Dieter Bogner

Geboren am: 4. September 1942

Geboren am 4. September 1942 in Wien, entwickelte 1989 das Konzept für das Museumsquartier Wien und leitete die Planungen von 1990 bis 1994 als Geschäftsführer der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft Wien. 1994 gründete er die Firma bogner.cc. Von Juli 2016 bis Januar 2017 wurde er von Kulturminister zum interimistischen kaufmännischen Geschäftsführer der Österreichischen Galerie Belvedere ernannt. Bogner ist Stifter der Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung Wien und Mitglied des Board of Trustees am New Museum of Contemporary Art New York. Er lehrt am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien und ist Autor zahlreicher Publikationen zu Architektur und Kunst der Moderne. Gemeinsam mit Gertraud Bogner leitet er den Kunstraum Buchberg, Schloss Buchberg am Kamp.

Beiträge von Dieter Bogner
Wurzelwerk, Kamptaler Öko-Nachrichten

Editorial

März
1982

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Dieter Bogner (geb. 4. September 1942 in Wien) ist ein österreichischer Kunsthistoriker, Museumsplaner und Kunstsammler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bogner war in den 1960er Jahren als Unternehmer in der Stahlbranche tätig.[1] Von 1968 bis 1974 studierte er Kunstgeschichte, Philosophie und Klassische Archäologie in Wien und Paris. Im Jahr 1974 wurde er an der Universität Wien mit der Arbeit „Die Fresken von Saint-Martin und von Saint-Julien in Tours und ihre Stellung in der romanischen Malerei des Loiregebietes“[2] promoviert und war von 1974 bis 1984 als Universitätsassistent am Institut für Kunstgeschichte tätig.[3] 1984 war er einer der Organisatoren der Besetzung der Hainburger Au.[4] In den 1980er und 1990er Jahren arbeitete Bogner als freier Kurator, Forscher und Publizist im Bereich moderner und zeitgenössischer Kunst sowie Museologie. Außerdem lehrte er als Gastprofessor im Bereich Museums- und Ausstellungswesen u. a. an der Universität für angewandte Kunst Wien, der TU Wien und der Moscow School of Social and Economic Sciences in Moskau.[3] Seit Mitte der 1990er Jahre ist Bogner als Museumsplaner, Ausstellungskurator und Autor tätig.[5] 2005 habilitierte Bogner am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien.[3] 2014 wurde ihm die Ehrenprofessur der Donauuniversität Krems verliehen.[6]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bogner wurde in der Gründungsphase des Wiener MuseumsQuartiers, dessen Konzept er entwickelte, von 1990 bis 1994 als einer der beiden Geschäftsführer der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft für Inhaltsentwicklung, museologische Fachplanung und Öffentlichkeitsarbeit bestellt.[5] 1994 gründete Bogner die Firma bogner.cc (seit 2017: bogner.knoll) für Museums- und Ausstellungsplanung.[5]

Gemeinsam mit Renate Goebl gründete Bogner 1990 das Institut für Kulturwissenschaft (ikw) Wien, das er gemeinsam mit Goebl bis 2001 leitete.[3] 1991 initiierte ein Team um Bogner und Goebl einen auf Vermittlungsarbeit im Museums- und Ausstellungswesen spezialisierten Lehrgang „Kommunikation im Museum. Arbeiten für Besucherinnen und Besucher“.[7]

Von Juli 2016 bis Jänner 2017 wurde Bogner interimistisch zum kaufmännischen Geschäftsführer der Österreichischen Galerie Belvedere Wien ernannt.[8]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1987 bis 1991 war Bogner Vorsitzender des Österreichischen Kunsthistorikerverbands.[9] Er ist Gründer und Stifter der Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung-Wien, deren Vorstandsvorsitzender er von 1997 bis 2013 war.[10] Darüber hinaus war er Präsident der Sigmund Freud Gesellschaft Wien (1993 bis 2008) und Mitglied des Board of Trustees am New Museum of Contemporary Art, New York (1995 bis 2018).[11]

Kunstraum Buchberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Buchberg; wurde 1965 erworben und 1979 gründeten Dieter und Gertraud Bogner im Schloss den Kunstraum Buchberg[12]

Seit den 1970er Jahren betreibt Bogner gemeinsam mit seiner Frau Gertraud Bogner den Kunstraum Buchberg in Schloss Buchberg am Kamp,[13] eine internationale Sammlung zeitgenössischer Kunst mit Schwerpunkt auf in situ-Installationen im Innen- und Außenraum des Schlosses (u. a. von Dan Graham, Nikita Kadan, Thomas Kaminsky, Stanislav Kolíbal, François Morellet, Dóra Maurer, Dorit Margreiter, Roland Goeschl, John Hilliard, Jorrit Tornquist, Heimo Zobernig), in Verbindung mit Symposien (z. B. „Kunst und Ökologie“, 1987; „Das gequälte Quadrat“, 1989, publiziert 1990), Ausstellungen (z. B. „Yesterday, Today, Today“, 2019) und Publikationen (u. a. „Raumkunst.Kunstraum“, 2000).[14]

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 überließ das Ehepaar einen großen Teil seiner privaten Kunstsammlung konstruktiver und konzeptueller Kunst dem mumok, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. Die an keine Bedingungen gebundene Schenkung umfasst mehr als 100 Bilder, Skulpturen, Objekte und Rauminstallationen sowie 300 Zeichnungen, Druckgrafiken, Gouachen, Künstlerbücher, Autographen und Archivalien. In den folgenden Jahren erfolgten weitere Schenkungen an das mumok, das Wien Museum, das Lentos Linz, das Belvedere Wien und die Landessammlung Niederösterreich.[5]

Museumsplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Museumsplanungen Bogners als Planer und (Co-)Kurator sind: von 1998 bis 2003 das Jagd-, Landwirtschafts-, Volkskunde- und Naturkundemuseum und das Kunsthaus Graz des Universalmuseums Joanneum (Graz),[15] das museologische Konzept für die Neuordnung der Museumslandschaft Hessen Kassel (2004/05),[16] Museumsleitplan und Konzept DomQuartier Salzburg (2007–2014),[17] die Kunstkammer Kunsthistorisches Museum Wien (2012/13)[18] und das Museumsquartier Bern (2018–2021)[19] und das Nutzungs- und Ausstellungskonzept für das Stadtschloss Weimar (Klassik Stiftung Weimar, 2020/21).[20][21]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsschwerpunkte Bogners umfassen die moderne und zeitgenössische Kunst- und Kulturwissenschaft sowie die Theorie der Kunstgeschichte.

  • Die Fresken von Saint-Martin und von Saint-Julien in Tours und ihre Stellung in der Romanischen Malerei des Loiregebietes, in: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, 30/31, 1977/78, S. 7–46
  • Wien 1920-1930: Es war als würde Utopia Realität werden, in: alte und moderne kunst, Jg. 28, Nr. 190/191, Innsbruck 1983, S. 35–48 (hauspublikationen.mak.at).
  • Die Kunst, Geschichte zu schreiben. Bemerkungen zu Hans Beltings Abhandlung ,Das Ende der Kunstgeschichte?, in: Kunsthistoriker. Mitteilungen des Österreichischen Kunsthistorikerverbandes. Diskussionsgrundlagen zum 2. Österreichischen Kunsthistorikertag in Salzburg, 1. Jg., Nr. 3, Graz 1984, S. 3–6
  • Wien 1920–1930: Musik, Theater und bildende Kunst zwischen Expressionismus und Neuer Gestaltung, in: Carlo Bertelli, Hermann Fillitz (Hrsg.): Akten des XXV. Internationalen Kongresses für Kunstgeschichte, Band 2: Kunst, Musik, Schauspiel, Wien/Köln/Graz 1985, S. 123–132
  • Denn der Österreicher lebt polarisch! in: Patrick Werkner (Hrsg.): Kunst in Österreich 1945–1995. Ein Symposion der Hochschule für angewandte Kunst in Wien im April 1995, Wien 1996, S. 43–63
  • Friendly Alien. Ein Kunsthaus für Graz. Peter Cook / Colin Fournier Architects, Ostfildern-Ruit 2004
  • Marc Adrian. Kunst ohne Bewegung ist überflüssig, in: Anna Artaker (Hrsg.): Marc Adrian, Ausst.-Kat. Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum, Klagenfurt 2007, S. 30–51
  • Leidenschaftlich exakt. Sammlung Dieter und Gertraud Bogner im mumok, Sammlungskatalog, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2012, ISBN 978-3-902490-82-7
  • als Herausgeber gemeinsam mit Gertraud Bogner (Hrsg.): Perspektiven in Bewegung. Sammlung Dieter und Gertraud Bogner im mumok, Sammlungskatalog, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2017, ISBN 978-3-96098-063-6
  • Ein Blick zurück in die Zukunft, in: Das Museum der Zukunft. 43 neue Beiträge zu Diskussion über die Zukunft des Museums, schnittpunkt und Joachim Baur (Hrsg.), Bielefeld 2020, S. 85–92

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunstraum Buchberg - Über uns. Abgerufen am 30. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  2. Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte Band XXX/XXXI, Sonderdruck, Hrsg.: Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes Wien und vom Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, 1977/78, S. 7–46
  3. a b c d Bogner Lebenslauf. In: Universität Wien, Institut für Kunstgeschichte. Abgerufen am 20. April 2021.
  4. Sophia Leona Rut: Die Heldinnen von Hainburg Ein umwelthistorischer und frauengeschichtlicher Blick auf die Aubesetzung von Hainburg 1984. In: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Oktober 2018, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. April 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/another-roadmap.net (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  5. a b c d Ausstellungsmacher, Museumsplaner und Sammler: Dieter Bogner wird 75. 1. September 2017, abgerufen am 31. März 2021.
  6. EhrenträgerInnen. In: Donau-Universität Krems. Abgerufen am 30. März 2021.
  7. ecm masterlehrgang: ecm - educating/curating/managing. Masterlehrgang für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien -. Abgerufen am 31. März 2021.
  8. Dieter Bogner kommt ins Belvedere. 18. Juli 2016, abgerufen am 10. Mai 2021.
  9. VöKK > Geschichte des VöKK | VöKK. Abgerufen am 10. Mai 2021.
  10. Brigitte Borchhardt-Birbaumer: Friedrich Kiesler - Magier in der Raumhöhle. Abgerufen am 31. März 2021.
  11. a b Wolfgang Kos und Dieter Bogner mit hohen Wiener Auszeichnungen gewürdigt. Abgerufen am 31. März 2021.
  12. Kunstraum Buchberg
  13. Dieter Bogner, Gertraud Bogner: Raumkunst, Kunstraum : Schloss Buchberg am Kamp. Passagen, Wien 2000, ISBN 3-85165-420-X.
  14. Kunstraum Buchberg - Über uns. Abgerufen am 31. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  15. "Museum für Groß & Klein". Kronen Zeitung vom 25. November 2012, abgerufen am 31. März 2021
  16. Broschüre „Museumslandschaft Kassel“. Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, 2004, abgerufen am 10. Mai 2021.
  17. Der allererste Rundum-Eindruck. Abgerufen am 10. Mai 2021.
  18. Brigitte Borchhardt-Birbaumer: Ausstellung - Schatzarchiv der Weisheit. Abgerufen am 31. März 2021.
  19. Neues Museumsquartier in Bern - Müssen die Berner Museumskönige kleiner werden, Herr Bogner? 29. April 2019, abgerufen am 31. März 2021.
  20. Stadtschloss Weimar--Weimar (D) - bogner.knoll | Museumsplanung | Ausstellungskonzeption. Abgerufen am 31. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  21. Ausstellungskonzept Stadtschloss Weimar--Weimar (D) - bogner.knoll | Museumsplanung | Ausstellungskonzeption. Abgerufen am 10. Mai 2021 (österreichisches Deutsch).
  22. a b Dieter Bogner erhält Auszeichnung der US-Kunstkritiker. Abgerufen am 31. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  23. Michael Huber, Thomas Trenkler, Dieter Bogner: „Otto Neurath hat mehr Einfluss als Klimt“. 29. Januar 2019, abgerufen am 31. März 2021.
  24. o. T. Abgerufen am 10. Mai 2021.
  25. Salzburger Nachrichten: Belvedere: Dieter Bogner interimistischer Co-Geschäftsführer. 18. Juli 2016, abgerufen am 31. März 2021.
  26. Ehrenzeichen für zehn Kulturschaffende. 7. November 2018, abgerufen am 31. März 2021.
  27. Redaktion Niederoesterreich: Guten Tag Österreich - viennaARTaward 2019: NÖ-Schloßherren Gertraud und Dieter Bogner sind "Sammler des Jahres". In: Guten Tag Österreich. 25. Oktober 2019, abgerufen am 31. März 2021.