichtigsten Demonstrationsmedien (moderne Tafelausführungen, Flip-Chart, Projektionswände, Modelle, Diaprojektor, Episkop, Overheadprojektor, 8-mm- und 16-mm-Filmprojektoren, Tonwiedergabegeräte, Videorecorder, Bildplatte, EVR, Selectavision etc.) werden im Kurs aufgrund theoretischer Analysen und insbesondere praktischer Übungen mit hochschuleigenen Geräten erarbeitet.“ [19]

Das liest sich wie ein Werbeprospekt jener Computerfirma Nixdorf, auf deren Betreiben eben die Hochschule Paderborn gegründet worden ist, mit der die Familie Walter Schöler übrigens ausgezeichnete Beziehungen unterhalten soll. [20] Der „Zeitdruck“ war das größte Problem des Klagenfurter Unterrichtstechnologen Melezinek, weil „die für 1971 vorgesehenen Budgetmittel in der Höhe von 15 Millionen Schilling bis Ende des Jahres ausgegeben werden sollten.“ [21] Aber gleichzeitig: „Beim Verwaltungsaufwand (Ansatz 1/14201) hatte die Hochschule am Ende des Jahres 1971 mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen ... Den Lieferanten war nach Darstellung von Prof. Schöler nur schwer verständlich zu machen, daß die fälligen Rechnungen vom Bund erst im Jahre 1972 beglichen werden können.“ [22]

Die Großindustrie wird mit Aufträgen überhäuft, das Kleingewerbe muß auf sein Geld warten. Freerk Huisken hat auf „die sich aus der Kommerzialisierung des Unterrichts ergebenden Verflechtungsansätze von Hochschulforschung und Erziehungsindustrie, von staatlicher Bildungsplanung und privater Produktion von software und hardware“ aufmerksam gemacht. [23] Mit der Okkupation des Unterrichts durch kostspielige Lernmaschinen wird das öffentliche Bildungsmonopol virtuell ausgehöhlt: von privaten Konzernen abhängig. Deren Investitionspläne entschieden dann über die Lehrpläne; die Lehrer müßten, wie heute schon die Programmierer in der Privatwirtschaft, alle paar Jahre total umlernen — sie würden de facto zu Angestellten etwa von IBM.

Der gesellschaftliche Fortschritt ist mit der technischen Entwicklung keineswegs identisch. Die Produktionskräfte „sprengen“ nicht die Produktionsverhältnisse, jene werden vielmehr von diesen geformt. [24] Der technische Fortschritt dient als Alibi für den sozialen Rückschritt.

Wie der Hase läuft, das hat der General Bacher mit schöner Offenheit ausgesprochen: „Wenn er Regierung wäre, ließ der Rundfunkchef in seiner ... Rede durchblicken, gäbe es das freie Schulbuch für alle nicht.“ 500 Millionen Schilling könnte man auf diese Weise einsparen, die dann für den Ausbau der „audiovisuellen Lerngesellschaft“ zur Verfügung stünden. (In Klartext übersetzt heißt das: wieso verdienen nur die Verleger am Bildungsboom?) „Es mag parteipolitisch einbringlicher sein, über Demokratisierung des Unterrichts ... zu schwadronieren, als vorerst einmal die mögliche technische Chancengleichheit herzustellen. Dieser Zustand, folgerte der Generalintendant unverzagt, hätte sicher den ideologischen Nachteil, die Ungleichheit der Menschen objektiver zu dokumentieren.“ („Kurier“ vom 2.9.1973)

Walter Schölers Klagenfurter Hochschule hat eine verzweifelte Ähnlichkeit mit diesen Ausfällen Bachers gegen die sozialdemokratische Bildungspolitik. Nicht umsonst sitzt im Gründungsausschuß der TV-Professor Bruckmann, der bei jeder Wahl den Zuschauern die magische Macht des Computers demonstriert, und der sich erst kürzlich in der „Wochenpresse“ als ein „rechts-unabhängiger“ „managing scholar“ vorgestellt hat. [25] Was Klagenfurt bestenfalls hervorbringen könnte, das wäre der Stuyvesant-Wissenschaftler, der mit mathematischer Sicherheit die Arbeitslosigkeit als den Bildungsurlaub der Zukunft prognostiziert.

*) minimudus heißt eine dem „Disneyland“ ähnliche Anlage in Klagenfurt.

[1Bundesministerrum für Wissenschaft und Forschung, Die Vollendung der Aufbaustufe der Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt. Wien 1973, p. 8

[2Kärntner Studenten Information, 1. Jahrgang, Sondernummer, 27, Juni 1972, p.1

[3„Academia“, 23. Jahrgang, November/Dezember 1971, Heft 2/3, p. 4

[4Wissenschaftlicher Beirat der Hochschule für Bildungswissenschaften, Bericht Nr. 1, p. 21

[5„Academia“, 23. Jahrgang, Jänner/Februar 1972, p. 2

[6„Nichtsdestoweniger erscheint die Praxis der ‚Selbstberufung‘, wie sie vom Gründungsausschuß gehandhabt wurde, bedenklich, da bei Vorhandensein mehrerer Bewerber für eine Lehrkanzel zumindest die Optik einer Bevorzugung der GA-Mitglieder entstehen könnte.“ Bericht der Untersuchungskommission an der Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt, p. 16

[7„Die Untersuchungskommission stellt jedoch fest, daß der Gründungsausschuß den Besetzungsvorschlag in gesetzwidriger Weise noch vor Ablauf der Bewerbungsfrist erstattet hat ... Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, daß Prof. Schöler in der Liste der Bewerber auf Grund der Ausschreibung vom Juni 1970 nicht aufscheint“. Untersuchungskommission, p. 11

[8Zur Lehrkanzel „Unterrichtswissenschaft II“ schreibt die Untersuchungskommission: „Weiters hegt die UK schwere Bedenken dagegen, daß auf Grund der Ausschreibung der Lehrkanzel für Unterrichtswissenschaft (bzw. Unterrichtsforschung) am 20. Juni 1970, für die am 8. Juli 1970 Prof. Schöler vom Gründungsausschuß vorgeschlagen wurde, noch eine weitere Lehrkanzel abgeleitet und besetzt wurde.“ Untersuchungskommission, pp. 12 f. Zur Lehrkanzel für „Allgemeine und angewandte Sprachwissenschaft“ schreibt die Untersuchungskommission: „Soweit die UK aus den vorliegenden Unterlagen entnehmen konnte, ist auch dieser Dienstposten nie ausgeschrieben worden.“ Untersuchungskommission, p. 13. Zur Lehrkanzel „‚Unterrichtstechnologie“ stellt die Untersuchungskommission fest, „daß obige Lehrkanzel offenkundig vom Gründungsausschuß nie ausgeschrieben worden ist.“ Untersuchungskommission, p. 13

[9Untersuchungskommission, p. 16

[10Untersuchungskommission, p. 18. „Ein solches Kriterium hat nach Auffassung der UK nichts mit der möglichst genauen Definition der Aufgaben, die zu erfüllen sind, und den dafür erforderlichen Qualifikationen zu tun“.

[11„Academia“, Jänner/Februar 1972, p. 2

[12Untersuchungskommission, p. 12

[13„Academia“, Oktober 1971, p. 4

[14Im SS 73 wurde Hans Rauschenberger auf den Lehrstuhl für Lehrplanforschung berufen. Vgl. „Die Vollendung der Aufbaustufe ...“, p. 20

[15Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt, Verzeichnis der Lehrveranstaltungen und Personalstand, Wintersemester 1972/73, p. 34

[16Wissenschaftlicher Beirat, p. 16

[17Kärntner Studenten Information, Bandaufzeichnung einer Reportage über die Hochschule für Bildungswissenschaften, Ö 1, 20.2.1972, p. 7

[18Klagenfurter Vorlesungsverzeichnis WS 72/73, p. 28

[19Klagenfurter Vorlesungsverzeichnis WS 72/73, p. 24

[20„Academia“, Oktober 71, p. 5, „Academia“ Jänner/Februar 1972, p. 4, „Academia“, September/Oktober 72, pp. 4f.

[21Untersuchungskommission, p. 19. Im Bericht des Wissenschaftsministerıums „Die Vollendung der Aufbaustufe ...“, p. 15 (Kapitel V, „Die finanziellen Aufwendungen“) wird dieser Betrag nicht angeführt.

[22Untersuchungskommission, p. 20

[23Freerk Huisken, Zur Kritik bürgerlicher Didaktik und Bildungsökonomie, München 1972, p. 400

[24Vgl. Andrá Gorz, Technische Intelligenz und kapitalistische Arbeitsteilung. Hans-Dieter Bahr, Die Klassenstruktur der Maschinerie, Anmerkungen zur Wertform. Richard Vahrenkamp, Entwicklungsmöglichkeiten der Technologie als Produktionsverhältnis. Alle in: Richard Vahrenkamp (Hrsg), Technologie und Kapital, Frankfurt 1973

[25Bruckmann, der sich als Alter Herr der deutschnationalen Universitätssängerschaft „Barden“ auch der FPÖ nahe fühlt, ist mittlerweile zum Leiter des Zukunftsausschusses beim ÖVP-Parteivorstand avançiert. Der frühere Leiter des Wiener Instituts für höhere Studien (Ford-Institut) ist indessen auch eines der aktivsten Mitglieder des Ost-West-Institutes für Systemanalysen im Schloß Laxenburg.

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