Wolfgang Pfaundler
Beiträge von Wolfgang Pfaundler
FORVM, No. 375-378

Warum keine halbe Million
oder
nachher kann man leicht gescheiter sein

Zwölf fast unpolemische Überlegungen zum Konrad-Lorenz-Volksbegehren
Juni
1985

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Beiträge zu Wolfgang Pfaundler
Context XXI, Heft 3/1999

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Replik auf Fritz Molden
September
1999

Zu den Stellungnahmen Fritz Moldens in der Tageszeitung Die Presse am 28. November 1998 („Ganz besondere Niedertracht. Widerständler, kein US-Agent“) und in der Zeitschrift ZOOM 1/99 („Das Märchen vom bezahlten Agenten Lindley“) Ob der eklatanten Unfähigkeit zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit (...)

Wolfgang Pfaundler (* 1. Jänner 1924 in Innsbruck; † 20. April 2015 in Piburg in der Gemeinde Oetz) war ein Volkskundler, Schriftsteller, Fotograf und Aktivist aus Tirol.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Pfaundler war unter anderem Herausgeber des im Süddeutschen Verlag erschienenen Buches Der Tiroler Freiheitskampf 1809 unter Andreas Hofer, zahlreicher Bildbände und mehrerer Filme über das Tiroler Brauchtum. Jahrzehntelang war er auch der Herausgeber der Tiroler Kulturzeitschrift Das Fenster. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Partisan in Tirol gegen das Hitler-Regime, wo er gemeinsam mit Hubert Sauerwein Initiator und Leiter der Widerstandsgruppe im Ötztal war. Diese war 1941 entstanden und setzte sich um 1942 aus etwa 50 Personen zusammen. Im Gebirge konnten sich die Partisanen bis Kriegsende erfolgreich vor den Nationalsozialisten verstecken und übernahmen im Mai 1945 die Macht im Ötztal, das sie darauf hin kampflos den einmarschierenden Amerikanern übergaben.[1]

1958 veröffentlichte Pfaundler Südtirol – Versprechen und Wirklichkeit, ein Kompendium der diplomatischen Verhandlungen und politischen Geschehnisse in und um Südtirol sowie die Südtirolfrage seit 1919. Als es dem Nachschlagewerk allerdings nicht gelang, die Öffentlichkeit für die Sache der unterdrückten Südtiroler zu mobilisieren, griff Pfaundler zu radikaleren Methoden, um seinem Wunsch nach „Freiheit für Südtirol“ nachzuhelfen. Er gründete 1957 – aus dem 1954 entstandenen Bergisel-Bund heraus – die Nordtiroler Sektion des Befreiungsausschusses für Südtirol, zumeist auch „Freiheitslegion Südtirol“ (FLS) genannt.[2] Im Dezember 1960 legte er dessen Leitung nieder[3][4], nachdem in einer von ihm angemieteten Wohnung Munition, Sprengstoff und Waffen gefunden wurden[5], sein Nachfolger wurde Heinrich Klier. Selbst habe er nach eigener Aussage aber nie Bomben gezündet sagte Pfaundler. Er sei vielmehr als „logistischer“ Helfer und Ratgeber aufgetreten. 1962 wurde Pfaundler in einem Mailänder Sprengstoffprozess beschuldigt, die Feuernacht im Juni 1961 organisiert zu haben, in der 37 Strommasten gesprengt wurden. In der Folge erhoben zwar auch die österreichischen Behörden Anklage wegen Sprengstoffbesitzes[5], allerdings wurde Pfaundler im folgenden Geschworenenprozess freigesprochen. In Italien wurde er hingegen in Abwesenheit zu zwanzig Jahren und elf Monaten Haft verurteilt, weswegen er über Jahrzehnte nicht die italienische Grenze passieren konnte, weil er sofort verhaftet worden wäre. Erst im Jänner 1998 informierte der italienische Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro den österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil, dass er vier ehemalige Südtirolaktivisten begnadigt habe, diese waren außer Wolfgang Pfaundler noch Heinrich Klier, Peter Matern und Gerhard Pfeffer.

Wolfgang Pfaundler war mit der Pianistin und Autorin Gertrud Spat (* 5. November 1930 in Eindhoven; † 19. Januar 2010 in Innsbruck) verheiratet, die sich als Übersetzerin mit Mary de Rachewiltz, der Tochter von Ezra Pound, und als Romanautorin mit der Mutter von Georg Trakl beschäftigte. Seine letzte Lebensgefährtin war Herlinde Menardi.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Pfaundler, Südtirol: Versprechen und Wirklichkeit (1958)
  • Hans KrämerWolfgang Pfaundler, Tirol 1809 (1959)
  • Wolfgang Pfaundler, Sankt Romedius – ein Heiliger aus Tirol (1961)
  • Wolfgang Pfaundler, Sankt Notburga: eine Heilige aus Tirol – eine Bildgeschichte in drei Teilen (1962)
  • Wolfgang Pfaundler, Das ist Alpbach (1964)
  • Erich EggWolfgang Pfaundler, Kaiser Maximilian I und Tirol (1969)
  • Wolfgang Pfaundler, Die schönsten Bilder von Innsbruck 1500–1822 (1972)
  • Wolfgang Pfaundler, Innsbruck: Bildnis einer Stadt (1975)
  • Erich EggWolfgang PfaundlerMeinrad Pizzinini, Von allerley Werkleuten und Gewerben: eine Bildgeschichte der Tiroler Wirtschaft (1976)
  • Erich EggWolfgang Pfaundler, Das große Tiroler Schützenbuch (1976)
  • Wolfgang Pfaundler, Das Tagebuch der Baronin Therese von Sternbach (1977)
  • Wolfgang PfaundlerCaspar PfaundlerSebastian Pfaundler, Eines Schattens Traum ist der Mensch: Friedhöfe und Gräber der Alten und Neuen Welt (1979)
  • Erich EggWolfgang Pfaundler, Das große Tiroler Blasmusikbuch (1979)
  • Wolfgang Pfaundler, Tiroler Jungbürgerbuch (1980, 1982)
  • Wolfgang Pfaundler, Fasnacht in Tirol: Telfer Schleicherlaufen (1981)
  • Wolfgang Pfaundler, Oberländer Relikte: Bilder aus der Gegenwart (1981)
  • Wolfgang Pfaundler, Innsbrucks Wirtschaft im Spiegel der Annoncen 1822–1981 (1982)
  • Wolfgang Pfaundler, Der Tiroler Freiheitskampf 1809 unter Andreas Hofer (1984)
  • Wolfgang Pfaundler – Werner Köfler, Der Tiroler Freiheitskampf 1809 unter Andreas Hofer in zeitgenössischen Bildern (1984)
  • Erich EggWolfgang Pfaundler, Gotik in Tirol: Die Flügelaltäre (1985)
  • Wolfgang PfaundlerHans SanterCaspar Pfaundler, Heimatbuch der Tiroler Gemeinde Sautens (1986)
  • Wolfgang Pfaundler, Zeugenaussagen über Leben und Tod des Tirolers Otto Neururer (1987)
  • Walter ThalerWolfgang PfaundlerHerlinde MenardiHubert Kobler, Telfs: Portrait einer Tiroler Marktgemeinde in Texten und Bildern (1988)
  • Wolfgang Pfaundler – Johann Zellner, Alpbach: das schönste Dorf Österreichs – Kultur und Geschichte einer Tiroler Berggemeinde (1994)
  • Wolfgang Pfaundler, Tiroler und andere Menschen – neun Dutzend Porträts (1994)
  • Wolfgang Pfaundler, Nassereither Schellerlaufen: Fasnacht in Tirol (1998)
  • Wolfgang Pfaundler, Das andere Südtirol – Rückkehr nach 37 Jahren (2002)
  • Herausgeber der Tiroler Kulturzeitschrift „Das Fenster“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Kolozs, Paul Flora: Wolfgang Pfaundler: Fotograf, Volkskundler, Freiheitskämpfer und Herausgeber von „Das Fenster“ (2002)
  • ORF-Beitrag von Astrid Kofler: Der letzte Tiroler – Wolfgang Pfaundler zum 80. Geburtstag (ORF2 15. Juli 2004, 21:00 Uhr)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Radomír Luža: The Resistance in Austria, 1938–1945, University of Minnesota Press, 1984, ISBN 978-0-8166-1226-0
  2. Rolf Steininger: Die Feuernacht und was dann. Bozen 2011, S. 45
  3. Herlinde Molling: So planten wir die Feuernacht. Bozen 2011, S. 242
  4. Leopold Steurer: Propaganda im „Befreiungskampf“. In: Hannes Obermair et al. (Hrsg.): Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung – Cittadini innanzi tutto. Festschrift für / Scritti in onore di Hans Heiss. Folio Verlag: Wien-Bozen 2012. ISBN 978-3-85256-618-4, S. 386–400, hier: S. 386–387.
  5. a b Der Spiegel 19. April 1961