War bis 1989 Vorstandssprecherin der bundesdeutschen Grünen.
Hart ins Gericht gingen Thomas Ebermann und Rainer Trampert in der Septemberausgabe der MONATSZEITUNG mit Politik und Programmatik von BRD-Grünen und PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus). Großdeutsche Vereinigungsgeilheit haben sie den beiden linken Oppositionsparteien vorgeworfen und (…)
Verena Krieger (* 18. Oktober 1961 in Erlangen) ist eine deutsche Kunsthistorikerin und ehemalige Politikerin (Die Grünen).
Leben
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Nach dem Abitur am Oberstufenkolleg in Bielefeld studierte Verena Krieger an der Ruhr-Universität Bochum Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie,[1] außerdem an den Universitäten in Köln und Bielefeld, unterbrochen von Studienaufenthalten in Perugia und Sankt Petersburg.[2]
In den 1980ern gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Grünen.[3] Ab 1987 wurde sie Mitglied des Deutschen Bundestags[1] und Sprecherin im Bundesvorstand ihrer Partei.[2] Ihre Themen waren insbesondere Familien- und Frauenpolitik.[2] Das Amt im Bundestag legte sie 1989 nieder.[2][3] 1990 verließ sie die Partei, wurde als freie Publizistin tätig[1] und kehrte an die Universität zurück.
1996 wurde sie an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Arbeit über die Bedeutung der Ikonenmalerei für die Russische Avantgarde promoviert.[1] 2004 habilitierte sie sich an der Universität Stuttgart.[1] In den Jahren 2005 bis 2008 war sie Gast- bzw. Vertretungsprofessorin an den Universitäten Bern, Jena und München sowie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.[1] Von 2008 bis 2011 war sie Universitäts-Professorin an der Universität für angewandte Kunst Wien.[1] Seit 2011 wurde sie Lehrstuhlinhaberin für Kunstgeschichte im Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.[1]
Forschungsschwerpunkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verena Krieger arbeitet unter anderem über die moderne und zeitgenössische Kunst. Hier forscht sie zu den Themen Ambiguität (in) der Kunst, Collage/Montage, Denkmal und Erinnerungskultur, Europäische Avantgarden, Konzepte des Künstlers und der künstlerischen Kreativität, Politik der Kunst und Zeitlichkeit in der Kunst. Außerdem forscht sie zu Aspekten der Kunst und Kunsttheorie der Frühen Neuzeit – insbesondere zu Geschlechterkonstruktionen und Konzepten des Künstlertums – sowie zu Methodenfragen der Kunstgeschichte.[1]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1996 bis 1998: Post-Doc-Stipendium am Lotman-Institut für russische und sowjetische Kultur an der Universität Bochum[1]
- 2000 bis 2002: Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft[1]
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bücher
- Entscheiden. Was Frauen (und Männer) über den § 218 wissen sollten. 1987, ISBN 3-922144-68-3
- Was bleibt von den Grünen? 1991, ISBN 978-3-922144-96-0
- Von der Ikone zur Utopie. Kunstkonzepte der russischen Avantgarde. 1998, ISBN 3-412-07197-8, zugl. Dissertation Univ. Bochum 1996
- Kunst als Neuschöpfung der Wirklichkeit. Die Anti-Ästhetik der russischen Moderne. 2006, ISBN 978-3-412-33605-9, zugl. Habilitationsschrift Univ. Stuttgart
- Was ist ein Künstler? Genie – Heilsbringer – Antikünstler; eine Ideen- und Kunstgeschichte des Schöpferischen. 2007, ISBN 978-3-937111-13-1
- Kunstgeschichte und Gegenwartskunst. Vom Nutzen und Nachteil der Zeitgenossenschaft (Hrsg.), Köln u. a. 2008, ISBN 978-3-412-20256-9
- Metamorphosen der Liebe. Kunstwissenschaftliche Studien zu Eros und Geschlecht im Surrealismus (Hrsg.). Hamburg 2006, ISBN 978-3-8258-9936-3
- Ambiguität in der Kunst. Typen und Funktionen eines ästhetischen Paradigmas (Hrsg. zus. mit Rachel Mader), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2010, ISBN 978-3-412-20458-7
- Die Wiederkehr des Künstlers. Themen und Positionen der aktuellen Künstler/innenforschung (Hrsg. zus. mit Sabine Fastert und Alexis Joachimides), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2011, ISBN 978-3-412-20727-4
- BrandSchutz. Mentalitäten der Intoleranz. Begleitbuch zur Kunstausstellung (Hrsg.), Jena 2013
- Sebastian Jung. Winzerla. Kunst als Spurensuche im Schatten des NSU (Hrsg. zus. mit dem Jenaer Kunstverein e. V.), Kerber, Bielefeld/Berlin 2015, ISBN 978-3-7356-0108-7
- Sebastian Jung. Neue Heimat Paradies. Eine künstlerische Recherche über Geflüchtete, Angekommene und immer schon Dagewesene. (Hrsg. zus. mit Peter Fauser), Kerber, Bielefeld/Berlin 2016, ISBN 3-7356-0300-9.
- When exhibitions become politics. Geschichte und Strategien politischer Kunstausstellungen seit den 1960er Jahren (Hrsg. zus. mit Elisabeth Fritz), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50377-2
- Wiederholungstäter. Die Selbstwiederholung als künstlerische Praxis in der Moderne (Hrsg. zus. mit Sophia Stang), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50748-0
- BRANDSCHUTZ. Aktuelle künstlerische Strategien gegen intolerante Mentalitäten (Hrsg.), VDG, Weimar 2018, ISBN 978-3-89739-906-8
- „Erkundungsbohrungen“ Ein dezentrales Denkmal für Eduard Rosenthal. Botho-Graef-Kunstpreis Jena (Hrsg. zus. mit Jonas Zipf), VDG, Weimar 2020, ISBN 978-3-89739-943-3
- Die Entdeckung der Nacht. Wirklichkeitsaneignungen im Prozess der europäischen Aufklärung (Hrsg. zus. mit Helmut Hühn), VDG, Weimar 2020, ISBN 978-3-89739-956-3
- Ambige Verhältnisse. Uneindeutigkeit in Kunst, Politik und Alltag (Hrsg. zus. mit Bernhard Groß, Andrea Meyer-Fraatz und Michael Lüthy), transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5065-5
- Kurt W. Streubel. Spielarten abstrakter Kunst in der DDR (Hrsg. zus. mit Andrea Karle), Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2021, ISBN 978-3-422-98723-4
- Collage/Montage in Kunst und Literatur von den 1960er Jahren bis heute (Hrsg. zus. mit Gregor Streim), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2024
- Beyond Irrepresentability. Exploring Images from Nazi Camps, Ghettos, and the Holocaust (Hrsg. zus. mit Ella Falldorf), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2026
Aufsätze
- Hackert in der Kunstkritik, in: Wolfgang Krönig/Reinhard Wegner, Jakob Philipp Hackert. Der Landschaftsmaler der Goethezeit, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1994, S. 171–195
- Arachne als Künstlerin. Velázquez' Las hilanderas als Gegenentwurf zum neuplatonischen Künstlerkonzept, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 65, 2002, S. 545–561
- Die Farbe als 'Seele' der Malerei. Transformationen eines Topos vom 16. Jahrhundert zur Moderne, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft, Bd. 33, Jg. 2006, S. 91–112
- Zur (Un-) Fruchtbarkeit der Liebe im Surrealismus. Die weibliche Gebärfähigkeit als Kreativitätsparadigma, in: Metamorphosen der Liebe. Kunstwissenschaftliche Studien zu Eros und Geschlecht im Surrealismus, LIT, Hamburg 2006, S. 123–152
- Der Blick der Postmoderne durch die Moderne auf sich selbst. Zur Originalitätskritik von Rosalind Krauss, in: Verena Krieger (Hrsg.), Kunstgeschichte und Gegenwartskunst. Vom Nutzen und Nachteil der Zeitgenossenschaft, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 143–161
- „At war with the Obvious“ – Kulturen der Ambiguität. Historische, psychologische und ästhetische Dimensionen des Mehrdeutigen, in: Verena Krieger/Rachel Mader (Hrsg.), Ambiguität in der Kunst. Typen und Funktionen eines ästhetischen Paradigmas, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2010, S. 13–49
- Transzendenz der Zeit. Bildkonzepte absoluter Gegenwärtigkeit in der Kunst der klassischen Moderne, in: Michael Gamper/Helmut Hühn (Hrsg.), Zeit der Darstellung. Ästhetische Eigenzeiten in Kunst, Literatur und Wissenschaft, Wehrhahn, Hannover 2014, S. 109–136
- Paradoxien einer Kunstgeschichte der Gegenwart, in: Kunstchronik, H. 7, 2015, S. 396–401
- Mentalitäten der Intoleranz als Herausforderung zeitgenössischer Kunst. BrandSchutz in Jena 2013, in: Verena Krieger/Elisabeth Fritz (Hrsg.), „When exhibitions become politics“. Geschichte und Strategien der politischen Kunstausstellung seit den 1960er Jahren, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2017, S. 65–93
- Montage as a Form of Resistant Aesthetics Today, in: Deborah Asher Barnstone/Elizabeth Otto (Hrsg.), Art and Resistance in Germany, Bloomsbury, London 2018, S. 231–252
- Modes of Aesthetic Ambiguity in Contemporary Art. Conceptualizing Ambiguity in Art History. In: Frauke Berndt/Lutz Koepnik (Hrsg.): Ambiguity in Contemporary Art and Theory. Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft. Sonderheft 2018, S. 61–105.
- Ambiguität & Engagement. Zur Problematik politischer Kunst in der Moderne, in: Vanessa Höving/Katja Holweck/Thomas Wortmann (Hrsg.), Christoph Schlingensief Resonanzen, edition text + kritik, München 2020, S. 69–99
- Projektion – Introspektion – Imagination. Visualisierungen der Leibesfrucht in der Kunst der klassischen Moderne, in: Daniel Hornuff/Heiner Fangerau (Hrsg.), Visualisierung des Ungeborenen. Interdisziplinäre Perspektiven, Fink, München 2020, S. 109–143
- Denkmäler gegen rechte Gewalt und Rassismus in Deutschland: 1922–2022, in: Rassismus Macht Vergessen. Von München über den NSU bis Hanau: Symbolische und materielle Kämpfe entlang rechten Terrors, hrsg. von Onur Suzan Nobrega, Matthias Quent und Jonas Zipf, transcript, Bielefeld 2021, S. 379–397
- Steigert Kunst die Ambiguitätskompetenz? Potenziale ästhetischer Ambiguität von Picasso bis zum Zentrum für Politische Schönheit, in: Ansgar Schnurr/Sabine Dengel/Julia Hagenberg/Linda Kelch (Hrsg.), Mehrdeutigkeit gestalten. Ambiguität und die Bildung demokratischer Haltungen in Kunst und Pädagogik, transcript, Bielefeld 2021, S. 99–124
- Dezentralität als Symbolisierungsstrategie. Zum jungen Genre des dezentralen Denkmals, in: Wolfgang Brückle/Rachel Mader/Brita Polzer (Hrsg.), Die Gegenwart des Denkmals. Auslegung, Zerstörung, Belebung, diaphanes, Zürich 2023, S. 249–273 - Open access: https://www.diaphanes.de/titel/die-gegenwart-des-denkmals-7067
- The Russian Avant-Garde and Futurism: Between Dissociation and Creative Appropriation, in: Futurism and Europe – The Aesthetics of a new world, hrsg. von Fabio Benzi et al., Ausst.-Kat. Kröller-Müller-Museum, Otterlo, 2023, S. 50–59
- Mentalities of Intolerance as a Challenge for Contemporary Art. BrandSchutz in Jena 2013, in: Maria Engelskirchen, Ursula Frohne, Corinna Kühn, Marianne Wagner (eds.): [Counter-]Monuments. Memory Practices in Public Space, transcript, Bielefeld 2024, S. 407–423
- Flüchtender – Standhaltender – Wutbürger. Wolfgang Mattheuers bildkünstlerische Kommentare zur DDR-Transformation ausgehend von "Ausbruch (Panik)" (1988/89), in: Jörg Ganzenmüller (Hrsg.), Transformationserfahrungen: Lebensweltliche Umbrüche in Ostdeutschland nach 1990 (Europäische Diktaturen und ihre Überwindung. Schriften der Stiftung Ettersberg, Bd. 30), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2024, S. 211–239
- Hirsche, Vögel, Schlangen, Hasen… Lebendige und tote Tiere im Werk von Gabriele Rothemann/Live and dead animals in the work of Gabriele Rotheman, in: Daniela Hammer-Tugendhat (Hrsg.), Gabriele Rothemann, Werke/Works, Hatje Cantz, Berlin 2024, S. 9–78 und 202–207
- Collage/Montage seit den 1960er Jahren: Kontinuitäten und Transformationen in künstlerischer Praxis und ihrer Theoretisierung (mit Gregor Streim), in: Verena Krieger/Gregor Streim (Hrsg.), Collage/Montage in Kunst und Literatur von den 1960er Jahren bis heute, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2024, S. 7–24
- Montage als Form widerständiger Ästhetik heute. Marcel Odenbach und Thomas Hirschhorn, in: Verena Krieger/Gregor Streim (Hrsg.), Collage/Montage in Kunst und Literatur von den 1960er Jahren bis heute, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2024, S. 151–169
- “To Tear These Images from Time”: Images Created in Nazi Camps and Ghettos during the Holocaust from the Perspective of Art History (mit Ella Falldorf), in: Verena Krieger/Ella Falldorf (Hrsg.), Beyond Irrepresentability. Exploring Images from Nazi Camps, Ghettos, and the Holocaust, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2026, S. 13–34
- Boris Taslitzky’s The Little Camp in Buchenwald: Changing Meanings, Ambivalence, and Disambiguation in Art Created During the Camps and After, in: Verena Krieger/Ella Falldorf (Hrsg.), Beyond Irrepresentability. Exploring Images from Nazi Camps, Ghettos, and the Holocaust, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2026, S. 221–245
- Beuys – Schlingensief – Zentrum für politische Schönheit. Gesellschaft als Material künstlerischer Gestaltung und die Autonomie der Kunst in der Gesellschaft, in: Daniel Martin Feige/Michael Lüthy (Hrsg.), Die Autonomie der Kunst. Beiträge zu einer Kontroverse, transcript, Bielefeld 2026, S. 131–158
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Elisabeth Fritz (Hrsg.), Der Beitrag der Kunst/geschichte zu Herausbildung und Aushandlung gesellschaftlicher Fragen. Festschrift für Verena Krieger, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2025
- Rudolf Vierhaus, Ludolf Herbst (Hrsg.), Bruno Jahn (Mitarb.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages. 1949–2002. Bd. 1: A–M. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-23782-0.
- Parlamentarierinnen im Deutschen Bundestag. Band 122 der Materialien, Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, ISSN 0344-9130, 1993, S. 251
- Irene Mayer-List: Verena Krieger. Vier Jahre sind genug. Mit 25 Jahren Bundestagsabgeordnete: Was frau in Bonn lernen kann. In: Die Zeit, Nr. 18/1987, S. 87
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Verena Krieger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage von Verena Krieger an der Universität für angewandte Kunst Wien und Homepage an ihrem Institut (mit Bild)
- Homepage von Verena Krieger an der Uni Stuttgart mit Lebenslauf und Publikationsliste
- Homepage von Verena Krieger an der Uni Jena
- https://www.brandschutz.uni-jena.de
- https://www.eduard-rosenthal.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e f g h i j k Prof. Dr. Verena Krieger. Universität Jena, abgerufen am 2. September 2026.
- ↑ a b c d Ein Gespür für aktuelle Fragen. Universität Jena, 14. Dezember 2011, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ a b Grüne Geschichte. In: Gruene.de. Bündnis 90/Die Grünen, abgerufen am 2. September 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Krieger, Verena |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Kunsthistorikerin und Politikerin (Die Grünen) |
| GEBURTSDATUM | 18. Oktober 1961 |
| GEBURTSORT | Erlangen |


